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WAS SO ALLES PASSIERTE IM JAHR 2022 ...

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SOCIANDO-MALLET; NEU TROISÈME CRU
 
Will uns dieser Titel sagen, dass es ein neues, revidiertes Klassement gibt? Leider nein. Zu viele grossartige Crus vom linken Gironde Ufer fristen seit 167 Jahren ihr «unklassiertes Dasein». Die Gründe auf diesen unfreiwilligen Verzicht waren damals (1855) mannigfaltig …

So wurde der Adelsstand in erster Linie aufgrund der damals erzielten Preise und dem generellen Ansehen des Crus evaluiert.
Andere Weingüter gab es damals noch gar nicht und weil diese nach 1855 entstanden sind. Oder sie waren zu klein und somit im Markt zu unbedeutend.

Letzteres trifft auf den Sociando-Mallet zu. Das sich auf der «Butte de Baleyron» in der Gemeinde Saint-Seurin-de-Cadourne befindliche Weingut gibt es zwar seit 1633, doch als die heutige Besitzerfamilie in deren Geschichte eintrat, betrugen die Rebflächen lediglich fünf Hektaren.

Jean Gautreau der seine Existenz damals massgeblich mit Weinhandel verdiente, wurde von einem Belgischen Kunden beauftragt ein Weingut für ihn zu suchen. Damals war Sociando feil und Gautreau besichtigte diesen Cru und verliebte sich derartig in die nördliche Weinregion, dass er das Château spontan selbst erwarb. Der Kaufpreis im Jahr 1969; 250'000 Francs. Das waren damals umgerechnet rund 600'000 Franken.    

Geographisch liegt das grossartige Terrain am «Trüffelgürtel». Diesen Begriff habe ich kreiert. Damit deklariere ich die besten Lagen, welche entlang der Gironde liegen. Diese beginnen mit dem Clos de Las Cases und grenzen direkt an die besten Lagen, welche zu Château Latour gehören. Danach gehen diese weiter auf Château Montrose und dem auch heute noch unterschätzten Château Meyney. Danach folgen, Richtung Norden, lange, flache uninteressante Böden, welche für Kühe und Wälder bestimmt sind. Dann gibt es wieder hügeliges Rebland auf Château Loudenne. Leider befindet sich dieses Weingut – trotz guter Basis – seit Jahrzehnten in verhaltener Lethargie. Nach ein paar flachen Abschnitten beginnen die sanften Anhöhungen vom Terroir von Sociando-Mallet. Hier stimmt die These, dass ein guter Wein das Wasser sehen muss.

KLEINE MONTAGS-VERTIKALE

Obwohl Sociando-Mallet in meinem privaten Weinkeller eine gewisse Präsenz markiert, ist dieser Bordeaux bei mir irgendwie in Vergessenheit geraten. Also höchste Zeit, wieder mal eine aktuelle Standortbestimmung zu machen.

Vor dem Kartenspielen mit Freunden servierte ich drei Jahrgänge ohne Weingutsangabe. Die Weine kamen gut an und man suchte durchaus in nobleren Appellationen und bei bekannteren Weingütern. Also ein Beweis, dass Sociando von seinem Nicht-Klassifikations-Status her immer noch unterbewertet wird.  



Gut für seine Fans. Die neuesten Jahrgänge 2020, 2019 und 2018 sind in der Szene alle sehr gut bewertet und kosten weniger als 35 Franken. Die beiden ebenfalls grossen Jahrgänge 2016 und 2015 sind immer noch unter 40 Franken zu haben. Der Jahrgang 2010 liegt bei rund 50 Franken. Für den ziemlich gigantischen 2009er muss man um 65 Franken bezahlen. Im Vergleich mit qualitativ vergleichbaren Crus ist das aber immer noch ein veritables Schnäppchen. Für rund 100 Franken könnte man die Sociando-Legende 1990 erwerben. Auch dieser kann es in einer Blindprobe locker mit den besten Bordeaux Weinen vom Médoc mithalten. Manchmal könnte er es mit den Premiers aufnehmen, auch mit den besten Deuxièmes, aber eigentlich immer mit dem klassierten Rest. Und mit den besten Bourgeois sowieso. Deshalb ist es nicht vermessen, zu behaupten, dass Sociando heute locker als Troisième Grand Cru eingestuft würde, wenn …  

Der beste des Trios? 2005! Den sollte man nachkaufen. Die anderen eigentlich auch ...  Der Gabriel-Bericht: www.bxtotal.com

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GESTATTEN? BONER! ANJAN BONER
 
Wenn man von einem Bündner Winzer mit dem Familiennamen Boner berichtet, der auch noch in der Weinbaugemeinde Malans zu Hause ist, dann muss man zwingender-weise konkretisieren, sonst sind Betriebs-verwechslungen im Voraus angesagt …


Beim Weingut Anjan Boner handelt es sich um einen der jüngsten Weinbaubetriebe in der Bündner Herrschaft. Zwar pflegten die Boner-Generationen vor ihm auch schon Reben. Eigener Wein wurde aber nie abgefüllt. Das änderte sich mit dem Jahr 2007 als Anjan Boner zurückkehrte, um zu bleiben und mit dem Erstlingsjahrgang 1200 Flaschen Blauburgunder Auslese abfüllte. Heute beträgt die Produktion auf den rund drei Hektar Rebflächen 15‘000 bis 20‘000 Flaschen. Je nach Jahrgang.

Boner hat in seinen Tingeljahren zuvor einiges rund um den Wein gelernt und dies auch in verschiedenen Sparten. Dabei hat er Winzer als Basis erlernt. Seine Stationen waren bei Herman Schwarzenbach in Obermeilen, bei Hanspeter Lampart in Maienfeld und bei Peter und Rosi Herman in Fläsch. Bei der Bundeslehranstalt für Wein und Obstbau in Klosterneuburg (Österreich) schloss er unter anderem mit dem Diplom als Ingenieur in Önologie ab.

Danach zog es ihn zurück in die Schweiz. Zu Etter nach Zug. Zu der HOWEG (Hotel- und Restaurant Lieferant) und zu Global Wine nach Zürich. Das waren gute Fundamente, um selbst einen erfolgreichen Vertrieb aufzubauen. Denn als Winzer hat man heute zwei Möglichkeiten. Man ist ein Grossbetrieb und benötigt viele Zwischenlieferanten, um seine Ware an die Kunden zu bringen. Oder man ist klein und universeller Selbstvermarkter. Letzteres trifft auf Anjan Boner zu. Auf seiner Seite stehen ihm seine Eltern Tina und Ambrosi tatkräftig bei. Bei der Arbeit, aber auch bei der moralischen Unterstützung seiner Betriebsphilosophie.

GROSSARTIGER CHARDONNAY

Das mit dem Chardonnay ist so eine Sache. Nicht nur im Bündnerland, überall in der Welt. Und es gibt wohl für jede Machart genügend Kunden. Auch für die gelben, zuweilen fast öligen Exemplare dieser Zunft. Aber auch für die «holzlosen» in dieser Sparte. Bei letzteren könnten Weininteressierte lernen, wie der Chardonnay eigentlich richtig schmeckt. In der Weinwelt ist aber schon klar, dass ein anspruchsvoller Chardonnay schon fast zwingend einen gewissen Holzsupport braucht, um seine Anlagen richtig auszuloten. Und dieses Lotmass bestimmt der Winzer.
Wenn er es richtig macht, dann schmeckt das Endprodukt so wie der 2020er Chardonnay von Anjan. Dieser kostet 34 Franken ab Weingut. Und – er ist es auf jeden Fall wert!  
 
2020 Chardonnay, Anjan Boner: Sehr blasses, brillantes Gelb. Offenes, klar ausgerichtetes, die Rebsorte klar betonendes Bouquet, Reineclauden, Golden Delicious, weisser Pfeffer. Sehr ansprechend. Im Gaumen weich, anmutig mit einer wunderschön begleitenden Röstnote, Weissbrotkruste, Mandelmilch im gebündelten Finale. Einer der besten Weissweine des Betriebes. Ich schätze diesen Chardonnay, weil er sehr ehrlich daherkommt und nicht vom Holz erschlagen wird. 18/20 trinken

DER LEADER-BLAUBUGUNDER

Mit der Deklaration «Blauburgunder» setzt Boner ein klares Kommittent zum Bündnerland. Die besten Reblagen von der Auslese werden demnächst bald 70 Jahre alt. Hier beträgt die Produktion jeweils etwa 3‘800 Flaschen. Ausgebaut wird die Auslese in ein- oder zweijährigen Fässern für jeweils etwa neun Monate.   

2018 Blauburgunder Auslese, Anjan Boner: Erstaunlich dunkles Rot mit blauen Reflexen. Dunkelfruchtiges Bouquet, Pflaumen, schwarze Kirschen, zarte Fliedernoten und ein minimer Kräuteransatz. Im Gaumen samtig, füllig mit schöne Souplesse, wahrlich burgundisch. André meinte, er schmecke irgendwie nach Beaune. Diese These kann ich unterstützen. Er schmeckt irgendwie nach recht grossem Beaune! Bravo! Jetzt erstmals genussreif mit mindestens fünf Jahren weiterer Garantie. 18/20 trinken

Wir haben den bald 40jährigen Anjan Boner als pragmatischen Winzer kennen gelernt. Einer der die Grenzen nicht auslotet, sondern durchaus Kompromisse für seine Kunden eingeht. So hat er bei den immer noch klar ausgerichteten Weissweinen die Säuren in den letzten Jahren etwas gebremst. Dies Rotweine reflektieren genau das, was man von sehr guten Bündner Weinen erwartet. Zudem sind die Qualitätsstufen mit separaten Bezeichnungen und dazu passenden Preisen klar deklariert.

Der Betriebsbericht von René Gabriel: www.bxtotal.com  / Die Weine von Anjan Boner: www.anjanboner.ch

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DONATSCH «COLLECTION PRIVÉE»

Der Pinot-Noir Privée gilt als exklusivster Pinot Noir der Schweiz! Einerseits wurde bis jetzt jeder Jahrgang von anerkannten Juroren mit Bestnoten belegt. Andererseits sind die Mengen streng limitiert. Bei der 100. Weinbörse-Auktion wurde die höchstbezahlte Flasche vom 2013er mit einem Rekordpreis von 1075 Franken zugeschlagen. Und auch der Jahrgang 2015 erreichte ein sagenhaft hohes Preisniveau. Wie stark die Gebote für den noch nicht lancierten 2018 Pinot Noir Privée von Donatsch sein werden, wissen wir erst im Frühjahr 2022, wenn eine begrenzte Menge im Auktionskatalog erscheinen wird.

André Kunz (Schweizerische Weinzeitung) hat diesen Wein bereits probiert: 2018 Malanser Pinot Noir Réserve Privée, Weingut Donatsch : Konzentriertes, komplexes, frisches, fein mineralisches, sensationelles Bouquet: Himbeeren, Walderdbeeren, Minze, frische Kräuter, Balsaholz, zart Nougat. Konzentrierter, frischer, eleganter, super Gaumen mit dichter, frischer Frucht, konzentrierter, vielfältiger Aromatik und zart cremiger Struktur. Sehr langer, dichter, feiner Abgang. 20/20 2028 – 2060. Und auch René Gabriel hatte diesen sagenhaften, wohl extrem langlebigen, charaktervollen Pinot Privée im Glas und ihn ebenfalls mit der Bezeichnung «Jahrhundertwein» taxiert.

DONATSCH «COLLECTION PRIVÉE»
In der Sechser-Originalholzkiste:
1 Flasche 2013 Pinot Noir Privée, Weingut Donatsch
2 Flaschen 2015 Pinot Noir Privée, Weingut Donatsch
3 Flaschen 2018 Pinot Noir Privée, Weingut Donatsch
OHK persönlich signiert von Martin Donatsch

Jetzt haben Sie die Möglichkeit, alle bisher produzierten Jahrgänge «en Primeur exklusiv» bei der Weinbörse zu erwerben! Und zwar als Tender Angebot. Sie bestimmen den Preis. Je höher Sie bieten, desto grösser ist die Chance, eine Kiste erwerben zu können.
Wie funktioniert dieses Tender Angebot?

Aufgrund der bisherigen Verkaufspreise für die Jahrgänge 2013 und 2015 sowie vorsichtigen Schätzungen vom 2018er kann man von einem ungefähren Marktpreis von 4'000 bis 5'500 Franken für diese limitierte Collection-Kiste ausgehen. Wir haben einen unteren Limitpreis von 2'500 Franken festgelegt. Es ist anzunehmen, dass der Zuschlag dann logischerweise «etwas höher» ausfallen wird.

Sie machen uns bis 31. Januar 2022 Angebote für eine oder mehrere Sechserkisten. Aufgrund der Gebote und den zur Verfügung stehenden Mengen wird ein Mindestverkaufspreis ermittelt. Wer zu tief bietet, geht leer aus. Wer zu hoch bietet, muss nur den durchschnittlich ermittelten Angebotspreis zahlen, auch wenn er höher geboten hat! Es werden diesmal keine Lot- und auch keine Kommissionsgebühren seitens Weinbörse verlangt. Hingegen wird zum Verkaufspreis die Mehrwertsteuer erhoben. Es gibt nur die Versandvariante. Die Kosten hierfür betragen CH 20 pro Kiste. (Kein Auslandversand unsererseits, der Transport müsste selbst organisiert werden).

Anfangs Februar erhalten Sie entweder eine Absage oder eine Rechnung. Letzere ist innert 10 Tagen zu bezahlen. Wer leer ausgeht, hat die Möglichkeit an der Frühlings-Auktion in Bad Ragaz «nachzubessern». Dort werden nochmals fünf Collection-Kisten ab Basis-Tender-Preis-Limit versteigert.

Ihr Angebot mit Klick auf: wb@weinauktion.ch  

MEIN TENDER ANGEBOT
Für eine Sechser-Kiste: DONATSCH «COLLECTION PRIVÉE»
1 Flasche 2013 Pinot Noir Privée, Weingut Donatsch
2 Flaschen 2015 Pinot Noir Privée, Weingut Donatsch
3 Flaschen 2018 Pinot Noir Privée, Weingut Donatsch
Biete ich: CHF

Bitte unten vollständige Rechnungs- und Lieferadresse angeben.
Ihr Gebot ist, sofern eine Zuteilung möglich ist, verbindlich. Es können auch mehrere Angebote zu verschiedenen Preisen Ihrerseits erfolgen …

Auf die Privée, fertig, los!
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Ihre Weine an der nächsten Auktion? www.weinboerse.ch

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QUE SENA, SENA?

Der Titel ist abgeändert. Doris Day sang damals «Que sera». (Was wird sein?). Das fragte man sich damals schon auch, also die Chilenen plötzlich ihre neuen «Super-Premium-Weine» aus dem Boden stampften, um um die Gunst der kompetitiven Weltklasse buhlten.

Schnell wurden beachtliche Wertungen erzielt und die Weine wurden gekauft und getrunken. Nicht selten mussten diese «recht bombigen Neulinge» bei Blindproben den Kopf gegen massiv teurere Sparring-Partner herhalten. Und schnitten dabei nicht schlecht ab, was wiederum für preiswerte PR sorgte. Werden diese Weine aber auch gut reifen? Wenige wissen das, denn es ist anzunehmen, dass ein riesengrosser Teil der Produktion sehr jung (zu jung) getrunken werden.

Auf alle Fälle habe ich mir von verschiedenen «Chile-Premiers» ein paar Flaschen aufbewahrt. Am Sonntagabend trinken wir meistens Spanier oder Weinflaschen welche «spanisch» sprechen. Heute entkorkte ich den 1997 Sena von Eduardo Chadwick. Die Farbe am Rand reifend, im Innern immer noch satt und sehr dunkel. Die Nase erdig mit defensiver Süsse. Sind da gar ein paar Trüffelkonturen? Das wäre ja dann eine Berechtigung das Wort «Terroir» in der Beschreibung zu verwenden. Zimt, getrockneter Rosmarin, Eucalyptus, Cassis, Holunder. Also sind – nebst Würze – auch noch gewisse Fruchtresten zu erspüren. Im Gaumen feinstoffig, gut konzentriert, stützende Säure und immer noch eine minime Adstringenz. Ein grosser Wein! Und noch etwas hat er, was mir besonders gut gefällt. Er versteckt seine Herkunft nicht und schmeckt so herrlich nach Chile! 19/20 austrinken

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HERAWINGERT 2019, EIN FÜRSTLICHER 19-PUNKTE-PINOT
 
Audienz in der Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein. Nicht gerade beim Fürsten persönlich, aber immerhin bei seiner Entourage, welche dieses historische Weingut in neue Sphären heben will. Als erstes wurden die Qualitäten in den letzten Jahren deutlich angehoben. Die Preise blieben. Nicht so gut für die Betriebskasse, aber äusserst attraktiv für jene Kunden, welche diese positive Evolution durch Einkäufe realisierten …


Rein äusserlich ist diesem, schon im Jahr 1712 durch den damaligen Fürsten Johann Adam I. erworbenen Besitz nicht viel anzumerken. Das Gebäude gleicht aussen einer klassischen Kellerei und die darin befindliche Vinothek deklariert sich generell als «zweckdienlich». Das Motto könnte vielleicht auch lauten; nur nicht auffallen. So halt im Sinne von Understatement. Wie man es sich vom Fürstenhaus selbst zuweilen auch gewohnt ist.

Wir wurden in mehreren Mails vom Betriebsleiter Stefan Tscheppe angelockt und freundlich zu einem Besuch eingeladen. Sie hätten jetzt önologische Berater aus dem Hause Derrenoncourt und die neuen Weine würden eine neue Qualitäts-Ära dieses immer schon gut geführten Betriebes einläuten.

Ich schob die Einladung immer wieder etwas hinaus. Denn – nach Liechtenstein fährt der Gabriel eigentlich nur, wenn er auf dem Weg nach Österreich ist. Da noch ein anderer Besuch in der Bündner Herrschaft anstand, kombinierten wir den Besuch und so reisten André Kunz (Schweizerische Weinzeitung) und ich am 12. Januar 2022 ins «Ländle».

Der ganze Bericht von René Gabriel: www.bxtotal.com

Eigentlich gibt es da einen «normalen Pinot Noir». Der kostet weniger als zwanzig Franken ab Hof. Aber normal ist/wäre eigentlich anders. Ein herrlich schmeckender, ehrlicher Pinot mit einem authentischen Landweintouch und trotzdem klarem Pinot-Frucht-Absender. Das sind Weine, welche man nicht zwingend prüfend bewertet, sondern ganz einfach mit extra-grossem Vergnügen trinkt.
In der Mitte des Rotweinsortimentes befindet sich der Pinot mit Namen «Bocker». Hier verkosteten wir den reichlich rustikal anmutenden Jahrgang 2018. (CH 28). Irgendwie sucht er seine genaue Orientierung im vorhandenen Angebot und scheint besonders als Essbegleiteter seine wahre  Bestimmung zu suchen.

In nächster Zeit wird dann auch noch ein neuer Super-Premiumwein mit dem Namen 2019 «Grosse Reserve» mit einer Mini-Produktion von zwei Fässern auf den Markt kommen. Der kostet dann so um die 75 Franken. Wir verkosteten eine Fassprobe und attestiertem ihm das schmeichelnde Prädikat «sanftes Pinot-Monster mit beeindruckendem Potential».

Nun aber zum aktuellen Star im Hofkellerei-Sortiment, der hatte es uns ganz besonders angetan. Glück dem Pinot-Fan, der davon ein paar Flaschen ergattern kann, denn es kamen nur 2'700 Flaschen in den freien Verkauf …

2019 Pinot Noir Herawingert Hofkellerei, Liechtenstein: (CHF 35). Mittleres, leuchtendes Rubin. Delikates, royales Bouquet, Sauerkirschen, Waldhimbeeren, Zedernduft, dominikanischer Tabak, zarte Kräuter- und Minzenoten, parfümiert und fein geschichtet. Mit einer schönen Terroir Anzeige im zweiten Ansatz. Sublimer Gaumen mit besonders feincremigem Fluss und zarten, royalen Tanninen, aromatisches, seidiges Finale. Eine Delikatesse mit Finessen und Anmut. Grosser Pinot muss tanzen. Dieser tanzt. Definitiv! Weltklasse aus Liechtenstein! 19/20 beginnen

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CHÂTEAU PAPE-CLÉMENT & COMPAGNIE
 
Wer sich mit Bordeauxweinen intensiv befasst, kommt um den Namen Bernard Magrez nicht herum. Auf seiner Webseite wirbt er für seine Schlösser Château Pape-Clément, Château La Tour Carnet, Château Magrez-Fombrauge, Château Fombrauge und Clos Haut Peyraguey mit dem Slogan «Compositeur des vin rares». So richtig rar sind seine Weine im Markt eigentlich gar nicht. Dafür sehr beliebt! Der Grund dafür; das Qualitätsniveau ist zuverlässig hoch und die Verkaufspreise sind zuweilen nicht nur attraktiv, sondern recht günstig.

Auf seiner stark auf ihn personalisierten Webseite https://bernard-magrez.com verrät er auch, dass seine Bordelaiser Weine eigentlich zuweilen nur als Aushängeschild dienen. Denn, der umtriebige im Jahr 1936 geborene, französische Weinmagnat engagiert sich auch ausserhalb der «Grande Nation» … Er ist auch einer der wenigen der die Hospitalität in Form von einem breiten Angebot von «Oenotourisme» konkret ausgebaut hat und individuelle Verkostungen  mit verschiedenen Packages anbietet. Man kann sogar auf Château Pape-Clément eines der historischen Zimmer für seinen «Séjour Bordelais» buchen. Und als ob es mit Wein noch nicht genug wäre, betreibt er auch Gastronomie und Hotellerie. An der Rue Labottiere 10 in Bordeaux befindet sich das Fünfsterne Hotel «La Grande Maison de Bernard Magrez».


In diesem Artikel geht es jetzt in erster Linie um die Bordeauxweine des Monsieur Magrez. Und um seinen Sohn Philippe Magrez, welcher im Familienclan heute geschäftlich zu den Leadern gehört. Er reiste am Montag, 10. Januar 2022 extra für eine Präsentation in die Schweiz. Genauer gesagt nach Sempach-Station, ins Gasthaus Sempacherhof.

Dort hatte ich am Nachmittag die fast hundert Flaschen entkapselt, entkorkt, auf Korkfehler geprüft und für den Wine&Dine-Abend «einschenkfertig» bereitgestellt. Hanspeter Müller (Bild) leistete am Sonntag Vorarbeit und stellte schon mal alle Flaschen brav hin.





ERSTE ERNTE 1880

Begonnen hatte dieser Magrez Besitz im «hohen Norden» des Médocs mit 15 Hektar. Heute sind es deren 40. Mit rund 60% Merlot im Blend ist die Komposition für einen Wein aus dem linken Gironde-Ufer eher atypisch. Dafür zeigt er viel Charme und ist auch früher zugänglich. Auf dem Etikett steht auch «Premiere Vendange 1880». Damit wird angezeigt, dass es sich um ein altes Weingut handelt. Viele heute sehr bekannte, aber leider nicht klassierte Crus entstanden viel später. Nicht klassiert sind diese oft qualitativ hochstehenden Weingüter, weil das Klassement ja bereits 1855 entstand …
    
2016 Château Les Grandes Chênes, Médoc:  Ein grossartiger Weinwert – unter zwanzig Franken zu haben! 17/20 warten





Kleiner Jahrgang, tolle Menschen. Zwei 1963er unter sich. Philippe Magrez & Karin Gabriel.











BEREITS BEI DER FASSPROBE: 20/20!

2015 Château Papé Clément, Pessac Léognan: Fassprobe April 2016: 50 % Cabernet Sauvignon, 47 % Merlot, 2 % Petit Verdot, 1 % Cabernet Franc.  Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Extrem schwarzbeerig mit Lakritze, vielen Edelhölzern, Rauchnuancen, Guinness-Biermalz und Black Currant im ersten Ansatz. Nach ein paar Minuten kommt eine feine Zimtnuance zum Tragen, Heidelbeerenmark und Tahiti-Vanilleschote. Das Aromenpaket ist in sich gekehrt und bleibt noch etwas im Innern obwohl der Wein auch verschwenderische Ansätze zeigt. Ausgeglichene, royale Adstringenz aufweisend, cremiges Extrakt mit massiver, aber nicht überladener Konzentration, bleibt blaubeerig und hat in sich eine nicht erklärbare Faszination. Trotz der absolut modernen Vinifikation bleibt er irgendwie klassisch. Nach dem Spucken blieb er minutenlang im Gaumen zurück. Und mir blieb dabei förmlich die Spucke weg. Das war mein grösster Pape-Clément als Fassmuster.  Fünf Mal verkostet. Er ist momentan der beste Pessac-Léognan. Mit der berechenbaren Gefahr, dass ihn Haut-Brion oder Mission einmal ein- möglicherweise überholen werden. Aber vor 20 Jahren wird dies nicht der Fall sein! 20/20 warten

2015 Château Papé Clément, Pessac Léognan: In der Mitte dunkles, etwas mattes Purpur. Geradliniges Bouquet mit einem Tanz von roten bis schwarzen Beeren, vor allem Holunder wirkt im Vordergrund, minim dropsiger und laktischer Ansatz, was dem Nasenbild eine feine Süsse verleiht, schön ausladend. Insgesamt aber leider noch nicht viel von dem herzeigend, was in seiner grossen Zukunft zu erwarten ist, aber die grossartige Komplexität ist auf jeden Fall da. Im Gaumen saftig und lang, die Säure ist schon wunderschön eingebunden und die perfekten Gerbstoffe ebenso. Ein sehr homogener, schon fast sublimer Wein mit dramatisch viel Charme. Hat mich als Fassprobe schon gewaltig beeindruckt und jetzt sind all meine Erwartungen in der Flasche erfüllt worden. Power und Finesse in Einem. So wie man es eigentlich nur von den Premier-Crus zwingend verlangt. Es ist kein Verbrechen ihn jetzt schon zu degustieren. Es kann aber ein «Verbrechen» sein, diesen Wein nicht im Keller zu haben und sich Bordeaux-Freak zu nennen! 20/20 warten




JÜNGSTE MAGREZ-AQUISITION

Im Jahr 2012 erwarb Bernard Magrez dieses 8.5 Hektar kleine Weingut im Sauternais. Als erste Amtshandlung reduzierte er den Rebenbestand auf die allerbesten Lagen und avisiert heute eine jährliche Produktion von maximal 10'000 Flaschen. Die Reben liegen alle auf einer Hügelkuppe und der stetige Wind sorgt für eine gute Säurebildung und auch für eine saftige und frische, bekömmliche Note.

2010 Château Clos Haut Peyraguey, Sauternes: Mittleres Gelb. Offenes, floral-fruchtiges Bouquet, Karambole, Mirabellen, weisser Pfirsich und elegant-süsse Anflüge von Akazienhonig. Im Gaumen saftig, tänzelnd und elegant. Da nimmt Mann gerne einen zweiten Schluck! 18/20 trinken.


DAS WAREN DIE WEINE DES ABENDS

2018 Le Clémentin de Pape Clément blanc
2016 Château Les Grandes Chênes, Médoc
2015 Château La Tour-Carnet, Haut Médoc
2018 Château Fombrauge, Saint Emilion Grand Cru Classé
2015 Château Magrez-Fombrauge, Saint Emilion Grand Cru Classé
2015 Château Papé Clément, Pessac Léognan
2016 Château Papé Clément, Pessac Léognan
2001 Château Papé Clément, Pessac Léognan
2003 Château Papé Clément, Pessac Léognan
2010 Château Clos Haut Peyraguey, Sauternes

Der grosse Erlebnisbericht von René Gabriel: www.bxtotal.com


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VIEL RAUCH UM LAFITE-ROTHSCHILD
 
Es gibt da so eine Redewendung. Die heisst; «viel Rauch um Nichts». Das wäre praktisch das Gegenteil des gewählten Titels. Denn – an diesem Sonntagmittag ging es nicht um Nichts, sondern um ziemlich viel …

Nämlich um eine Jéroboam 1989 Château Lafite-Rothschild. Das sind satte, gut gereifte  fünf Liter Premier-Grand-Cru aus Pauillac. Geerntet vor rund 33 Jahren und mittlerweile ziemlich genau seit 30 Jahren in der grossen Flasche schlummernd.

Im obigen Titel geht es aber auch im «Rauch». Genauer gesagt um zwei Brüder mit demselben Familiennamen. Pepi (Josef) und Martin Rauch erwarben diese Grossflasche damals, just nach Auslieferung der Subskriptionen zu einem Preis von 950 Franken. Seither warteten die beiden Rauch’s auf; a.) auf dessen Reife und b.) auf eine passende Gelegenheit.

Gelegenheiten kann man auch konstruieren. Und das kam so. Josef Rauch nahm an der grossen Verkostung von Château Lynch-Bages in Pauillac teil. So nebenbei erwähnte er die ab jetzt im Mittelpunkt stehende Lafite-Jéroboam.

André Kunz spitzte seine Ohren und roch Lunte: «Da könnte Mann doch was machen. Wenn meine Weinfreunde je eine Flasche Lafite mitbringen, sollte doch eine solche Grossflasche locker zu schaffen sein».
Gabriel hörte mit und mailte ein paar Tage später seine persönliche «Lafite-Offerte», verbunden mit einem möglichen Datum.  

Nochmals ein paar Tage später folgte bereits die offizielle «Lafite-Mitbring-Einladung» seitens Kunz und der Sonntag, 9. Januar 2022 war gefixt.

Somit reisten die beiden Gebrüder Rauch als partielle Gastgeber an. Paolo Cattaneo kam mit einem 1955 Lafite. Gabriel offerierte den 1959er. Max Gerstl grapschte in seinem Keller nach einem 1982er. Verena Conte hatte den 1986er mit dabei. Philippe Buholzer vom Old Swiss House steuerte den 1990er bei. Baschi Schwander sprang für ihn als Sparringpartner ein. André Kunz hatte den 1996er im Köcher. Silvio Denz lieferte den 2000er. Jörg Studach lieferte zwei Flacons, nämlich den 2001er und den 2004er. Sven Fischer sponsorte den 2003er.   

GENIESSEN STATT BESCHREIBEN

Ab und zu trinke ich gerne Champagner. Für mich ist ein solcher Schluck weder eine Aromen- noch Bewertungssuche, sondern eher ein momentanes Glücksgefühl. Besonders wenn das Gebotene dann auch hervorragend schmeckt.

Der 2008 Brut Rosé Vintage, Louis Roederer aus der Magnum wurde von Njomza Gutaj gesponsort. Ein weicher, charmanter Rosé verbunden mit viel Trinkspass. Eine These, welche ich auch beim zweiten Schluck noch fraglos unterschreiben konnte.







1955 Château Lafite-Rothschild: Mattes, rostiges Rot, deutlich aufhellender Rand. Herrliches, fein pfeffriges Bouquet, noch viel rote Pflaumen und ein Hauch von Bündner Röteli (Süsse, Zimt, rotes Kirschenkompott. Helles Leder, dominikanischer Tabak, gibt sich ziemlich vielschichtig und noch absolut intakt. Nobler Médoc-Terroirduft. Im Gaumen immer noch sehr saftig, fein stützende Muskeln, stoffiges Extrakt, minimste Kapselspuren, endet feinaromatisch, mit mineralischem Erd-Eisenton. Sehr gut erhaltende, für sein Alter perfekte Flasche! 18/20 austrinken




ROTHSCHILD VS. ROTHSCHILD

Konkurrenz ergibt sich meistens, wenn Namensgleichheiten vorhanden sind.
So beim Pichon-Baron oder Pichon-Lalande. Und so natürlich auch bei den beiden Rothschild-Premiers. Lafite und Mouton!

Vergleichbar sind diese eigentlich schon. Denn – bei beiden handelt es sich a.) um Premier Grand Crus aus dem Pauillac. Und zudem sind; b.) die beiden direkt angrenzende Nachbarn.

Wenn man die beiden Kontrahenten aber direkt im Glas vergleicht, so können diese unterschiedlicher fast nicht sein. Der Mouton ist so zusagen der «Elefant im Weinladen». Den Lafite könnte man als das «scheue Reh zwischen den Reben» bezeichnen.
Würde man diesen Vergleich beim Jahrgang 1982 anstellen, so wäre die These perfekt. Beim Lafite ist «Diskretion zugesichert». Er kommt zaghaft aus dem Glas und man muss seine Konversation suchen, um mit ihm Eins werden.  (Unten im Bild: Sponsor Max)
 
1982 Château Lafite-Rothschild:
Immer noch recht dunkles Weinrot, wenig Reifetöne, minim aufhellender Rand aussen. Delikates, nicht aufdringliches Bouquet. Will heissen; man muss dem Wein entgegengehen. Nach und nach setzt er Aromen duftigen frei. Unten Teernuancen, Sommertrüffel, dann pflaumige Fruchtnoten, Damassine, Earl-Grey und Assam-Nuancen. Generell absolut nobel und irgendwie auch erhaben in seiner Grösse mit gleichzeitiger Bescheidenheit. Im Gaumen samtig, elegant, zart füllig und cremig. Die Tannine sind perfekt gereift und der Wein endet mit einer schon fast dramatisch anfühlenden Nonchalance. Ein Billitis-Lafite, den man noch Jahrzehntelang geniessen kann/könnte! 20/20 trinken

CHÂTEAU LAFITE MIT VIEL RAUCH

Auf dem Bild die Gebrüder Rauch. Links Josef, rechts Martin. In der Mitte, die grosszügige, fünflitrige Jéroboam vom Lafite 1989.

Ein Santé für drei Stunden …
 
1989 Château Lafite-Rothschild: Jéroboam, 5Liter! Sattes, dunkles Purpur mit minim lila Reflexen. Die extrem tiefe Farbe lag auch wohl daran, dass sich in meinem Glas ein guter Dezi befand. Dunkles Bouquet, strahlt von der ersten Sekunde an den heissen Jahrgang aus. Dies in Form von Korinthen, Kandis, Coulure, Rebwurzholznoten, Brazil-Tabak, dunklen Edelhölzern und kaltem, frisch geröstetem Arabica-Kaffee. Und auch kalter Rauch ist zu ergründen. Nomen est also omen! Denn diese Flasche, welche etwas nach Rauch duftete, wurde ja schliesslich auch von den Gebrüdern Rauch angeliefert. Er geht mit jedem neuen Nasenkontakt fast noch mehr in die Tiefe. Er öffnet sich nach und nach und zeigt so sein weiteres Potential. Nach zwei Stunden duftete es nach frisch aufgeschnittenen getrockneten Feigen und kandierter Himbeerkonfit und Haselnussgebäck (Linzertrote). Im Gaumen ein Mund voll Pauillac der Sondergüte. Cremig, füllig, reich, immer noch royal adstringierend und somit eine lange, weitere Genusstrecke vorgebend. Das Finale bündelt sich und formiert sich mit viel Aromendruck mit Cassis, Damassine Pflaumen. Beim genüsslichen Schlürfen gibt er das typische, absolut geniale Lafite-Parfüm frei, welches man bei ganz grossen Jahrgängen findet. Sehr nachhaltig in seiner Retro-Olfaktion. Also auch hier! Ein besonderes Privileg diesen Wein trinken zu dürfen. Noch ein grösseres Privileg, ihn aus einen Grossflasche geniessen zu dürfen und sich dabei, ein paar Mal hemmungslos nachzuschenken. 20/20 trinken



ZIEMLICH GROSSE ÜBERRASCHUNG

Er kam gut sehr weg, war irgendwie jünger wie der Lafite 2000 und er ist/wäre fast halb so teuer. Zudem weiss man beim 2001er genau was man im Glas hat. Nämlich einen gross-artigen, immer noch lagerfähigen Bordeaux der Sonderklasse. Klar ist der Preis mit rund 800 Franken schon lange kein Schnäppchen mehr. Die Genuss-Garantie, welche hinter diesem Wein steckt, scheint nahezu beispiellos.


Der grosse Gabriel-Genussbericht auf sieben PDF-Seiten ...











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WAS BRINGT DAS JAHR 2022?

Im späten Frühling, genauer gesagt Anfangs Mai, werde ich die erste AHV-Rente erhalten. So Gott will. Und wie lange dies der Fall sein wird, weiss ich heute noch nicht. Vielleicht werde ich es selbst nie erfahren, wenn diese Zahlungen dereinst gestoppt werden. Einerseits freue ich mich auf diese Zeit. Andererseits begegne ich der offiziellen Pension mit Respekt, aber auch einer gewissen Angst. Denn – statistisch gesehen – hat diese letzte Phase noch niemand überlebt.

Da ich ab und zu auf meine weiteren vinösen Tätigkeiten angesprochen werde, tue ich hier kund, wie ich meine nächsten Jahre so in etwa angehen will/möchte …

Weingabriel GmbH: Weinevents finden weiterhin statt, wenn auch in reduzierter Form. Vielleicht gestalte ich diese etwas weniger populär, respektive etwas exklusiver. Das Problem ist, dass ich einerseits meinen Kellerbestand mit Verkostungen reduzieren möchte. Andererseits befinden sich nicht wirklich wahnsinnig viel günstige Bouteillen im alarmgesicherten Keller. Einen Weinverkauf in grösserem Umfang plane ich nicht. Ich finde es – nicht ganz unegoistisch gesehen – viel schöner Weine an Proben zu «verkaufen» und gleichzeitig auch mitzutrinken. Nicht wenige, etwas grössere Positionen, habe ich mir als «siebte Säule» angelegt. Will heissen, das sind nicht nur Kisten nach dem Motto: «Kluger Rat - Notvorrat», sondern auch langfristige Kapitalanlagen. Die scheinen mir im Keller attraktiver und spannender als das Geld auf einem Bankkonto mit androhenden Negativzins zu «lagern». www.weingabriel.ch

Gabriel-Glas: Da wirke ich eher passiv, respektive als Gallionsfigur und Promotor. In der Schweiz dirigiert meine Frau Karin mit ihrem Familien-Team äussert erfolgreich das stetig wachsende Business. Und im Hauptgeschäft in Hallein, führt Alfred Herlbauer seit nunmehr bald 12 Jahren das boomende Geschäft (wir sind aktuell in über 45 Ländern vertreten!) mit seiner tolle Crew. Leider hat sich mit der Pandemie auch ein gewisser Produktionsengpass ergeben. Einerseits wegen der deutlich vergrösserten Nachfrage. Andererseits wegen «Beschaffungsmangels». Hier möchte ich zukünftig vermehrt unsere Importeure besuchen und kennenlernen. Mich für die gute Zusammenarbeit bedanken, falls Reisetätigkeiten überhaupt möglich sind. www.gabriel-glas.com

Weinbörse GmbH: Hier bin ich bereits kürzergetreten und habe meine Anteile an die anderen Partner verkauft. Ich bleibe aber Ambassadeur, Berater und werde noch ein paar Jahre den Auktionshammer schwingen. www.weinboerse.ch

Webseite bxtotal.com: Noch immer loggen sich fast tausend Abonnenten auf dieser Plattform ein. Im Jahr 2021 habe ich 57-PDF-Artikel verfasst. Dies mit einem geschätzten 450-Seitenumfang. Jede neue Weinprobe ergibt auch wieder eine neue Story und viele Degustationsnotizen für die Suchmaschine. Seit ein paar Jahren sind auch die Bewertungen von André Kunz auf einer separaten Plattform einsichtbar. Ein paar Jahre machen wir das noch in dieser Form. Das mögliche Ende oder ein allfälliger Verkauf dieser Homepage wird aber irgendwann Realität sein. www.bxtotal.com

Immobilien: Seit rund dreissig Jahren habe ich mir ab und zu eine Wohnung gekauft. Mit einer Teilauszahlung der Pensionskassengeldern habe ich Ende 2020 eine Immobilienfirma mit dem Namen ALLGA-IMMO GmbH gegründet und ein paar weitere Objekte erworben. Aus steuerlichen und erblichen Gründen werde ich ältere, bisherige Immobilien dort drin integrieren. Die Vermietungen und Verwaltungen mache ich seit jeher selbst und beabsichtige dies auch weiterhin zu tun. www.allga.ch

Das Leben ist schön und bleibt hoffentlich auch noch eine gute Zeit so. An dieser Stelle bedanke ich mich bei meiner geliebten Karin, meiner tollen Familie, Verwandten, Freunden, Kunden, Interessenten u.s.w.
Ein sehr guter Freund von mir sagte einmal konsterniert: «Erfolg ohne Freunde ist Scheisse!». Genau so ist es. Eine solche Situation ist mir, Dank Euch allen, glücklicherweise erspart geblieben. Immer auf der Suche von einem hohen Mass an Zufriedenheit!

Auf ein zufriedenes, erfolgreiches 2022 für Euch Alle. Alles Gute aus Eschenbach!

René / René Gabriel

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