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WAS SO ALLES PASSIERTE IM JAHR 2022 ...

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1888 RIGI KIRSCH

Mit einer Pipette eine Bonsai Menge ins Gabriel Gold Glas. Hat aber gereicht, um im 7. Kirschhimmel zu sein. Ein ehrfürchtiger Moment eines Methusalem-Elixirs. Als ich den Text beendete, parfümierte dieses 134jährige Destillat immer noch meinen verwöhnten Gaumen. 20/20
Danke Lukas Fassbind www.kirschstrasse.ch



P.S. Eine Flasche von diesem Kirsch wird demnächst versteigert. Könnte der teuerste Kirsch der Geschichte werden ...

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GROSSARTIGER THEMENABEND

Wer keinen roten Faden hat soll keinen faden Roten trinken. So heisst ein Moto. Auch wir hatten ein Motto. Doch welches Motto war es wohl? Man muss lange hinschauen, um eine wirkliche Gemeinsamkeit zu finden. Jeder hatte einfach einen tollen Wein beigesteuert für unseren montäglichen Themenabend. Zuvor wurde nichts hinsichtlich der mitzubringenden Weine abgesprochen.

So wusste niemand, was der andere wohl mitnehmen würde. Und trotzdem passte jedes einzelne Mitbringsel perfekt zur Vorgabe. Haben Sie das Foto genau angeschaut und den gemeinsamen Nenner gefunden?

Wenn nicht, verrate ich Ihnen jetzt und hier unser Motto: Magnumflaschen!

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BORDEAUX 1990: MEHR SAFT ALS KRAFT
 
Der Bordeaux Jahrgang 1990 ist noch recht gut im Saft. Dass er im Verhältnis zu eben diesem etwas weniger Kraft aufweist, liegt daran, dass es eine «grosse Ernte» war. Wenn bei den heutigen Ernten die Messlatte oft unter einem Ertrag von fünfzig Hektoliter pro Hektare liegt, so lag dieser beim 1990er höher. Wesentlich höher. Zum Teil sehr viel höher …

Warum Bordeaux 1990 trotzdem früher und auch heute noch in die Gunst vieler Weinliebhaber gelangte? Die Weine waren durch deren intensive Fruchtphase bei sehr angenehmen Tanninen früh zugänglich. Durch deren Balance blieben die Weine bis heute harmonisch. Die Evolution fand ohne grosse Kapriolen statt. Will heissen; nur wenige Crus verschlossen sich und ganz viel waren über die ganze Zeit während der Flaschenreife ein riesengrosses Vergnügen.

Hinzu kam, dass die 1990er nach dem damals sehr teuren 1989er mit wesentlich tieferem Preis auf den Markt kamen. Durch deren Produktionsmenge war die Verfügbarkeit über viele Jahre sehr gross und so stiegen die Marktpreise in der Folge nur gemächlich an. Erst nach den Missernten 1991, 1992, 1993 und dem zwar klassischen, aber dann doch nicht so ganz grossen 1994er entstand im Markt allmählich ein erstes Vacuum.

Der gelungene Jahrgang 1995 lancierten die Winzer fast zum selben Preisniveau wie den Jahrgang 1989. Somit waren die mittlerweile sehr beliebten 1990er Bordeaux’ erst (noch) günstiger als die 1995er. Somit war es logisch, dass die Marktpreise anzogen.
Gegen das Jahr 2000 lagen die Marktpreise so hoch, dass manch einer, der die 1990er sehr günstig in Subskription erwarb, diese bei Brokern und auf Auktionen «versilberte».

Somit stieg das generelle Angebot für einen kurzen Moment und die Preise stagnierten ein zweites Mal. Wenn auch bereits auf einem wesentlich höheren Niveau.

Glück dem, der den 1990 Château Montrose damals für weniger als 30 Franken in der Subskription kaufte. Nach den 100 Parker Punkten für diesen bisher lethargischen Saint-Estèphe explodierte der Preis. Heute muss man dafür mehr als 800 Franken hinlegen!




Im ersten Akt lag Sociando-Mallet mit 19/20 weit vorne. Alle anderen waren aber auch recht gross, respektive noch gut zu trinken.










1990 Château Pape-Clément, Pessac-Léognan: Immer noch recht dunkel in der Mitte, gegen aussen sanft aufhellend mit ziegelrotem Schimmer. Warmes, mit Korinthen und Malaga-Rosinen durchsetztes Bouquet, kalter Assam Tee, Edelhölzer und dunkle Brotkruste. Im Gaumen hoch aromatisch. Zeigt auf, dass Pessac das Potential hatte, sämtliche Traubenchargen ausreifen zu lassen. Das Finale liegt im dunklen Bereich und vermittelt dabei viel Terroir. Nicht zuletzt auch wegen seinen Trüffel- und dunklen Braziltabakkonturen. Nachkaufen würde ich ihn nicht mehr. Aber so oft wie möglich in dieser immer noch sehr attraktiven Phase geniessen. 19/20 austrinken




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SAINT-ESTEPHE-LEGENDE

1990 Château Montrose, Saint-Estèphe: Die Farbe ist satt, dicht in der Mitte und gegen aussen relativ wenig gereift. Verrücktes Bouquet, es dominieren erst die Leder – und Terroirtöne. Dies in verschwenderischer Form von Trüffel und Tabak. Dann formiert sich die Süsse mit dunklem Malz und Rosinen. Im dritten Akt legen die Kräuter zu und warme, tiefgründig ausstrahlende Komponente von hoch reifem, royalem Cabernet Sauvignon. Schliesslich mischen sich gedörrte Datteln und Stielwürznoten dazu welche an einen riesengrossen La Tâche oder auch an einen gigantischen Hermitage erinnern. Im Gaumen zeigt er brachialen Power, welcher eigentlich ganz und gar nicht zum Gesamtbild von Bordeaux 1990 passt. Legendäres, nie enden wollendes Finale. Eine sagenhafte, absolut perfekte Flasche! 20/20 trinken











TISCHWEN AUS DER JEROBOAM

Der Korken dieser Grossflasche bröselte und brach nach zwei Dritteln ab. So nahm ich für den Rest zwei Korkenspiralen und schaffte es dann nach dem Motto; «doppelt gemoppelt».
 
1990 Château Lagrange, Saint-Julien: Jéroboam. Fünfliter-Flasche. Recht dunkles Weinrot, aussen mit rostbraunem, feinem Rand. Deutlich rosiniges Bouquet gepaart mit weiteren Dörrfrüchten. Biermalznote und kalte Schwarzbrotkruste. Im zweiten Ansatz wurde er noch süsser uns zeigte Birnel (eingedickter Birnensaft). Herrlich saftiger Gaumen, feine Schwarztee-Bitternoten, Korinthen, Teer und deutlich die Reife des Jahrganges ausstrahlend. Dies wohl durch ein paar überreife Chargen vom Merlot. Schmeckt wie ganz grosser Bordeaux von früher. Dieser sonst sehr reife Lagrange hat hier wohl eindeutig vom Grossflaschen Bonus profitiert. Hat richtig viel – und wegen seiner vorhandenen Menge – sehr lange Spass bereitet. 19/20 trinken

1990 Château Caillou Private Cuvée, Barsac: Mittleres Gold mit orangen Reflexen. Intensives Dörraprikosen Bouquet, Goldmelisse, weisser Pfeffer, zu Kopf steigend. Im Gaumen sehr süss, feine Noten von Bitterorangen Marmelade, mittelmalziges, recht langes Finale. Grossartiger Barsac in volle Reife. Und das noch lange. 19/20 trinken

1990 Château Rabaud-Promis, Sauternes: Transparent leuchtendes Orange-Gold. Hellrosiniges Bouquet, Mailänderli Gebäck, Blütenhonig, ein Hauch von Vanillin. Im Gaumen weich, schmelzige Textur, schön eingebundene Säure, endet mit noblen Spuren von Bittermandel. Ein reicher Sauternes, dem man sich etwas mehr Nerv wünschen würde. 18/20 trinken

1990 Château Doisy-Daëne, Barsac: Magnum. Brillantes Gelb mit viel goldenem Schimmer. Süsswürziges, mineralisches Bouquet, fein gefächerte Botrytis. Reife Früchte in Form von Mirabellen, Kaki, brasilianischer Mango und Spuren von Passionsfrucht. Ein wunderbares Barsac-Parfüm. Im Gaumen ein süsser, harmonischer Weintraum, seine vielseitigen, bis exotischen Früchte wiederholen sich. Die bisher degustierten Magnumflaschen von diesem Wein zeigten sich unterschiedlich. Das war mit Abstand das beste Exemplar. 19/20 trinken



Der grosse PDF-Bericht von René Gabriel, illustriert mit Geschichten und Bewertungen: www.bxtotal.com

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CHATEAU FERRIERE: KLEINER CRU – GROSSE FREUDE
 
Die Appellation Margaux gehört mit 1400 Hektar zu den grössten Weinbaugemeinden im Médoc. Mit nur 24 Hektar ist Château Ferrière der kleinste Margaux Grand Cru. Sein Anteil innerhalb dieser Appellation beträgt lediglich 1,171428571 Prozent. Wichtig ist aber nicht die Grösse des Weingutes, sondern die Grösse des Weines.

Bei unserem Tasting am 24. Mai 2022 entkorkten wir im Löwen Eschenbach 20 Jahrgänge mit einer Spannweite von hundert Jahren (1919 bis 2019). Die jüngeren Flaschen stammten vom Weingut direkt, ein grosser Teil befand sich bereits in meinem Keller.

Ein paar ältere Jahrgänge trug ich im Markt zusammen. Was nicht ganz einfach war, denn Château Ferrière ist zwar relativ günstig, aber leider – nicht zuletzt wegen seiner kleinen Produktionsmenge – im Markt oft ziemlich beschränkt verfügbar.

Mit der Besitzerfamilie war ich seit meiner Tätigkeit als Mövenpick Weineinkäufer immer sehr verbunden. Zu Beginn durfte ich den Bordeauxhändler Jacques Merlaut kennenlernen. Dies bei recht vielen Einladungen auf Château Chasse-Spleen.
Er war der Vater von Bernadette Villars, welche damals die Weingüter der Taillan Gruppe führte.

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DIREKT AUS DEM KUBATZ KELLER

Der pensionierte Mövenpick Kollege meldete sich für die Ferrière-Probe an und lieferte auch gleich den noch fehlenden 2003er …  

2003 Château Ferrière: Das Granat hellt gegen den Rand deutlich auf und zeigt einen minimen, ziegelroten Schimmer. Der erste Ansatz gibt sich trocken-süss. Süssholz, Zedernduft, heller Tabak, dann aber auch zart rosinig, getrocknete Preiselbeeren und ein zarter Hauch von Honig. Er scheint auch erste Terroirnoten vermitteln zu wollen. Dies in Form von Hirschleder und frischen Eierschwämmli. Im Gaumen wirken die Tannine zuerst sehr trocken, feinkörnig, gar etwas mehlig, das Finale dezent spröde. Mit Luftzutritt macht er sich aber, bleibt dabei recht streng, zeigt aber auch Kraft. Beim Publikum kam er noch besser an wie bei mir.  
17/20 trinken


2005 Château Ferrière: Immer noch sehr dunkles Granat mit purpurnem Schimmer. Nobles Bouquet, feingliederig, kompakt, würzig, fruchtig mit einem zarten Hauch von Vanillin, welches aus dem Innern emporsteigt. Blind hätte ich hier wohl auf einen Chambertin getippt. Dies ist aber bei grossen Margaux nicht unselten der Fall. Im Gaumen geradlinig, lang, harmonisch mit wunderschön begleitenden Tanninen. Die königliche Frucht ist tendenziell rotbeerig und zieht sich bis zum langen Finale durch. Ein grosser Ferrière, den man jetzt und noch 30 Jahre lang geniessen kann. Leider ist dieser Wein im Markt schon längst verschwunden. 19/20 trinken   




2019; DER JÜNGSTE IM MARKT

Claire Villars schickte mir eine Flasche zu. Denn er kommt er just jetzt auf den Markt. Also hatten wir ihn bereits im Glas …

2019 Château Ferrière: 70% Cabernet Sauvignon, 25% Merlot, 5% Petit Verdot. Recht dunkles Purpur mit lila Schimmer am Rand. Tolles, intensives Fruchtbouquet, Weichseln, schwarze Kirschen, Brombeeren und minime Spuren von Cassis. Im zweiten Ansatz; Fliedernoten und Holunderblüten. Wie viele andere 2019er gibt er sich im Moment erstaunlich zugänglich. Im Gaumen samtig, hoch feine Tannine, seidige Textur und sagenhaft ausgeglichen, auch im Finale strahlt er eine bisher nie angetroffene Harmonie aus. Der bisher beste Ferrière in seiner Geschichte! Wenn das mal keine Kaufempfehlung ist! Vinorama.ch bietet ihn für 34 Franken an. Leider gibt es dort aktuell nur noch ein Dutzend Flaschen. First come – first serve! 19/20 warten

Die grosste Ferière-Vertikale mit vielen Geschichten: www.bxtotal.com 

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SENSATIONELLE SÜSSWEINTRÄUME


 
«Träum süss!», das hat mir meine Mutter oft gewünscht, wenn ich im Bett lag und sie sich von mir verabschiedete. Damals war ich logischerweise viel jünger. Heute träume ich manchmal mit Süssweinträumen. Solche gibt es in ganz vielen Weinregionen dieser Welt. Auch in Ungarn. Tokajer habe ich bisher in meinem Leben relativ wenig getrunken. Jetzt kam ich zum Handkuss meiner eindrücklichsten Erlebnisse mit dieser leider vernachlässigten Kategorie. Und erst noch mit zwei Weinen aus meinem Geburtsjahr …

Wir trafen uns Mitte Mai in Bad Ragaz. Unsere Gruppe nennt sich «Weinfreunde Europa». Jeder ist – in abwechselnder Reihenfolge – für ein Wochenende der Gastgeber. Die anderen Weinfreunde reisen auf eigene Kosten an und bezahlen nur das Hotelzimmer. Den Rest der Zeche, also alle Essen, Weine und Transporte übernimmt der Gastgeber. Diesmal traf es Weinfreund Jürg.

Erst sorgte er – als Auftakt – für eine ganz persönliche Audienz beim Starwinzer ohne Allüren; Daniel Gantenbein in Fläsch.
Danach dinierten wir im Rössli in Bad Ragaz. Am Samstagmittag klopften wir an die Kellertüre bei Martin Donatsch und assen danach auf der sonnigen Ochsen Terrasse Bündner Spezialitäten.

Der Schlussabend fand bei Roger Kalberer im Schlüssel Mels statt. Zur ersten Vorspeise nahm Jürg zwei Raritäten aus Tokaj mit. Einen 6 Puttonyos und eine Esszencia. Die Farben beide im dunkelgoldbraunen Bereich mit Bernsteinreflexen. Das Nasenbild vom 6 Puttonyos vollsüss, jenes der Esszencia noch komplexer, vielleicht momentan gar etwas zurückhaltender. Während der Puttonyos wunderschön obercremig über die Zunge glitt, kam die Esszencia schon fast ölig bis zähflüssig daher. Dafür war diese dann minutenlang präsent im schier unendlichen Nachklang. Und die Aromen waren mit den besten Rosinenarten der Welt verpackt, ergänzt durch weitere Dörrfrüchte. Das Wichtigste; die kräftigen Säuren stützten perfekt den Balance Akt.

Für mich waren diese beiden Tokajer-Raritäten emphatische Jahrhundertsüssweinerlebnisse im Doppelpack.         

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BORDEAUX 1982 & CO: DAUERGENUSS, SEIT VIERZIG JAHREN

Als der Bordeauxjahrgang 1982 geerntet wurde, war der Gabriel genau 25 Jahre alt. Als diese grosse Weinverkostung im Welschland über die Runden ging, war er exakt 65 Jahre alt. Das Finale fand nämlich genau an seinem Geburtstag, dem Samstag, 23. April 2022 in Avenches statt.

Dies ergibt eine rechnerische Differenz von genau vierzig Jahren. Leider war ich damals mit meinem Bordeaux Fanatismus noch nicht so weit. Somit verpasste ich diesen «Everybody’s Darling Vintage» in dessen Geburtsstunde. Aber, ich kann mich sehr gut an diverse Arrivagen erinnern. Bei recht vielen Gelegenheiten verkosteten wir den Bordeaux 1982 direkt nach der Auslieferung.

Und – entschuldigen Sie mir die vielleicht etwas unflätige Bezeichnung; «Das Zeugs war im wahrsten Sinne der Wortes megageil».
Ich kann mich nicht erinnern, dass in späterer Folge ein anderes Bordeauxjahr so viel explosive Frucht ablieferte und gleichzeitig von derartig feinen Tanninen begleitet wurde.

So ist es anzunehmen, dass ganz viele Crus von in deren Jugendphase entkorkt und hemmungslos ausgetrunken wurden.
Im Jahr 1986 betrieb ich das Restaurant Kreuz in Sempach. Ich war betätigte mich als eifriger Promoter vom 1982er welcher damals «en masse» bei den Weinhändlern verfügbar war.

Zwar galt damals noch, dass Bordeauxweine erst lange gelagert werden müssen, bevor man diese geniessen konnte. Aber jedem Gast, den ich zu einem 1982er überreden konnte, wurde fast automatisch ebenso süchtig wie ich.

POYFERRE AB INS ESSIGFASS
DUCRU ANSTATT IM GABRIEL-GLAS


Als ich den Korken vom Léoville-Poyferré herausziehen wollte, bemerkte ich, dass dieser ziemlich lose in der Flasche war.

Als ich ihn dann herauszog, war er zu drei Viertel schwarz und modrig. Der Wein selbst war dann in der Folge auch kaputt. Also musste Ersatz her.

Ich fand ihn in derselben Appellation mit dem Ducru-Beaucaillou. Dieser war eigentlich für eine andere, spätere Probe vorgesehen.  




UNGLAUBLICH VIEL DEPOT

Um möglichst viel vom trüben Wein zurück zu gewinnen, entschloss ich mich, das dicke Depot vom Gruaud-Larose durch einen Glas-Partikelfilter tröpfeln zu lassen.
 
1982 Château Gruaud-Larose, Saint-Julien: Magnum. Mittleres Granat mit rostigen Reflexen, aussen aufhellend. Berauschendes Bouquet mit Küchenkräutern, Kapernblüten, Rosinen, Zedern und hellem Malz, gefolgt von Leder und Tabak à gogo. Er zeigt seine Appellation und den grossen Jahrgang nasal in voller Form. Im Gaumen reif, feinfleischig, aromatisch mit letzter, stützender Adstringenz. Sein Körper ist wohl geformt und sagenhaft balanciert. Gehört für mich zu den wenigen Legenden dieses wunderschön gereiften Jahrganges. 20/20 trinken   








1982 Château La Gaffelière, Saint-Emilion: Mitteldunkles Restgranat mit bräunlichem Schimmer. Erdiges, trocken anmutendes, barockes Bouquet welches einen gewissen Tiefgang anzeigt. Im zweiten Ansatz nasse Baumrinde, dunkles Leder, Brazil Tabak. Er kommt nur ganz zaghaft aus sich heraus. Im Gaumen überrascht er mit seiner Konzentration, seinem fleischigen Extrakt, seinen Kräuternoten und einer Süsse, welche mit dunklem Caramel unterlegt ist, aromatischer Nachklang. Wirkt vielleicht insgesamt etwas burschikos, das passt aber hervorragend zu ihm. 18/20 trinken  





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GROSSES SAMSTAG-FINALE IN AVENCHES
 
Es war ein besonderes Datum. Zumindest für mich. Denn, ich konnte an diesem finalen Verkostungstag meinen 65igsten Geburtstag und somit den Eintritt in das androhende Pensionsdasein mit unseren Weinfreunden feiern.

DER PREIS ALS BEWEIS

Weil die beiden Crus fast gleich heissen, direkte Nachbarn sind und sich auch im selben Besitz befinden, gelten Mission und Haut-Brion
Automatisch als ständige Sparring-Partner.

Also stellt sich somit in der Regel immer die Frage, welcher der beiden besser sei. Diesmal erklärt der Marktpreis die Antwort. Mission kostet aktuell rund 400 Franken mehr …






SPIELVERDERBER MOUTON

Aufgrund meiner früheren Erfahrungen mit dem Mouton-Rothschild muss man annehmen, dass es leider mindestens zwei verschiedene Abfüllungen gibt.

Als er frisch auf den Markt kam, kostete er um die 75 Franken. Und er war in seiner exorbitanten Fruchtphase bombastisch. So wie viele andere 1982er auch.

Leider war unser Mouton nicht bombastisch, sondern kaputt. Dies, trotz gutem Füllniveau …  



DANIEL’S LIEBLING

Weinfreund Daniel, geboren im Jahr 1982, grabschte sich ganz spontan die Magnum vom Château Lynch-Bages, als er nach seinem Lieblingswein gefragt wurde.

1982 Château Lynch-Bages, Pauillac: Magnum. Immer noch sehr dunkel, nur am Rand minim ziegelrote Reifetöne. Die Nase zeigt viel schwarze Frucht, Bakelit, Black Currant, frisch zerdrückte Pfefferkörner und kalifornische Backpflaumen. Ein Mund voll Pauillac im Gaumen, fleischig, reich und mit schon fast cremig anmutenden Tanninen unterwegs, geniale, fast katapultartiges Finish. Das war eine sagenhafte Sensations-Magnum! Dieser sanfte Monster-Pauillac trinkt sich fast wie von selbst. 19/20 trinken


1982 CHÂTEAU PETRUS


1982 Château Pétrus, Pomerol: Gereiftes Granat mit ziegelrotem Rand. Kompottiges Bouquet. Nicht schwer oder pappig, sondern mit einer faszinierenden Merlot Süsse in Form von Erdbeerengelee, dahinter Kräuter, unten gefüllt mit Malz und dunklem Caramel. Insgesamt wirkt er gefährlich reif. Er kann auch nicht eine fraglose Pomerol-Überlegenheit dokumentieren. Im Gaumen kommt er rüber wie eine Chambertin von Rousseau, weich, charmant, eine sublime Fülle zeigend, gegen das Finale wird er schokoladig und zeigt herrliche Pralinenkonturen. Ein grosser Wein. Ein sehr teurer Wein. Einen den man in eine Degustation einbaut, dann zittert und heilfroh ist, dass die Flasche erstens authentisch rüberkommt, zweitens nicht korkt und drittens auch nicht oxidiert ist. Da kann dann jeder behaupten, dass er den 1982er Pétrus mal getrunken hat. Und wenn er ehrlich ist, dann wird er erwähnen, dass andere viel günstiger Pomerols in dieser Serie genau gleich viel Freude bereitet haben. Oder vielleicht auch noch etwas mehr? 18/20 austrinken

P.S. Der Preis im Netz liegt akutell so um CHF 5000!






EINE MAGNUM IN BASEL

Just eine Woche nach unserer 1982er Probe am Bielersee hatte ich den gleichen Wein in Basel aus einer Magnum in Glas. Da mir dieser noch besser gefiel, hier dessen Verkostungsnotiz. Und mit dem Foto vom Metzerlen Dessert …

1982 Château d'Yquem, Sauternes: Magnum. Orange-goldene Farbe. Offenes Bouquet mit einer fein pfeffrigen, parfümierten Botrytis, sehr vielschichtig mit kandiertem Honig, frisch geröstete Kirmesmandeln, Curcuma, hellen Aprikosen und einer Nuance Safran. Im Gaumen tänzerisch, die Süsse ist fein abgestimmt mit der perfekt balancierenden Säure. Im aromatischen Finale ist er zart buttrig mit Creme brulée Aromen. 19/20 trinken


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GABRIEL = BORDEAUXPAPST?

Als ganz spezielles Geburtstagsgeschenk brachte ein deutscher Weinfreund eine Mitra mit. Machte sich gut auf meinem Kopf.

Gibt man den Begriff «Bordeauxpapst» im Google ein, so steht der René Gabriel bei den ersten Treffern ganz oben. So ernst habe ich es mit dem Titel aber nie gemeint. Man hat mir diesen Begriff vor vielen Jahren bei einem Interview mit der Sonntag Zeitung angedichtet. Seither haftet er halt an meinem Namen.

P.S. Papst Benedict hat übrigens vor zwei Jahren auf seinem Residenzsitz in Castel Candolfo wieder Wein anbauen lassen.  


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MUT ZUM SCHWEINEKOTELETT 

Das Restaurant des Bains in Avenches ist bei Gault & Millau hoch im Kurs. Johann Stauffacher dirigiert seit ein paar Jahren den Betrieb und steht auch am Herd.                                                                                                                 www.restaurantdesbains.ch

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GEBURTSTAGS
SCHNITZELBANK
VON MEINEM BASLER FREUND
ROBERT (STÜMPI) GRAF






Liebs Geburtsdaagskind René
Wieder hesch ai Joor-Ring mee
han ych in mym Kaländer gsee!
Was me Dir jedoch persee
nit aamerggt, will – nit ibertriebe -
Du bisch ächt e Jungspund bliebe,
zwor mit 1, 2 Kilo mee an Gwicht
und e baar Falte mee im Gsicht,
doch wenn me immer Wyy brobiert
das aim augeschyynlig konserviert.
Y ha mi au scho -n– e Bitz draa gweehnt,
dass – wär em Hedonismus freehnt,
oder anderscht gsait e Gnussmensch isch -
emänd nit lenger hogge duet am Disch
vom Lääbe, wie zem Byschbyyl en Asket,
won e Lääbe lang nyt anders gseet
als Gsundhait und Enthaltsaamkait
und gar e kai Exzäss verdait.
"Carpe diem“ hän d Reemer gsait -
hau jeede Daag druff, was es verdrait.
Ych waiss, wenn mir Dir das dien saage,
haisst das Wasser in dr Rhy go draage,
drum saage mir ooni grooss Gschrey:
Vo  Häärze happy, happy Birthday!
Mir leen Di drey Mool hooch lo lääbe
und nämmen e Schlugg vom Saft vo Rääbe
uff Di und nadyyrlig au uff Dyyni Frau
E liebe Gruess uus Basel – Ciao!
Stümpi und Diana

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PERSÖNLICH SRF 1


Musicaldarstellerin Anja Haeseli und Weinunternehmer René Gabriel
Musikalisch sind beide: Anja Haeseli hat ihre Liebe zu Musik zum Beruf gemacht und ist Musicaldarstellerin. René Gabriel spielte als junger Koch nebenbei in einer Tanzmusikband. Später wurde er Weinunternehmer. Bei Gastgeber Dani Fohrler erzählen die beiden aus ihrem Leben.




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CHATEAU GRUAUD-LAROSE: IM DUTZEND BILLIGER

Früher galt; je mehr man von einer Ware  kaufte, desto günstiger wurde der Preis. Oft sprach man da auch von Dutzendware. Wenn man gleich einen «Cervelat-Kranz» beim Metzger bestellte, so erhielt man zwölf aneinandergebundene Würste, musste aber nur deren zehn bezahlen. Die Rabattstufen für andere Handelswaren wurden unterschiedlich gehandelt. Auch bei Nägeln und Schrauben berappte man somit unterschiedliche Preise. So gab es auch hier den Dutzendpreis oder dann aber auch, für noch grössere Mengen, das «Gros». Ein Gross entsprach zwölf Dutzend, also 144 Stück. An unserem Kellerabend rund um das Thema Château Gruaud-Larose gab es so viel Rabatt, dass niemand mehr etwas bezahlen musste. Denn - jeder nahm längst bezahlten Wein aus seinem Keller mit und somit war der Abend gratis.

UNLOGISCHE PREISRELATIONEN

So ab 400 Franken gibt / gäbe es zu diesem Wein mehrere seriöse Angebote in Europa.
Das ist eigentlich recht viel Geld für einen Deuxième.

In Relationen dann aber doch nicht, weil er mit allen Premiers mithalten kann. Und die kosten viel, viel mehr. Man rechne …
 
1982 Château Gruaud-Larose: Innen noch sehr dunkel, aussen aufhellend, rostroter Rand. Elegantes, ausladendes, schier opulentes Bouquet, Caramel, Kandis, Süssholz, Zedern, dunkle Rosinen, Hustenbonbons und Malz. Im zweiten Ansatz legt er Facetten nach und vermittelt Aromen von Assam Tee und Darjeeling. Man spürt die grossartige Wärme und den Reichtum dieses Jahrgangs in der Nase. Samtiger, fülliger Gaumen, pflaumiges Extrakt, viel Druck, reich und extrem nachhaltig, nobler Tabak und Ledernoten im unendlich langen Finale. Daran kann man sich nie satt trinken. Ausufernder Genuss. Fragloser Jahrhundertwein. 20/20 trinken





FIRST CLASS FÜR ZUHAUSE

Für ein paar Jahre durfte Mövenpick dies Swissair-Flotte mit Wein ausstatten. So kaufte ich damals 7200 Flaschen Gruaud 1999 für die First Class. Leider kam der Wein nie zum Einsatz. So boten wir ihn direkt den Kunden an. First Class für Zuhause!   
 
1999 Château Gruaud-Larose: Mitteldunkles Weinrot mit aufhellenden und ziegelroten Reflexen. Offenes Bouquet, wirkt etwas gemüsig, Schokonoten, Spuren von roter Zichorie und Kräuternoten. Im zweiten Ansatz Ledertöne und Zedernaromen. Im Gaumen wirkt er jetzt leichter wie früher, feinsandiger Fluss und minim spröde, endet mit einem versöhnlichen Rosinenschimmer im relativ kurzen Finale. Immer noch gut zu trinken, aber leider scheint er seine bessere Zeit so langsam hinter sich zu haben. 17/20 austrinken
ALLE JAHRGÄNGE

1982 Château Gruaud-Larose, Saint Julien
1986 Château Gruaud-Larose, Saint Julien
1996 Château Gruaud-Larose, Saint Julien
1998 Château Gruaud-Larose, Saint Julien
1999 Château Gruaud-Larose, Saint Julien
2000 Château Gruaud-Larose, Saint Julien
2001 Château Gruaud-Larose, Saint Julien
2003 Château Gruaud-Larose, Saint Julien
2004 Château Gruaud-Larose, Saint Julien
2005 Château Gruaud-Larose, Saint Julien
2006 Château Gruaud-Larose, Saint Julien
2009 Château Gruaud-Larose, Saint Julien

Der grosse PDF-Bericht von René Gabriel: www.bxtotal.com

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21 MAGNUMS IM SEMPACHERHOF
 
Eine Magnumflasche fasst 1.5 Liter. Sie ist in vieler Hinsicht der Normflasche (75cl.) überlegen. Man sagt, dass in diesem «etwas grösseren Format» der Wein länger fruchtig bleibt und seine Genussphase länger anhält.

Auch im Preis zeigt sich seine Differenz. So kosten zwei normale Flaschen bedeutend weniger als eine Magnum. Einmal die erste Reife erreicht, legt deren Preis disproportional zu. Dies nach dem Motto; je älter – desto rarer. Das hängt auch damit zusammen, dass von den grossen Weinen der Welt weit weniger wie fünf Prozent der gesamten Abfüllung in Magnumflaschen gelangen.

In diesem Artikel ist die Rede vom «Magnum-Abend im Sempacherhof», welcher am 10. April stattfand. Dieser hat Tradition. Schon seit vielen Jahren. Und ich kann mich nicht daran erinnern, dass dieses Wine & Dine nicht ausgebucht war. Das kann am Gebotenen liegen, an den Kommentaren von René Gabriel, sicherlich aber auch vom Gastgebercharme der Crew von Riccarda Müller. Oder an den attraktiven Gerichten von Hans Peter Müllers Küchenbrigade.

DIE GROSSE MAGNUMPARADE

1975 Champagne Deutz, Magnum
1991 Grüner Veltliner Loibenberg, Knoll, Magnum
1997 Meursault Genevrières, François Jobard, Magnum
1999 Château Smith Haut-Lafitte, Pessac-Léognan, Magnum
2007 Sauvignon Blanc Zieregg, Tement, Magnum

1982 Château Meyney, Saint-Estèphe, Magnum
1989 Château Haut-Marbuzet, Saint-Estèphe, Magnum
2001 Château Montrose, Saint-Estèphe, Magnum
2004 Château Cos d'Estournel, Saint-Estèphe, Magnum
2009 Château de Boscq, Saint-Estèphe, Magnum

1964 Château Margaux, Margaux, Magnum
1992 Château Margaux, Margaux, Magnum
1994 Château Margaux, Margaux, Magnum
1996 Château Margaux, Margaux, Magnum
2001 Château Margaux, Margaux, Magnum

1994 Château Cheval-Blanc, Saint-Emilion, Magnum
1995 Château de Valandraud, Saint-Emilion, Magnum
1998 Château Figeac, Saint-Emilion, Magnum
2000 Château Trottevieille, Saint-Emilion, Magnum
2008 Château Lafon la Tuilerie, Saint Emilion

1989 Château d'Yquem, Sauternes, Magnum



DAS FÜLLNIVEAU IST WICHTIG

Der genaue, fachmännische Blick auf das Füllniveau von der Magnum Château Margaux 1964 zeigt ein zu deklarierendes Füllniveau zwischen mittlerer und oberer Schulter an.

Heisst bei meinen Informationen für die Gäste dann «HS-MS». Ich nenne zuerst die Region, welche eher zutrifft und dann die Differenz zum weniger zutreffenden Füllstand.

Heisst in der englischen Fachsprache in etwa «close to high shoulder and between middle shoulder».     



ANSTATT GRACIA

Leider schwächelte die Magnum Gracia. Also musste sofort Ersatz her. Ich fand ihn, in Form meiner ebenfalls letzten Magnum vom 2008 Lafon la Tuilerie vom Freund Pierre Lafon.
2008 Château Lafon la Tuilerie, Saint Emilion: Magnum. Sehr dunkles Granat, minim bräunlicher Rand aussen. Wunderschön schokoladiger Nasenbeginn. Dahinter floral mit Aromen von Brombeeren und Cassis. Es findet eine spontane Kommunikation statt. Im Gaumen weich, anschmiegsam wie eine Katze und reife Tannine zeigend, mit schönen Terroir Reflexen und dunkelfruchtigem Finale. Bereitet einen Riesenspass! 18/20 trinken

DIE EINUNDZWANZIGSTE MAGNUMFLASCHE

1989 Château d'Yquem, Sauternes: Magnum. Ziemlich dunkles Orange-Gold. Das intensive Bouquet liefert einen intensiven Wettkampf von hellen Dörraprikosen und kandierten Orangenschalen, minim buttrig, auch frisch zerlassenes Caramel ist mit dabei. Im zweiten Ansatz Honig und Quittengelee, sowie helle Rosinen, ergänzt durch Spuren von Bastholz. Im Gaumen geleeartig bis fast likörig, dokumentiert eine intensive Süsse, welche in sich grosse Reserven für weitere Jahrzehnte birgt. Auf der Zunge bleibt eine noble Bitterkeit zurück. Im Finale gibt es Reflektionen einer grossen Beerenauslese, respektive einem ganz grossen Sauternes. In dieser tollen Magnum wirkt dieser Yquem fast unsterblich! 19/20 trinken

IMPERIALE YQUEM FÜR CHF 4000?

Das ist/wäre – im Prinzip – momentan möglich. Gleich zwei Weinhändler bieten diesen grossartigen, noch lange lagerfähigen Yquem in der Sechsliter-Flasche an.

Bei Orvinum in Basel kostet dieses Mega-Flacon CHF 3909.99 und bei Arvi im Tessin gibt es die gleiche Menge für CHF 4308.00.

Wem eine Imperiale zu viel ist, der ordert halt eine Fünfliter bei Magnin in Riex, für CHF 3715.    

Der grosse Magnumbericht von René Gabriel: www.bxtotal.com



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WOCHENAUSKLANG

Da war ich in Morges am Genfersee war ich eingeladen. Zwar musste ich beim Korkenziehen helfen, aber der Lohn war reichlich. Ganz links im Bild ein Porto Croft 1945 (20/20) und gleich daneben der 1945 Ausone (19/20). Erotisch süss; 1962 Château Palmer.

Der Rest war so wie vermutet. Einzig der 1982 Cheval schwächelte und war ziemlich schlaff.


Wunderschön die beiden DRC 2006. Nach 25 Jahren beide auf Top--Genuss-Niveau. Der saftige Echezeaux begann spontan und zeigte immer noch viel rotbeerige Frucht. Nach einer halben Stunde überholte ihn der La Tache nach und nach mit seinen Reserven, seiner Tiefe und seiner unendlichen Würze. Vom Aroma her gäbe es günstigere schwarze Trüffel, aber im La Tache schmecken diese halt leider am besten ...

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WEINFREUNDE PILATUS

Jeder ist mal als Gastgeber dran. Danach ist er wieder sieben Mal eingeladen. Gute Formel. Besonders, wenn man nicht grade dran ist. Diesmal hat es Baschi als Sponsor getroffen.

Die ersten zwei Flights waren megaspannend. Studach, Gantenbein, Donatsch in einer Reihe. Einmal mit Chardonnay 2019 und einmal mit Pinot Noir 2014. Die Sieger? Mehr so eine Stilfrage, wie Effekthascherei. Eines steht aber ganz fest. Die Bündner Winzer können was! Und das auf sehr hohem Niveau.

Im dritten Flight. Alles Jahrgang 1990: Ein leider oxidierter Darmagi von Gaja. (Müsste eigentlich nicht sein). Ein genial gereifter Château Gazin (19/20) und die bestmöglichste Syrah-Terroir-Reflektion in Form vom Hermitage la Chapelle (20/20).

Das Schlussbouquet: Drei Mal Dominus. Leider war der 1984er deutlich über dem Zenit. Als Jahrhundertwein und veritable Cheval-Blanc-Kopie kam der 1994er daher (20/20). Der Dominus 2001 (immerhin schon mehr wie 20 Jahre alt) schien noch etwas zu jung (19/20). Aber auch dieser wird schon bald ganz gross daherkommen.      

Nicht zu vergessen - der Tischwein in Form einer 1999er Magnum Château Léoville-Barton. Schlabber, Freude, Eierkuchen. Wunderschön endgereifter Bordeaux mit enormem Trinkflussfaktor ...

Auch nicht zu vergessen: Die Petra im Service und der Hans Peter in der Küche. Richtig, wir sprechen vom Restaurant Kreuz in Emmen.
Unverschnörkelte Genuss-Garantie.

Ein absolut gelungener Abend. Danke Baschi. Einzig meine Karin war nicht so glücklich. Das war wohl wegen dem Holz-Sägebetrieb während der Nacht ...

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WEINBÖRSE: JETZT MITBIETEN!

DAS SIND UNSERE ANGEBOTS HIGH-LIGHTS
• 2018 Pinot Noir Privée, Weingut Donatsch, Malans
• 2017 Ornellaia Solare, Vendemmia d’Artista (Doppelmagnum)
• 1985 Sassicaia, die absolute Toskana Ikone
• 1989 Côte-Rôtie, Marius Gentax-Dervieux
• 1945, 1947, 1949, 1959, 1961 Château Mouton-Rothschild
• Egon Müller, Scharzhofberg, unglaubliche Riesling-Raritäten
• 59 gesuchte Flaschen der Domaine Dujac, Morey-Saint-Denis
• Domaine Armand Rousseau; von Clos de la Roche bis Chambertin
• Bordeaux 1982!!! Riesiges Angebot dieses Jahrhundertjahrganges
• 25 Lots vom Premier Château Margaux (1918 bis 2013)
• 1869 und 1878; Legendäre  Raritäten von Mouton-Rothschild
• 29 Flaschen Château Lafleur, Pomerol (1986 bis 2002)
• 1881 Château Lafite-Rothschild, Ausrufpreis; CHF 3500
• Deutsche Spitzenrieslinge von 16 verschiedenen Produzenten
• Ein Dutzend vom gesuchten 2019 Mystique von René Pöckl (A)
• Tolles Angebot Penfolds Grange (1982 bis 1997)

Hier geht es zur Online-Auktion https://auktion.weinauktion.ch/

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EIN NEUER CHÂTEAU GUIRAUD!

Bisher gab es von diesem Weingut drei Varianten. Einen Sauternes Premier Grand Cru Classé, sein Zweitwein (Petit Guiraud) und den sehr beliebten, trockenen Weisswein «G de Guiraud». Jetzt kommt einer neuer, trockener Weisswein dazu. Dies erstmals mit dem Jahrgang 2020. Davon gibt es 11'000 Flaschen. Der Blend besteht aus 70% Sauvignon Blanc und 30 % Semillon.

2020 Château Guiraud, Blanc Sec: Leuchtendes, recht intensives Gelb mit minim grünlichem Schimmer. Intensives Bouquet, zart füllig, minim vanillig, Hefespuren, dann weisser Pfirsich und Nektarinen und gelbe Stachelbeeren. Das Nasenbild gibt sich vielschichtig, wirkt aber nobel und fast etwas zurückhaltend. Im Gaumen saftig, fein stützende Säure (der Wein hat nur zu einem Drittel die malolaktische Gärung hinter sich). Er bleibt auf der frischen Fruchtseite mit Steinfruchtnoten und Agrumentouch, gebündeltes Finale. Was mir besonders gut gefällt, sind die Reflektionen an einen Sauternes, ohne dass der Wein süss ist. Warum das so ist? Der Wein wurde in einmal gebrauchten Barriques von Château Guiraud ausgebaut. Man merkt ihm im konzentrierten Extrakt auch eine gewisse Mineralität an, welche von den unterschiedlichen Terroirs dieses Weingutes stammt. Ein gelungenes Début von einem Wein, der sich im Markt noch etablieren muss, ganz sicher aber schnell seine Liebhaber findet. Das Alterungspotential dürfte nicht unerheblich sein. Wenn ein Wein aber so jung schon gefällt, dann erübrigt sich die Frage nach seiner besten Genussphase. 18/20 trinken

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KELLERGENUSS MIT ENDZIFFER DREI

Zum Begriff «Kellergenuss» findet man zwar bei der Internetsuche schon ein paar Treffer. Das Wort an sich gibt es aber nicht. Bei uns deutete die Formeldarauf hin, dass in unserem Weinkeller Genuss stattfand. Und zwar mit einer gebuchten Truppe, welche aus total acht Personen bestand und aus der Stadt Basel und dem Kanton Aargau an diesem ersten Samstag im Monat April im Jahr 2022 anreiste.

Die Endziffer «3» ist an sich auch ein eher unbeschriebenes Blatt. Hingegen ist die Drei als Zahl ziemlich intensiv im Netz erklärt. So gilt diese als Zahl der Wiederholungen zur Affirmation in Mythologie und Spiritualität. Oder die Dreiteilung der Welt in Himmel, Erde, Ozean. In der Bibel ist es die Zahl Gottes und Zahl der Trinität. Im Christentum findet man diese in der Dreifaltigkeit. Und auch bei den göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe.

Man kann es aber Drehen und Wenden wie man will, weder «Kellergenuss» noch «Endziffer 3» ist irgendwo klar ausgedeutscht oder wirklich bekannt. Also handelte es ich bei unserem privat gebuchten Event um gleich zwei Raritäten im eigentlichen Sinne.

Der «Kellertisch» ist in meinem Angebot verschwunden. Er ist einerseits meiner androhenden Pension und andererseits aus Aufwand-, Kosten- und Ertragsgründen zum Opfer gefallen.

Dabei ist/war die Formel für die Teilnehmer durchaus attraktiv. Bei Gabriels ein paar Stunden Gastfreundschaft im privaten Weinkeller (Bild oben) erleben und sich dem lukullischen und weinigen Genuss einfach so hinzugeben.

Früher Beginn. Die Formel ist klar; «Wer früher beginnt – ist früher fertig». Je älter man wird, desto attraktiver scheint mir dieses Vorgehen. Die Länge der Genusszeit bleibt gleich lang. Bei uns waren es genau fünf Stunden. Und das war gut so!

GEFÜLLTE BASLERLÄCKERLI & THONMOUSSE

Zu den mit Gänseleber und Pfefferkäse gefüllten Basler-Läckeli kam die 1993 Pinot Cuvée (ein Ruster Ausbruch) von Feiler-Artinger ins Gabriel-Gold-Glas. Mit dunklem Gold-Orange. Die Nase voller Rosinen, Quitten und kandiertem Honig. Im Gaumen enorm süss und doch mit der gut stützenden Säure ausbalancierend. (19/20).
Für die beiden Wachauer hatte Karin ein luftiges Thonmousse zubereitet.

Links im Glas; 1993 Riesling Kellerberg, Emmerich Knoll. Da wäre man, von der Farbe her nie auf einen fast dreissigjährigen Wein gekommen. Immer noch Gelb mit grünlichen Reflexen. Die Nase mineralisch, mit Aprikosentouch und tänzerischer Textur, mit langem Finale. Ein unglaublicher Jungbrunnen (19/20).

Wesentlich reifer, aber auch gehaltvoller, der mit Goldreflexen durchsetzte 1993 Riesling Singerriedl von Franz Hirtzberger. Die Nase wirkte reich, aber auch etwas süsslich mit Mango parfümiert. Im Gaumen einerseits reich, andererseits immer noch mit gutem Nerv. Minim über dem Zenit (18/20).




MISSION ODER HAUT-BRION?
Ob die Beiden wollen oder nicht. Immer wenn beide im selben Flight aufeinandertreffen, gibt es eine gewisse Rivalität. Dabei sind die beiden Weingüter lediglich durch eine Strasse getrennt. Für beide Crus arbeitet die genau gleiche Equipe und beide Châteaux gehören ein und demselben Besitzer. Das Terroir macht also den Unterschied. Wie schon so oft.

Wie das Rennen ausging? www.bxtotal.com weiss es.






1983 Vintage Port, Taylor’s: Aufhellendes Weinrot mit transparentem Rand. Das füllig-ausladende Bouquet duftet nach rotem Pflaumenmus, Incarom Pulverkaffee, getrockneten Feigen und wirkt etwas leimig. Im Gaumen mit grosser Fülle unterwegs. Trotz seinem Reichtum, wirkt er eher burgundisch und zeigt nicht dieselbe Konzentration ganz grosser Vintage-Jahre. Habe ich am Morgen schon dekantiert und karaffiert. 18/20 trinken

DIE WEINE UND DAS MENU DES ABENDS

Apero im Glaslager
2020 Sauvignon Blanc, Nittnaus, Gold Burgenland
Zwei gefüllte Baslerläckerli
1993 Pinot Cuvée, Ruster Ausbruch, Feiler Artinger, Rust
Karin's Thonmousse
1993 Riesling Kellerberg, Emmerich Knoll, Oberloiben
1993 Riesling Singerriedl, Franz Hirtzberger, Spitz
Frische Rindssuppe mit Frühlingslauch und Brunoise
1983 Château Talbot, Saint Julien
1983 Château Lynch-Bages, Pauillac
Trüffelravioli auf Spinat, geröstete Pinienkerne
2003 Château Lascombes, Margaux
2003 Château Montrose, Saint Estèphe
Grüne Spargelbürdeli, Speck, Champignons, neue Kartoffeln
2003 Château La Mission Haut-Brion, Pessac-Léognan
2003 Château Haut-Brion, Pessac-Léognan
Käse vom Brett, Karin Zopf
1983 Château Riessec, Sauternes
1983 Taylors Vintage Port

Der grosse Gabriel-PDF-Bericht: www.bxtotal.com


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HELVETISCHE WEINLEGENDE

Jeder durfte seinen Lieblingswein mitbringen. Ich brachte einen Tessiner-Merlot von Klausener. Davon habe ich ganz viele Jahrgänge im Keller. Es gibt in diesem südlichen Weinkanton fast keinen Konkurrenten der ihm punkto Kraft, und Tiefgang in die Nähe kommt.

Der 1990 Grand Riserva verdient auch heute noch – nach 32 Jahren – seine versprechende Bezeichnung. Unglaublich dunkel in der Farbe. Das Bouquet mit schwarzen Fruchtresten, Rauch und Nusslikör. Im Gaumen fest, mit Biss und Nerv und immer noch mit viel Kraft. Auf unserem Gabentisch gab es viele, wesentlich bekanntere und auch wesentlich viel teurere Weine aus dem Rest der grossen Weinwelt. Der Klausener stand in diesem Reigen da die wie Eins. Leider gibt es diese Fattoria aus Altergründen und Probleme der Nachfolge nicht mehr. Das ist sehr, sehr schade! 19/20

P.S. Fabienne Klausener hat mir vor ein paar Jahren diese letzte Flasche aus ihrem Bestand geschenkt. Wir haben diese mit Respekt und Dankbarkeit vor dem grossen Klausener-Schaffen getrunken.  




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WAR LEIDER EIN APRILSCHERZ. ES HABEN SICH VIER MÖGLICHE NACHFOLGER GEMELDET ...

GABRIEL NACHFOLGER/IN* GESUCHT

Der bekannte Weinbuchautor und Weintausendsassa René Gabriel geht am 23. April 2022 offiziell in Pension.

Er wird zwar noch begleitend seine bisher ausgeschriebenen Events und Reisen bis 2024 durchführen.

Gleichzeitig wird er aber den seinen mögliche Nachfolgerin / mögichen Nachfolger parallel ins vielseitige Metier des «Weinunternehmers» einführen …  





Folgende Fähigkeiten sind Pflicht:
• polyvalentes Organisationstalent
• fundierte Wein- und Etikettenkenntnisse
• eine solide Trinkfestigkeit
• anerkanntes Dekantier-Diplom
• Fähigkeit für langfristiges Planen
• minimes Basiswissen für Orange-Wines
• eigene Adresskarteien für selektives Kundensegment
• Bereitschaft den Master of Wine Kurs nicht zu besuchen
• gültiger Führerausweis Kategorien (A, B, G, V).  
• absolut fehlerfreie Sicherheit bei die Gramatigk
• sicherer Umgang mit dem Durand-Korkenzieher
• Webseiten Grundausbildung (Webgrub©)
• Europäisch anerkanntes Gerbstoffzertifikat
• Französischkenntnisse, Abschluss «F»
• maximale Kreaktivität bei proaktivem Denken
• XMV (gsunder Menschenverstand)
• Immunität gegen Novinophobie

Zu den Aufgaben gehören: Organisation von Events und Reisen. Erstellen von Werbemailings. Überwachung, Bewirtschaftung und permanentes Controlling vom grossen, alarmgesicherten Weinkeller. Acquisition von Weinkellern für die Weinbörse. Öffentliche Vorträge zum Thema Wein. Allgemeine Beratungen zum Thema Wein und Promoter von Gabriel-Glas. Sicheres Heimbringen von René Gabriel nach den Weinverkostungen.

Je schneller Sie Ihre Bewerbung einschicken, desto grösser ist die Chance diesen sehr attraktiven Job zu bekommen. Einsendeschluss ist der erste April um Mitternacht!

Bewerbungen bitte direkt an: nachfolger@weingabriel.ch

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2020 Saturio Ried Bügeln, Garagenwinzer Nikolai, Thermenregion: Produktion; 144 Halbliter Flaschen, 548 Normalflaschen, 120 Magnum, 10 Doppelmagnum, 5 Imperiale und 2 Salmanazar (9 Liter). Dunkles Violett-Purpur, satt in der Mitte, aussen mit rubinem Rand. Floral-fruchtiges, gleich zu Beginn schon intensives Bouquet. Der Fruchtreigen reicht von Waldhimbeeren über Kirschen (Wildkirschen), zu Holunder bis Cassis. Letztere Frucht scheint dieser Wein über die letzten Jahrgänge generell adoptiert zu haben. Im zweiten Ansatz; der Duft von dunklen, langstieligen Rosen, Lakritze und Edelhölzern, ergänzt durch Zedernduft, Pfeffermehl, Kandis und Vanilleschote. Das Nasenbild ist beruhigend, nobel und tiefgründig zugleich. Grossartiger Gaumenauftritt! Gut stützende Säure, welche sich noch mit dem sehr konzentrierten Extrakt arrangieren muss, gigantische blau- bis schwarzbeerige Aromatik im langen, druckvollen Finish. Die intensiv nachklingende, ausgeglichene Adstringenz zeigt auf, dass dies ein langlebiger Austria-Premium-Wein ist. Bisher war der Saturio (seit seinem ersten Jahrgang 2014) ein reinrassiger Merlot. Jetzt sind neu vier Prozent Cabernet Franc dazu gekommen. Und dies nicht zu seinem Nachteil. Zur verschwenderischen Frucht kommt jetzt neu eine parfümierte Würze und mehr Tiefe hinzu. Obwohl er nasal schon gut kommuniziert, sollte man auf diesen geduldigen Wein warten, um das Maximum dessen zu erleben, was er in seiner vollen Reife abliefern kann. Und das wird so ab 2027 erstmals sein. Und dann mit einer Genussgarantie von mindestens 20 Jahren. Die stetige Perfektion im Rebberg wurde hier vorbehaltslos in die Flasche gefüllt. 19/20 warten

Noch mehr Infos: https://garagenwinzer.at  

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FÜNFZIG MAL BORDEAUX 1990 & CO.

Am letzten Märzwochenende des Jahres 2022 trafen sich zwei Dutzend Weinfreunde in Bad Ragaz, um gemeinsam 50 grosse Weine des Jahrgangs 1990 zu verkosten, geniessen oder auch zelebrieren. Eigentlich waren es dann gar 51 verschiedene Editionen. Denn – am Samstagmittag entkorkte Thommy Donatsch im Ochsen Malans unerwarteterweise eine seiner letzten Magnumflaschen vom 1990er Blauburgunder Spiger.



Die Weine für den ersten Abend entkorkte ich zu Hause und stülpte eine Plastikkappe darüber und fuhr die Flaschen danach stehend zum Austragungsort.

So blieb das Depot unten am Flaschenboden und Baschi und ich konnten die Weine so problemlos dekantieren.

Dieser Vorgang fand draussen vor dem Hotel statt. Wir liessen danach die Flaschen in den Kartons im Auto. So stimmte die gewünschte Ausschanktemperatur den ganzen Abend lang.



KISS AND SAY GOODBYE

Während für viele Weine diese Titelthese noch nicht ganz stimmt, trifft diese leider auf den Château Magdelaine zu.

Nicht im Jahr 1990, sondern beim Jahrgang 2011. Mit dem Jahrgang 2012 vereinte Christian Moueix seine zwei Weingüter Magdelaine und Belair in Saint Emilion und verlieh diesen den neuen Namen Château Bélair-Monange. Also fertig Magdelaine!
 
1990 Château Magdelaine, Saint Emilion: Dunkle Farbe, gegen aussen einen deutlich aufhellenden, ziegelroten Rand zeigend. Viel dunkle Pflaumen und auch Dörrpflaumen in der Nase, Schokodrink, dezent laktischer Anflug. Im Gaumen ebenfalls weich und recht elegant, Pfirsichkern und geröstete Pinien im minim mürben Extrakt. Ein gut gereifter Wein der leider mit den anderen vier Crus in dieser Saint-Emilion-Serie nicht mithalten konnte. Kategorie schön und easy. 17/20 austrinken

1990 Sassicaia Tenuta San Guido, Toskana: Magnum: Immer noch sehr dunkles Granatrot, satt in der Mitte. Zaghaft beginnendes, schier beruhigendes Bouquet. Dann geht es nach und nach los; Bakelit, schwarze Oliven, Kandisnoten, Black Currant Pastillen und Pumpernickel. Dabei gibt er sich erstaunlich tiefgründig. Im Gaumen ist er mit massiver Kraft unterwegs, gibt sich fleischig und ist immer noch adstringierend. Insgesamt ist er mit einer klaren Cabernet-Ansage unterwegs. Das Finale schmeckt nach Waldbeeren und Cassis. Ich habe ihn nicht das erste Mal in der Magnum vor mir im Glas und so weiss ich, ob er seine, von mir recht hohen Erwartungen, locker erfüllte. Ein grossartiger, geduldiger Maremma-Klassiker. Eine supergeniale Magnum! Dekantieren. 19/20 trinken


HAUT-BAILLY FÜR DIE RINDSZUNGE

Welcher Wein zu welchem Essen? Das ist schon meistens eine anspruchsvolle Frage. Die Frage könnte aber auch lauten, welcher Wein für welche Sauce?

Leider war die Magnum 1990 Haut-Bailly leidlich oxidiert. Also Totalverlust? Für eine Sauce zu einer Rindszunge hätte der Inhalt aber noch locker getaugt.




BASCHIS ÜBERRASCHUNG

«Beim Opus kann man sich über die Qualität streiten. Ich sehe in ihm einen extravertierten Kalifornier. Das ist meist viel Joint-Venture in der Flasche. Diesen 1990er finde ich toll!».

1990 Opus One, Napa Valley: Sattes dunkles Weinrot. Fruchtiges Bouquet, Brombeeren, getrocknete Heidelbeeren, dann Zimt und Sandelholz. Wirkt noch erstaunlich frisch. Im Gaumen geht es blau- bis schwarzbeerig weiter. Es ist schier unglaublich, wie dieser mehr wie 30jährige Opus derartig seine Frucht konservierten konnte. Stoffig und prägnant im Extrakt, hoch aromatisches Finale. Ein Jungbrunnen, der durch eine gut stützende Säure konserviert wurde. Mir gefällt das grünwürzige, typische Cabernet Finish. Kam auch in den Rängen gut an. 18/20 austrinken

KARIN’S LIEBLINGS NAPA

Es gibt für meine Karin keine Napa-Alter-native zum Martha’s Vineyard. 1994 durften wir mit Joe Heitz einen Abend verbringen und im Gästehaus schlafen. Unforgettable!

1990 Cabernet Sauvignon Heitz Martha's, Napa Valley: Die Farbe ist unglaublich dunkel und zeigt gar noch lila Reflexe, Feinfruchtiges Bouquet; Heidelbeeren, Cassis, feine Minztöne, delikat und verspielt. Im Gaumen cremig, fein gewoben, superb balanciert, bleibt bis zum Schluss eine Heitz—Delikatesse. Eine Napa-Traumtänzerin. Meine Karin ist ausgeflippt … … und trank den Rest! ☹ 19/20 trinken

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BLAUBURGUNDER SPIGER 1990

Damals hiessen die grossen Pinot Noirs aus der Herrschaft noch Blauburgunder. Am Tag vor unserem Samstags-Besuch im Ochsen Malans erhielten wir von Martin folgende SMS …

«Liebe Karin & René. Da ich euch morgen nicht selber empfangen kann vielleicht nur von weitem zuwinken möglich ist, werde ich euch nach der Degu noch auf was «Spezielles» einladen. Ich lass euch im Keller zum Abschluss der Degu eine der letzten Magnum Spiger 1990 verkosten. Dieser Wein war wohl der Grösste in der Karriere meines Papas und zählte damals zu den 100 besten Weinen der Welt! Stephan Reinhardt hat ihn vor zwei Jahren aus der Flasche mit 98 Punkten bewertet und ist somit der von Parker höchst bewertete Rotwein der Schweiz. Ich dachte das sei eine kleine Geste, da ich nicht persönlich dort bin und ihr ja Thema 1990 habt. Ich habe nur ein Anliegen: Kann Karin die Magnum so verteilen, dass ein Schluck für mich, für meinen Papa und unseren Sommelier Christian übrigbleibt? Das wäre toll! Cheers und liebe Grüsse, Martin»

Auch nach 32 Jahren ist der Spiger 1990 immer noch ein helvetischer Meilenstein. Die Farbe gereift. Die Nase süss, rotpflaumnig, Hagebuttenmarmelade, schöne Würze, Dörrdatteln und helle Tabaknoten. Im Gaumen feinfleischig, mit noblem Stielwürzbitterton. Gebündelt und berauschend süss endend. Was für ein tolles Magnumvergnügen! 19/20 trinken

LEIDER KEIN GROSSER 1990ER

Zwischen den Zeilen oder grad direkt habe ich in diesem Bericht erwähnt, dass der Jahrgang von relativ grossem Ertrag beseelt war.
Es gab damals noch keine staatlichen Ertragsbeschränkungen und jeder durfte produzieren, so viel er wollte. Heute ist es üblich, dass die Appellation-Beschränkungen jeweils so um 50 Hektoliter pro Hektare herum fixiert werden.

Die Überproduktionen müssen für industriellen Industriealkohol abgeführt und destilliert werden. Es gab beim Jahrgang 1990 nicht wenige, ziemlich bekannte Crus, welche ihren «Grand Vin» auf gut und gerne 80 Hektoliter pro Hektar vinifizierten. Wie gross der Ertrag bei Haut-Brion lag, ist leider nirgends deklariert. Es scheint aber, aufgrund seiner mangelnden Konzentration, dass er auch einer relativ «reichen» Basis produziert wurde.   

Er hat leider keine Chance an seine eigenen, grossen Legenden anzuknüpfen.  

1990 Château Haut Brion, Pessac-Léognan: Relativ helle Farbe, deutlich aufhellend, ziegelroter Rand aussen. Unglaublich viel Zedernduft, heller Tabak, Hirschleder, frisch geschnittene Pfifferlinge, Rosinenduft, Honig, weisses Pfeffermehl. Nasal könnte man ihn auch als Dujac-Burgunder einstufen. Im Gaumen saftig, Kandissüsse, kalter Earl Grey Tee, sehr angenehmes Finale. Im Nachklang merkt man eine gewisse Mehligkeit in der Textur, was darauf hindeutet, dass allenfalls seine Beste Zeit vor ein paar Jahren war. Aber bei einem Haut-Brion weiss man es ja nie so ganz. Auf alle Fälle ist er ein Leichtgewicht und gehört für mich definitiv nicht zu den ganz grossen Jahrgängen. 18/20 austrinken
P.S. Im Jahr 2024 wird es eine ganz grosse Vertikale von Château Haut-Brion aus Gabriels Keller geben. Infos folgen …

Vor fünf Jahren wurde diese Doppelmagnum bei Auctionfr versteigert. Leider findet man dazu den Zuschlagpreis nirgends. Für etwas mehr wie CHF 8000 könnte man noch je ein Exemplar in Hong Kong oder Amerika kaufen.

Ein bisschen ein schlechtes Gewissen habe ich schon, wenn ich, um diesem Wein gewisse Rahmenbedingungen einzuräumen, aus mehr als 30 Notizen aussuchen kann. Während andere Weinfreaks vielleicht nur davon träumen, einmal an einem solchen Glas zu nippen, oder mit grosser Ehrfurcht die einzige Flasche im Keller ab und zu wieder in die Hand nehmen, «schwimme» ich in eigenen Weinbeschreibungen, die mir aufzeigen, dass die Entscheidung, den Job als Koch an den Nagel zu hängen, um in die Weinbranche zu wechseln, völlig richtig war …

1990 Château Margaux, Margaux: Mittleres Granat mit viel ziegelroten Reflexen. Das Bouquet ist minim kompottig, tendenziell rotbeerige Anflüge, getrocknete Goji-Beeren, Hagebuttengelee, Johannisbeerenkonfitüre und Amarena Kirschen. Erotisch bis berauschend mit seiner generellen Nasensüsse. Im Gaumen komplex, füllig, cremig, anmutig und obercharmant. Wenn man zuweilen behauptet, dass gewisse Weine der Appellation Margaux burgundisch daherkommen, so ist dies hier definitiv der Fall. Power und Finesse. Ein wunderwunderwunderwunderschöner Château Margaux! 20/20 trinken

WENN ER DEN LAFITE TANGO TANZT

Auf sanften Druck zwang ich meinen Weinfreund Max Gerstl (Bild unten) die Serie mit dem Lafite zu kommentieren. Er liebt den Wein derartig, dass er ihm auch viel verzeiht. Und, das schätze ich an ihm besonders, er macht «kleine Weinlein» nicht fertig und sucht auch bei schwächelnden Tropfen immer noch etwas Positives. Beim Lafite gab es nichts zu meckern. Der lieferte einfach ab …

1990 Château Lafite Rothschild, Pauillac: Recht dunkles Weinrot, jedoch gegen den Rand deutlich aufhellend. Ein Traum Bouquet von der ersten Sekunde an. Kandiszucker, frische Kräutertöne, Lakritze, Pfefferkörner, exotische Hölzer und auch Sandelholz. Letzteres ist nasal typisch für einen grossen Lafite. Im Gaumen fein cremig, saftig, hoch reife Tannine und eine royale Rest Adstringenz aufzeigend, nonchalantes, schier endloses Finale. Ein Traum Lafite mit Finessen der Sonderklasse. Wenn man ihn schlürft, dann holt man alles aus ihm raus und er zeigt eine erotische Pauillac-Seele. 20/20 trinken

REIN RECHNERISCH EIN GROSSER WEIN

Das Bild der leeren Kiste habe ich aus dem Internet geklaut. Das gebe ich gerne zu. Das ist meine Rache. Dies deshalb, weil Vieles was ich publiziere, ebenfalls sehr oft entgeltungslos annektiert wird.

Eine solche 12er Kiste hatte ich auch mal. Zwischenzeitlich ist der Bestand auf ein Flacon gesunken. Vielleicht muss ich mir dereinst vorwerfen, dass ich die anderen elf Flaschen zu früh entkorkt hatte. Aber so sicher bin ich mir da nicht. Während der Wein im Publikum grossartig ankam, hegte ich Zweifel. Denn, gewisse Gerbstoffkonturen zeigen seit ein paar Jahren spröde Konturen. Irgendwie sucht dieser Latour – auch nach gut dreissig Jahren Flaschenreife – immer noch seine Harmonie.

Heilt die Zeit diese Wunden? Könnte gut sein. Ich erinnere mich an die Latour-Jahrgänge 1981, 1983 und 1989. Auch hier zeigten sich reserviert und unharmonisch über die ersten Jahrzehnte. Und mutierten diese Bordeaux’ vom «Pauillac-Saulus» zum «Latour-Paulus». Im Gegensatz zu anderen Cru lag hier der Ertrag lediglich bei 39 Hl/ha.   

ANGEBOT ÜPPIG – PREISE HAPPIG

Sucht man nach den Angeboten von Château Pétrus 1990 im Netz, so ist das Angebot erstaunlich gross. Noch erstaunlicher sind die Preise. Die sind zwar im Ausland günstiger, aber logischerweise leider nie billig. Was in der Natur der Sache liegt. In der Schweiz beginnen die Offerten so ab 5000 Franken …

1990 Château Petrus, Pomerol: Die klar dunkelste Farbe in dieser Fünfer-Pomerol-Serie. Dunkles Granat und irgendwie innen fast noch Schwarz, aussen dem Alter entsprechende Reifetöne aufweisend. Das Bouquet zeigt einen Ausbund von Süsse, Kandis, dunkles Caramel, Financier Cakes, Napolitaines, Ingwer, Kokos, Gianduja-Schokolade und Nusspralinen. Die minim laktische Tendenz verleiht ihm eine sublime Fülle im erotischen Nasenbild. Im Gaumen Harmonie plus, geschmeidig, weich, samtig, mit ebenso veloursartiger Textur, super balanciert und mit einer ausufernden Merlot Erotik ausklingend. Erst nach dem Schlucken begreift man seine Grösse, welche sich nicht mit dem Lafleur oder Trotanoy vergleichen lässt. Hatte der englische Weinkritiker Michael Broadbent doch recht? «Is Merlot boring?». Wer von einem Pétrus das Dreifache eines anderen Pomerols erwartet, wird ihn nie begreifen. Wer von ihm emotionell berührt wird und eine Gänsehaut bekommt, der hat es geschafft! 20/20 trinken, wer kann!

ZWEI MAGNUMS SIND NICHT DAS GLEICHE

Den 1990 Château Doeisy-Daëne aus Barsac genossen wir einmal am Freitag und einmal am Samstag. Beide Male aus der Magnum. Stammend aus der gleichen Kiste und somit demselben Lagerort.

Die Samstagsvariante war wesentlich besser. Wie er schmeckte und alle anderen Sauternes?

Und alle anderen Weine des Jahrganges 1990?

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ZEHN DOPPELMAGNUM

Haben Sie schon mal einen ganzen Abend lang reife Bordeaux Weine ausschliesslich aus Dreiliterflaschen getrunken? So gesehen war dies auch schon wieder eine unitäre Sache.  

Doppelmagnum? Bei der Suchmaschine ergaben sich mit dem Surfen nach diesem Begriff lediglich eine Viertelmillion Treffer.
In der Hauptsache wurden aber direkt solche Grossflaschen angeboten, dafür fast keine Erklärungen.  

Gehen wir mal generell zurück zum Beginn. Im 17. Jahrhundert wurden erstmals Glasflaschen für die Herstellung genutzt und erst im 18. Jahrhundert etablierte sich diese Herstellungsmethode immer weiter und wurde schnell populärer.
Im 19. Jahrhundert avancierte die Glasflasche dann schon als wichtigstes Behältnis für Wein. Ein wichtiger Grund hierfür war, das Glas chemisch neutral ist. So waren eine gute Lagerung und Nachreifung möglich.

Auch war es zu dieser Zeit bei den Herstellern beliebt, Siegel (Firmen- bzw. Händlersiegel) in das Glas zu prägen, um eine klare Identifizierung zu ermöglichen und eine verbesserte Kundenbindung zu erreichen. Ein frühes Marketinginstrument der Händler und Produzenten.

Die Farbe des Glases war zu Anfang noch schwarz, später fügte man olivfarbenes /grünes und dann braunes Glas hinzu. Die Glasform war anfangs zwiebelartig, respektive bauchig.  Später wurden Verbesserungen in Richtung der zylindrischen Flaschen eingeführt. Diese Neuerung brachten erhebliche Verbesserungen, insbesondere für die Lagerung und den Transport mit sich.
Als Doppelmagnum bezeichnet man eine spezielle Flaschengrösse bei Weinen (nicht bei Champagner). Eine Doppelmagnum hat ein Fassungsvermögen von 3 Litern Flüssigkeit, das entspricht genau 4 normalen Flaschen Wein. Oder aber auch, der Namensgebung geschuldet, um den Inhalt von insgesamt zwei Magnum Flaschen.

Unter Weinfreaks ist dies eine der beliebtesten Flaschengrössen. Man sagt, die Reifung sei darin ideal. Auch von der Bekorkung her, sei dieses Format den grösseren Brüdern wie Jéroboam oder Imperial & Co. vorzuziehen. Denn je grösser die Flaschenöffnung ist, desto schwieriger wird es passende Korken zu finden. Nicht zuletzt deshalb werden zum zusätzlichen Schutz bei noch grösseren Behältnissen schützende Wachskapseln oder Siegellack am Flaschenende übergezogen.  

Vom Preis her, muss man beim Erwerb einer solchen Dreiliterflasche tiefer in die Tasche greifen, wie wenn man genau gleich viel Wein in Normalflaschen kaufen würde.

Denn – bereits die leere Flasche kostet heute rund 30 Franken. Je älter seine Flasche wird, desto wertvoller.
Nicht zuletzt deshalb, weil man eine Doppelmagnum nachsagt, dass diese langsamer reifen. Das hat den Vorteil der Jugend, weil die Fruchtphase länger anhält. Und es hat den Vorteil des Alters, weil Weine in der Doppelmagnum noch lange präsent sind, wenn die Normalflaschen möglicherweise schon Jahre über dem Genusszenit sind.

Kommt für mich noch der Faktor des gemeinschaftlichen Geniessens zum Zug. So, wie man eine zu teilende Schüssel auf den Tisch stellt, bei dem sich alle selbst familiär bedienen, wird eine Doppelmagnum unter allen Gästen aufgeteilt.

Diesmal multiplizierte sich dieses gemeinsame Glücksgefühlt mit dem Faktor 10. Denn es standen genau zehn Doppelmagnum zur kollektiven Labung der Gästeschar zur Verfügung.  

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MEDOC 1998: GALANT UND DISTINGUIERT
 
Wer als Bordeauxfreak Jahrgänge wie 1995, 2000, 2003, 2005 2009 oder gar 2010 liebt, muss ab jetzt eigentlich gar nicht mehr weiterlesen. Denn die hier degustierten und mit Vergnügen getrunkenen 98er-Bordeaux gehen zur Kategorie «mehr Saft wie Kraft». Und trotzdem gehört dieser im Médoc mitunter etwas verregnete Jahrgang für mich auch heute noch zu den ziemlich grossen Jahrgängen.

Was jetzt, nach weit mehr wie zwanzig Jahren Flaschenreife auffällt; die Weine wirken nicht nur farblich noch sehr jung. Sie sind es auch nasal durch deren noch recht aktiven Fruchtpräsenz im Bouquet.

Im Gaumen findet man stützende Gerbstoffe, welche in vielen Fällen noch eine zuverlässige  Genussgarantie für weitere Dekaden abliefern. Das bemerkenswerteste Attribut ist die wunderschöne Balance im Gaumen.

Als Zusammenfassung würde ich die Eigenschaften von den besten Weinen aus dem Médoc als «galant» und «distinguiert» zusammenfassen. Damit meine ich beruhigende Klassiker mit einem gewissen Claret-Akzent. Letzteres ist eine Eigenschaft, welche in letzter Zeit – durch technische Errungenschaften – immer mehr abhanden-gekommen ist. Das ist keine Kritik am neuen Qualitätsmanagement vieler Betriebe, sondern ein kleiner Wehrmutstropfen meinerseits.

Für Kenner dieses Jahrgangs ist es klar, dass die Polka – im Prinzip – am rechten Ufer spielt. In Pomerol und in Saint Emilion sind die allerbesten Weine vom Jahrgang 1998 zu finden. Dort sind nicht wenige Jahrhundert-Weine entstanden.

Zur Konkretisierung; in diesem Artikel geht es nur um Médoc. Um die besten Appellationen und mitunter um die gesuchtesten Crus. Es ist kein vollständiges Arsenal, aber repräsentativ.    

WENN ZWEI DASSELBE TUN …

… ist es nicht das Gleiche. Bei mir sind Palmer und Margaux punktemässig gleichauf. Vom effektiven Genuss her gefällt mir der Palmer aber momentan viel besser!










1998 Château Ducru-Beaucaillou, Saint-Julien: Eine der hellsten Farben aller degustierten 1998er Médocs an diesem Abend. Deutlich aufhellendes Granat mit minim ziegelroten Rand. Geniales würziges Bouquet, rote Grütze, frische Datteln, Rosinenschimmer, Kakao, helle Edelhölzer und Cigarren. Er legt bei jedem neuerlichen Nasenkontakt weitere, delikate Aromen Schichten nach. Im Gaumen feinfleischig, recht konzentriert über dem noch leicht aufrauenden Extrakt. Er zeigt so Reserven oder auch Anzeichen, dass er es liebt, ein paar Stunden dekantiert zu werden. Meiner Ansicht dürfte er erst jetzt in die effektive Genussphase kommen und wird danach mindestens 20 Jahre Freude bereiten. Das ist ein schlechter Trost für alle, welche diesen hoch femininen Ducru schon längst ausgetrunken haben. Loving it! Im Markt noch erhältlich. 19/20 trinken






ALLE DREI PAUILLAC PREMIERS

Ob Mann will oder nicht; wenn alle drei Premier Grand Crus aus dem Pauillac von ein und demselben Jahrgang nebeneinanderstehen, kommt es automatisch zum vergleichenden Wettkampf. Für mich hatte der Château Lafite an diesem Abend die Nase vorn …

1998 Château Lafite-Rothschild, Pauillac: Mitteldunkles Granat, im Innern findet man immer noch einen minimen Schimmer von Lila. Geniales, grosses Pauillac-Bouquet. Wuchtig und breit gefächert im Ansatz und gleichzeitig eine bemerkenswerte Tiefe anzeigend. Unglaublich würzig und mit klarem, dunklem Cabernet Absender; Lakritze, Rauch, Vanillemark, Kaffee, dunklen Edelhölzern, schwarzen Oliven, Pumpernickel. Mit einem Bein steht er nasal bei den grossen Lafite-Jahrgängen. Im Gaumen satt und fleischig. Eine für 1998 seltene, grossartige Konzentration zeigend. Immer noch adstringierend. Das will aber nicht heissen, dass die Tannine unentwickelt sind. Unglaublich lang ausklingend. Für mich ist dies – unter allen gleichbewerteten – Bestweinen dieses Jahrgangs der Beste. So wie im Klassement 1855. Also ein Primus inter Pares! Vier Stunden Dekantieren! 19/20 trinken



KEIN CRU BOURGEOIS MEHR

Sucht man im Netz nach Phélan-Ségur so wird er immer noch als Cru Bourgeois exceptionnel angepriesen. Stimmt so nicht! Zumindest nicht mehr.

Seit 2007 verzichtet man auf dieses Prädikat. Zu Recht meine ich. Denn dieser Cru würde – aufgrund der Qualitäten der letzten Jahrzehnte – eigentlich ins mittlere Grand-Cru-Feld gehören. Ist aber leider nicht möglich.  
 


1998 Château Phélan-Ségur, Saint-Estèphe: Sattes, noch sehr jugendliches Purpur. Das Bouquet zeigt eine schier unwahrscheinliche Fruchtpräsenz, schwarze Kirschen, reife Pflaumen, Pfefferkörner, florale Fliedernoten. Im zweiten Ansatz wird er minim laktisch, was dem Nasenbild eine zarte Fülle verleiht. Im Gaumen mit samtiger Struktur unterwegs, die Tannine sind weich, das Finale schmeckt nach Brombeeren und Black Currant. Eine absolut grossartige Flasche, welche mit den allerbesten Weinen dieses Abends mithalten konnte. Da war viel Freude im Glas und somit auch im Gaumen. 19/20 trinken  


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1989 BORDEAUX: DAS ENDE VOM ANFANG
 
Der Anfang gilt als Ursprung oder auch Beginn. Es geht hier um das Jahr 1989. Da wird in Bordeaux ein neuer, hoch dotierter Jahrgang geerntet. Damals die teuerste Primeur-Lancierung aller Zeiten. 960 Autokilometer entfernt, im luzernischen Dorf Sempach-Station, übernimmt das Wirtepaar Riccarda und Hanspeter Müller das Gasthaus Sempacherhof.

Das Ende wird definiert als Ort, wo etwas aufhört oder als Zeitpunkt, wo etwas aufhört. Dies gilt für alle oben abgebildeten Bordeaux-Flaschen vom Jahrgang 1989. Mit dem Entkorken wurden diese Bouteillen dem weiteren Handel entzogen. Auch für Riccarda und Hanspeter Müller ist es ein Ende. Jenes vom Sempacherhof. Nach 33 Jahren erfolgreichen Wirtens ist Schluss. Der Sempacherhof wurde verkauft und das Ehepaar zieht sich zur verdienten Pension aus dem Berufsleben zurück.

Es ist Samstag, der 19. Februar 2022 und der längst geplante, coronaverschobene Jubiläums-Event kann endlich schrankenlos stattfinden. Halt nicht mit einer runden, aber wenigstens mit einer Schnapszahl.

Die Genussformel für diesen Tag?

• Wohlfühlen durch die Gästebetreuung von Riccarda Müller und ihrem Team.
• Lukullische, zum Wein passende Gerichte      von Hanspeter Müller und seiner Küchencrew.
• Gut gelagerte 1989er Bordeauxweine aus dem Keller von René Gabriel.
• Im Saal und im Rosso; motivierte Stammgäste und Freunde vom Sempacherhof.

NORMALFLASCHEN BIS MELCHIOR

Die «Weinbilanz» lässt sich sehen und auch berechnen. 20 Normalflaschen. Fünf Doppelmagnum (3 Liter). Eine Jéroboam (5 Liter) und als nimmer versiegenden Tischwein; eine Melchiorflasche 2004 Château Mayne-Lalande aus Listrac. Letzteres Giga-Format enthält das Äquivalent von 24 normalen Flaschen, was umgerechnet 18 Liter Rotwein entspricht. Ergibt summa summarum 53 Liter herrlichen, gereiften Wein aus dem Bordelais. Den Champagner Apéro nicht mit gerechnet. Aufgeteilt auf die 43 anwesenden Gäste und der Genussdauer von mehr als fünf Stunden tönt dieses Weinaufkommen dann doch wieder recht vernünftig.



Die Weine bereitete ich am Veranstaltungsnachmittag sorgfältig vor. Heisst; zuerst Entkapseln.

Tönt einfach, war aber beim Château de Fieuzal relativ aufwändig. Diese Doppelmagnum war oben mit einer harten Siegellackkapsel versehen. Was ist zu tun?

Ein nasses Tuch auf die Kapsel legen und dann mit einem umgekehrten Schraubenzieher vorsichtig drauf klopfen, bis das Siegel brüchig wird und der oberste Flaschenhals frei wird.

Das nasse Tuch hat eigentlich keine wesentliche Funktion, ausser dass man so eine grosse Sauerei verhindern kann.

















MÜLLER KOMMT – GABRIEL GEHT

Zwei Köche – zwei Freunde! 1982 lernte ich den Hanspeter Müller kennen. Und zwar während dem Luzerner Wirte Kurs.

Dass sich unsere Wege in der Folge noch so oft kreuzen würden, wussten wir damals beide nicht.

Just im Jahr 1989 wurden wir direkte Konkurrenten. Riccarda und Hanspeter Müller erwarben und eröffneten den Sempacherhof.
Damals war ich noch der Kreuz Wirt in Sempach-Stadt. Also just im Dorf nebendran.

Ein Jahr später gab ich den Pachtbetrieb auf und wurde Einkaufschef der Kellerei Mövenpick.

Mein erster Primeur-Jahrgang für den Einkauf? 1989! Es war ein absolutes Rekordjahr und wir generierten einen Subskriptionsumsatz von 13.5 Millionen Franken. Das war ein guter Einstieg für mich.

Bis 2005 blieb ich in der Geschäftsleitung und wechselte 2005 als Berater. Heute blicke ich dankbar auf die wunderbare Mövenpick-Zeit zurück.

Im Jahr 2013 zogen Karin und ich in die luzernische Gemeinde Eschenbach. Wir bauten an der Unterdorfstrasse 21 neue Gebäude.
Genau diese ehemalige Metzgerei war ursprünglich Hanspeters Geburtshaus.

Im gleichen Dorf, etwas weiter oben, werden ab Sommer 2022 auch Riccarda und Hanspeter Müller wohnen. Der Kreis schliesst sich also wieder …      

DOPPELMAGNUM KARAFFE

Natürlich könnte man zum Umgiessen auch einfach einen oder mehrere Krüge nehmen.

Tönt praktisch, ist aber nicht besonders weinig. Vor einigen Jahren schenkte mir Franz Hirtzberger eine Doppelmagnum Karaffe, welche er eigens für sich und natürlich seine Weine anfertigen liess. Logischerweise kommt dieses Unikat selten zum Einsatz. An diesem Samstag hatte sie Hochbetrieb.

Im Netz gibt es wenig Angebote, für Karaffen für solche Grossformate.

Riedel hat eine solche Doppelmagnumkaraffe im Angebot. Diese heisst Amadeo und kostet etwas mehr wie tausend Franken.    

1989 Chateau La Gurgue, Margaux: Doppelmagnum. Gereiftes Rot mit minim braunem Rand. Offenes, dezent kompottiges Bouquet. Es duftet nach rotem Pflaumenmuss, kaltem Hagebutten Tee und Kochschokolade. Im Gaumen sehr angenehm, schmeichelnder Fluss, dezent mürbe Textur. Man merkt ihm trotz Grossformat an, dass er wohl vor ein paar Jahren noch besser in Form war. Trinkt sich aber immer noch sehr gut und ist als einfacher bürgerlicher Cru immer noch mehr als ein Achtungserfolg. 16/20 austrinken
 

ZWEI FRAUEN UNTER SICH

Anstossen auf den gelungenen Abend in der Küche. Fabienne und Riccarda. Der Chefin hat der Chasse-Spleen besonders gut gefallen.

1989 Château Chasse Spleen, Moulis:  Jéroboam. Immer noch sehr dunkle und an sich wenig entwickelte Farbe. Trockenes, etwas artisanal anmutendes Bouquet, getrocknete Pflaumenhaut, dunkles Leder, Brazil-Cigarren. Gibt sich barock, also sehr tiefgründig und vermittelt den klassischen Bordeaux Erd- Eisenton. Fester, konzentrierter Gaumen, immer noch eine gewisse Adstringenz vermittelnd durch seine restlichen Tanninen. Im Innern kalter, schwarzer Rauch, Korinthen und Assam Tee. Ein wunderbarer stoisch langsam gereifter Moulis, der noch aus den sehr guten Chasse-Spleen-Zeiten stammt. In dieser grossartigen Jéroboam war das eine richtige Renaissance von früheren Zeiten der Normalflaschen. Charaktervoll war er aber seit seiner Geburt! 18/20 trinken  

PRIMUS INTER PARES

Im Klassement von 1855 stand der Lafite an oberster Stelle aller Premier Grands Crus. Will heissen, er war der «erste der Erstgenannten» oder eben lateinisch «Primus inter pares». Damit hat er bis heute eine Sonderstellung.

1989 Château Lafite Rothschild, Pauillac: Bouteilles. Klassisches Bordeauxrot, relativ wenig Reife für sein Alter anzeigend. Eleganter Nasenansatz, Kandissüsse, rote Pflaumen, Edelhölzer, viel Zedernduft, Earl Grey Noten, Hirschleder, erfrischende Kräutertöne, welche dann vor allem Thymian- und Origano Nuancen in sich tragen. Wirkt irgendwie diskret und trotzdem erhaben. Im Gaumen ist er die Nonchalance schlechthin. Feine Tannine, seidiger Fluss und wunderschön balanciert. Genialer, extrem langer, wenn auch milder Nachhall. Ein beruhigender Klassiker der die damalige, hochfeine Lafite-Zeit aufs Beste interpretiert. In einer Blindprobe könnte er untergehen. Wenn man die Flasche sieht, sich richtig darauf einzustellen weiss, dann wird man ihm Respekt und Freude zollen. Für mich gehört dieses Finessen Paket zu den ganz grossen Jahrgängen. Im Markt noch unter 800 Franken zu finden. Eigentlich idiotisch, wenn man die teureren Marktpreise jüngerer Jahrgänge kennt. 20/20 trinken

TIPPS FÜR SEHRGROSSFLASCHEN

Die grosse Angst vor sehr grossen Flaschen! 3390 Franken kostet das oben abgebildete Ungetüm bei biber.ch. Bei mir gehen solche «Dekantier Maschinen» unter die Kategorie; «Dinge die die Welt nicht braucht». Oder wenn, dann nur ein, zwei Mal im Leben. Ausser man bestellt eine Nebukadnezzar, Melchior oder Methusalem auf der Alm beim Arlberg Hospiz. Die sind nämlich Weltmeister in Sachen Giga-Formate.
Ich stelle die Grossflaschen jeweils auf eine rutschfeste Unterlage und fülle dann diese in  Glaskrüge mit einer grossen Öffnung ab und giesse diese in Servierkaraffen um. Easy!
2004 Château Mayne-Lalande, Listrac: Melchiorflasche (18 Liter). Sehr dunkles Rot mit schier schwarzen Reflexen. Das Bouquet zeigt viel dunkle bis schwarze Beeren; Brombeeren, Holunder, Cassis und dunkle Röstnoten, welche dem recht intensiven Nasenbild eine Nuance von kaltem Kaffee und schwarzen Oliven verleihen. Bereits von der Nase her, freut man sich auf einen guten Schluck. Im Gaumen aromatisch, sehr angenehme und immer noch begleitende Tannine, das Finale schmeckt nach Heidelbeeren und Lakritze. Wenn auch von einem anderen Jahrgang, brauchte sich dieser geniale Listrac in der Runde nicht zu schämen und war ein grossartiger Genussbegleiter über die vielen Stunden. Grosser Wein für kleines Budget! 18/20 trinken
P.S. Um Mitternacht war auch diese Grossflasche rübis und stübis leer. Dafür waren ein paar Gäste dann voll …  😊

















Darauf sind wir stolz! www.gabriel-glas.com / www.gabriel-glas.at

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ALTE BORDEAUX’ & JUNGE IMPERIALE
 
Bei ganz alten Weinen stellt sich mitunter die Frage, ob Entsorgen nicht die bessere Variante sein könnte wie Dekantieren.
Das verminderte Genussrisiko wird nämlich mit jeder Alters-Dekade grösser …


Wichtig ist dabei auch, wie die Flaschen über all die vielen Jahren gelagert wurden. Meistens sieht man das Risiko schon am Füllstand der Bouteillen an. Faustregel; je tiefer das Niveau, desto tiefer sinkt die Möglichkeit, dass der Wein auch noch was taugt. Doch auch hier bestätigen, wenn auch in seltenen Fällen, die Ausnahmen die Regel.

Auf alle Fälle waren die Teilnehmer dieser «Sehraltweinprobe» ziemlich risikofreudig und wagten eine Teilnahme zur ähnlich lautenden Probe, welche im luzernischen Eschenbach am Samstag, 12. Februar 2022 stattfand.

Zur Sicherheit wurde beim Apero in Gabriel’s Privatkeller ein spritziger 2020 Gelber Muskateller von Grafinger aus Senftenberg serviert. Dazu gab es spanischen Schinken direkt von der roten Berkel und Sbrinz-Stücke der Sagen-Chäsi aus Rain.

Die PDF-Story von René Gabriel zu diesem Tasting findet auf www.bxtotal.com

WEISSE RARITÄT AUS DEM MEDOC

Es gab ihn früher, dann nicht mehr und heute wieder. Weissweine aus dem Médoc bedeuteten früher das «schnelle Geld» für den Winzer. Kaum vergoren, wurden die Weine gefüllt. Sie brauchten keine teuren Barriques und lieferten das erste Geld des neuen Jahrganges in die Château-Kasse.  

1949 Château Saransaut-Dupré, Bordeaux Blanc: Dunkles Goldgelb. Das Nasenbild duftet nach Weisflog (Bitterlikör), ranzigen Mandeln, Brottrunk und auch nach Sherry (Manzanilla Pasada). Und etwa so geht es im Gaumen auch weiter, wobei sich noch helles Biermalz dazu gesellt und «gereifte Champignons». Insgesamt noch gut trinkbar. Aber doch eher mehr sehr rar wie sehr gut. 15/20 vorbei
 
Im Netz fand ich kein einziges Angebot von einem alten, weissen Saransot-Dupré. Aber einen Hinweis auf der offiziellen Webseite des Weingutes mit dem Kommentar: «Aus sehr alten Semillon-, Sauvignon- und Muscadelle-Reben produziert das Weingut einen feinen trockenen Weisswein der Appellation Bordeaux. Dieser angesehene Wein ist ein Erbe aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die Weissweine von Listrac fast bekannter waren als die Rotweine». Neue Jahrgänge von diesem Weisswein kosten weniger als 20 Franken.

DEKANTIEREN ODER NICHT?

Diese önologische Gretchenfrage ist allgegen-wärtig. Meine eigene Meinung dazu habe ich in den letzten Jahren wieder angepasst. Heute dekantiere ich eher nur noch die alten Weine.
Wenn man (zu) junge Weine dekantiert, erreicht man eher das Gegenteil von dem, was man eigentlich wollte. Junge Weine verschliessen sich eher an der Luft, werden introvertiert und verlieren die Primäraromen.
Bei alten Weinen ist es generell so, dass ein eh schon kaputter Wein mit dem Dekantieren nicht noch kaputter wird. Wichtig ist es, besonders bei offiziellen Weinproben, dass man «reinen Wein» einschenkt. Will heissen, man dekantiert, um das Depot zu absorbieren. Denn darin befindet sich eigentlich alles, was der Wein über all die Jahrzehnte der Lagerung aussondieren wollte. Also in der Regel sind da drin die Bitterstoffe. Und natürlich auch Trübstoffe, welche die Attraktivität der Optik vermindern.  


1.  Kapsel entfernen und Entkorken.
2.  Wein sorgfältig dekantieren.
3.  Das Depot in ein Champagnerglas
4.  Flasche auswaschen
5.  Wein sanft zurückgiessen
6.  Depot ebenfalls teilweise hinzugeben.
7.  Plastikkappe oder Korken drauf.

Das Foto oben stammt übrigens von der Rückseite vom 1928er Château Haut-Gardère. Der Weingutsbesitzer hatte damals auch gleich noch die Gebrauchsanweisung für den Kunden mitgeliefert. (Zwei Stunden dekantieren).

CRU BOURGEOIS-ÜBERRASCHUNG   

Die besten Werte des Bordelais findet man unter den Cru Bourgeois. Was auf den ersten Blick wie eine Deklassierung ausschaut, weil der besagte Wein kein Grand Cru ist, bedeutet oft was anderes …

Viele dieser Weingüter gab es 1855, als das grosse Médoc-Klassement erstellt wurde, noch gar nicht. Oder diese waren zu klein und deshalb unbedeutend für eine Rangierung.

Die Guilde der «bürgerlichen Gewächse» formierte sich erstmals im Jahr 1932.
Viele dieser Weine sind heute etabliert und liefern Qualitäten, welche es mit den noblen Grand Crus aufnehmen können. So zum Beispiel Sociando-Mallet und Phélan-Ségur. Und andere mehr. Und alt werden können die besten dieser Liga auch noch. Wie dieser beeindruckende Lamothe-Bergeron beweist!  

1949 Château Lamothe-Bergeron, Médoc: Füllniveau TS. Dunkles, ansprechendes, reifes Bordeauxrot mit ziegelrotem Rand. Wunderschönes, würziges Bouquet, zeigt eine wunderbare, klassische, recht tiefgründige Terroirsüsse. Dunkles Leder, schwarze Pfefferkörner und Havanna Tabak. Im Gaumen gereift, gut ausgelegt und aromatisch endend. Man spürt anhand der etwas ruppigen Tannine, dass es sich nicht grad um den nobelsten Bordeaux handelt. Aber – für einen Cru Bourgeois – ist das nach 73 Jahren eine absolute Sonderleistung. 18/20 austrinken

1959 Château Latour-Martillac, Graves: Füllniveau; TS. Die Farbe ist Schwarz-Braun. Die Nase rauchig, Korinthen, Dörrpflaumen, getrocknete Feigen, Dawamalt und kalter Kaffee. Die Oxidation ist deutlich sichtbar. Im Gaumen Pumpernickel Brot schwarze Oliven, alter Malaga. Noch gut trinkbar aber keinen wirklichen Geschmack eines grossen Bordeaux aus diesem Jahrgang abliefernd. Keine Bewertung.

ES GEHT AUCH UMGEKEHRT

Wie schon oft beschrieben, ist ein perfekter Füllstand noch lange keine Garantie für den maximalen Genuss. Der Beweis für diese Theorie lieferte der katastrophale 1961 Clos de Sarpe. Bei diesem Jahrhundertjahrgang wird immer wieder behauptet, dass praktisch jeder Bordeaux-Winzer einen tollen Wein in die Flaschen füllte. Ausser Yvan Beyney, Besitzer von Clos de Sarpe.




ES IST NICHT ALLES GOLD, WAS GLÄNZT

1921 Château de Rayne Vigneau, Sauternes: Ansprechendes, dunkles Gold mit viel orangen Reflexen. Die Nase duftet nicht – sie riecht. Putzfäden, abgestandener Kamillentee, ältliche Abschnitte von weissen Champignons. Im Hintergrund findet man eine defensive Süsse, welche in Spurenelementen an helle Rosinen erinnern. Im Gaumen wässrig und inkonsistent. Als wie jemand Wasser in einen eh schon mittelmässigen Sauternes beigefügt hätte. Da ist (zu) vieles falsch gelaufen. Nicht der erste enttäuschende Kontakt mit diesem mässigen Rayne-Vigneau. 14/20 vorbei

Der beste war der Rabaud: Mehr auf www.bxtotal.com


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MONTRACHET • POMMARD • CHAMBERTIN  
 
«United Flavours of Burgundy» hätte der Titel auch heissen können. Oder auch «Burgund in allen Facetten». Es war ein Stelldichein von Allem, was die begehrte Region der Côte d’Or zu bieten hat. Mit einer Jahrgangsbreite von 1933 bis 2013. Mit Gemeindeweinen, Premier Crus und nicht wenigen Grand Crus …

Die Rede ist vom ausgebuchten Burgunder-Abend, welcher am 11. Februar 2022 im Gasthaus Sempacherhof in Sempach-Station ausgetragen wurde.

Die Weine bereitete ich am Nachmittag vor. Mit einem winzig kleinen Verkostungsschluck generierte ich die nachfolgenden Notizen und Bewertungen. Obwohl die Gäste gewisse Depotresten beim Einschenken in Kauf nehmen mussten entschied ich, die teilweise fragilen Weine nicht zu dekantieren.
 
Zudem habe ich bei reifen Burgundern schon oft festgestellt, dass sich der grösste Frucht-anteil bei diesen Weinen in den Primäraromen befindet. Diese wären bei längerem Belüften oder bei zu intensiver Dekantier-Tätigkeit möglicherweise draufgegangen.

Die besten Weine vom Burgund basieren auf dem Chardonnay oder dem Pinot Noir. Wer aber die Deklaration dieser Traubensorten auf dem Etikett sucht, wird nicht fündig. Und das war schon immer so. Als ob die Trauben die unwichtigste Nebensache rund um die Weine der Côte-de-Nuits oder Côte-de-Beaune wären.

Zusammengefasst werden diese beiden Hauptgebiete auch als die «Côte d’Or» definiert. Genau da beginnt das in Tausende von Einzelteilen zerlegte, komplizierte Puzzle.

• Ein grosser Jahrgang ist noch lange kein Garant, dass es sich dann in der Flasche auch um einen grossen Burgunder handelt.
• Setzt man auf einen angesehenen Produzenten ist man schon etwas sicherer.
• Meistens funktioniert die Terroir-, respektive Klassements-Hierarchie innerhalb einer Appellation als Qualitätsdefinition zuverlässig.

Bei letzterer Betrachtung gibt es die Gemeindeweine, die Premier-Crus und Grand Crus. Bei den Preisdifferenzen gibt es leider die grösste Deklarations-Garantie!

Den PDF-Bericht von René Gabriel findet man auf seiner Zahlseite: www.bxtotal.com


DUMAS UND DER EIFFELTURM

Es gab zwei Alexandre Dumas. Der «ältere» (Bild) schrieb einst, dass man einen Montrâchet auf den Knien mit gezogenem Hut trinken solle. So zollte er seine Ehrfurcht vor diesem grossen Wein.

Dumas der Jüngere, war ein bekennender Hasser des Eiffelturms. Nicht wenige einflussreiche Pariser monierten ihn «schwindelerregend lächerlich» oder als «riesiger Fabrikschornstein». Dumas pflegte nicht selten im angesehenen Restaurant im heutigen Wahrzeichen Frankreichs Hauptstadt zu speisen. Dabei pflegte er zu sagen; es sei der einzige Ort, wo man dieses «Scheissturm» nicht sehen könne …


1992 Montrâchet , Marquis de Laguiche, Joseph Drouhin: Intensives, mitteldunkles Gelb. Fülliges und immer noch fruchtiges, süssliches Bouquet. Der Duft erinnert an gekochte Mirabellen, Starfrucht, frisch gepflückte Kamille und Akazienblüten. Sehr vielschichtig. Mit dem Luftzutritt immer mineralischer werdend. Im Gaumen ist er mit Schmelz, Fülle und Eleganz unterwegs. Besonders erwähnenswert ist der Nachhall, im helvetischen etwas rudimentär auch als «Abgang» deklariert. Der klingt nämlich fast unscheinbar aber doch mit viel Aromen nach. Und zeigt so die Royalität seines Terroirs. Dieser Schluck hat mich emotionell tief berührt. Ich durfte ihn früher auch schon mal verkosten, aber jetzt war er wohl auf seinem allerbesten Peak. 20/20 trinken



1947 Clos Vougeot, Louis Latour: Aufhellendes Ziegelrot, deutlicher Rand aussen. Berauschendes Bouquet, dunkle Rosinen, getrocknete Feigen, Colheita-Port, Pulverkaffee, Earl-Grey, getrockneter Rebstock, Süssholz, Zedernduft und heller Tabak. Fragil und genial in einem Atemzug. Im saftigen, gut balancierten Gaumen setzt er seine süssaromatische Orgie fort und es schmeckt wieder nach Colheita-Port bis zum langen Schluss. Eine Cote-de-Nuits-Tänzerin mit Finessen. Repräsentiert generell den heissen Jahrgang 1947. Ich bin fast ausgeflippt. 19/20 austrinken 




GOJI-BEEREN IM CHAMBERTIN?

Die Weinsprache kann mitunter ziemlich hedonistisch sein. Hinter all der Suche nach möglichen Aromen in allen Facetten, besteht aber auch der Wunsch, die Weine nicht immer im gleichen Raster zu beschreiben.
Warum ich den Geschmack von getrockneten Goji-Beeren kenne? Bei meiner ersten Chinareise erhielt ich eine grosse Büchse als Gastgeschenk. Die gefielen mir und ich habe seitdem im Schweizer Markt davon permanent nachgekauft. Manchmal nasche ich diese einfach so. Oder garniere damit einen Salat oder verwende sie auch in anderen Gerichten. Zum Beispiel in einem Birchermüesli oder in diversen Curry Gerichten.

Die «Lycium Barbarum» wird auch Bockshorn oder Wolfsbeere Frucht oder «Happy Berry» genannt. Darin befinden sich lebenswichtige Vital- und Nährstoffe. Sie gilt auch als wichtiger Bestandteil in der traditionellen Chinesischen Medizin. Und man findet sie – wenn auch selten – manchmal als zusätzliche Aromenbeilage in einem sehr alten Chambertin. 😊

1969 Charmes Chambertin E&D Moingeon: Deutlich gereiftes Rot mit entsprechenden Reifetönen. Herrlich nussiges Bouquet, kalter Rooibos Tee, getrocknete Küchenkräuter, Röstkaffee, helles Leder und dominikanischer Tabak. Im leicht anmutenden Gaumen immer noch rote Fruchtresten zeigend. Getrocknete Goji-Beeren, wirkt vielleicht jetzt etwas sehnig und minim gezehrt. Er trinkt sich aber immer noch sehr gut und ist vor allem ein recht idealer Essbegleiter. 17/20 vorbei   

Guy Accad (1947 – 2020) war Berater von mehreren Burgunder-Weingütern er entwickelte eine spezielle Methode der «modernen Vinifikation» und zu viele Winzer liessen ihre tollen Trauben aus grossen Lagen auf diese Weine massakrieren. Ich war nie Fan von diesen Weinen und leider half auch die Flaschenreifezeit praktisch nie, um die «Vinifikationswunden» zu heilen. Meiner Ansicht nach waren diese Weine in der Jugend zwar viel versprechend, aber im Alter kaputt und hart gleichzeitig.  

Die Accad-Methode beinhaltete viel reifere Trauben – an sich keine schlechte Sache. Aber sie wurden dann stark mit dem Konservierungsmittel Schwefeldioxid dosiert. Oft doppelt so viel wie üblich und mehrere Wochen lang bei niedrigen Temperaturen eingeweicht, um das letzte bisschen Geschmack und Tannin zu extrahieren.




Die Grundidee war dabei nicht schlecht. Heute wird ein ähnliches Prinzip bei gewissen Winzern angewendet jedoch bei sehr kalten Vormazerationstemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Da werden nur die feinen Tannine gezogen und gleichzeitig die Frucht maximal konserviert.

1990 Charmes Chambertin, Domaine Bachelet: Deutlich gereiftes, recht transparentes Rot mit ziegelroten Reflexen. Der erste Nasenkontakt ist nicht gerade erbauend, medizinaler Schimmer, Putzfäden, minim fuchsige Noten und Spuren von flüchtiger Säure. Mehr Würze wie Frucht. Eigentlich gar keine Frucht mehr. Im Gaumen wirkt er stielig und zeigt somit «unverdaute» Tannine. Er schmeckt nach altem Burgunder, respektive nach einer Machart, welche damals durch die Beratung von Guy Accad leider Gang und Gäbe war. 16/20 vorbei



UNIVERSELLER KORKBRAND

Die beiden Weine von Geantet-Pansiot stammten aus verschiedenen Lagen und Jahrgängen. In beiden schlummerte derselbe, unterschiedlose Universal-Korken.







TISCHWEIN AUS ZIZERS

Ein guter Tischwein soll begleiten, aber nicht konkurrenzieren. Das hat der Ciprian auch nicht gemacht. Wohl nur deshalb, weil er bei weitem der jüngste Jahrgang am Tisch war.

Sponsor für diesen Sparring-Partner während der Burgunderprobe war Gast Rainer Engler, welcher mit seinen Geschwistern dieses ein Hektar kleine Weingut betreibt.  Webseite: www.cirpian.ch  




2019 Pinot Noir Ciprian: Klares Rubin. Zart pfeffriger Nasenbeginn, dann Johannisbeeren und Himbeeren mit delikaten Kräuternoten vermischt. Im Gaumen schlank, präzise und geradliniger Struktur, gut stützende Säure. Wirkt mittelgewichtig und zeigt doch ein spannendes Potential. 18/20 beginnen  

Der Bericht zur grossen Burgunderprobe: www.bxtotal.com

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SKZ-MERLOT MIT GELUNGENEM DEBUT!

In der Schweiz gilt die Faustregel: Merlot vom Süden – Pinot vom Norden. Doch es geht auch umgekehrt. Zumindest was die Variante «Merlot aus dem Norden» betrifft.

Die Staatskellerei Zürich (SKZ) lancierte mit dem Jahrgang 2018 einen gleich zu Beginn schon ziemlich verblüffenden Merlot. Dieser kann sich preislich mit ebenbürtiger Konkurrenz aus den südlichen Gefilden der Schweiz durchaus messen …

2018 Merlot, Staatskellerei Zürich: Produktion: 5'000 Flaschen. Sehr dunkles Rubin. Das Bouquet gibt sich füllig, kommt aber noch etwas zaghaft aus dem Glas. Es duftet nach getrockneter Zwetschgenhaut, reifen Pflaumen, dunkelblauen Kirschen, Lakritze, Vanillemark und dunkler Schokolade. Im Gaumen mit weichem, sehr charmantem Ansatz, cremige Tannine, das Extrakt zeigt eine schöne Süsse, Frucht und auch Würze. Endet mit sanften Schwarzschokobitternoten im Finale. Diese zeigen gewisse Reserven an. Der Wein scheint jetzt schon recht zugänglich zu sein. Die beste Zeit wird er so in den nächsten zwei bis fünf Jahren aufweisen. Ein gelungenes Merlot-Debut, mitten aus einer sonst eher für Pinot privilegierten Region. Und wie reiht sich dieser «Nord-Merlot» in der Szene ein? Seine moderne Machart mit schön begleitenden bis minim (noch) dominierenden Röstnoten macht ihn ein bisschen zum «Every-Bodys-Darling». Somit wird er an Genusstischen Merlot-Freaks wie auch generelle Rotweinliebhaber begeistern. Der Preis von 45 Franken liegt beim direkten Konkurrenzvergleich von ebenbürtigen Tessinern. Hinzu kommt noch der Innovations-Bonus! 18/20 beginnen   




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CHÂTEAU MONTROSE IM SEETAL
 
Natürlich gibt es auch ein paar Rebberge im Luzerner Seetal. Und die Weine, welche im Seetal gekeltert werden, erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit. Und die werden nicht nur in unserer Region getrunken. Bleiben aber schon zur ganz grossen Mehrheit im eigenen Kanton. Der etwas mehr gefragte Wein von Château Montrose aus der Bordelaiser Region Saint Estèphe basiert auf einer weltweinen Distribution. Am Donnerstag, 27. Januar gab er sich im Seetal die grosse Ehre.   

Die Weinwanderer aus Eschenbach trafen sich wieder Mal zum Höck und jeder brachte eine oder mehrere Flaschen von Château Montrose zum Abendessen mit.

Dieses Diner fand im Restaurant Spitz in Hochdorf statt. Das liegt genau zwischen unserem sonstigen Terrain Eschenbach und dem auf dem Titelbild abgebildeten Rebberg von der Burg Heidegg. Also ein geografisch mittiger Brückenschlag.   

Bevor es so weit war, holte man sich marschierender Weise noch etwas frische Luft im Eschenbacher Wald. Dann setzte man sich 12 Kilometer weiter an den vinophilen Gabentisch, um gemeinsam eine Flaschen-Parade von 16 Jahrgängen Château Montrose (1970 bis 2009) zu geniessen.

Die Eindrücke dieser Verkostungsnotizen sind in der Folge im Gabriel-Artikel auf bxtotal.com aufgelistet. Und diese wurden ergänzt mit zwei «externen Eindrücken der Jahrgänge 1887 und 1929».

BACK TO THE CHATEAU

Im Herbst 2021 brachte ich zu einem Besuch mit anschliessendem Lunch eine perfekte Nicolas-Flasche 1929 zurück aufs Weingut.
Wir entkorkten den Wein und servierten ihn zum Schluss des Mittagessens. Der Direktor Hervé Berland revanchierte sich mit einer Montrose-Parade der Jahrgänge 1990, 2000 und 2005.

Der 1929er war in der Mitte noch recht dunkel, hellte aber gegen aussen doch deutlich auf und zeigte insgesamt eine ziegelrotbraune Farbe. Das Bouquet duftete nach Edelhölzern, Zedern, dominikanischem Tabak, roten Pflaumenresten und vermischte sich mit getrocknetem Rosenholz, Rebstielwürze, Hirschleder, Dörrdatteln und Rosinen. Im Gaumen einerseits saftig, fein stützende Säure und restliche Gerbstoffe, welche den Wein aus diesem Grund genüsslich reifen liessen. So, dass er heute noch ein grosses Vergnügen bietet und den grossen Jahrgang perfekt reflektiert. 19/20 austrinken

Sponsorte die teuerste Flasche des Abends:
Bärti Stocker rauschte mit dem 1990er an.
 
1990 Château Montrose: Mittleres Granat mit aufhellendem, leicht ziegelrotem Rand. Gigantisches Bouquet, ein Rosinencocktail welcher von Korinthen dominiert wird. Backpflaumen, eingedickter Birnensaft, vulgäre Ledernoten und viel Tabak, vermischt mit Zedernholz. Im zweiten Ansatz wird er süsser, zeigt Sultaninen, Honig, Kamille und Madras-Currynuancen. Man kann sich nicht sattriechen und er scheint unerschöpflich neue Düfte freizuschaufeln. Blind würde ich wohl eher mit einem gigagrossen Hermitage vergleichen. Also kann man ihm auch etwas heisse Shiraz-Affinität andichten. Im Gaumen dröhnt er wie ein Caterpillar über die Zunge. Brachial, arrogant, laut und trotzdem alle Sinne berauschend. Wenn es denn so ist, dass einer der grössten Montrose aller Zeiten wahnsinnig atypisch ist, so nimmt man dies bei diesem halbeleganten Hünen gerne in Kauf. Das Finale kann man weder beschreiben noch messen. Einfach gigantisch! 20/20 trinken    






MOMENTAN IST ES DER 1996ER

Es ist immer wieder spannend, zwei als gross gehandelte Jahrgänge vom selben Weingut direkt miteinander zu vergleichen.

Qualitativ sind der 1995er und der 1996er praktisch ebenbürtig.

Der Spass ist beim 1996er grösser. Und auch im Markt scheint dieser beliebter, respektive rund 50 Franken teurer zu sein.

Dafür ist das Alterungspotential beim 1995er noch etwas versprechender …  













MONTROSE 2003: QUO VADIS?

Der Titel beinhaltet den lateinischen Ausdruck nach der Frage des Weges ...

Der Jahrgang 2003 stellt viele Verkoster auf den Prüfstand. Es war mörderisch heiss. Leider muss man ziemlich viele Weine vom rechten Ufer (Libournais, also St. Emilion und Pomerol) jetzt schon langsam vergessen.
Bei recht vielen Weinen vom linken Ufer (also Graves und Médoc) sollte man auch nicht mehr lange auf das Entkorken warten. Die Region Saint Estèphe ist in extrem heissen Jahren oft privilegiert. Da gehört dieser jetzt schon legendäre Montrose zur Spitze!

Der 2003er ist Ein Must in jedem anspruchsvollen Weinkeller. Er wird der Nachfolger vom bereits legendären 1990er. Dieser kostet mittlerweile 700 Franken. Ich bin gespannt was dieser heroische 2003er in ein paar Jahren kosten wird.

KAM SAH UND SIEGTE

Das beste zum Schluss? Jein. Zweifellos gehört dieser grossartige 2009er zu den allerbesten Montrose-Jahrgängen. Und er scheint auch der perfekteste zu sein, was seine Machart betrifft. Es ist ein Blend aus vier Rebsorten: 65% Cabernet Sauvignon, 29% Merlot, 5% Cabernet Franc, 1% Petit Verdot.

2009 Château Montrose: Dichtes Purpur mit schwarzen Reflektionen im Innern. Das Nasenbild ist zwar noch nicht vollständig geöffnet, liefert aber ein Mustermass an Komplexität ab. Süss, Kandisnoten, Lakritze, Dörrfrüchte, Cassis, Black Currant. Einfach umwerfend und berauschend. Auch seine unglaubliche Tiefe gibt er jetzt schon preis. Im Gaumen geht es nahtlos so weiter. Ein harmoniesüchtiger, perfekt balancierter Wein mit königlichen, versprechenden hoch reifen Gerbstoffen. Absolut perfekt. Besser geht nicht! Er ist innerhalb im Markt innerhalb von 12 Monaten um 10%. Keine schlechte Kombination einer langfristigen Geld- und Genussanlage. 20/20 beginnen.


Alles über Château Montrose und alle 14 Jahrgänge von 1970 bis 2009: www.bxtotal.com

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CAHORS FÜR FORTGESCHRITTENE

Der deutsche Gastronomiekritiker Wolfram Siebeck war ein grosser Liebhaber von Weinen aus der Region Cahors. Und jedes Mal, wenn ich einen grossen Wein aus dieser Region im Glas habe, verstehe ich ihn allzu gut. Genau so wie jetzt beim «Pur Plaisir» …

2015 Château Montplaisir «Pur Plaisir», Cahors: (100% Malbec). Dunkles Violett mit lila Rand. Die Nase beginnt mit einem tintigen Ansatz, wirkt dabei floral, pfeffrig, Rosenholz, Cassis, Heidelbeeren und Backpflaumen. Insgesamt fruchtig und würzig zugleich. Im Gaumen fleischig, robust, verlangend. Letzteres mit Sinne einer gut stützenden, intensiven Adstringenz durch nicht unbescheidene, aber doch schon recht wohl geformten Tannine. Der Fluss gibt sich aufrauhend und zeigt, dass dieser Wein ohne passendes Essen auf dem Teller nur halb so gut rüberkommt. Kein Wein für Softies. Das kann und will ein grosser Cahors auch nicht sein. Und hoffentlich bleibt das auch so! 18/20

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25 JAHRGÄNGE CHÂTEAU TROTANOY


Es geht um einen der besten Rotweine der Welt. Und auch um eines der besten Bordeaux Weingüter. In seiner Appellation, dem Pomerol streitet er sich ebenfalls um eine Spitzenposition.

Ausgerechnet dort – so scheint es – hat er die grösste Konkurrenz. Seine Sparring Partner heissen; Pétrus, Le Pin, Lafleur, L’Eglise-Clinet, La Conseillante und La Fleur-Pétrus. Etwa in dieser Reihenfolge. Je nach Jahrgang.

Château Trotanoy liegt in der Regel so an fünfter Stelle dieser Namensliste. Aber nicht qualitativ, sondern im Preisvergleich.
Bei der Qualität liegt er ein bis zwei Plätze weiter vorne. Manchmal – in Ausnahmejahren – ist Trotanoy ein veritabler Pomerol-Sieger.
Oder er hält ex aequo mit gleich bewerteten Jahrhundertweinen gleichauf mit. Was bei all den «technischen» Vergleichen wichtig ist. Trotanoy ist anders! So wie jeder andere Pomerol, trotz der approximativ dichten Nachbarschaft, auch seine Eigenheiten besitzt.

Dieser Event war schon einmal ausgeschrieben. Vor gut einem Jahr. Aufgrund der epidemie-logischen Weltlage musste er verschoben werden. Jetzt klappte es. Das generelle Thema Taittinger – Tobler – Trotanoy. Also ein Titel mit drei Mal T am Beginn. Beim Tobler T am Anfang kam seine Partnerin, Uschi Frapolli – noch mit ins Spiel. Da Werner sich kurz zuvor einer Hand-operation unterziehen musste, war sie am Kochherd im Lead. Was den kulinarischen Begebenheiten absolut keinen Abbruch tat




Himmlischer Champagner zu Beginn!

Gibt es einen schöneren Start als mit einem grossen, reifen 1998 Taittinger Comtes de Champagne?

















1949 Château Trotanoy, Pomerol: Die Farbe dunkel, aber leider fast zur Gänze nur noch Braun. Fragiles, jedoch angenehm süsses Bouquet, Kandisnoten, erdig, nasses Leder, gehackte Rosinen und gedörrte Feigen. Im Gaumen fehlt die Konsistenz und die Textur wirkt etwas kapselig. Er ist aber noch gut trinkbar. Leider war er wohl vor Jahrzenten viel besser. Das merkt man an seinen restlichen Anlagen. Was er aber ganz sicher ist; extrem rar. Denn gemäss winesearcher Pro wird momentan weltweit keine einzige Flasche angeboten. Keine Bewertung.







NICHT GANZ GLEICHER MEINUNG

Normalerweise kann man bei den Punkte- Bewertungen zwischen André Kunz und René Gabriel nur marginale Unterschiede feststellen. Diesmal war es «leicht» anders …

1989 Château Trotanoy, Pomerol: Dichtes, cremiges, dunkles, tiefgründiges, kräftiges Bouquet, dunkle Pralinen, Erdbeeren, verschiedene getrocknete Kräuter, heller Tabak, Trüffel, Rauch. Dichter, vielschichtiger, fein kraftvoller Gaumen mit cremiger, dichter Struktur, konzentrierter, vielfältiger, süsser Aromatik, viel gutem Tannin, langer, kräftiger Abgang. 20/20 trinken – 2035 (Kunz)

1989 Château Trotanoy, Pomerol: Doppelmagnum. Gereiftes Weinrot mit passenden Reifetönen. Offenes, mehr erdiges wie fruchtiges Bouquet. Irgendwie riecht es nach kaltem Ratatouille. Und doch, gefällt mir sein Nasenbild minim besser als bei früheren Eindrücken. Liegt es an der Doppelmagnum? Zeigt er den oft zitierten Grossflaschenbonus? Im zweiten Ansatz, Himbeerkonfitüre mit Kernen, Spekulatius Gebäck, getrocknete Pflaumen, süsser Waldboden, feuchter Tabak. Alles was man in diesem Wein sucht erinnert auch an den Begriff Terroir. Viel Druck ist nicht da, man muss ihm schon etwas entgegen gehen. Im Gaumen angenehm weich, schokoladig, auch hier Aromen, welche in Richtung Pflaumen deuten, der Fluss ist inkonsistent und zeigt kapselige Noten. Hier wäre viel mehr drin gelegen vom Jahrgangspotential her. Da hat es die vergleichbare Konkurrenz etwas besser gemacht. Mir ist er definitiv zu langweilig! 17/20 austrinken (Gabriel)

ZEIGT SEINE SCHOKOLADENSEITE
«Trotanoy ist ein natürlich tiefgründiger, komplexer, hochkonzentrierter Wein mit hervorragendem Alterungspotential. Der Wein besitzt eine tiefe Farbe und eine dichte, kräftige Nase, die sich am Gaumen mit cremigen, dunklen Schokoladennoten und einer einzigartigen Geschmackskonzentration wiederholt, welche seinen sehr alten Reben zu verdanken ist». So wird der Wein von Trotanoy auf er offiziellen Webseite von moueix.com beschrieben.

In der Tat sind Schokonoten bei vielen Merlot-lastigen Weinen im Libournais zu finden. Und genau so wie es Schokolade von Kochschoko-noten (zum Beispiel Schwarzwälder Späne) über gute Milchschokolade bis feinste Pralinen im Markt gibt, findet man all diese Schoko-variationen von billig bis teuer in günstigen bis extrem teuren Pomerols. So auch beim fantastischen Trotanoy 1990 …
 
1990 Château Trotanoy, Pomerol: Immer noch recht dunkel und für einen über dreissigjährigen Wein eigentlich nur wenige Reifetöne zeigend. Absolut geniales, süsses, weit ausladendes, vielschichtiges, klassisches Pomerol-Bouquet. Nussige Konturen, Pralinen, Zedernduft, kandiertes Orangeat und Ingwer-Bonbons. Man kann sich an diesem fantastischen Nasenbild fast nicht sattriechen. Im Gaumen obercharmant und mit einer wohltuenden Nonchalance über die verwöhnte Zunge gleitend. Minime Reserven zeigen auf, dass er zwar seine volle Genussphase erreicht hat, aber noch mindestens ein Jahrzehnt lang weiter ganz grosse Freude bereiten wird. Warum nicht die volle Punktezahl erreicht? Letztendlich fehlt es hier minim an Konzentration und Gripp. Es ist aber ein derartig erotischer Pomerol, dass man sich von der ersten Sekunde an auf den zweiten Schluck freut. So einen genialen Trotanoy könnte man auch sorglos allein trinken. Ich hoffe zwar, dass ich kein Egoist bin. Aber – ich würde es trotzdem tun! 19/20 trinken  

SCHNELLER SPONTANKAUF

Für mich war dies der schönste, beste, grossartigste Trotanoy an diesem Mittag. Mein damaliger Einstandspreis für diesen Wein in der Subskription; hundert Franken. Ein paar Flaschen habe ich noch im Keller.

Nun kommen zwei neue Exemplare dazu. Die waren im Markt für CHF 350 pro Flacon zu haben. Und selbst dieser neue Tarif ist es immer noch locker wert.



2000 Château Trotanoy, Pomerol: Dunkles, sattes minim mattes Granatrot, nur ganz wenige Reifetöne am Rand. Just eingeschenkt,  beginnt er gleich mit einem berauschenden Bouquet, Damassine-Pflaumen, Orangeat, Kokos, Edelhölzer, heller Tabak, ergänzt durch einen fast parfümiert wirkenden Würzreigen von frischen und getrockneten Kräutern. Es sind unglaublich viele Facetten, welche sich hier in diesem weit ausladenden Nasenbild offenbaren. Im Gaumen reich, füllig, feinfleischig, nachhaltig und mit einer dramatischen Aromatik und Länge ausgestattet. So muss Trotanoy! Genau so! Dann gehört er zu den besten Pomerol und bleibt sich selbst doch treu. Zwei Stunden dekantieren. 20/20 trinken

RUN FOR IT!

2009 Château Trotanoy, Pomerol: Unglaublich dichte und dunkle Farbe. Im Innern fast Schwarz. Obwohl der Wein wohl noch bei Weitem nicht reif ist, zeigt er bereits nach dem Entkorken ein Traumbouquet, homogen, ausladend, süss. Pflaumen, Lakritze, Edelhölzer, Pralinen, erste, vielschichtige Kräuternuancen. Mit jedem neuen Nasenkontakt legt er eine feine, parfümierte Schicht nach. Reicher, fülliger Gaumen, imposant und sanftmütig in Einem. Massive Reserven und doch mit einem unglaublichen Tannin-Charme. Die Gerbstoffe geben sich aussen cremig – innen noch verlangend. Das Finale bündelt sich und katapultiert sich in eine rekordverdächtige Länge. Eine neuzeitliche Pomerol-Legende. Es gibt fast keine Annäherungen von nachfolgenden Jahrgängen, welche der 1961er Ikone dieses Weingutes ähneln könnten. Hier ist/könnte dies der Fall sein. Momentan gibt es noch einen einzigen Anbieter in der Schweiz für 370 Franken. Der nächste ist dann bereits mehr als hundert Franken teurer. Run for it! 20/20 beginnen   

Die grosse Trotanoy-Story auf 12-PDF-Seiten von René Gabriel: www.bxtotal.com

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MERCI ANTHONY BARTON

Selten habe ich in meinem Leben so viel Charisma, gepaart mit Humor, in einer einzigen Persönlichkeit angetroffen. Er hat Léoville  Barton und auch den Langoa Barton geprägt, hoch gehalten und als unglaublich hochstehende, zuverlässige Bordeaux-Marke im Markt zum Erfolg gebracht. Ich durfte sein Weingut oft mehrere Male pro Jahr besuchen. Sass recht oft mit ihm am gleichen Tisch. Oft im Château.

Einmal im Restaurant von Cordeillan Bages. Nur Anthony und ich. Er lud mich zum Essen ein. Ich servierte ihm einen 1881er Léoville Barton aus meinem Keller. Den hatte ich aus Beständen vom legendären Café Voisin in Paris gekauft. Das war der älteste Barton seines Lebens.


Auch sonst waren reife Bartons im Château-Keller in Saint-Julien eher einen Rarität. Er hat mir auch verraten warum. "Wir leben auf dem Weingut, da greifen wir halt auch unsere eigenen Ressourcen an". Und lachte dabei herzhaft. So war der Anthony.

Jetzt ist er verstorben und hinterlässt ganz viele tolle Geschichten und eine unglaubliche Vielzahl an grossen Bartons. Und damit meine ich ganz explizit beide Weingüter, also den Léoville Barton und auch den Langoa-Barton!

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SOCIANDO-MALLET; NEU TROISÈME CRU
 
Will uns dieser Titel sagen, dass es ein neues, revidiertes Klassement gibt? Leider nein. Zu viele grossartige Crus vom linken Gironde Ufer fristen seit 167 Jahren ihr «unklassiertes Dasein». Die Gründe auf diesen unfreiwilligen Verzicht waren damals (1855) mannigfaltig …

So wurde der Adelsstand in erster Linie aufgrund der damals erzielten Preise und dem generellen Ansehen des Crus evaluiert.
Andere Weingüter gab es damals noch gar nicht und weil diese nach 1855 entstanden sind. Oder sie waren zu klein und somit im Markt zu unbedeutend.

Letzteres trifft auf den Sociando-Mallet zu. Das sich auf der «Butte de Baleyron» in der Gemeinde Saint-Seurin-de-Cadourne befindliche Weingut gibt es zwar seit 1633, doch als die heutige Besitzerfamilie in deren Geschichte eintrat, betrugen die Rebflächen lediglich fünf Hektaren.

Jean Gautreau der seine Existenz damals massgeblich mit Weinhandel verdiente, wurde von einem Belgischen Kunden beauftragt ein Weingut für ihn zu suchen. Damals war Sociando feil und Gautreau besichtigte diesen Cru und verliebte sich derartig in die nördliche Weinregion, dass er das Château spontan selbst erwarb. Der Kaufpreis im Jahr 1969; 250'000 Francs. Das waren damals umgerechnet rund 600'000 Franken.    

Geographisch liegt das grossartige Terrain am «Trüffelgürtel». Diesen Begriff habe ich kreiert. Damit deklariere ich die besten Lagen, welche entlang der Gironde liegen. Diese beginnen mit dem Clos de Las Cases und grenzen direkt an die besten Lagen, welche zu Château Latour gehören. Danach gehen diese weiter auf Château Montrose und dem auch heute noch unterschätzten Château Meyney. Danach folgen, Richtung Norden, lange, flache uninteressante Böden, welche für Kühe und Wälder bestimmt sind. Dann gibt es wieder hügeliges Rebland auf Château Loudenne. Leider befindet sich dieses Weingut – trotz guter Basis – seit Jahrzehnten in verhaltener Lethargie. Nach ein paar flachen Abschnitten beginnen die sanften Anhöhungen vom Terroir von Sociando-Mallet. Hier stimmt die These, dass ein guter Wein das Wasser sehen muss.

KLEINE MONTAGS-VERTIKALE

Obwohl Sociando-Mallet in meinem privaten Weinkeller eine gewisse Präsenz markiert, ist dieser Bordeaux bei mir irgendwie in Vergessenheit geraten. Also höchste Zeit, wieder mal eine aktuelle Standortbestimmung zu machen.

Vor dem Kartenspielen mit Freunden servierte ich drei Jahrgänge ohne Weingutsangabe. Die Weine kamen gut an und man suchte durchaus in nobleren Appellationen und bei bekannteren Weingütern. Also ein Beweis, dass Sociando von seinem Nicht-Klassifikations-Status her immer noch unterbewertet wird.  



Gut für seine Fans. Die neuesten Jahrgänge 2020, 2019 und 2018 sind in der Szene alle sehr gut bewertet und kosten weniger als 35 Franken. Die beiden ebenfalls grossen Jahrgänge 2016 und 2015 sind immer noch unter 40 Franken zu haben. Der Jahrgang 2010 liegt bei rund 50 Franken. Für den ziemlich gigantischen 2009er muss man um 65 Franken bezahlen. Im Vergleich mit qualitativ vergleichbaren Crus ist das aber immer noch ein veritables Schnäppchen. Für rund 100 Franken könnte man die Sociando-Legende 1990 erwerben. Auch dieser kann es in einer Blindprobe locker mit den besten Bordeaux Weinen vom Médoc mithalten. Manchmal könnte er es mit den Premiers aufnehmen, auch mit den besten Deuxièmes, aber eigentlich immer mit dem klassierten Rest. Und mit den besten Bourgeois sowieso. Deshalb ist es nicht vermessen, zu behaupten, dass Sociando heute locker als Troisième Grand Cru eingestuft würde, wenn …  

Der beste des Trios? 2005! Den sollte man nachkaufen. Die anderen eigentlich auch ...  Der Gabriel-Bericht: www.bxtotal.com

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GESTATTEN? BONER! ANJAN BONER
 
Wenn man von einem Bündner Winzer mit dem Familiennamen Boner berichtet, der auch noch in der Weinbaugemeinde Malans zu Hause ist, dann muss man zwingender-weise konkretisieren, sonst sind Betriebs-verwechslungen im Voraus angesagt …


Beim Weingut Anjan Boner handelt es sich um einen der jüngsten Weinbaubetriebe in der Bündner Herrschaft. Zwar pflegten die Boner-Generationen vor ihm auch schon Reben. Eigener Wein wurde aber nie abgefüllt. Das änderte sich mit dem Jahr 2007 als Anjan Boner zurückkehrte, um zu bleiben und mit dem Erstlingsjahrgang 1200 Flaschen Blauburgunder Auslese abfüllte. Heute beträgt die Produktion auf den rund drei Hektar Rebflächen 15‘000 bis 20‘000 Flaschen. Je nach Jahrgang.

Boner hat in seinen Tingeljahren zuvor einiges rund um den Wein gelernt und dies auch in verschiedenen Sparten. Dabei hat er Winzer als Basis erlernt. Seine Stationen waren bei Herman Schwarzenbach in Obermeilen, bei Hanspeter Lampart in Maienfeld und bei Peter und Rosi Herman in Fläsch. Bei der Bundeslehranstalt für Wein und Obstbau in Klosterneuburg (Österreich) schloss er unter anderem mit dem Diplom als Ingenieur in Önologie ab.

Danach zog es ihn zurück in die Schweiz. Zu Etter nach Zug. Zu der HOWEG (Hotel- und Restaurant Lieferant) und zu Global Wine nach Zürich. Das waren gute Fundamente, um selbst einen erfolgreichen Vertrieb aufzubauen. Denn als Winzer hat man heute zwei Möglichkeiten. Man ist ein Grossbetrieb und benötigt viele Zwischenlieferanten, um seine Ware an die Kunden zu bringen. Oder man ist klein und universeller Selbstvermarkter. Letzteres trifft auf Anjan Boner zu. Auf seiner Seite stehen ihm seine Eltern Tina und Ambrosi tatkräftig bei. Bei der Arbeit, aber auch bei der moralischen Unterstützung seiner Betriebsphilosophie.

GROSSARTIGER CHARDONNAY

Das mit dem Chardonnay ist so eine Sache. Nicht nur im Bündnerland, überall in der Welt. Und es gibt wohl für jede Machart genügend Kunden. Auch für die gelben, zuweilen fast öligen Exemplare dieser Zunft. Aber auch für die «holzlosen» in dieser Sparte. Bei letzteren könnten Weininteressierte lernen, wie der Chardonnay eigentlich richtig schmeckt. In der Weinwelt ist aber schon klar, dass ein anspruchsvoller Chardonnay schon fast zwingend einen gewissen Holzsupport braucht, um seine Anlagen richtig auszuloten. Und dieses Lotmass bestimmt der Winzer.
Wenn er es richtig macht, dann schmeckt das Endprodukt so wie der 2020er Chardonnay von Anjan. Dieser kostet 34 Franken ab Weingut. Und – er ist es auf jeden Fall wert!  
 
2020 Chardonnay, Anjan Boner: Sehr blasses, brillantes Gelb. Offenes, klar ausgerichtetes, die Rebsorte klar betonendes Bouquet, Reineclauden, Golden Delicious, weisser Pfeffer. Sehr ansprechend. Im Gaumen weich, anmutig mit einer wunderschön begleitenden Röstnote, Weissbrotkruste, Mandelmilch im gebündelten Finale. Einer der besten Weissweine des Betriebes. Ich schätze diesen Chardonnay, weil er sehr ehrlich daherkommt und nicht vom Holz erschlagen wird. 18/20 trinken

DER LEADER-BLAUBUGUNDER

Mit der Deklaration «Blauburgunder» setzt Boner ein klares Kommittent zum Bündnerland. Die besten Reblagen von der Auslese werden demnächst bald 70 Jahre alt. Hier beträgt die Produktion jeweils etwa 3‘800 Flaschen. Ausgebaut wird die Auslese in ein- oder zweijährigen Fässern für jeweils etwa neun Monate.   

2018 Blauburgunder Auslese, Anjan Boner: Erstaunlich dunkles Rot mit blauen Reflexen. Dunkelfruchtiges Bouquet, Pflaumen, schwarze Kirschen, zarte Fliedernoten und ein minimer Kräuteransatz. Im Gaumen samtig, füllig mit schöne Souplesse, wahrlich burgundisch. André meinte, er schmecke irgendwie nach Beaune. Diese These kann ich unterstützen. Er schmeckt irgendwie nach recht grossem Beaune! Bravo! Jetzt erstmals genussreif mit mindestens fünf Jahren weiterer Garantie. 18/20 trinken

Wir haben den bald 40jährigen Anjan Boner als pragmatischen Winzer kennen gelernt. Einer der die Grenzen nicht auslotet, sondern durchaus Kompromisse für seine Kunden eingeht. So hat er bei den immer noch klar ausgerichteten Weissweinen die Säuren in den letzten Jahren etwas gebremst. Dies Rotweine reflektieren genau das, was man von sehr guten Bündner Weinen erwartet. Zudem sind die Qualitätsstufen mit separaten Bezeichnungen und dazu passenden Preisen klar deklariert.

Der Betriebsbericht von René Gabriel: www.bxtotal.com  / Die Weine von Anjan Boner: www.anjanboner.ch

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DONATSCH «COLLECTION PRIVÉE»

Der Pinot-Noir Privée gilt als exklusivster Pinot Noir der Schweiz! Einerseits wurde bis jetzt jeder Jahrgang von anerkannten Juroren mit Bestnoten belegt. Andererseits sind die Mengen streng limitiert. Bei der 100. Weinbörse-Auktion wurde die höchstbezahlte Flasche vom 2013er mit einem Rekordpreis von 1075 Franken zugeschlagen. Und auch der Jahrgang 2015 erreichte ein sagenhaft hohes Preisniveau. Wie stark die Gebote für den noch nicht lancierten 2018 Pinot Noir Privée von Donatsch sein werden, wissen wir erst im Frühjahr 2022, wenn eine begrenzte Menge im Auktionskatalog erscheinen wird.

André Kunz (Schweizerische Weinzeitung) hat diesen Wein bereits probiert: 2018 Malanser Pinot Noir Réserve Privée, Weingut Donatsch : Konzentriertes, komplexes, frisches, fein mineralisches, sensationelles Bouquet: Himbeeren, Walderdbeeren, Minze, frische Kräuter, Balsaholz, zart Nougat. Konzentrierter, frischer, eleganter, super Gaumen mit dichter, frischer Frucht, konzentrierter, vielfältiger Aromatik und zart cremiger Struktur. Sehr langer, dichter, feiner Abgang. 20/20 2028 – 2060. Und auch René Gabriel hatte diesen sagenhaften, wohl extrem langlebigen, charaktervollen Pinot Privée im Glas und ihn ebenfalls mit der Bezeichnung «Jahrhundertwein» taxiert.

DONATSCH «COLLECTION PRIVÉE»
In der Sechser-Originalholzkiste:
1 Flasche 2013 Pinot Noir Privée, Weingut Donatsch
2 Flaschen 2015 Pinot Noir Privée, Weingut Donatsch
3 Flaschen 2018 Pinot Noir Privée, Weingut Donatsch
OHK persönlich signiert von Martin Donatsch

Jetzt haben Sie die Möglichkeit, alle bisher produzierten Jahrgänge «en Primeur exklusiv» bei der Weinbörse zu erwerben! Und zwar als Tender Angebot. Sie bestimmen den Preis. Je höher Sie bieten, desto grösser ist die Chance, eine Kiste erwerben zu können.
Wie funktioniert dieses Tender Angebot?

Aufgrund der bisherigen Verkaufspreise für die Jahrgänge 2013 und 2015 sowie vorsichtigen Schätzungen vom 2018er kann man von einem ungefähren Marktpreis von 4'000 bis 5'500 Franken für diese limitierte Collection-Kiste ausgehen. Wir haben einen unteren Limitpreis von 2'500 Franken festgelegt. Es ist anzunehmen, dass der Zuschlag dann logischerweise «etwas höher» ausfallen wird.

Sie machen uns bis 31. Januar 2022 Angebote für eine oder mehrere Sechserkisten. Aufgrund der Gebote und den zur Verfügung stehenden Mengen wird ein Mindestverkaufspreis ermittelt. Wer zu tief bietet, geht leer aus. Wer zu hoch bietet, muss nur den durchschnittlich ermittelten Angebotspreis zahlen, auch wenn er höher geboten hat! Es werden diesmal keine Lot- und auch keine Kommissionsgebühren seitens Weinbörse verlangt. Hingegen wird zum Verkaufspreis die Mehrwertsteuer erhoben. Es gibt nur die Versandvariante. Die Kosten hierfür betragen CH 20 pro Kiste. (Kein Auslandversand unsererseits, der Transport müsste selbst organisiert werden).

Anfangs Februar erhalten Sie entweder eine Absage oder eine Rechnung. Letzere ist innert 10 Tagen zu bezahlen. Wer leer ausgeht, hat die Möglichkeit an der Frühlings-Auktion in Bad Ragaz «nachzubessern». Dort werden nochmals fünf Collection-Kisten ab Basis-Tender-Preis-Limit versteigert.

Ihr Angebot mit Klick auf: wb@weinauktion.ch  

MEIN TENDER ANGEBOT
Für eine Sechser-Kiste: DONATSCH «COLLECTION PRIVÉE»
1 Flasche 2013 Pinot Noir Privée, Weingut Donatsch
2 Flaschen 2015 Pinot Noir Privée, Weingut Donatsch
3 Flaschen 2018 Pinot Noir Privée, Weingut Donatsch
Biete ich: CHF

Bitte unten vollständige Rechnungs- und Lieferadresse angeben.
Ihr Gebot ist, sofern eine Zuteilung möglich ist, verbindlich. Es können auch mehrere Angebote zu verschiedenen Preisen Ihrerseits erfolgen …

Auf die Privée, fertig, los!
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Ihre Weine an der nächsten Auktion? www.weinboerse.ch

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QUE SENA, SENA?

Der Titel ist abgeändert. Doris Day sang damals «Que sera». (Was wird sein?). Das fragte man sich damals schon auch, also die Chilenen plötzlich ihre neuen «Super-Premium-Weine» aus dem Boden stampften, um um die Gunst der kompetitiven Weltklasse buhlten.

Schnell wurden beachtliche Wertungen erzielt und die Weine wurden gekauft und getrunken. Nicht selten mussten diese «recht bombigen Neulinge» bei Blindproben den Kopf gegen massiv teurere Sparring-Partner herhalten. Und schnitten dabei nicht schlecht ab, was wiederum für preiswerte PR sorgte. Werden diese Weine aber auch gut reifen? Wenige wissen das, denn es ist anzunehmen, dass ein riesengrosser Teil der Produktion sehr jung (zu jung) getrunken werden.

Auf alle Fälle habe ich mir von verschiedenen «Chile-Premiers» ein paar Flaschen aufbewahrt. Am Sonntagabend trinken wir meistens Spanier oder Weinflaschen welche «spanisch» sprechen. Heute entkorkte ich den 1997 Sena von Eduardo Chadwick. Die Farbe am Rand reifend, im Innern immer noch satt und sehr dunkel. Die Nase erdig mit defensiver Süsse. Sind da gar ein paar Trüffelkonturen? Das wäre ja dann eine Berechtigung das Wort «Terroir» in der Beschreibung zu verwenden. Zimt, getrockneter Rosmarin, Eucalyptus, Cassis, Holunder. Also sind – nebst Würze – auch noch gewisse Fruchtresten zu erspüren. Im Gaumen feinstoffig, gut konzentriert, stützende Säure und immer noch eine minime Adstringenz. Ein grosser Wein! Und noch etwas hat er, was mir besonders gut gefällt. Er versteckt seine Herkunft nicht und schmeckt so herrlich nach Chile! 19/20 austrinken

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HERAWINGERT 2019, EIN FÜRSTLICHER 19-PUNKTE-PINOT
 
Audienz in der Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein. Nicht gerade beim Fürsten persönlich, aber immerhin bei seiner Entourage, welche dieses historische Weingut in neue Sphären heben will. Als erstes wurden die Qualitäten in den letzten Jahren deutlich angehoben. Die Preise blieben. Nicht so gut für die Betriebskasse, aber äusserst attraktiv für jene Kunden, welche diese positive Evolution durch Einkäufe realisierten …


Rein äusserlich ist diesem, schon im Jahr 1712 durch den damaligen Fürsten Johann Adam I. erworbenen Besitz nicht viel anzumerken. Das Gebäude gleicht aussen einer klassischen Kellerei und die darin befindliche Vinothek deklariert sich generell als «zweckdienlich». Das Motto könnte vielleicht auch lauten; nur nicht auffallen. So halt im Sinne von Understatement. Wie man es sich vom Fürstenhaus selbst zuweilen auch gewohnt ist.

Wir wurden in mehreren Mails vom Betriebsleiter Stefan Tscheppe angelockt und freundlich zu einem Besuch eingeladen. Sie hätten jetzt önologische Berater aus dem Hause Derrenoncourt und die neuen Weine würden eine neue Qualitäts-Ära dieses immer schon gut geführten Betriebes einläuten.

Ich schob die Einladung immer wieder etwas hinaus. Denn – nach Liechtenstein fährt der Gabriel eigentlich nur, wenn er auf dem Weg nach Österreich ist. Da noch ein anderer Besuch in der Bündner Herrschaft anstand, kombinierten wir den Besuch und so reisten André Kunz (Schweizerische Weinzeitung) und ich am 12. Januar 2022 ins «Ländle».

Der ganze Bericht von René Gabriel: www.bxtotal.com

Eigentlich gibt es da einen «normalen Pinot Noir». Der kostet weniger als zwanzig Franken ab Hof. Aber normal ist/wäre eigentlich anders. Ein herrlich schmeckender, ehrlicher Pinot mit einem authentischen Landweintouch und trotzdem klarem Pinot-Frucht-Absender. Das sind Weine, welche man nicht zwingend prüfend bewertet, sondern ganz einfach mit extra-grossem Vergnügen trinkt.
In der Mitte des Rotweinsortimentes befindet sich der Pinot mit Namen «Bocker». Hier verkosteten wir den reichlich rustikal anmutenden Jahrgang 2018. (CH 28). Irgendwie sucht er seine genaue Orientierung im vorhandenen Angebot und scheint besonders als Essbegleiteter seine wahre  Bestimmung zu suchen.

In nächster Zeit wird dann auch noch ein neuer Super-Premiumwein mit dem Namen 2019 «Grosse Reserve» mit einer Mini-Produktion von zwei Fässern auf den Markt kommen. Der kostet dann so um die 75 Franken. Wir verkosteten eine Fassprobe und attestiertem ihm das schmeichelnde Prädikat «sanftes Pinot-Monster mit beeindruckendem Potential».

Nun aber zum aktuellen Star im Hofkellerei-Sortiment, der hatte es uns ganz besonders angetan. Glück dem Pinot-Fan, der davon ein paar Flaschen ergattern kann, denn es kamen nur 2'700 Flaschen in den freien Verkauf …

2019 Pinot Noir Herawingert Hofkellerei, Liechtenstein: (CHF 35). Mittleres, leuchtendes Rubin. Delikates, royales Bouquet, Sauerkirschen, Waldhimbeeren, Zedernduft, dominikanischer Tabak, zarte Kräuter- und Minzenoten, parfümiert und fein geschichtet. Mit einer schönen Terroir Anzeige im zweiten Ansatz. Sublimer Gaumen mit besonders feincremigem Fluss und zarten, royalen Tanninen, aromatisches, seidiges Finale. Eine Delikatesse mit Finessen und Anmut. Grosser Pinot muss tanzen. Dieser tanzt. Definitiv! Weltklasse aus Liechtenstein! 19/20 beginnen

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CHÂTEAU PAPE-CLÉMENT & COMPAGNIE
 
Wer sich mit Bordeauxweinen intensiv befasst, kommt um den Namen Bernard Magrez nicht herum. Auf seiner Webseite wirbt er für seine Schlösser Château Pape-Clément, Château La Tour Carnet, Château Magrez-Fombrauge, Château Fombrauge und Clos Haut Peyraguey mit dem Slogan «Compositeur des vin rares». So richtig rar sind seine Weine im Markt eigentlich gar nicht. Dafür sehr beliebt! Der Grund dafür; das Qualitätsniveau ist zuverlässig hoch und die Verkaufspreise sind zuweilen nicht nur attraktiv, sondern recht günstig.

Auf seiner stark auf ihn personalisierten Webseite https://bernard-magrez.com verrät er auch, dass seine Bordelaiser Weine eigentlich zuweilen nur als Aushängeschild dienen. Denn, der umtriebige im Jahr 1936 geborene, französische Weinmagnat engagiert sich auch ausserhalb der «Grande Nation» … Er ist auch einer der wenigen der die Hospitalität in Form von einem breiten Angebot von «Oenotourisme» konkret ausgebaut hat und individuelle Verkostungen  mit verschiedenen Packages anbietet. Man kann sogar auf Château Pape-Clément eines der historischen Zimmer für seinen «Séjour Bordelais» buchen. Und als ob es mit Wein noch nicht genug wäre, betreibt er auch Gastronomie und Hotellerie. An der Rue Labottiere 10 in Bordeaux befindet sich das Fünfsterne Hotel «La Grande Maison de Bernard Magrez».


In diesem Artikel geht es jetzt in erster Linie um die Bordeauxweine des Monsieur Magrez. Und um seinen Sohn Philippe Magrez, welcher im Familienclan heute geschäftlich zu den Leadern gehört. Er reiste am Montag, 10. Januar 2022 extra für eine Präsentation in die Schweiz. Genauer gesagt nach Sempach-Station, ins Gasthaus Sempacherhof.

Dort hatte ich am Nachmittag die fast hundert Flaschen entkapselt, entkorkt, auf Korkfehler geprüft und für den Wine&Dine-Abend «einschenkfertig» bereitgestellt. Hanspeter Müller (Bild) leistete am Sonntag Vorarbeit und stellte schon mal alle Flaschen brav hin.





ERSTE ERNTE 1880

Begonnen hatte dieser Magrez Besitz im «hohen Norden» des Médocs mit 15 Hektar. Heute sind es deren 40. Mit rund 60% Merlot im Blend ist die Komposition für einen Wein aus dem linken Gironde-Ufer eher atypisch. Dafür zeigt er viel Charme und ist auch früher zugänglich. Auf dem Etikett steht auch «Premiere Vendange 1880». Damit wird angezeigt, dass es sich um ein altes Weingut handelt. Viele heute sehr bekannte, aber leider nicht klassierte Crus entstanden viel später. Nicht klassiert sind diese oft qualitativ hochstehenden Weingüter, weil das Klassement ja bereits 1855 entstand …
    
2016 Château Les Grandes Chênes, Médoc:  Ein grossartiger Weinwert – unter zwanzig Franken zu haben! 17/20 warten





Kleiner Jahrgang, tolle Menschen. Zwei 1963er unter sich. Philippe Magrez & Karin Gabriel.











BEREITS BEI DER FASSPROBE: 20/20!

2015 Château Papé Clément, Pessac Léognan: Fassprobe April 2016: 50 % Cabernet Sauvignon, 47 % Merlot, 2 % Petit Verdot, 1 % Cabernet Franc.  Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Extrem schwarzbeerig mit Lakritze, vielen Edelhölzern, Rauchnuancen, Guinness-Biermalz und Black Currant im ersten Ansatz. Nach ein paar Minuten kommt eine feine Zimtnuance zum Tragen, Heidelbeerenmark und Tahiti-Vanilleschote. Das Aromenpaket ist in sich gekehrt und bleibt noch etwas im Innern obwohl der Wein auch verschwenderische Ansätze zeigt. Ausgeglichene, royale Adstringenz aufweisend, cremiges Extrakt mit massiver, aber nicht überladener Konzentration, bleibt blaubeerig und hat in sich eine nicht erklärbare Faszination. Trotz der absolut modernen Vinifikation bleibt er irgendwie klassisch. Nach dem Spucken blieb er minutenlang im Gaumen zurück. Und mir blieb dabei förmlich die Spucke weg. Das war mein grösster Pape-Clément als Fassmuster.  Fünf Mal verkostet. Er ist momentan der beste Pessac-Léognan. Mit der berechenbaren Gefahr, dass ihn Haut-Brion oder Mission einmal ein- möglicherweise überholen werden. Aber vor 20 Jahren wird dies nicht der Fall sein! 20/20 warten

2015 Château Papé Clément, Pessac Léognan: In der Mitte dunkles, etwas mattes Purpur. Geradliniges Bouquet mit einem Tanz von roten bis schwarzen Beeren, vor allem Holunder wirkt im Vordergrund, minim dropsiger und laktischer Ansatz, was dem Nasenbild eine feine Süsse verleiht, schön ausladend. Insgesamt aber leider noch nicht viel von dem herzeigend, was in seiner grossen Zukunft zu erwarten ist, aber die grossartige Komplexität ist auf jeden Fall da. Im Gaumen saftig und lang, die Säure ist schon wunderschön eingebunden und die perfekten Gerbstoffe ebenso. Ein sehr homogener, schon fast sublimer Wein mit dramatisch viel Charme. Hat mich als Fassprobe schon gewaltig beeindruckt und jetzt sind all meine Erwartungen in der Flasche erfüllt worden. Power und Finesse in Einem. So wie man es eigentlich nur von den Premier-Crus zwingend verlangt. Es ist kein Verbrechen ihn jetzt schon zu degustieren. Es kann aber ein «Verbrechen» sein, diesen Wein nicht im Keller zu haben und sich Bordeaux-Freak zu nennen! 20/20 warten




JÜNGSTE MAGREZ-AQUISITION

Im Jahr 2012 erwarb Bernard Magrez dieses 8.5 Hektar kleine Weingut im Sauternais. Als erste Amtshandlung reduzierte er den Rebenbestand auf die allerbesten Lagen und avisiert heute eine jährliche Produktion von maximal 10'000 Flaschen. Die Reben liegen alle auf einer Hügelkuppe und der stetige Wind sorgt für eine gute Säurebildung und auch für eine saftige und frische, bekömmliche Note.

2010 Château Clos Haut Peyraguey, Sauternes: Mittleres Gelb. Offenes, floral-fruchtiges Bouquet, Karambole, Mirabellen, weisser Pfirsich und elegant-süsse Anflüge von Akazienhonig. Im Gaumen saftig, tänzelnd und elegant. Da nimmt Mann gerne einen zweiten Schluck! 18/20 trinken.


DAS WAREN DIE WEINE DES ABENDS

2018 Le Clémentin de Pape Clément blanc
2016 Château Les Grandes Chênes, Médoc
2015 Château La Tour-Carnet, Haut Médoc
2018 Château Fombrauge, Saint Emilion Grand Cru Classé
2015 Château Magrez-Fombrauge, Saint Emilion Grand Cru Classé
2015 Château Papé Clément, Pessac Léognan
2016 Château Papé Clément, Pessac Léognan
2001 Château Papé Clément, Pessac Léognan
2003 Château Papé Clément, Pessac Léognan
2010 Château Clos Haut Peyraguey, Sauternes

Der grosse Erlebnisbericht von René Gabriel: www.bxtotal.com


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VIEL RAUCH UM LAFITE-ROTHSCHILD
 
Es gibt da so eine Redewendung. Die heisst; «viel Rauch um Nichts». Das wäre praktisch das Gegenteil des gewählten Titels. Denn – an diesem Sonntagmittag ging es nicht um Nichts, sondern um ziemlich viel …

Nämlich um eine Jéroboam 1989 Château Lafite-Rothschild. Das sind satte, gut gereifte  fünf Liter Premier-Grand-Cru aus Pauillac. Geerntet vor rund 33 Jahren und mittlerweile ziemlich genau seit 30 Jahren in der grossen Flasche schlummernd.

Im obigen Titel geht es aber auch im «Rauch». Genauer gesagt um zwei Brüder mit demselben Familiennamen. Pepi (Josef) und Martin Rauch erwarben diese Grossflasche damals, just nach Auslieferung der Subskriptionen zu einem Preis von 950 Franken. Seither warteten die beiden Rauch’s auf; a.) auf dessen Reife und b.) auf eine passende Gelegenheit.

Gelegenheiten kann man auch konstruieren. Und das kam so. Josef Rauch nahm an der grossen Verkostung von Château Lynch-Bages in Pauillac teil. So nebenbei erwähnte er die ab jetzt im Mittelpunkt stehende Lafite-Jéroboam.

André Kunz spitzte seine Ohren und roch Lunte: «Da könnte Mann doch was machen. Wenn meine Weinfreunde je eine Flasche Lafite mitbringen, sollte doch eine solche Grossflasche locker zu schaffen sein».
Gabriel hörte mit und mailte ein paar Tage später seine persönliche «Lafite-Offerte», verbunden mit einem möglichen Datum.  

Nochmals ein paar Tage später folgte bereits die offizielle «Lafite-Mitbring-Einladung» seitens Kunz und der Sonntag, 9. Januar 2022 war gefixt.

Somit reisten die beiden Gebrüder Rauch als partielle Gastgeber an. Paolo Cattaneo kam mit einem 1955 Lafite. Gabriel offerierte den 1959er. Max Gerstl grapschte in seinem Keller nach einem 1982er. Verena Conte hatte den 1986er mit dabei. Philippe Buholzer vom Old Swiss House steuerte den 1990er bei. Baschi Schwander sprang für ihn als Sparringpartner ein. André Kunz hatte den 1996er im Köcher. Silvio Denz lieferte den 2000er. Jörg Studach lieferte zwei Flacons, nämlich den 2001er und den 2004er. Sven Fischer sponsorte den 2003er.   

GENIESSEN STATT BESCHREIBEN

Ab und zu trinke ich gerne Champagner. Für mich ist ein solcher Schluck weder eine Aromen- noch Bewertungssuche, sondern eher ein momentanes Glücksgefühl. Besonders wenn das Gebotene dann auch hervorragend schmeckt.

Der 2008 Brut Rosé Vintage, Louis Roederer aus der Magnum wurde von Njomza Gutaj gesponsort. Ein weicher, charmanter Rosé verbunden mit viel Trinkspass. Eine These, welche ich auch beim zweiten Schluck noch fraglos unterschreiben konnte.







1955 Château Lafite-Rothschild: Mattes, rostiges Rot, deutlich aufhellender Rand. Herrliches, fein pfeffriges Bouquet, noch viel rote Pflaumen und ein Hauch von Bündner Röteli (Süsse, Zimt, rotes Kirschenkompott. Helles Leder, dominikanischer Tabak, gibt sich ziemlich vielschichtig und noch absolut intakt. Nobler Médoc-Terroirduft. Im Gaumen immer noch sehr saftig, fein stützende Muskeln, stoffiges Extrakt, minimste Kapselspuren, endet feinaromatisch, mit mineralischem Erd-Eisenton. Sehr gut erhaltende, für sein Alter perfekte Flasche! 18/20 austrinken




ROTHSCHILD VS. ROTHSCHILD

Konkurrenz ergibt sich meistens, wenn Namensgleichheiten vorhanden sind.
So beim Pichon-Baron oder Pichon-Lalande. Und so natürlich auch bei den beiden Rothschild-Premiers. Lafite und Mouton!

Vergleichbar sind diese eigentlich schon. Denn – bei beiden handelt es sich a.) um Premier Grand Crus aus dem Pauillac. Und zudem sind; b.) die beiden direkt angrenzende Nachbarn.

Wenn man die beiden Kontrahenten aber direkt im Glas vergleicht, so können diese unterschiedlicher fast nicht sein. Der Mouton ist so zusagen der «Elefant im Weinladen». Den Lafite könnte man als das «scheue Reh zwischen den Reben» bezeichnen.
Würde man diesen Vergleich beim Jahrgang 1982 anstellen, so wäre die These perfekt. Beim Lafite ist «Diskretion zugesichert». Er kommt zaghaft aus dem Glas und man muss seine Konversation suchen, um mit ihm Eins werden.  (Unten im Bild: Sponsor Max)
 
1982 Château Lafite-Rothschild:
Immer noch recht dunkles Weinrot, wenig Reifetöne, minim aufhellender Rand aussen. Delikates, nicht aufdringliches Bouquet. Will heissen; man muss dem Wein entgegengehen. Nach und nach setzt er Aromen duftigen frei. Unten Teernuancen, Sommertrüffel, dann pflaumige Fruchtnoten, Damassine, Earl-Grey und Assam-Nuancen. Generell absolut nobel und irgendwie auch erhaben in seiner Grösse mit gleichzeitiger Bescheidenheit. Im Gaumen samtig, elegant, zart füllig und cremig. Die Tannine sind perfekt gereift und der Wein endet mit einer schon fast dramatisch anfühlenden Nonchalance. Ein Billitis-Lafite, den man noch Jahrzehntelang geniessen kann/könnte! 20/20 trinken

CHÂTEAU LAFITE MIT VIEL RAUCH

Auf dem Bild die Gebrüder Rauch. Links Josef, rechts Martin. In der Mitte, die grosszügige, fünflitrige Jéroboam vom Lafite 1989.

Ein Santé für drei Stunden …
 
1989 Château Lafite-Rothschild: Jéroboam, 5Liter! Sattes, dunkles Purpur mit minim lila Reflexen. Die extrem tiefe Farbe lag auch wohl daran, dass sich in meinem Glas ein guter Dezi befand. Dunkles Bouquet, strahlt von der ersten Sekunde an den heissen Jahrgang aus. Dies in Form von Korinthen, Kandis, Coulure, Rebwurzholznoten, Brazil-Tabak, dunklen Edelhölzern und kaltem, frisch geröstetem Arabica-Kaffee. Und auch kalter Rauch ist zu ergründen. Nomen est also omen! Denn diese Flasche, welche etwas nach Rauch duftete, wurde ja schliesslich auch von den Gebrüdern Rauch angeliefert. Er geht mit jedem neuen Nasenkontakt fast noch mehr in die Tiefe. Er öffnet sich nach und nach und zeigt so sein weiteres Potential. Nach zwei Stunden duftete es nach frisch aufgeschnittenen getrockneten Feigen und kandierter Himbeerkonfit und Haselnussgebäck (Linzertrote). Im Gaumen ein Mund voll Pauillac der Sondergüte. Cremig, füllig, reich, immer noch royal adstringierend und somit eine lange, weitere Genusstrecke vorgebend. Das Finale bündelt sich und formiert sich mit viel Aromendruck mit Cassis, Damassine Pflaumen. Beim genüsslichen Schlürfen gibt er das typische, absolut geniale Lafite-Parfüm frei, welches man bei ganz grossen Jahrgängen findet. Sehr nachhaltig in seiner Retro-Olfaktion. Also auch hier! Ein besonderes Privileg diesen Wein trinken zu dürfen. Noch ein grösseres Privileg, ihn aus einen Grossflasche geniessen zu dürfen und sich dabei, ein paar Mal hemmungslos nachzuschenken. 20/20 trinken



ZIEMLICH GROSSE ÜBERRASCHUNG

Er kam gut sehr weg, war irgendwie jünger wie der Lafite 2000 und er ist/wäre fast halb so teuer. Zudem weiss man beim 2001er genau was man im Glas hat. Nämlich einen gross-artigen, immer noch lagerfähigen Bordeaux der Sonderklasse. Klar ist der Preis mit rund 800 Franken schon lange kein Schnäppchen mehr. Die Genuss-Garantie, welche hinter diesem Wein steckt, scheint nahezu beispiellos.


Der grosse Gabriel-Genussbericht auf sieben PDF-Seiten ...











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WAS BRINGT DAS JAHR 2022?

Im späten Frühling, genauer gesagt Anfangs Mai, werde ich die erste AHV-Rente erhalten. So Gott will. Und wie lange dies der Fall sein wird, weiss ich heute noch nicht. Vielleicht werde ich es selbst nie erfahren, wenn diese Zahlungen dereinst gestoppt werden. Einerseits freue ich mich auf diese Zeit. Andererseits begegne ich der offiziellen Pension mit Respekt, aber auch einer gewissen Angst. Denn – statistisch gesehen – hat diese letzte Phase noch niemand überlebt.

Da ich ab und zu auf meine weiteren vinösen Tätigkeiten angesprochen werde, tue ich hier kund, wie ich meine nächsten Jahre so in etwa angehen will/möchte …

Weingabriel GmbH: Weinevents finden weiterhin statt, wenn auch in reduzierter Form. Vielleicht gestalte ich diese etwas weniger populär, respektive etwas exklusiver. Das Problem ist, dass ich einerseits meinen Kellerbestand mit Verkostungen reduzieren möchte. Andererseits befinden sich nicht wirklich wahnsinnig viel günstige Bouteillen im alarmgesicherten Keller. Einen Weinverkauf in grösserem Umfang plane ich nicht. Ich finde es – nicht ganz unegoistisch gesehen – viel schöner Weine an Proben zu «verkaufen» und gleichzeitig auch mitzutrinken. Nicht wenige, etwas grössere Positionen, habe ich mir als «siebte Säule» angelegt. Will heissen, das sind nicht nur Kisten nach dem Motto: «Kluger Rat - Notvorrat», sondern auch langfristige Kapitalanlagen. Die scheinen mir im Keller attraktiver und spannender als das Geld auf einem Bankkonto mit androhenden Negativzins zu «lagern». www.weingabriel.ch

Gabriel-Glas: Da wirke ich eher passiv, respektive als Gallionsfigur und Promotor. In der Schweiz dirigiert meine Frau Karin mit ihrem Familien-Team äussert erfolgreich das stetig wachsende Business. Und im Hauptgeschäft in Hallein, führt Alfred Herlbauer seit nunmehr bald 12 Jahren das boomende Geschäft (wir sind aktuell in über 45 Ländern vertreten!) mit seiner tolle Crew. Leider hat sich mit der Pandemie auch ein gewisser Produktionsengpass ergeben. Einerseits wegen der deutlich vergrösserten Nachfrage. Andererseits wegen «Beschaffungsmangels». Hier möchte ich zukünftig vermehrt unsere Importeure besuchen und kennenlernen. Mich für die gute Zusammenarbeit bedanken, falls Reisetätigkeiten überhaupt möglich sind. www.gabriel-glas.com

Weinbörse GmbH: Hier bin ich bereits kürzergetreten und habe meine Anteile an die anderen Partner verkauft. Ich bleibe aber Ambassadeur, Berater und werde noch ein paar Jahre den Auktionshammer schwingen. www.weinboerse.ch

Webseite bxtotal.com: Noch immer loggen sich fast tausend Abonnenten auf dieser Plattform ein. Im Jahr 2021 habe ich 57-PDF-Artikel verfasst. Dies mit einem geschätzten 450-Seitenumfang. Jede neue Weinprobe ergibt auch wieder eine neue Story und viele Degustationsnotizen für die Suchmaschine. Seit ein paar Jahren sind auch die Bewertungen von André Kunz auf einer separaten Plattform einsichtbar. Ein paar Jahre machen wir das noch in dieser Form. Das mögliche Ende oder ein allfälliger Verkauf dieser Homepage wird aber irgendwann Realität sein. www.bxtotal.com

Immobilien: Seit rund dreissig Jahren habe ich mir ab und zu eine Wohnung gekauft. Mit einer Teilauszahlung der Pensionskassengeldern habe ich Ende 2020 eine Immobilienfirma mit dem Namen ALLGA-IMMO GmbH gegründet und ein paar weitere Objekte erworben. Aus steuerlichen und erblichen Gründen werde ich ältere, bisherige Immobilien dort drin integrieren. Die Vermietungen und Verwaltungen mache ich seit jeher selbst und beabsichtige dies auch weiterhin zu tun. www.allga.ch

Das Leben ist schön und bleibt hoffentlich auch noch eine gute Zeit so. An dieser Stelle bedanke ich mich bei meiner geliebten Karin, meiner tollen Familie, Verwandten, Freunden, Kunden, Interessenten u.s.w.
Ein sehr guter Freund von mir sagte einmal konsterniert: «Erfolg ohne Freunde ist Scheisse!». Genau so ist es. Eine solche Situation ist mir, Dank Euch allen, glücklicherweise erspart geblieben. Immer auf der Suche von einem hohen Mass an Zufriedenheit!

Auf ein zufriedenes, erfolgreiches 2022 für Euch Alle. Alles Gute aus Eschenbach!

René / René Gabriel

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