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Was so alles im Jahr 2024 bisher passierte ...


Mein Vorsatz für 2024? Die Einfachheit perfektionieren!

Informationen zu ganz vielen Weinerlebnissen und Lebenserkentnissen findet ihr auch im Archiv ...


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EIN PENSIONIST GEHT IN RENTE


 
Es tönt gleich und es ähnelt sich auch eigentlich in deren Praxis. Und doch ist es nicht ganz dasselbe. Zumindest im Fall von Weinfreund Jörg Studach. In Pension ging er schon vor ein paar Jahren. Rentner wird man erst, wenn man seine erste Rente bekommt. Das war bei ihm im Januar 2024 der Fall. Dieses hart verdiente AHV-Geld hat er aber nicht auf die hohe Kante gelegt, sondern mit seinen engeren Freunden am letzten Tag des erwähnten Monats lukullisch entsorgt.



Blättern wir ein paar Jahre zurück. Da hatte Jörg die Chance, seine Anteile der Firma Softec im Rahmen eines Management Buyouts zu verkaufen. Dieses Portefeuille erlaubte ihm, vorzeitig «in Pension» zu gehen bzw. seine beruflichen Tätigkeiten stark zu reduzieren. Trotzdem musste er der AHV natürlich brav weiterhin Geld überweisen, um später diese AHV-Rente zu erhalten.
Die «Alters- und Hinterlassenenversicherung» bildet die staatliche Säule des schweizerischen Dreisäulensystems zur Sicherung des finanziellen Grundbedarfs im Alter.

Der frühere Bundesrat Hans Peter Tschudi wird als «Vater der AHV» bezeichnet, welche im Jahr 1948 lanciert wurde.
Die Formel ist heute genauso, wie damals: Wer «zu viel» einbezahlt kriegt die Maximalrente. Wer «genug» einzahlt, kriegt auch die Maximalrente. Wer «zu wenig» einzahlt, kriegt eine Teilrente. Wem die Rente nicht fürs Auskommen reicht, kann Ergänzungsleistungen beantragen.

Jörg gehört zu jenen Grosseinzahlern, welche wohl weit über 100 Jahre alt werden müssten, damit das einbezahlte Geld wieder vollständig zurückfliessen könnte. Also ist der Studach ein besonders «sozialer Einzahler».

Die allerersten 2’450 Auszahlungsfranken spendete er für einen guten Zweck. Nämlich dem Erhalt von bereits bestehenden Freundschaften. Er lud zum Gourmetlunch und Weinbüffet ins Restaurant Reussbad Luzern. Wer sich mit gastronomischen und önophilen Grundkosten auskennt, kann sich schnell ausrechnen, dass bei dieser Einladung auch «Folgerenten» angeknackt werden müssen …

2005 Château Léoville-Poyferré, Saint Julien: Die Farbe; fast Schwarz. Das Bouquet gibt sich besonders dunkel, heisst; schwarzes Pfeffermehl, Brombeeren und Rauch. Also setzt dieser Poyferré nasal deutliche Cabernet-Akzente. Im zweiten Ansatz Minze, Eucalyptus. So erinnert das Nasenbild auch etwas an Kalifornien. Im Gaumen fest, mit Biss, kräftiges Finale. Ein charaktervoller Saint-Julien, den man blind auch in der Region Saint-Estèphe suchen würde. Kam sehr, sehr gut an in der Tischrunde. 19/20 beginnen





TURMBAU ZU BORDEAUX

Der Turm auf Chateau Gruaud-Larose ist modern und passt wie eine Faust aufs Auge zum Rest des Weingutes. Aber immerhin bietet er eine tolle Aussicht über die Rebberge.

2006 Château Gruaud-Larose, Saint-Julien: Mittleres Weinrot, am Rand aufhellend.  Wunderschöne Zedernwürze, heller Tabak, Lakritze und dunkelbeerige Fruchtresten. Im Gaumen erstaunlich fein, perfekte Balance und sehr angenehm von der Adstringenz her. Ein royaler wunderschöner, erhabener Bordeaux. Diesen bald 20jährigen Wein kann man noch unter 100 Franken kaufen. Ab jetzt ein Punkt mehr wie früher. 19/20 trinken

P.S. Während meiner Zeit als Einkaufschef bei Mövenpick kaufte ich manchmal bis zu 40'000 Flaschen pro Jahr für die Subskription.




EINE ZIEMLICHE 2008ER-SENSATION

Dieser Jahrgang bekommt bei mir durchzogene Bewertungen. Der Bewertungsschnitt liegt so etwa zwischen 16 und 17 Punkten. So richtig grosse Weine gibt es da leider nicht viele. Ein paar aber schon. Und da gehört dieser ausser-gewöhnliche Figeac dazu. Er bekam bei mir schon als Fassprobe 19/20. Heute noch eine sehr gute Kauf-Empfehlung für Ungeduldige, denn die Reife ist jetzt erstmals vorhanden …
 
2008 Château Figeac, Saint-Emilion: Sanft aufhellend mit minimen Reifetönen. Offenes, wohltuendes Bouquet; Birnenweggenmark,  Caramel, Dörrpflaumen, Vanille, Earl-Grey-Tee, und Kaffee im Duft. Im Gaumen malzig, weich, cremig- Die Gerbstoffe sind sehr anschmiegsam. Einer der besten Weine dieses nicht einfachen Jahrganges. 19/20 trinken




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EINE IMPOSANTE 2009-LEGENDE

Welches waren meine drei allerbesten Weine an diesem Lunch? Es sind die gleichen Drei. Montrose, Montrose und Montrose!!!
 
2009 Montrose, Saint-Estèphe: Für die Farbe gibt es fast nur ein Wort; Schwarz!!! Klar sind da auch noch ein paar rote Reflexe dabei, aber Schwarz dominiert eindeutig. Die Nase nobel, gewaltig tief, Pumpernickel, Black Currant, Lakritze, Trüffel und Heidelbeeren. Bereits nasal ist die absolute Sensation vorhanden. Im Gaumen mächtig, imposant, adstringierend und noch viel weiteres Potential aufzeigend. Doch dieser Montrose ist komplett unnahbar. Er kommuniziert und die Tannine weisen einen ersten Charme auf. Das Finale ist endlos. Dieser Wein ist schlicht und einfach perfekt. Ein bewegender Genussmoment! 20/20 trinken


Der Péby Faugères - auch mit 20/20 und die anderen Weine? www.bxtotal.com weiss es ...

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LASAGNE ESSEN & LAS CASES TRINKEN
 
Hast Du es gemerkt? Schau doch den Titel nochmals genauer an. Richtig - zwei Mal ist LAS etwas grösser geschrieben als die anderen Buchstaben. Das dient dem Wortspiel der Thematik von diesem Montag-Event. Die Idee kam von Baschi, der gleichzeitig als Gastgeber fungierte. Er lieferte den LAS Cases und seine Frau Sue die hausgemachte LASagne.

Damit sei auch wieder mal auf sie Symbiose von Essen und Wein hingewiesen. Meiner Ansicht generell eine oft gehemmte Variante es allen recht zu machen. Ich finde diese Zwangsformel oft übertrieben und würde mir zu dieser Thematik gerne etwas mehr allseitige Toleranz wünschen.

Aber eine meiner Gabriel-Lieblingsformeln kommt bei diesen beiden Elementen ganz gross zur Geltung.

Mein Wein-Food-Verbindungs-Motto ist nämlich entweder «Teuer trinken und günstig Essen». Oder halt umgekehrt.  
Was ich damit meine? Zu einem teuren Wein kann man durchaus ein kaltes Plättli essen. Oder bei einem Spitzenkoch zum teuren Menu einen eher günstigen Wein bestellen. Falls es sowas dann vor Ort wirklich auch gibt.

Warum ich diese Formel entwickelt habe? Meist reicht die persönliche Genusskapazität gar nicht für beide Elemente aus. So kann man sich bei einer teuren Flasche gut auf den Wein konzentrieren und beim teuren Menu auf die vielen Speisengänge.
Auch die Variante günstigen Wein und günstiges Essen würde ich gelten lassen. So nach dem anderen Gabriel-Motto: «Es muss nicht immer weiss Gott was sein». Oder wie es Oscar Wilde einmal zitiert hat: «Die Einfachheit ist die Sehnsucht der Komplizierten.»

Bei einem Stück Käse und einem Glas Dôle kann man sich selbst sehr gut beweisen, dass man nicht zu den Etepetete-Snobs gehört.
Wichtig ist, bei Allem, was man isst oder trinkt; man muss es bewusst machen. Man muss es selbst erleben. Sich Zeit nehmen, runterfahren, sich darauf freuen. Sich in Demut üben. So lange nicht jedem Menschen der Zugang Trinkwasser garantiert werden kann, ist alles andere was trinkbar ist oder mit fester Nahrung zu tun hat ganz und gar nicht selbstverständlich. Think about it!

1978 Château Léoville-Las Cases, Saint-Julien: Noch immer eine recht jugendlich wirkende Farbe, nur wenig Reifetöne am Rand. Die ersten Sekunden vom Nasenbild erinnerten mich spontan an die Holunderblütenbonbons von Ricola. Da war so etwas Frisches, Kräutriges im Bouquet. Und – ebenfalls nur ein paar Sekunden lang – waren blaubeerige Primäraromen zu finden. Hoch aromatisch, mit mittlerem Druck. Im Gaumen hat er in den letzten Jahren etwas abgespeckt. Wobei so richtig füllig war er eigentlich nie. Das würde auch gar nicht zum Jahrgang passen. Er ist schon lange auf dem Genusspeak und verteidigt diese Phase schon erstaunlich lange. Macht unerhört Spass. Zusammen mit dem Pichon-Lalande bildet dieser Las Cases die Qualitätsspitze aller 1978er Bordeaux. Was ich damit behaupten will; alle Premiers können hier nicht mithalten. Die Klassement Pyramide ist nicht immer logisch und hier heisst es: «Die Ausnahme bildet die Regel.» 18/20 austrinken

MEHR PAUILLAC WIE SAINT-JULIEN

Meine These ist, dass ein Saint-Julien in der Regel eine Art «verdünnter Pauillac» ist. Was ich damit meine? Geschmacklich nähern sich die Saint-Juliens oft ziemlich genau einem Pauillac an. Nur der Körperbau wirkt dabei  minim leichter, dafür etwas eleganter. Wenn aber ein Saint-Julien besonders dicht und fleischig ist, dann geht er dann schon in Richtung Pauillac. Der 1989er Las Cases liefert den Beweis für diese Theorie …
 
1989 Château Léoville-Las Cases, Saint-Julien: Innen von unglaublich dichter Farbe, aussen feiner Reiferand mit sanft ziegelroten Reflexen. Die ist Nase dicht, schier bullig, sehr kompakt und mit viel Druck ausgestattet. Man findet Spuren zum heissen Jahrgang, dies in Form von Korinthen und Dörrpflaumen. Im zweiten Ansatz: Lakritze, getrocknete Heidelbeeren und Trüffel. Im Gaumen voll im Fleisch, konzentriert und mit enormem Druck im imposanten Finish. Das war für mich der absolut beste Wein des Abends. Ein Weinhändler hatte noch vier Flaschen zu 175 Franken im Angebot. Hatte! Die sind jetzt auf dem Weg nach Eschenbach. 19/20 trinken







STILTON UND PORTWEIN

Der 1991 Quinta de Terra Feita ist für mich besser als der «richtige Taylors». Eine Portlegende. 20/20 trinken






AND THE WINE-OSCAR GOES TO …

Eschenbacher Weinwanderer Jasskönig. Auf dem Bild sieht man den strahlenden Sieger Jürg Richter. Er holte den zweiten Titel. Letztes Jahr gewann Hugo Gabriel. Bärti Stocker lag heuer nur grad einen winzigen Punkt hinter Jürg.
Ferner liefern …
Im zweiten Rang: Bärti Stocker
Im dritten Rang: Baschi Schwander
Im vierten Rang: Hugo Gabriel
Im fünften Rang: Philipp Buholzer
Im sechsten Rang: Guido Rast
Im siebten Rang: René Gabriel
Im achten Rang: Robi Hocher

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Wenn zwei Genussmenschen an einem Strang ziehen, dann verdoppelt sich das gefühlte Erlebnis. Das war das Ziel vom geplanten «Linner». Linner? Das ist eine Kombination zwischen Lunch und Dinner. Will heissen, der Event begann am Nachmittag und hörte am Abend auf. Ein lukullischer Halbmarathon in sieben Akten. Passiert am Samstag, 27. Januar 2024 an der Sonnenbergstrasse 109 in Zürich. Dort kocht und lebt Richard Kägi. Ein Mann mit viel Lebensmittel-, Gemüse-, Früchte-, Fisch- und Fleischerfahrung. Dieselben Kenner-Attribute könnte man bei ihm bei Allem, was flüssig ist ebenfalls auflisten.

Kennengelernt habe ich den Richi bei einem gemeinsamen Lunch bei Werner Tobler in Hildisrieden. Wir hatten das Heu schnell auf der gleichen Bühne. Dort ist dann auch relativ spontan die Idee zu einem gemeinsamen Event entstanden.

100% MERLOT, 100% NEUE BARRIQUEN - EIN AUSTRIA ROTWEIN MUST!


2015 Merlot Saturio Ried Bügel, Garagenwinzer Nikolai: Magnum. Sattes Rubin-Purpur. Intensives Fruchtbouquet. Rote Kirschen und Waldhimbeeren wechseln sich im Reigen ab, dahinter Hagebuttengelee, Parisette Brot und Vanille. Man muss ihm nicht entgegen gehen, denn er gibt sich sehr kommunikativ und versprüht seine primären Nuancen in verschwenderischem Masse. Im Gaumen geht es mit der roten Frucht nahtlos weiter, samtenes Extrakt und gebündeltes Finale. Ich bin mir nicht so sicher betreffend seiner effektiven Reifephase. Wer ihn aber jetzt (schon?) trinkt, macht garantiert keinen Fehler. 19/20 trinken

2016 Merlot Saturio Ried Bügel, Garagenwinzer Nikolai: Magnum. Mitteldunkles Granat mit zart rubinem Rand. Offenes Bouquet, viel rote Frucht, Pflaumen, Erdbeeren, Kirschen, aber auch eine subtile Würze mit fein durchzogenen Kräuternuancen. Ein Hauch Milchkaffe deutet auf minim laktische Züge hin. Mit jedem Kontakt kommen neue, feine Aromen Schichten dazu. Im Gaumen zartfleischig. Er zeigt noch eine gewisse Adstringenz und deutet so sein weiteres Alterungspotential an. Während der 2015 schier etwas burgundisch daherkommt, weist hier der Grundcharakter eher in Richtung Pomerol. Er scheint auch ein besserer Food-Sparringspartner zu sein. Zwei Stunden dekantieren. 19/20 beginnen

FILTRIEREN NÜTZTE NIX

Er wollte einfach nicht. Hatte definitiv keinen «Zapfen», aber halt einen Bock. Das ist beim Mouton 1983 halt leider manchmal so. Und beim 1986er und 1988er auch. Die gute alte Zeit war halt manchmal nur die alte Zeit. Ohne gut!

1983 Château Mouton-Rothschild: Magnum. Aufhellendes, etwas rostig wirkendes Granat mit dem Alter entsprechenden Reifereflexen. Reduktives, bockiges Bouquet mit minimen Spuren von Kontaminierung. Torf, Malz, Korinthen, Rauch, schwitzendes Leder und auch feuchter Keller. Zeigt aber Konzentration und eine gewisse Tiefe. Das ist wieder mal so ein Nasenbild wie es dieser Mouton nicht selten zeigt und man nicht sicher ist, ob er korkt oder wieder mal seine «andere, leider weniger attraktive Seite» dokumentiert. Im Gaumen mürbe, wirkt mehlig, aber gleichzeitig sehr konzentriert. Die Grösse ist da. Der Spass kommt vielleicht mit dem Dekantieren. Hoffentlich. Schauen wir mal. Er blieb nach ein paar Stunden in der Folge leider «stinkig». Also keine Bewertung. 

ZWEI MAL 19-PUNKTE!

Das waren zwei tolle Magnums. Sehr unterschiedlich. Der Valandraud 1998 voller Power. Der Lafleur 2001 voller Finessen. Manchmal ziehen sich Gegensätze an. Oder jeder bleibt für sich gewaltig ...

Wie alle Weine und das Essen vom Event Kägi & Gabriel schmeckten findet man im grossen Bericht von René Gabriel auf www.bxtotal.com




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WIE HAST DU ES SO MIT AL DENTE?

In Teneriffa besuchten in einem wirklich guten Italiener. Super Service. Tolle Gerichte. Als absoluter Hit wurde dort als Hauspezialität Spaghetti Carbonara mit dem verheissungsvollen Attribut «unique Carbonara» angeboten. Da die vorgängigen Portionen generell klein waren, orderte ich mir – statt Dessert – dieses italienische Hauptgericht. Ich war happy, dass sich die georderte Ration dann optisch den mengenmässig den vorgängigen Mengen angliederte.

Mit Neugier nahm ich den ersten Bissen. Al dente? Damit mein man, gemäss Wikipedia: «(italienisch dente „Zahn“; deutsch „für den Zahn (spürbar)“) ist in der Küchensprache der Ausdruck aus der italienischen Küche für die Zubereitung insbesondere von Teigwaren (Pasta), aber auch Reis und Gemüse, die so gegart sein müssen, dass ihr Kern noch nicht ganz weich ist..».

Meine Spaghetti boten von der Konsistenz her einen echten Sparringspartner mit meinen Zähnen. Vom Querschnitt her waren die innen mehr weiss wie leicht gelb, respektive transparent. Also befanden sich diese zwischen noch nicht gekocht und nicht richtig gekocht. Wie auch immer. Der wie in der Karte beschriebene knusprige Bauchspeck schmeckte wie aus dem Wasser gezogen. Die Sauce bestand gefühlt nur aus reinem Eigelb. Auf die Frage, ob ich da noch etwas Reibkäse bekommen könnte, antwortete mir der Chef de Service, in der Sauce sei schon genügend Käse integriert worden. Ich musste das Gericht nicht bezahlen, aber es blieb leider ein schaler Geschmack zwischen meiner ordentlich vorgetragenen Reklamation und dem Chef de Service hängen …

Zugegeben, ich bin eher der «Weichmacher» von Teigwaren. Da bleibt die Sauce besser kleben. Al dente? Also lieber nicht! Dies, obwohl die Gabriels eigentlich urtümlich aus Italien (Centovalli) stammen. Also koche ich alle Teigwaren etwas länger als angeben. Dann schütte ich diese ab, lasse noch ganz wenig Wasser drin und stabilisiere diese – nebst persönlichem würzen – mit etwas Olivenöl oder Butter und lasse diese bei niedriger Temperatur bis zum Verzehr-Einsatz noch etwas ziehen.  

So richtig al dente mag ich also definitiv nicht. Zudem habe ich gelesen, dass man von Pasta eher zu viel isst. Dann gehen die Dinger auch noch auf im Magen, weil erst dort gefühlsmässig «fertiggekocht wird».
Bin ich der Einzige, der kein «Aldenter» ist? Und nicht gerne al dente isst?     

Foto: chefkoch.de

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10 JAHRE GABRIEL-GLAS SCHWEIZ
 
Begonnen hat es in der Schweiz. Ein paar Jahre früher. Am 1. April 2010 (kein Scherz) präsentierten wir das brandneue, just produzierte Gabriel-Glas, in Zürich an einem Event mit Gästen, Freunden und Journalisten. Doch das Zentrum der Tätigkeiten lag und liegt auch heute noch in Österreich. Nämlich in Hallein, Nähe Salzburg. Dort laufen alle Fäden zusammen. Seit der Gründung ging es stetig - mit konstantem Zuwachs - bergauf. Heute ist das Gabriel-Glas in über 60 Ländern vertreten. Ecuador und Armenien sind die neuesten «Mitglieder».

Auch die Schweiz startete zur gleichen Zeit mit zaghaften Mengen. Aber noch nicht mit einer eigenen Firma. Wir importieren zwar schon Gläser und es gab auch schon eine Webseite, aber der Vertrieb musste nach und nach aufgebaut werden.
Ich fungierte noch als Berater von Mövenpick und organisierte Events und Weinreisen. Karin war damals noch vollzeitbeschäftigt als Geschäftsführerin vom Mövenpick Weinkeller in Zürich-Enge. Mit Erlaubnis der Direktion durfte sie eine Lagerecke benutzen und erste Glas-Pakete in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein verschicken.

Damals wurden alle Gläser noch im weissen Industriekarton angeliefert und jede Design-Verpackung musste mühsam zusammen-gefaltet werden. Die Rechnungen liefen bis 2013 über meine Firma Weingabriel GmbH. Die Aufträge nahmen stetig zu. Immer mehr Weinhändler nahmen das Gabriel-Glas ins Sortiment auf. Auch die Gastronomie hatte dieses Universal-Glas für sich entdeckt. Was als Nebenjob für Karin begann, war nach ein paar Jahren so nicht mehr zu handhaben. Mit einem lachenden und weinenden Auge gab sie ihren langjährigen Job bei Mövenpick auf und wurde Geschäftsführerin und Mitbesitzerin der neuen Gabriel-Glas (Schweiz) GmbH.
Gleichzeitig entstand – nach zweijähriger Bauzeit – Mitte des Jahres 2013 im luzernischen Eschenbach der Neubau an der Unterdorfstrasse: das neue Heim der Gabriels.

Nach dem Motto «Wohnen und Arbeiten» entstanden hier ideale Voraussetzungen für Lager- und Büroräume. Wobei zu erklären ist, dass sich Karins Klein-Office in einer Nische zwischen Lift- und Aussenwand befindet und die Crew reichlich improvisiert am Küchentisch arbeitet. Geht doch!

WE ARE FAMILY

Das Gabriel-Glas ist und bleibt eine Familiensache. Die beiden Firmen Gabriel-Glas Hallein und Gabriel-Glas Schweiz sind seit 2024 in eine Familienholding (ALLGA-CONTI GmbH) integriert und die Kinder Stefan und Melanie sind bereits jetzt schon sorgfältig auf eine spätere Stabsübergabe vorbereitet worden. Doch bis dahin versucht sich der René halbwegs als möglicher Rentner und die Power-Karin ist noch voll «in Duty»!

JUBILÄUM IM BRANDENBERG ZUG
Ein Jahr zuvor starteten die Vorbereitungen für die geplante Jubiläumsfeier. Als erste Massnahme musste ein Datum (13. Januar 2024) gefunden werden, an dem alle Mittglieder des Gabriel-Clans präsent sein konnten. Dann suchten wir nach einer Location, welche a.) relativ zentral gelegen und b.) mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar ist. Von meinen langjährigen «Jass-Eskapaden» und Gelagen mit meinen leider verstorbenen Freunden Guschti Brandenberg und Marino Aliprandi kam mir der Brandenberg (Bild) in Zug in den Sinn. Nachdem ich beim Geschäftsführer Christian Hempel die Reservation gefixt hatte, wurde der Anlass auf meiner Webseite publiziert und via Gabriel-Glas-Kunden beworben.

Nach dem Apéro begrüsste Karin Gabriel die Gäste und stellte während einer Rede von ziemlich genau fünfzehn Minuten ihr Dream- Team vor. Arbeitstechnisch sind das fürs Tagesgeschäft vorwiegend Schwiegersohn Till Rao Farine und Tochter Melanie Margaux Farine-Gabriel. Es sei hier verdankenswerter Weise von mir vermerkt, dass Karin seit Beginn massgeblich für den Erfolg von Gabriel-Glas in allen Belangen hauptverantwortlich war/ist.


WEISSE MAGNUM VON DOWN UNDER

Einen Weisswein vom Jahrgang 2014 wollten wir unbedingt als Vorläufer servieren. Das war ein weit schwierigeres Unterfangen, als passende Rotweine zu finden. Wir beschafften uns ein paar mögliche, weisse Italiener. Die waren alle müde oder fad. Also war das erst mal nix. Dann fand ich ein Angebot von recht vielen Magnums vom Sauvignon Blanc Cloudy Bay 2014 im Markt. Sofort liess ich mir per Express ein Muster schicken und blockierte den Rest. Gemeinsam mit der Glas-Familie verkosteten wir ihn schon am anderen Tag. Und alle waren begeistert. Und diese Begeisterung schlug sich auch im Saal um, als wir diesen Wein zum Apéro und zur Vorspeise (gebackene Felchenfilet mit Salat) servierten.

2014 Sauvignon Blanc, Cloudy Bay, New Zealand: Magnum. Unglaublich frische, brillante Farbe; helles Gelb mit lindengrünem Schimmer. Intensives, duftiges Bouquet mit vielen Noten von Grapefruit, Limetten, Passionsfrucht, Stachelbeeren und weissem Pfirsich, auch grasig-würzige und grüne Paprikanoten spielen mit. Dabei schimmert eine parfümierte, fein salzige Mineralik durch. Vollkommen intakt und man freut sich auf einen ersten Schluck. Saftiger, säurebetonter Gaumen, geschmeidiger Fluss, tolle Aromatik bis zum Schluss. Ein unglaublicher Wein, der sich praktisch zehn Jahre problemlos auf höchstem Genussniveau gehalten hat. Und das wird respektive würde so auch noch ein paar Jahre bleiben, wenn man ihn nicht vorher ausgetrunken hätte. Er hatte qualitativ keine Mühe mit den gebotenen Rotweinen mitzuhalten. Ausser bei der Farbe und dem Geschmack. Was wiederum mehr als logisch klingt. Kam auch beim Publikum extrem gut an. Und bei meiner «Weisswein-Karin». Was wiederum auch logisch klingt. 19/20 trinken

Foto: Schweizer Glas-Chefin Karin Gabriel.  

WIE KOMMT DAS MON CHÉRI IN DEN DOMAINE DE CHEVALIER?

Bei Bordeauxweinen kommt es oft zur Beschreibung von Kirschen und Schokolade. Und wenn beide fast gleich akzentuiert sind, dann erinnert das Ganze an ein Mon Chéri. Von diesem Ferrero-Verkaufsschlager werden jährlich 130 Millionen Kilogramm verkauft.

2014 Domaine de Chevalier, Pessac-Léognan: 9 l Salmanazar. 65% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot, 5%Petit Verdot. Sattes, dunkles Rubin mit lila Schimmer. Das Bouquet ist einerseits recht intensiv, zeigt aber auch schon sehr elegante, minim laktische Ansätze. Rote Kirschen und Aromen von hellen Pralinen erinnern an ein Mon Chéri. Im zweiten Ansatz: Kaffee, Kokosnuancen, Kruste von Weissbrot und helle Pralinen. Das Nasenbild gibt sich sublim-füllig. Sehr charmant im Gaumen, will heissen, die Tannine geben sich gereift, die Balance ist wunderbar, der Fluss cremig und er endet harmonisch und lang. Ein sehr finessenreicher Domaine der Chevalier, der sein Altern in der Flasche zu einer positiven Evolution genutzt hat. Er bietet einen ersten, möglicherweise etwas burgundisch anmutenden Genussspass. Könnte es sein, dass er in dieser Restfruchtphase allenfalls sogar besser gefällt als in seiner späteren Endreife? Oder ist es der mögliche «Salmanazar-Bonus»? 18/20 trinken  

QR-CODE AUF DER KAPSEL

Wenn man auf den Link drückt, so erscheinen alle wichtigen Informationen zu diesem Wein.
So auch die Bewertungen …

Wine-Spectator 94/20 / James Suckling 92 - 93
Decanter: 18/20 / Jancis Robinson 17.5/20
Wine Advocate / Wine Enthusiast 96/100
Fehlt eigentlich nur noch eine wichtige Bewertung. Die von mir. 😉   





2014 Château Léoville-Barton, Saint-Julien: 9 l Salmanazar. 83% Cabernet Sauvignon, 15% Merlot, 2% Cabernet Franc. Recht dunkles Granat, am Rand mit rubinem Schimmer aufhellend. Das Bouquet beginnt zaghaft mit Kirschen und Heidelbeeren, lädt elegant aus und zeigt feine Schichten. Nach ein paar Minuten ist ein Schimmer von Zedernholz spürbar, ergänzt mit Fliedernuancen, blaubeerigen Blüten und schwarzem Pfeffer. Im Gaumen schier seidig im Fluss, die Tannine sind schmeichelnd und die Säure stützt gut. Schmeckt nicht nur klassisch nach Bordeaux, sondern zeigt auch schon viel von der erhabenen Barton-Aromatik. Sehr ehrlich vinifiziert und so schon bald ein optimaler Genuss. Ein möglicher Business Wein. Business Wein? Das sind Weine, welche man am Mittag zum Lunch trinkt und danach noch gut arbeiten könnte. Wenn «Mann» müsste! Liebhaber von Weinbomben werden meine Bewertung wohl nicht so richtig verstehen. Finessentrinker schon! 19/20 beginnen

SALMANAZAR: WIE SERVIEREN?

Es geht einfacher als man denkt. Sohn Stefan machts vor. Die geöffnete Grossflasche auf einer rutschfesten Unterlage schräg halten und den Wein sanft in eine Karaffe mit grosser Öffnung dekantieren.








BORDEAUX IST NICHT NUR TEUER

Vom fantastischen Phélan-Ségur 2014 gib es heute noch mehrere Angebote im Schweizer Markt unter 50 Franken.

Melchiorflaschen habe ich leider nur noch an einem Ort in der Welt gefunden. Und zwar nicht als käuflich erwerbbar, sondern als Ankündigung zur Entkorkung auf meiner Webseite www.weingabriel.ch für diesen Anlass. Somit ist auch die letzte 18-Liter auf dem Globus genüsslich entsorgt worden …

2014 Château Phélan-Ségur, Saint-Estèphe: 18 l Melchior. 64% Cabernet Sauvignon, 36% Merlot. Unglaublich dunkle Farbe; in der Mitte fast Schwarz, aussen dunkles Purpur. Dunkles, würziges, zu Anfang noch etwas reserviertes Bouquet. Von Beginn weg herrscht – von der Aromatik her – eine klare Cabernet-Ansage: Schwarze Pflaumen, Cassis, Brombeeren, eine Nuance Teer und Rauch, welche die Tiefe dieses Weines anzeigen. Im zweiten Ansatz eine Dominanz von Black Currant-Pastillen. Feinfleischiger Gaumen, beeindruckt durch eine unerwartete Konzentration. Gibt sich ausgeglichen, bei noch etwas fordernder Adstringenz, hoch aromatisches, langes Finale. Ein nobler wie auch kraftvoller Saint-Estèphe den man, blind verkostet, vorbehaltslos als Grand Cru einschätzen würde. In dieser Melchiorflasche scheinen noch unglaublich viele Primäraromen eingefangen zu sein. Da ich diesen Wein vor ein paar Monaten auch in der Normalflasche verkosten durfte, behaupte ich, dass diese «Mega-Gross-Flasche» momentan wesentlich besser daherkommt. Gehört sicherlich zu den spannendsten, günstigsten und gleichzeitig auch besten Weinen dieses noch unterschätzten Jahrganges. 19/20 beginnen

BIS ZUM LETZTEN TROPFEN

Ich hatte sehr grosszügig kalkuliert. Es war anzunehmen, dass Besitzer von Gabriel-Gläsern auch gerne Wein trinken. Also nahm ich diese 12er-Kiste vom 2014 Château Faugères eher anstandshalber mit. Die Trinkbilanz über die rund fünf Stunden liess sich aber sehen. Eine Stunde vor Kaffeebeginn musste auch diese OHK noch dran glauben.  Somit wurden von den 73 Teilnehmern folgende Weinmengen verköstigt. Sauvignon Blanc Cloudy Bay 11 Magnums. Je eine Neunliter Domaine de Chevalier, Léoville- Barton und Pichon-Baron. Plus die 18 Liter Phélan-Ségur und die 12er Kiste Faugères. Macht Summa Summarum just nicht ganz einen Liter Wein pro Teilnehmer. Zum Wohl!

2014 Château Faugères, Saint-Emilion: Joker-Wein, Normalflasche. 85% Merlot, 10% Cabernet Franc, 5% Cabernet Sauvignon. Die Farbe immer noch sehr dunkel mit lila Reflexen im Granat. Das Bouquet zeigt würzig-florale Noten, ergänzt durch viel Frucht (Himbeeren, Holunder, Walderdbeeren und Cassis). Eine zart vanillige Süsse schwingt im Hintergrund mit. Im Gaumen gibt er sich im ersten Moment noch dezent kernig und fein pfeffrig. Dann weicht sich das satte Extrakt auf und erzeugt gewinnenden Charme. Entweder eine Stunde dekantieren oder noch zwei, drei Jahre warten. Ein unglaublicher Grand Cru Classé-Wert, welcher – nach bald 10 Jahren Lagerung – in eine recht lange Genussphase mutieren wird. Es ist nicht der einzige Bordeaux, der aufzeigt, dass in diesem klassischen Jahrgang bedeutend mehr steckt, als allgemein erwartet wird. 18/20 beginnen
P.S. Der Faugères 2014 gefiel mir auf einer Bordeauxreise so gut, dass ich im Frühling 2023 ein Sonderangebot kreierte. Insgesamt wurden in der Folge 11 Paletten importiert und verkauft. Das war die allerletzte Kiste. ☹



GOLDAUER GRÜMPELBAND

Unterhaltung und Stimmung pur.

Das ist die Goldauer Grümpelband.







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HOSANNA, HANSPETER & HIRSCHFILET

Der Gastgeber hiess zwar Bärti. Aber dieser Vornamen fängt nicht mit «H» an und passt so halt nicht zur Titel-Trilogie. Also habe ich mit zur Einleitung dieser Geschichte rund um den Bordeaux 2000 vom rechten Ufer (Saint Emilion und Pomerol) den Vornamen des Störkochs Hanspeter zu Hilfe genommen. Das Hirschfilet stammte aus Aargauer Jagd von Freunden. Und der einzige Cru mit dem eingangs erwähnten Anfangsbuchstaben war der Hosanna. Der stammte aus dem Keller vom W1-Besitzer. Dort fand denn auch die gemütliche Jass- und Genussrunde statt. Dies an einem der ersten Tage im hoffnungsvollen Jahr 2024.


ROUGET LIEGT AM JAKOBSWEG

Einer der ehemaligen Jakobswege führte von Paris nach Santiago de Compostella. Pomerol war bereits im Mittelalter berühmt für seine Gastfreundschaft. Dass es heute Wein in dieser Region gibt, war den Römern zu verdanken.
Die Postadresse von Château Rouget erinnert auch heute noch an diese Zeit; 6 Rte de Saint-Jacques-de-Compostelle, 33500 Pomerol.

2000 Château Rouget, Pomerol: Die Farbe ist mit einem mitteldichten Purpur ausgestattet, nur am Rand Reifetöne zeigend. Das Bouquet gestaltet sich schwierig, reduktiv, Pneu, dunkle Rosinen und Liebstöckelaromen. Auch im Gaumen bereitet er nur noch verhaltenen Spass, gibt sich unharmonisch und körnig, endet mit Bitternoten und gibt sich insgesamt leidlich überholzt. Hier sehe ich leider keine positive Zukunft, weil die Gegenwart schon nicht mehr positiv ist. 15/20 vorbei


EINMAL PRO JAHR IN ESCHENBACH
Graf Neipperg gibt sich die Ehre. Und zwar jedes Jahr. Weil Stefan Neipperg jeweils für Primeurverkostungen in die Schweiz reist, verbindet er die Anreise mit einer Einladung der Eschenbacher Weinwanderer. Dort wird erst etwas gewandert und dann in der Jagdhütte gegessen und schöne Weine getrunken. Im Jahr 2023 habe ich diese Foto geknipst. Da spielt der Saint-Emilion-Graf mit dem Hund Eloy unten links. Mit dabei in der unteren Reihe von links; Bündner Winzer Daniel Gantenbein, Maitre Fromager Bernard Anthonny, Faugères-Besitzer Silvio Denz. Oben Baschi, Philipp, Jürg und André.
   
2000 Château Canon La Gaffelière Saint-Emilion:
Immer noch sehr rotfarben und optisch jung wirkend mit Karmesin-Schimmer. Für einen mehr als 20jährigen Wein zeigt er immer noch viel eingefangene Primärfrucht; rote Johannisbeeren, Himbeeren, Walderdbeeren und etwas Brombeeren im Hintergrund. Zarte Röstnoten, Milchkaffee und zart pfeffriger Ansatz. Im Gaumen mit fein stützender Säure, nobel und kräftig zugleich und mit langem Würzfinale ausgestattet. Ein grossartiger Wein der zur Elite des rechten Ufers gehört. Und unter diesen ist dieser fantastische Saint-Emilion einer der preiswertesten. Leider gibt es dazu keine Angebote mehr in der Schweiz. Das kommt wohl daher, weil Bärti alles zusammengekauft hat. Im übrigen Europa gibt es mehrere Offerten unter 150 Franken. Und das ist er heute noch locker wert. 19/20 trinken  

DER JÜNGSTE SPITZENPOMEROL

Die Weinberge sind älter als der Cru! Früher hiess das Weingut Certan-Guiraud und war in den fünfziger Jahren eines der bekannteren Pomerol Weingüter.
Im 16. Jahrhundert liess sich die frühere Besitzer-Familie de May in der Hochebene des Pomerols nieder und pflanzten dort die ersten Weinberge in dieser Region an.  
1998 erwarb die Familie Moueix (Trotanoy, La Fleur-Pétrus etc.) das ehemalige Weingut Certan-de-May und splittete dieses auf.

Ein Teil wurde an den Léoville-Las-Cases Besitzer Jean-Hubert Délon verkauft. Ihm gehört in Pomerol Château Nenin. So wurde diese Parzelle in dieses Weingut integriert.
Aus einem weiteren Teil (100% Merlot) entstand der Cru der Certan-Marzelle. Davon findet man im Markt noch ältere Jahrgänge, weil dies in nicht so guten Jahren das Label des Zweitweines vom ehemaligen Certan-Guiraud war.

Unter der Moueix Ägide entstanden nur zehn Certan-Marzelle-Jahrgänge 2000 bis 2009. 2010 wurde diese Produktion in den Wein von La Fleur-Pétrus integriert. Somit verblieben für den neuen Hosanna noch 4.5 Hektar Rebland mit Toplagen auf dem berühmten Plateau von Pomerol. Bepflanzt sind die sich auf Lehm und Kies befindlichen Flächen mit 70% Merlot und 30% Cabernet Franc. Letztere stammen aus dem Jahr 1956 und bilden das Herzstück von diesem aufstrebenden Weingut, welches sich in den letzten Jahren bei der preislich zweitobersten Pomerol-Elite etablieren konnte.

Firmenintern wird der Hosanna oft als das weibliche Gegenstück zum zuweilen männlich daherkommenden Trotanoy bezeichnet.

P.S. Der Hosanna 2000 bekommt jetzt, in seiner Hochblüte von mir 20/20 Punkte. Wie er schmeckt? www.bxtotal.com weiss es  ...

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