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WAS SO ALLES PASSIERTE IM JAHR 2021 ...

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MOUTON-ROTHSCHILD IM SIXPACK
 
Sixpack kann verschiedene Bedeutungen haben. Geht man in frühere Zeiten zurück, so ist damit ein tragbare Sechsereinheit mit Flaschen gemeint. Im Netz habe ich so ein Sixpack mit Wein gefunden. (Foto unten) Passend zur Erklärung des Begriffs. Aus finanzieller Sicht nicht ganz passend zum nachfolgend beschriebenen Themenabend.

Die modernere Form von Sixpack ist der so genannte Waschbrettbauch bei Männern. Gemäss allgemeiner Beschreibung sei die Muskulatur im Bauchbereich mehrfach gewölbt. Dabei würden in der Regel sechs Wölbungen (drei auf jeder Seite) sichtbar sein.
Bei mir ist nur eine Wölbung zu sehen. Und somit gleicht diese majestätische Erhebung dem «Mouton» von dem nachfolgend die Rede ist. Denn der Namen Mouton stammt vom Begriff «kleiner Berg», was auf Französisch wiederum als «Monton» definiert ist.
Zudem geht es bei Weinbeschreibungen auch um die Körperform. Wenn dieser weinige Körper perfekt in den Gaumen passt, dann ist dies wohl auch ein önologisches Sixpack.

Der Haupttitel ergibt aber auch noch einen anderen Sinn. An diesem Freitagabend im April gibt wurden, im Restaurant Sonne in Seuzach, sechs Jahrgänge von Château Mouton-Rothschild entkorkt. Alles grosse bis legendäre Jahre und alle – bis auf den 1986er – in erster oder perfekter Reife. Dies war die Palette: 1966, 1970, 1975, 1982, 1986, 1996!

ZUVERLÄSSIGER DOM PERIGNON

Auch wenn man ihm zuweilen vorwirft, dass er an zu vielen Hochzeiten tanzt, so ist ein Dom Perignon immer ein sicherer Genusswert, der sich und seinem Geschmack mit Garantie ziemlich treu bleibt.

2006 Dom Perignon: Grünliches Gelb. Geniales Bouquet, frisch gerösteter Kaffee, Kirmesmandeln, generell so richtig nussig, füllige Hefenoten. Im Gaumen lebendig frisch, feines und doch pfeffriges Mousse, hoch aromatisches Finale. Einer der besten Dom Perignon seit Langem. 19/20 trinken


FOTOGRAFIEREN → DEGUSTIEREN

Noch ist das Glas leer. Doch dies änderte sich wenige Minuten später. Ich bat darum die Flaschen vorweg fotografieren zu dürfen. Flaschen ist die Mehrzahl von Flaschen. Scheint mir wichtig dies an dieser Stelle zu erwähnen. Denn für die 21 Gäste wurden jeweils drei Flaschen pro Jahrgang entkorkt. Da war also immer ein richtig schöner Schluck Mouton pro Edition mit im Spiel …

1966 Château Mouton-Rothschild: Mattes, Rot mit deutlichen braunen Reflexen. Erdig-süsses, aber auch trocken anmutendes Bouquet, torfiger Schimmer, Terpentin und Ledertöne. Im zweiten Ansatz; braunes Peru Balsam, Kampfer, Eucalyptus, Malznoten, Guinness-Bier und im Untergrund einen Schimmer Modena-Aceto zeigend. Im Gaumen fleischig, etwas mürbe im Fluss, körnige Resttannine. Ich habe selten einen derartig konzentriert anmutenden 66er-Mouton gehabt. Überhaupt waren meine Notizen der letzten Jahre immer etwas besser als meine früheren Kontakte. 18/20 austrinken

DEBUT VOR VERTRAGSBEGINN

Es war sein erster Arbeitstag in der Sonne. Sommelier Bernard Töngi wird zwar erst Anfangs Mai seine Arbeit offiziell beginnen, doch er machte sein Début bereits mit diesem Mouton-Abend.

Ihm gefiel der 1996er am besten. Da sei so ein richtiger Mouton wie er ihn sich vorgestellt hätte. Und der scheine im Preis-Leistungs-verhältnis irgendwie noch knapp erschwinglich zu sein. Zwar mochte er die alten Jahrgänge schon auch, aber diese seien irgendwie vor seiner Zeit gewesen, meinte der im schwachen Weinjahr 1980 geborene Zeremonienmeister. Auf dem Foto ist er mit der perfekten Magnum vom Jahrgang 1975 zu sehen.  

WAS KOSTET EINE ORIGINAL KISTE?

Einzelne Flaschen von diesem legendären Mouton sind möglicherweise noch für rund tausend Franken im Markt zu finden. Aber eine ganze Kiste ist dann schon etwas ganz Rares. Ab und zu taucht so eine OHK bei bekannten Auktionshäusern auf. Auf der Suche habe ich einen Händler in London gefunden. Arden Fine and Rare Wines bietet für 15'500 englische Pfund eine solche Originalholzkiste an. Macht umgerechnet fast CHF 20'000!  

1982 Château Mouton-Rothschild: Mitteldunkles Granat mit recht satter Mitte. Das Bouquet weiss von der ersten Sekunde an zu faszinieren, Gianduja-Pralinen, Minze, helles Malz, Caramel, passend begleitende Röstnöten. Erhaben und irgendwie gleichzeitig auch vulgär in der Nase. Charmanter, fülliger, cremiger Gaumen, die Tannine verschmelzen auf der Zunge, der Fluss ist weich und der Wein zeigt eine gebündelte Länge mit einer ausufernden Aromatik im extrem langen Finish. Seit einigen Jahren notiere ich diesen Wein auf dem Genuss-Peak. Und dort verharrt er irgendwie auch. Das war eine Mega-Flasche! 20/20 trinken

DER BESTE WEIN DES ABENDS

Beim Fotografieren des Titelfotos bemerkte ich, dass noch rund ein Drittel Mouton 1982 in einer Flasche drin war. Der Gastgeber verteilte den Rest und wir bekamen an unserem Tisch das Depot. Das war die Essenz der Essenz!

TISCHWEIN; ANDERER ROTHSCHILD

Irgendwie switchten wir beim Gespräch auf das Geniessen von Wein in Verbindung mit Essen. Dabei bekannte ich mich zum «Esstrinker». Will heissen; spätestens, wenn der Hauptgang auf dem Tisch steht, will ich ein gut gefülltes Glas vor mir haben, sonst kriege ich die Panik. Weinfreund Mark pflichtete mir bei und so entwickelten wir eine so genannte «Novinophobie».

Dies ist eine moderne Krankheit, welche auf der Angst basiert, dass der Wein am Tisch irgendwann ausgeht. Um dieser latenten Androhung vorzubeugen, bestellten wir eine Flasche Duhart-Milon-Rothschild. Der Gastgeber Stephan hatte unser Gespräch mitgehört und machte von sich aus ein «Upgrade» auf eine Magnum und trank mit.  

2009 Château Duhart-Milon Rothschild: Die Farbe ist tief und noch sehr jung. Die Nase ist interessant. Denn, wenn man den Jahrgang liest, stellt man sich eigentlich auf einen pflaumigen, warmen, allenfalls fast portigen Rotwein ein. Ab er dieser Duhart duftet nach klassischem Bordeaux, nach würzigem, floralen Noten, dunklem Malz und Kandis. Das Erstaunliche ist, dass er dabei im Untergrund so richtig in die Tiefe geht und dabei dunkle Pilze zeigt. Somit sind da in der Tiefe dereinst viele Sommertrüffel zu erwarten. Im Gaumen innen fleischig und konzentriert mit mittelfeinen Tanninen. Aussen vermittelt er aber dann schon den auf 2009er hinweisenden Schmelz. Die erste Reife ist möglicherweise schon da, ab er eine Lebensdauer von mehr als dreissig Genussjahren würde mich da nicht überraschen. Viel Klassik vermischt mit wenig Jahrgangserotik. 18/20 beginnen

Abschluss vom Mouton-Abend in der Sonne (Seuzach) in der Kellerbar! Dort hat man den Einblick in den sehr gut dotierten Weinkeller.

Ich durfte an einem Bowmore Whisky von meinem Jahrgang laben. Eine Sünde wert! 


Der grosse, 7-Seiten-PDF-Bericht findet man auf www.bxtotal.com







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AUKTIONSKATALOG IST ONLINE

Die nächste Wein-Auktion der Weinbörse kommt bestimmt!
Am 8. Mai 2021. Ob online oder live.

Der neue Katalog mit über tausend Lots ist aufgeschaltet.

Rund eine Woche vor Auktion können Sie extern mitbieten.

Immer am Ball bleiben .... www.weinboerse.ch















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SO EIN RICHTIGER KLASSIKER

Vorweggenommen; der 1988 Château Léoville-Las-Cases ist wohl schon lange reif. Und irgendwie scheint er genau dort faktisch stehen geblieben zu sein. So eine Art Saint-Julien-Evergreen. Immer noch kräftig dunkel in der Farbe. Die Nase barock, in die Tiefe gehend, mit Pumpernickelbrot, schwarzen Oliven, Cassisresten, Pflaumen und mit einem an einen Kalifornier erinnernden Schinner von Eucalyptus. Im Gaumen fast, fleischig, markig, robust. Genial als Essbegleiter. Von der generellen Kraft her könnte er durchaus auch ein Pauillac sein. Wie schon im Titel erwähnt. Ein richtiger Klassiker! Der könnte uns auch noch in 10 Jahren nochmals überraschen. 18/20




P.S. Zwischen dem Gabriel-Gold-Glas und der Flasche sieht man meine Karin. Sie blieb aber beim Weisswein und zwar beim 2019 Chardonnay Painted Rock Skaha Bench (Kanada). Auch 18/20. Aber halt etwas jünger ...

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BORDEAUX 2018 -
EIN JAHRHUNDERTJAHRGANG!


Wenn André Kunz ins Schwärmen gerät, dann muss es etwas besonderes sein. Er hat wichtige Referenzweine verkostet und beschrieben. Und nicht nur einmal mit 20/20 taxiert ...

Sein absolutes Kaufmust: Montrose 2018 (20/20)

Der grosse PDF-Bericht auf: www.bxtotal.com



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14 EDITIONEN DUCRU-BEAUCAILLOU

Nach dem Weinwandern war Ducru angesagt. Von 1929 bis 2003. Eigentlich wären es «nur» dreizehn Jahrgänge gewesen. Baschi hatte noch eine Back-Up-Flasche mitgebracht, falls sein 1945er kaputt gewesen wäre. War er aber nicht. Da Bärti nicht über die Reserveflasche informiert wurde, entkorkte er diese. Wer an den Aberglauben glaubt, der wurde von der Unglückszahl 13 somit verschont.

FÜLLNIVEAU-RISIKO

1929 Château Ducru-Beaucaillou: Die Farbe war ausgeflockt und so zeigt sich denn der Rest wie ein in die Jahre gekommener Rosé. Die Nase hatte nicht mehr viel mit Rotwein zu tun, war aber eigentlich noch recht intakt. Im Gaumen weiss ich nicht so recht, weil ich keine Lust hatte, einen Schluck davon zu testen. Das war das Risiko einer nur noch zu zwei Drittel gefüllten Flasche. Keine Bewertung. War auch schon früher bei einem besseren Füllniveau enttäuschend.






JÜRG BRACHTE EINE MAGNUM

Unten links sieht man Weinfreund Jürg Richter im Bild. Ich brachte die kleinste Flasche (ein Halbeli Ducru 1985), er die grösste Flasche; eine 1962er Magnum.

Und die war wirklich sagenhaft gut.
 
1962 Château Ducru-Beaucaillou: Magnum. Sattes, gereiftes Braun-Rot. Das Nasenbild begann mit einem minimen Foxton, so in etwa an rohes Rehfleisch erinnernd, dann wurde er erdig, danach trüffelig und reflektierte einen filigranen, sehr ansprechenden Terroirduft. Im Gaumen elegant und aristokratisch, malzig in der Süsse und von der Körperform her burgundisch anmutend. Im ersten Moment zeigte er sich im Finale noch etwas mehlig, aber das bügelte er mit weiterem Luftzutritt locker wieder aus. Hocharomatisch im langen Finale. Da dürfte wohl auch ein gewisser Magnumbonus das Ganze ins noch bessere Licht gerückt haben. 19/20 austrinken

KRITIK AM KRITIKER

Vor ein paar Jahren erhielt ich eine Mail. Darin wurde ich schon fast ultimativ gebeten, doch den 1982er Ducru neu zu justieren und ihn «richtig zu degustieren». Denn – der sei viel, viel besser als in meinen Büchern und im Webportal bxtotal.com deklariert.

Irgendwie blieb mir diese Aufforderung stets im Hinterkopf und so war ich denn sehr gespannt, wie er sich in unserer Vertikalprobe anstellen würde.
Um ihm genügend Luft zu verschaffen, verkostete ich ihn schon am früheren Nahmittag. Leider war das nix. Auch am Abend rümpften meine Freunde die Nase.



1982 Château Ducru-Beaucaillou: Mitteldunkles Weinrot, fein aufhellend am Rand, innen nur wenig Reifereflexe zeigend. Just beim Einschenken zeigte er sich modrig. Er erinnerte an eine Campingwolldecke im Frühling? Mehr Moos wie Frucht. Erdig, feuchter Eisenbahntunnel. Immerhin ein paar frisch gehackte Kräuter könnte man da auch ausmachen. Es scheinen da aber noch ein paar Spinatblätter mit drin gewesen zu sein. Er wirkte verhockt, böckserhaft. Um ihn etwas aufzuwecken schüttelte ich das Glas, indem ich den Glasrand mit der Handfläche bedeckte. «Instanthaftes Entstinken» könnte man diesen Vorgang auch nennen. Das Resultat war kaum besser. 1982 war doch ein sehr warmes Jahr. Warum merkt man diesen Umstand diesem reservierten, ja gar abweisenden Ducru überhaupt nicht an? Im Gaumen sind die Anlagen an sich gut. Er zeigt Muskeln, eine schier unlogische Säuretextur für diesen Jahrgang und weist viel Fleisch auf. Wie schon bei früheren Kontakten empfohlen, muss man sehr lange Belüften, um daraus einen halbwegs erfreulichen Bordeaux zu erzwingen. Da scheint es verschiedene Flaschenvarianten zu geben. Das war ganz offensichtlich eine der «weniger guten». Pfui! 13/20 trinken

HAT SEIN TIEF ÜBERWUNDEN

1996 Château Ducru-Beaucaillou: Extrem dunkel, fast schwarz in der Mitte. Das Bouquet hat mich fast umgehauen! Dies deshalb, weil ich von früheren Kontakten nicht so viel erwartet hatte. Vor allem zeigt er klar worum es sich hier im Glas handelt; grosser Ducru, klassischer Médoc und beeindruckender Bordeaux in einem Atemzug. Das Nasenbild ist irgendwie diskret und berauschend in Einem, sehr vielschichtig; Graham-Brot, Zedern, Backpflaumen, ein Hauch Vanille. Im Gaumen wunderschön balanciert, feine Tannine, milde Adstringenz, gebündeltes Finale. So gut hatte ich ihn noch nie im Glas und ganz ehrlich gesagt, hätte ich ihm eine so versprechende Evolution bei früheren Kontakten auch nicht zugetraut. Leider kostet er mittlerweile deutlich über 200 Franken. Bei mir ist er mit dem «halben Preis», also mit 100 Franken, im Inventar. Das freut den Besitzer ausserordentlich! 19/20 trinken


GUTE VORBEREITUNG IST ALLES

Wie schon ein paar Mal erwähnt, machen wir unser gemeinsamen Weinwandern immer unter der Schirmherrschaft eines Themas. Meistens bereite ich mich insofern vor, dass ich mit dem Rahmen und ein paar Geschichten schon im Vorfeld vorbereite. Die Vorfreude feiere ich meistens mit einem zusätzlichen Jahrgang aus meinem Keller. So trank ich am Vorabend vom kleinen Ducru-Event mit Karin diesen 2004er …

2004 Château Ducru-Beaucaillou: Tiefdunkles Granat mit bläulichen Reflexen. Das Bouquet hätte ich etwas zurückhaltender erwartet. Es waren aber schon zu Beginn sehr viele, sehr klassische Ducru- und Saint Julien-Aromen da. So deutlich, dass man bei einer Blind-Verkostung grosse Chancen hätte, ziemlich schnell zum Rate Ziel zu gelangen. Bleistiftmine, Zedern, Backpflaumen, Holunder und ein herrlich floraler, mit schwarzem Pfeffermehl durchsetztem Schimmer von würzigem Cabernet. Im Gaumen zeigt er genau das, was ich von einem grossen Ducru und einem grossen Bordeaux 2004 erwarte; viel Aromen bei eher schlankem Körper. Die Tannine sind wunderschön integriert, der Wein tänzelt und liefert doch ein intensives Finish mit langem Aromendruck. Er legte an der Luft stetig zu und wird wohl so ab 2027 erstmals in der richtigen Genussphase sein. In meinem Inventar steht er – vor Jahren gekauft – mit preiswerten 135 Franken. Heute habe ich sogar ein noch billigeres Angebot im Netz gefunden. Der Händler raritaetenwein.ch bietet ihn für unglaubliche 120 Franken an. Auf ihn mit Gebrüll! 19/20 beginnen

Die grosse Ducru-Geschichte auf neun PDF-Seiten: www.bxtotal.com 

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LANCIERUNG HEUTE: WOODWINEBOX ©
(1.4.2021, Gilt nur für Schweiz & FL)

SAINT EMILION FÜR JEDEN TAG!

Die Grundidee ist nicht neu. Es gibt dieses System bereits seit einigen Jahren. Im Markt heisst dieses unweinige Ding «Bag-in-Box». In einem mehr oder weniger hässlichen Karton kann man 5 Liter Wein für den persönlichen Offenausschank kaufen. Dabei unterbieten sich die Supermärkte und andere Anbieter in Qualität und Preis. «Grundidee sehr gut – Angebot; höchst bescheidene Qualitäten!»   

WOODWINEBOX © IST «ETWAS ANDERS»

Das perfekte System für sehr gute Weine in kleinen Mengen! Der Wein ist im Innern der edlen Holzbox, welche der Grösse eine Sechser-Originalholzkiste Wein entspricht. Er befindet in einem gefüllten Schrumpf-Schlauchbeutel, welcher sich permanent der Ausschankmenge anpasst. Vorteil: Keine Oxydation. Diese Holzbox kann man im kühlen Keller aufbewahren und man kann sich – wenn immer Lust dazu da ist – daran laben. Wer die Box in der Wohnung aufbewahrt, kann ein leeres Weinglas in den Kühlschrank stellen. Dann stimmt die Genusstemperatur auch sofort. Durch die oben angebrachten Scharniere lässt sich der Deckel hochklappen und das Nachfüllen, respektive das Ersetzen des Beutels ist ganz einfach.

ERSTER WEIN: PETIT-HAUT-FAUGÈRES

Die Idee entstand vor zwei Jahren, bei einem Nachtessen mit Silvio Denz auf Château Faugères. Wir kamen beiläufig auf «kleine Genussmengen» zu sprechen. Dabei muss ich zugeben, dass ich nicht sonderlich begeistert bin von anderen Ausschanksystemen. Diese funktionieren meist nach dem Motto: «Abpumpen oder Vergasen».

Schon lange hatte ich im Hinterkopf einen anspruchsvollen Wein im «nicht ersichtlichen Schlauchbeutel» anbieten zu können. Silvio meinte, dass so etwas problemlos möglich sei, man müsste sich nur schon vor der Ernte entscheiden. «Wir haben immer wieder kleine, typische Lots vom Merlot, welche zwar wunderschön fruchtig sind, sich aber nicht für den Ausbau in Barriques eignen. Solche Weine kann man jung geniessen und zeigen trotzdem eine schöne Typizität von einem autochthonen Saint Emilion».

Je länger wir darüber diskutierten, desto besser fanden wir die Idee. So ist – erstmals mit fantastischen Jahrgang 2019 – der «Petit-Haut-Faugères» entstanden. Selektioniert von Silvio Denz und dem berühmten Önologen Michel Roland, welcher seine Weingüter berät. Ein Wein, den man im Markt nicht als Flaschenabfüllung vorfinden wird, sondern nur exklusiv als WOODWINEBOX ©.       
Wenn die Marktakzeptanz gut ist, dann sind ein reinsortiger Petit-Verdot von Château Bolaire im Angebot und ein 100%iger Cabernet-Sauvignon von Château L’Inclassable geplant.  

Heutiges Exklusiv-Angebot:
-    Einmalige Anschaffung; edle Holzkiste WOODWINEBOX (CHF 50)
-    Château Petit-Haut-Faugères, Saint Emilion, 5 Liter (CHF 48) */**
-    Lieferkosten und Verpackung, VINOLOG (CHF 18)
Statt: CHF 116, heute 50% Rabatt, also CHF 58 Franken!
 
*Ein Deziliter von diesem tollen Saint Emilion kostet Sie in Zukunft weniger als einen Franken.
** Aus gesetzlichen Gründen darf dieser Wein nicht mit Jahrgang und AOC angeboten werden.
Bestellungen, solange Vorrat: woodwinebox@weingabriel.ch (Lieferadresse nicht vergessen)

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DER ROTHSCHILD-SKANDAL

Probleme in Pauillac! Ob Château Lafite Rothschild oder Château Mouton Rothschild, beide noblen Premiers-Grand-Crus sind aktuell massiv im Kreuzfeuer der Kritik.

Bei Lafite Rothschild soll es Unstimmigkeiten in der Distribution gegeben haben. Manipulative, kleine Zuteilungstranchen an viel zu viele Négociants (Händler in Bordeaux) und ein eigenes Ersteigern gewisser Lots bei Christies und Sotheby’s sollen die Preise unnatürlich in die Höhe getrieben haben. So verdoppelte sich der Preis vom Lafite Rotschild 2009 vor acht Jahren innert zwei Monaten im Markt. Danach gab das Weingut grosse Tranchen im Markt zum «aktuellen Tagespreis» zum Verkauf frei. Heute ist er wieder um 70% billiger zu haben.

Mit dem Jahrgang 2018 hat Lafite Rothschild das alte Etikett mit einem Heissluftballon verziert. Diese massive Label-Veränderung passierte ohne vorherige Information der Primeur-Käufer. Daraus resultierend; eine Welle der Entrüstung unter den Lafite-Freaks. Es bestehen mehrere Forderungen, dass gewisse Chargen ohne diesen lächerlichen Ballon ausgeliefert werden. Wenn dieser Forderung nachgegeben werden muss, dann gäbe es bei Lafite erstmals zwei Etiketten-Versionen für ein und denselben Wein. Ähnliche Situationen ereilte auch das Nachbargut Mouton. Da gibt es zwei Etiketten-Editionen von den Jahrgängen 1978 und 1993 …

Mouton Rothschild hat ganz andere Probleme. Hier scheint es eine Rangelei um die Nachfolge von Philippine de Rothschild zu geben. Während der Philippe Sereyes de Rothschild als Thronfolger von der im August 2014 verstorbenen Philippine de Rothschild eingesetzt wurde, wollen die anderen beiden Kinder nicht im zweiten Glied stehen. So sollen Camille Sereys de Rothschild und Julien de Beaumarchais de Rothschild jetzt ihren Erbanteil fordern.

Wenn die beiden vor Gericht recht bekommen, könnte es sein, dass Mouton-Rothschild und deren anderen Domaines de Baron de Rothschild (u.a. Clerc-Milon, d’Armailhac, Almaviva) schon bald zum Verkauf stünden. Es gibt bereits Gerüchte einer möglichen Verkaufssumme, welche alles Bisherige in der Weinwelt in den Schatten stellen würde. Vermutungsweise wird im Bordelaiser Markt von einer Verkaufssumme von sieben Milliarden Euro gemunkelt. Mehr noch, der weinverrückte, chinesische Milliardär Lu Fang Tannin, soll bereits ein diesbezügliches Angebot bei der Rothschild-Familie platziert haben …
Zwei Jahre hat der Schweizer Weinpapst René Gabriel recherchiert. Jetzt kommen die Machenschaften der reichen «Bordeaux-Rothschilds» schonungslos an den Tag! Mehr Infos im aktuellen Spiegel vom 1.4.2021 … 
 
Fakten / Fokus / Fakes / Fotos:  www.rothschildskandal/spiegel.com  

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JAHRGANG 1951?

Ein echter, noch trinkbarer Wein vom Jahrgang 1951 sei in jedem Fall äusserst selten. Dies kann man bei antikwein.de nachlesen.
Doch wer da wirklich einen Wein kaufen möchte, der könnte ja eine Flasche 1951 Lafite-Rothschild erwerben. Mit 2580 Euro wäre man in einem solchen Fall dabei. Diesen Wein hatte ich noch nie im Glas. Aber dafür andere Pauillac aus diesem schwierigen Jahrgang. Mit 15/20 Punkten taxierte ich den Latour. Immerhin. Die beiden Crus Lynch-Bages und Mouton-Rothschild schnitten mit mageren 11/20 ziemlich klärglich ab.

Auf meinem Webportal bxtotal.com findet man insgesamt neun Bordeauxweine dieses Jahrgangs. Der beste Wein aus dem Médoc war wohl der Château Montrose 1951. Den hatte ich einmal im Glas und taxierte ihn mit unnatürlich anmutenden 18/20. Also scheint dies das einzige Bordelaiser Wunder in diesem Falle zu sein. Beim Het Nederlands Wijn Antiquariaat in Amsterdam würde da noch eine einzige Flasche angeboten. Und zwar für rund 550 Franken.

Der Jahrgang war derartig schwierig, dass ich der nobelste aller Sauternes-Crus, Château d’Yquem entschied, auf diesen Jahrgang vollständig zu verzichten und keine einzige Flasche abfüllte. Ich durfte mal an einem Château Gilette 1951 nippen. Es war ein höchst bescheidenes Erlebnis. Und das wusste auch der Winzer selbst, denn er entschied sich damals als Kundeninformation, das Etikett mit dem Zusatz «sec» zu vermerken. Was so viel heissen würde wie «trockener Sauternes» was wiederum für sich ein Paradoxem für sich ist.

Wenn es darum geht, den Jahrgang 1951 im Jargon schlecht zu machen, nehmen berühmte Weinkritiker kein Blatt vor den Mund.
So schreibt denn der kürzlich verstorbene, englische Buchautor Michael Broadbent in seinen Annalen erklärenderweise: «Der Bordeaux-Jahrgang 1951 gibt sich die allergrösste Mühe der schlechteste des Jahrhunderts zu sein.»

WINETERMINATOR WEISS BESCHEID

Kein anderer Weinverkoster liefert so viele Informationen zum Jahrgang 1951 (und auch kein anderer Weinschreiber hatte wohl je so viele verschiedene Weine aus diesem Jahrgang im Glas) wie mein Freund Achim Becker.

Sein bester Bordeaux war ebenfalls der Montrose. Er schreibt von ein paar ziemlich grossen Burgunder-Erlebnissen. Sein bester Weisswein: 1951 Chateau du Breuil aus Beaulieu in Coteaux du Layon. Den bewertet er mit 95 von 100 Punkten. Auf der Suche nach relativ vielen, guten bis grossen Weinen ist auch er im Rioja-Gebiet gelandet. Sein bester Rioja; eben grad zufällig der Reserva Especial von Vina Real. Antikwein.de bietet aktuell eine Flasche an: Kostenpunkt 385 Euro.
Infos: 1951 (wineterminator.com)


1951 Rioja Reserva Especial, Vina Real:  Die Farbe von rostigem Rot mit transparentem Rand aussen, aber noch durchaus intakt und einem sehr alten Rotwein entsprechend. Süsses Bouquet, Hagebuttenkonfi, Milchschokoton, Mocca Jogurt, Lakritze, Herbstlaub und getrocknete Küchenkräuter. Immer noch sehr ansprechend. Im Gaumen gebunden, anschmiegsam, sehr gut eingebundene Säure und einen recht fülligen Körper zeigend. Das verlockende, schier parfümierte Finale schmeckt nach Walderdbeeren, Sandelholz und einer Spur Caramel. Ein sehr grosser Rioja aus einem schwierigen Jahr. Dies dürfte wohl einer der besten Rotweine von 1951 sein, den man heute noch trinken kann. 19/20 austrinken  

Die grosse Geschichte rund um den Weinjahrgang 1951 und das Weltgeschehen ...   www.bxtotal.com

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GLÜCK GEHABT!

Glücklicherweise habe ich für diesen Fall die Apotheke gleich zu Hause.

Nicht im Badezimmer, sondern im Keller.

Und - es sind auch genügend «Medikamente» vorhanden ...

















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GOLDAUER CHA-CHA-CHA REVANCHE

Wenn im Fernsehen die Serie «Let’s Dance» läuft, dann sitze ich für ein paar Stunden ehemässig tendenziell in der zweiten Reihe.

Denn – diese RTL-Sendung mit sehr unterhaltsamem Profi- und Promitänzern zählt zu Karins absoluten Lieblingssendungen. Da bleibt selbst die oft angeswitchte Krimikiste zu.

Während die Tänzer stetig wechseln, bleiben die den Rahmen bildenden Juroren und Kommentatoren immer die gleichen.

Dabei scheint der Moderator Daniel Hartwich im buchstäblichen Sinne stetig aus sich selbst herauszuwachsen, denn sein übergezogenes Jackett erinnert in deren viel zu kurzen Ausführung an die allererste Sendung.

Genial finde ich – im Gegensatz zu meiner Karin – die Co-Moderatorin Victoria Swarovksi. Sie beweist provokativ, dass das Auswählen von unmöglicher Billig-Designer-Kleidung permanent möglich ist. Und – dass Frau auch als nichtblond durchaus als naives Dummchen daherkommen kann.  

Dann die Juroren! Jeder für sich eine Persönlichkeit. Wenn der exzentrische angezogene Kubaner Jorge González seine Punktetafel im Kreis schwingt, dann wird es nicht nur weiblichen Zuschauern warm ums Herz. Oft trägt er seine Kopfbedeckung derart hoch, dass er einen Beleuchtungskandelaber beim Kopfdrehen herunterschlagen könnte.

Motsi Mabuse, die ehemalige Profitänzerin sitzt immer in der Mitte. Sie geizt nicht mit ihren Reizen und trägt eine Körbchengrösse, welche möglicherweise auch im Guinness-Book der Rekorde Platz hätte. Böse Zungen behaupten, dass wegen ihrem grossen Busen die Jurorenpulte verstärkt werden mussten.

Joachim Llambi ist der strengste Werter. Meistens liegen seine Noten einen oder gar zwei Punkte unter denen von Jorge und Motsi. So wirkt er manchmal als zu strenge Spassbremse, baut aber mit seinen pointiert angebrachten Kritiken auch gleichzeitig wieder auf. Ich begegnete ihn mal in Köln am Flughafen. Fast hätte ich ihn – für meine Karin – um ein Autogramm gebeten …

CHA-CHA-CHA

Die Einleitung dirigiert den geneigten Leser immer mehr in die mögliche Richtung zu einem lateinamerikanischem Standard Tanz.
Der Cha-Cha-Cha gilt als moderner, paarweise getanzte, weltweit verbreitete Version kubanischen Ursprungs. So definiert dies zumindest WIKIPEDIA.

Bei unserer Variante ging es nicht ums Tanzen, sondern um Speisen und Weine, in welchen die Buchstabenfolge CHA am Angang oder im Wort herinnen vorkamen.   

Und das kam so …

Als unsere Frauen einen Spielabend organisierten, kam die Männer-Idee auf, dass wir ja an dem besagten Abend auch «etwas» machen könnten. Spontan lud ich die Strohwitwer-Freunde in meinen Keller, kochte und griff in die Pomerol-Schatulle.
Aus lauter Dankbarkeit, wollten sich die Freunde ein paar Monate später revanchieren.

Nachdem das Datum blockiert war, gab ich dem einladenden Quartett eine Aufgabe als Rahmenbedingung. CHA-CHA-CHA! So in Richtung. CHAmpignons, CHAbisgericht. CHAteau. Letzterer Begriff als Hinweis, dass ein paar Bordeaux’ den bevorstehenden Abend nicht unpositiv beeinflussen könnten.

So eine Woche zuvor kristallisierte sich heraus, dass ja die Frauen an diesem Abend an einem anderen Austragungsort wiederum spielen könnten, wenn schon die Männer ja schon «etwas Besseres» vorhatten. Gesagt, getan! Hatte für mich den Vorteil, dass ich auf eine Edelchauffeuse zählen konnte für den Weg nach Goldau und zurück.

CHAMPAGNER

Der Pol Roger war der Lieblingschampagner von Sir Winston Churchill. Deshalb widmete ihm dieses kleine, feine Champagnerhaus eine Spezielle Cuvée welche nur in grossen Jahren editioniert wird. Er zeigt ein brillantes Goldgelb. Delikat geprägt von frischem Brioche, Vanillecreme und – mit Luftzutritt – gerösteter Mandel, unterlegtem Zitronenkonfit und Akazienblüte, etwas Süssholz im Bukett. Seidig anschmiegendes Mousseux, feine Säurebalance, cremige Opulenz am Gaumen, unterstützt von Blütenhonig und gelbem Apfelkern im Nachhall. Harmonisch mineralisches Finale mit ausgeprägter Länge. Braucht noch Entwicklungszeit.
Diese wunderschöne 95-Punkte-Verkostungsnotiz habe ich von Falstaff geklaut. An diesem Abend war es mir mehr ums Trinken wie ums Schreiben.


CHATEAU CHARMAIL

In der Gabriel-Drink-Art-Karaffe, der 2009 Château Charmail und daneben die leere Flasche.

Nasal berauschte er schon fast mit seinen pflaumig-holundrigen Frucht und seiner buttrigen Auslade. Im Gaumen zeigte er gegen den Schluss eine leicht mehlige Textur, was er mit Speisenbegleitung ausglich. (17/20)  







CHANGYU MOSER

Der Mitbesitzer dieses China-Weinprojektes, Lenz Moser, ist ein guter Freund von mir. Ich besuchte ihn schon zwei Mal in Yinchuan und wir verkosteten gemeinsam seine Changyu-Weine. So um 70 Franken herum kostet der 2015 Grand Vin Chateau Changyu Moser XV.

Er zeigt heute auf, dass er das Zeug zum Weltklassevergleich hat. Lila Schimmer im Granat. Die Nase voll von Holunder, Cassis und Heidelbeeren, ergänzt mit einem würzigen Eucalyptustouch. Im Gaumen erstmals reif und mit weiterem Potential. Viel Spass! 18/20   

CHATEAU MUSAR

Wenn man einen Abend lang unter Freunden gute und bekannte Weine trinkt, so ist die Ansichtssache-Harmonie praktisch vorgegeben.  
Ausser; es kommt ein Château Musar ins Glas. Uns wurde der Wein blind serviert. Ich rätselte in Richtung alter Bordeaux von einem kleinen Jahrgang. Als Markus mir sagte, dass ich damit falsch lag, switchte ich von einer Sekunde auf die andere auf Château Musar. Damit lag ich dann, zumindest im zweiten Anlauf, richtig.

Der 2009 Château Musar überzeugt optisch nicht gerade mit einer besonders tiefen Farbe. Die Nase lässt einen geschulten Önologen die Nase rümpfen. Im rotbeerigen und auch von getrockneten Küchenkräutern und zart rosinigen Tönen duftenden Bouquet findet man auch eine gehörige Ration von flüchtiger Säure. Das ist die abgemilderte Andeutung auf einen gewissen Essigstich. Und genau an diesem Punkt schieden sich die Weingeister in Pro und Kontra. Thomas war der in diesem Falle «Kontrabass». Markus zeigte sich als proaktiver Befürworter. Ich übte mich in Toleranz, denn ich weiss, dass ein Musar Geduld und Luft braucht. So nach einer Viertelstunde war der flüchtige Ton reduziert und der Wein zeigte sich im Gaumen als eine Mischung von einem intensiven Châteauneuf und einem leichteren Hermitage. Natürlich immer mit dem deklarationswichtigen Hinweis: «Made in Libanon». 18/20     

Das Menu mit Champignonssuppe, Chabisrouladen, Chateaubriand, Chaumes und vielen Cha-Cha-Cha-Weinen:  www.bxtotal.com

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MINI-VERTIKALE CHÂTEAU COS D’ESTOURNEL

 
Eine Begegnung mit einem Bordeaux-Weingut kann mannigfaltig sein. Wenn dabei viele Erinnerungen wach werden, dann mutiert das Ganze zu einer Art «innerer Vorbeimarsch». Und genauso
war es in diesem Fall …


Es ist Dienstag, gegen Ende des Monats März. Nachmittägliches Kartenspielen (Jassen) ist in Eschenbach angesagt. Und zuvor gutes Essen aus der Brioche-Küche. Und ein paar Flaschen Wein aus den relativ gut bestückten, privaten Weinkellern der «Oberjasser».
Diesmal hatte sich die Zofinger-Fraktion entschieden je eine Flasche von Château Cos d’Estournel mitzunehmen. Gute Idee – fand die Eschenbacher-Fraktion und so grapschten wir uns ebenfalls zwei Editionen von diesem äusserlich an ein Märchenschloss erinnernden, Deuxième Grand Cru. Das Weingut liegt oberhalb Pauillac, im Médoc. Also ist es eine Bordelaiser Appellation. Und diese heisst Saint-Estèphe.

Will man einen Brief nach Saint-Estèphe schicken, dann wählt man – nebst der Adresse des Empfängers – die Postleitzahl F-33180. Rund 1'600 Einwohner gibt es noch. Tendenz sinkend, denn 1975 wurden immerhin noch 2'317 «Stéphanois» gezählt. So nennt man nämlich die Leute, welche in Saint-Estèphe ihren Wohnsitz haben.

Die Fläche dieser bekannten Weinbau-gemeinde beträgt 2'354 Hektar. Davon sind 1'377 Hektar mit Reben bepflanzt.
Beim legendären Klassement vom Jahr 1855 fiel der «Grand-Cru-Reigen» spärlich aus. Zwei Weingüter wurden als «Deuxième» eingestuft, nämlich Cos d’Estournel und Montrose. Calon-Ségur ernannte man als «Troisième». Der Lafon-Rochet mutierte zum «Quatrième». Und auch bei fünftklassierten Gewächsen wurde nur gerade ein einziges Château nominiert, nämlich Cos Labory.
Dafür kann keine andere Appellation so viele Cru Bourgeois ausweisen wie Saint-Estèphe. Aktuell werden 35 «bürgerliche Gewächse» gezahlt. Total sind 136 Châteaux gelistet.

Insgesamt werden jährlich in Saint-Estèphe ca. acht Millionen Flaschen Rotwein produziert.

LOUIS CASPARD D’ESTOURNEL

Er war der Sohn einer alten Weinbauernfamilie aus Saint-Estèphe. Das heutige Château Cos d’Estournel hat den heutigen Ruhm seinem Lebenswerk zu verdanken. Er erkannte früh die Qualität der kargen Kieselböden (Cos, Koss gesprochen) auf dem Hang von Saint-Estèphe. Die besten Lagen liegen direkt gegenüber von Château Lafite-Rothschild. Immer, wenn wieder Geld in der Kasse war, erwarb er zusätzliche Rebflächen. Die heutige Gebäudegrösse verdankt Cos ebenfalls ihm. Hinten baute er ein funktionelles Gebäude, vorne liess er eine Fassade im orientalischen Stil anbringen. So die pagodenartig geschwungenen Dächer und der berühmten Tür, welche aus dem Haremsbereich des Sultans von Sansibar stammte.

Seine Verkaufsaktivitäten führten ihn auf Schiffsreisen nach Afrika, Arabien und Indien. Letzteres war sein bestes Absatzgebiet.
Seine Grundstücksgeschäfte jedoch, die ausgedehnte Bauaktivität und die aufwändigen Kosten der Weinbereitung liessen ihn immer tiefer in Schulden geraten. Am Ende seines langen Lebens musste er verarmt und vollkommen überschuldet seinem befreundeten Bankier den Besitz überlassen. Er durfte jedoch in der Nachbarschaft seiner geliebten Weinberge wohnen bleiben.



Louis-Gaspard Estournel starb 1844 mit 91 Jahren, kurz bevor das Werk seines Lebens, sein Weingut Château Cos d’Estournel, mit der Einstufung als Deuxième Grand Cru geadelt wurde.

ERSTE UND VIELE KONTAKTE

Wann genau ich das erste Mal in meinem Leben einen Château Cos d’Estournel im Glas vor mir hatte, kann ich nicht mehr genau evaluieren.

Es dürfte so um 1980 herum gewesen sein. Damals fingen wir an, in kleinen Gruppen, verschiedene Bordeaux-Weingüter auszuloten, respektive deren Weine kennen zu lernen.

Ganz genau erinnere ich mich an den 1982er Cos in seiner allerersten Jugendphase. Das war bei einer Mittwochs-Einladung bei Walter Kaufmann in Hildisrieden. Der Wein war schwarz und powerte so intensiv, wie ich es bisher bei einem viel zu jungen Bordeaux nur noch selten wieder einmal erlebt hatte.

Als Wirt vom Hotel Kreuz in Sempach kaufte ich mir einen grossen Posten vom 1980er Cos. Kostenpunkt pro Flasche; CHF 16.80. Die Weinkellerei Schuler in Seewen liquidierte damals alle Bordeaux-Posten und setzte danach künftig auf eigene Markenweine.
1987 war ich das dritte Mal in Bordeaux und wir verkosteten den 1986er Cos auf dem Weingut. Der war so brutal voller Säure und Tannine, dass das Sprechen danach eine Weile richtig schwer viel.

In der Zeit als Mövenpick Chefeinkäufer verging fast kein Primeur-Jahr, an dem wir nicht auf Château Marbuzet (das Privathaus vom früheren Besitzer Familie Prâts) eingeladen waren oder auf dem Weingut.

Im Hotel Säntis in Appenzell entkorkte ich im Jahr 2006 meine grosse Cos-Sammlung. Insgesamt waren es 50 Jahrgänge, welche an einem Wochenende zelebriert wurden. Mit dabei mein ältester Jahrgang …

1878 Cos d'Estournel: Transparentes Hellrot, bräunliche Reflexe. Herrlicher Duft; nussig, Süssholz, ein Hauch Feigen, fein nuanciert. Klar auch dass sich dahinter etwas welke Noten befinden. Das Positive überwiegt jedoch in der Nase. Schlank im Gaumen, Todesssüsse, nasser Tabak, eingelegte Pflaumen, Pulverkaffee, recht angenehmes Finale. Die Nase (17/20). Gesamteindruck: 15/20 vorbei

Im Jahr 2009 entkorkten wir ebenfalls viele Weine von Cos d’Estournel im Hotel Quellenhof in Bad Ragaz. Jean-Guillaume Prâts reiste für diesen Event extra in die Schweiz. Ein Jahr später nochmals für eine grosse Präsentation in Luzern. Zum 20jährigen Jubiläum von WeinWisser in Zürich war er unser Ehrengast und liess mehrere, ganz grosse Jahrgänge entkorken und zelebrieren.

Letztes Jahr war Château Cos d’Estournel im Eschenbacher Moos angesagt. Auch da fielen rund ein Dutzend Jahrgänge dem Korkenzieher zum Opfer. Ein paar Monate später durfte ich mich schon wieder für eine grosse Cos-Parade an den Tisch setzen. Diesmal im Gasthaus Reussbad. Jörg Studach lud ein und sponsorte die Weine von seinem Lieblings-Château.
In diversen Jahrgangspräsentationen war der Cos ebenfalls mein ständiger Begleiter. Ohne diesen beliebten Saint-Estèphe Deuxième ist keine Präsentation wirklich komplett.

Und natürlich die Fassmuster während unseren Primeur-Selektionen. Von 1986 bis 2016 liess ich keinen Besuch aus. Nicht selten verkosteten wir dabei auch die abgefüllten Jahrgänge oder kleinere Vertikalen, nebst den bereits erwähnten Einladungen, zu Tische.
Manchmal buche ich das Château für meine etwas exklusiveren Bordeaux-Reisen.

Insgesamt dürften es bisher etwa zweitausend Kontakte mit diesem «Pagoden-Bordeaux» gewesen sein. Tendenz steigend …



FÜNF FLASCHEN – VIER ETIKETTEN   

Ist nicht ganz logisch. Denn, rein rechnerisch, sind oder wären logischerweise, bei fünf Flaschen auch fünf Etiketten zu sehen. Ist auch klar der Fall bei diesem Foto (links).

Wer aber genauer hinschaut, der entdeckt, dass die Labels, zumindest auf den ersten vier Flaschen (von links) stetig angepasst wurden.  
Beim 1988er ist unten auf dem Zusatzlabel der Semper-Fidelis-Vogel zu sehen. Beim 1995er ist es bereits der Cos Elefant.


Beim 2000er noch der Hinweis, dass das Weingut damals noch der Familie Prats gehörte und die Information, dass alle Flaschen auf dem Weingut abgefüllt wurden. Und, dass der Wein aus Sainte-Estèphe stammt. Mit dem Jahrgang 2002 kam die neueste Etiketten-Version auf den Markt. Vorne simpel, klarer Brand und die Appellation. Alle weiteren Infos wurden auf das neue Rückenetikett verbannt …

1996 Château Cos d’Estournel: Immer noch sehr dunkles, sanft gereiftes Weinrot. Fein gewürztes Bouquet, viel Zedernduft, helle Cigarren, weisser Pfeffer, Teakholz, Grafit, leicht tintiger Ansatz, angezeigte Terroirnoten und Damassine-Pflaumen. Sehr ansprechend und nasal wunderschön gereift. Harmonischer Auftritt im mittelgewichtigen Gaumen, eine sehr ausgeglichene, abklingende und doch noch stützende Adstringenz aufweisend. Ein richtiger Cos-Klassiker, welcher sich jetzt auf dem Genusspunkt befindet und sich gut zehn weitere Jahre sicherlich stresslos so halten wird. Insgesamt mehr beruhigend wie aufregend. Bei mir im Inventar steht er mit 90 Franken. Der günstigste Schweizer Anbieter (Lucullus) verlangt heute rund das Doppelte. Dies ist etwa gleich viel, wie ein paar der noch viel zu jungen, jüngsten Cos-Jahrgänge. Wie schon erwähnt, genoss ich diesen Wein am Abend davor. 19/20 austrinken



Die grosse Story rund um Château Cos d'Estournel von René Gabriel: www.bxtotal.com

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BURGUNDERLOSE PINOT-NOIR-TRÄUME 

Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen einem Hermitage von Jean Louis Chave, einem Richebourg der Domaine de la Romanée-Conti und einem Château Latour?

Ja! Nicht nur einen, sondern ganz viele Eigenschaften verbinden diese drei ziemlich gesuchten Spitzenweine. Hohe Bewertungen der berühmtesten Weinkritiker zum Beispiel. Damit resultierend; hohe Preise im Markt. Ein Prestige-Nimbus könnte man diesen drei Weinikonen sicherlich auch attestieren. 

All diese Weine stammen aus Frankreich. Schon wieder eine Gemeinsamkeit! Nichts gemeinsam haben die Inhalte in den Flaschen selbst. Nicht nur geschmacklich oder gerade deswegen. Der Hermitage von Jean Louis Chave ist ein reinrassiger Syrah. Der Richebourg von der Domaine de la Romanée-Conti besteht ebenfalls aus «nur» einer Rebsorte. Nicht ganz so unikat ist der Château Latour. Er besteht aus einem Cabernet-Sauvignon-dominanten Blend von den typischen, im Médoc angebauten Rebsorten. 
In dieser Einleitung geht es um das Phänomen der Rebsorten. Und jetzt wechseln wir geografisch an die Côte de Beaune und Côte de Nuits, respektive ins Burgund. Von Chalon bis Dijon entstehen grossartige Rotweine. Und all diese wunderbaren Gemeindeweine, Lagenweine, Premier Crus und Grand Crus haben eines ganz sicher gemeinsam. 

Im Innern der Flasche befindet sich immer 100% Pinot Noir. Und worin unterscheiden sich die Burgunder vom Rest der Welt? Die Rebsorte Pinot-Noir steht nie auf dem Etikett! 

Das ist im Prinzip das historisch gewachsene Understatement der grössten Franzosenweine. Die Herkunft scheint wichtiger zu sein, wie die verwendeten Traubensorten. Ist dieser Effekt vielleicht so gewollt, dass man sich gar nicht erst auf einem Vergleich mit dem Rest der Weinwelt aussetzen will?

Auf der anderen Seite gibt es wohl kaum einen Wein, der nicht aus Frankeich stammt und auf dem Etikett auf den Hinweis der verwendeten Rebsorte verzichtet. Der Vermerk «Pinot Noir» als wichtiger Pflicht-Bestandteil der nötigen Konsumenteninformation?
Es geht in dieser Geschichte um Weine, welche auf dem Etikett mit dem Zusatz «Pinot Noir» versehen sind. 

Wer den bisherigen Text aufmerksam durchgelesen hat, wir jetzt detektivisch kombinieren, dass all die nachfolgend aufgezählten und beschriebenen Weine ausnahmslos nicht aus dem Burgund stammen können. Warum ist das so sicher? 

Weil eben das Wort «Pinot Noir» überall auf den mitgebrachten Flaschen als zusätzliche Information von den Winzern vermerkt wurde. 

PINOT-TUTTI-FRUTTI

Jeder Teilnehmer nahm ein paar Pinot-Flaschen aus seinem Keller mit. Gemäss Befehl ohne das Burgund! Daraus entstand ein nicht konkret programmiertes Sammelsurium an Provenienzen aus der ganzen Welt. So New Zealand, Australien, Amerika, ergänzt durch eine helvetische Dominanz aus mehreren Kantonen. Nicht dabei war Deutschland. Wäre sicherlich auch ein wichtiges Pinot-Thema. Hier ist mein Liebling das Weingut Meyer-Näkel aus der Ahr. 

Natürlich konnten wir im Corona konformen Kreis nicht alle Flaschen austrinken. Die Restposten finden dann in einem «Coq au vin» Verwendung. Auch da macht sich der Pinot Noir auch ganz gut …

Foodmässig wurden wir von einem hausgemachten, russischen Salat von Andy (Sommerau), einem sensationellen Tafelspitz von Oliver (Old Swiss House) und Käse von André (Heimatweg) unterstützt. 

ALLER ANFANG IST LEICHT

Dies ist einer der Lieblingsweine von André Kunz. Ein stahltank ausgebauter Pinot von Denis Mercier aus Sierre (Wallis). Ein frisch fröhlicher, geradliniger, ehrlicher Pinot mit unglaublich viel Trinkflussfreude. 17/20 














DONATSCH DUO:
ZWEI MAL UNIQUE,
ZWEI MAL GROSS,
ZWEI MAL ANDERS

Der Unique ist und bleibt die Lokomotive im Sortiment von Martin und Thomas Donatsch aus Malans. Er zeigt die Kunst auf, einen absoluten Spitzen-Pinot in einer adäquaten Menge in die Flaschen zu füllen. Der 2013 Unique versprüht so richtig Erotik und zeigt durch die hoch reifen Beeren mit einem Schimmer von Himbeerkonfi und Honig das heisse Jahr an. Der 2015 Unique ist dagegen ein geradliniger, klar ausgerichteter Klassiker, der momentan etwas verschlossen wirkt. Beide Weine haben aber eines gemeinsam: 19/20 



JÜNGERE JAHRGÄNGE GIBTS NOCH 

2012 Pinot Noir Block 5, Felton Road Central Otago: Aufhellendes Weinrot mit nur ganz minimem Reifeschimmer. Geniales Bouquet. Da ist immer noch viel Frucht in Form von Himbeeren und Damaszener Pflaumen vorhanden. Nach ein paar Minuten gesellen sich noch schwarze Johannisbeeren dazu. Alles hoch aromatisch und wohlig duftend. Im Gaumen satt, konzentriert, immer noch gewisse Reserven aufzeigend und dabei im Extrakt eine schöne Fleischration zeigend. Ein Wein, der in der Welt nur noch spärlich zu finden ist. Momentan ist Berry- Bros in London der einzige Anbieter. In der Schweiz wird aktuell der 2019er Jahrgang zu CHF 90 von www.realwines.ch angeboten. Die Bewertung für diesen toll gereiften 2012er: 18/20 trinken


Wenn ich keine «richtigen Burgunder» mehr trinken dürfte, so würde ich nebst helvetischem Trost wohl auf New Zealand ausweichen. Da gibt es ein Eldorado von ganz tollen Pinot Noirs in allen Facetten. Dies deshalb, weil sich das Gebiet durch die geteilte Geografie von Nord- und Südinsel auch in deren Charakteren unterscheidet. Mein absoluter Favorit ist der Pinot Noir Marion’s vom Weingut Schubert aus Waiarapa. Den findet man sogar in der Schweiz und so um 60 Franken. 

Der grosse Pinot-Noir-Bericht mit tollen Storys und Informationen: www.bxtotal.com 

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CHÂTEAU HAUT-BAGES-LIBÉRAL?


 
Warum ich diese Geschichte mit einem Fragezeichen beginne? Weil ich mich frage, ob Sie dieses Bordelaiser Weingut kennen?


Ob Sie wissen, in welcher Appellation es sich befindet? Ob Sie allenfalls ein paar Flaschen davon im Keller haben? Oder wenn nicht, die Qualitäten kennen? Und was solche Flaschen kosten? Mit der weiteren Frage, ob sich ein Kauf von neueren Jahrgängen lohnt?
Anfangs Jahr mache ich immer Inventur im alarmgesicherten Weinkeller. Die ganze Excel-Datei wird von Schwarz auf Rot gesetzt. Dann geht es mit dem grossen Schreibblock und Kugelschreiber in den Keller. Diesmal mit Hilfe von Schwiegersohn Till. Jede einzelne Kiste wird begutachtet. Die Flaschen darin gezählt. Meistens sind verschiedene Jahrgänge vom gleichen Weingut in eine Kiste drin.

Alle Positionen werden sorgfältig betrachtet und dann aufgeschrieben und später am Computer mit der alten Excel-Liste verglichen. Was stimmt, wird auf Schwarz gesetzt. Was falsch ist wird korrigiert. Was fehlt wird gelöscht. So habe ich immer den Überblick und ein gutes Gefühl, wenn ich eine neue Verkostung zusammenstelle. Wenn ein neues Tasting lanciert wird, dann entsteht dies erst als Projekt. Dann werden die Flaschen auf dem eichigen Kellertisch zusammengetragen. Schön zusammengestellt und fotografiert. Darauf werden diese Weine in Holzkisten stehend und separiert gelagert, bis der grosse Tag vom im Internet auf www.weingabriel.ch angepriesenen Event stattfindet. Das ist eine maximale Kontrolle und ich kann verhindern, dass ein angepriesener Wein im letzten Moment noch fehlt.

Als ich die Positionen von Château Haut-Bages-Libéral in der Inventur-Datei korrigierte, bemerkte ich, dass mir eine schöne Auswahl von grossen und reifen Jahrgängen zur Verfügung stehen. Spontan entschloss ich mich, damit «Etwas» anzufangen.

Gesagt – getan! Montag war somit aller Pauillac-Degustations-Anfang. Oder zumindest von einem bestimmten Cru, nämlich vom eingangs erwähnten Haut-Bages-Libéral. Viele dieser oben abgebildeten Flaschen befanden sich bereits in meinem Keller. Zwei Jahrgänge erwarb ich bei einem Schweizer Raritätenhändler. Und vier Jahrgänge schickte mir Claire Villars, die Besitzerin, direkt vom Château. Mit dabei der jetzt auszuliefernde Jahrgang 2018. Das ist der jüngste, welcher bereits abgefüllt ist. 2019 und 2020 liegen noch in den Barriques.

ERINNERUNGEN AN BERNADETTE

Zuerst ein wehmütiger Blick zurück! Zu meinen Anfängen bei Mövenpick war ein Besuch bei Bernadette Villars Pflicht. Zuerst wurden die Fassproben Familienweingüter Citran, Chasse-Spleen, La Gurgue, Ferriere und Haut-Bages-Libéral verkostet. Dann wurden wir im rustikalen Esszimmer auf Chasse-Spleen geladen. Der Tisch war festlich gedeckt und auf dem Beistelltisch standen jeweils gut gefüllte Weinkaraffen.

Bernadette Villars war eine gute Gastgeberin. Sie hörte auch immer aufmerksam meinen Kommentaren zu und hielt offensichtlich viel von mir. Den Höhepunkt des Weinreigens machte immer der Haut-Bages-Libéral. Leider verstarb Bernadette im Jahr 1992 bei einer Wanderung in den Pyrenäen.

Die Weingüter wurden unter den beiden Töchtern aufgeteilt. Céline bekam Chasse-Spleen und Citran. Claire wurden die Weingüter La Gurgue, Ferriere und Haut-Bages-Libéral zugeteilt.



REIFWEINFAN COLAIANNI

Normalerweise schwärmt Antonio Colaianni, der Küchenchef vom Restaurant Ornellaia in Zürich, eher für jüngere Weine. Als ich ihn fragte, welchen Jahrgang er am liebsten mag, griff er spontan zur 1989er H-B-L-Flasche.
 
1989 Château Haut-Bages-Libéral: Da ist wenig Restfarbe vorhanden: Deutlich aufgehelltes, schier transparentes Rostrot. Das trocken-süsse Nasenbild beginnt mit Stroh und Ledernoten und wird mit einem Duft von dominikanischen Cigarren ergänzt, etwas Zedern und helle Sultaninen, helle Malzspuren runden das mittelintensive Bouquet ab. Im Gaumen spürt man, dass er sich bald am Ende der Genussreife befindet. Was aber auch vermuten lässt; dass er vor ein paar Jahren noch mehr her gab. Er weist im Fluss bereits ein paar spröde Risse auf. Was tun in einem solchen Fall? A.) schleunigst entkorken und b.) etwas Passendes dazu essen. So in Richtung Schmorgericht wäre sicherlich eine gute Variante. Als ich mich am Abend und danach zum Kartenspielen am Rest der Flasche beteiligte war ich erstaunt, wie gut er sich gehalten hatte. 17/20 austrinken

GESUCHT UND GEFUNDEN

Als ich die Vertikale ein paar Tage zuvor für Fotozwecke auf den Tisch stellte, fehlte der 2000er. Ich regte mich auf. Hatte ich doch jetzt alle wichtigen, grossen Jahrgänge beisammen, fehlte irgendwie genau einer der wichtigen Referenzjahrgänge. Wenn ich ihn bei einem Schweizer Weinhändler finden würde, könnte es mit einer Express-Sendung noch reichen. Also suchte ich im wine-searcher. Doch leider gab es da keine helvetischen Angebote. Ich überlegte, ob ich allenfalls bei einem Freund noch eine Flasche finden würde. Und war schon im Begriff einen Mailversand zu starten. Zuerst trug ich noch die Flaschen im Excel-Inventar aus. Da entdeckte ich, dass ich noch vier Flaschen davon in meinem Keller haben sollte. War dann glücklicherweise auch so. Gesucht und gefunden!
   
2000 Château Haut-Bages-Libéral: Immer noch sehr dunkles Weinrot, recht satt in der Mitte. Man findet auch noch einen rubinen Schimmer bei genauerer Betrachtung. Im Bouquet merkt man den stattgefundenen Übertritt von Frucht zu Terroir. Er scheint sich momentan genau in der Mitte dieses Evolutionsphase zu befinden. Ein Hauch Mokka, hellen Edelhölzern, Pfefferkörner, Graham-Brotkruste und letzten, zarten Vanillinspuren. Gibt sich dabei ziemlich vielschichtig. Fleischiger und zugleich auch stoffiger Gaumen, weist eine erstaunliche Konzentration auf und auch noch gut stützende Gerbstoffe. Das Finale zeigt immer noch blaue, bis schwarze Fruchtresten. Vor allem Spuren von Black Currant. Insgesamt ist dies eine eher männliche Variante mit erstaunlichem, weiterem Reifepotential. 18/20 trinken

CHÂTEAU HAUT-BAGES-LIBÉRAL GEHÖRTE EINST ZU PONTET-CANET

Die Familie Libéral war als Weinhändler tätig. Im 18. Jahrhundert erwarben dieses Land auf dem Pauillac Plâteau welches mit «Bages» bezeichnet wurde. Auf diesen Parzellen wurden Reben angepflanzt und der Wein war so gut, dass er im Jahr 1855 als «Cinquième Grand Cru Classé» eingestuft wurde.

Die Reblausplage, die wirtschaftlichen Krisen und die geringe Nachfrage nach Weinen von Bordeaux führten dazu, dass das Rebland vernachlässigt wurde und die Gebäude allmählich zerfielen.

Im Jahr 1960 übernahm die Sociéte Civile Charreules Haut-Bages-Libéral. Der Hauptanteil von Charreules besass die Familie Cruse. Dieser Familie gehörte auch Château Pontet-Canet. Kurzerhand entschloss man sich, die Weinberge von Haut-Bages-Libéral aufzulassen und die Trauben im Pontet-Canet einzuverleiben. Dies war aber gesetzlich nicht erlaubt und führte zu einem derartigen Skandal, dass die Familie Cruse sich in der Folge von beiden Weingütern trennen musste.

Im Jahr 1975 von Château Pontet-Canet. 1982 fiel auch Château Haut-Bages-Libéral dem finanziellen Debakel zum Opfer.

ERWERB DURCH VERSTEIGERUNG

Jacques Merlaut machte das Rennen an der öffentlichen Auktion, welche im Jahr 1982 stattfand. Dies war der Vater von Bernadette Villars. Und auch er war meistens an den Diners auf Chasse-Spleen dabei. Er war ein eindrucksvoller, ja charismatischer Mann.
Merlaut leitete das Weinhandelshaus Bernard Taillan und kannte das gesamte Inventar blind. Nicht zuletzt deshalb, weil er selbst blind war.

Seine Tochter Bernadette studierte Önologie beim berühmten Professor Emile Peynaud und übernahm sämtliche Familienweingüter bis zu deren Tod im Jahr 1992. Danach wurden die Familienweingüter unter den beiden Töchtern aufgeteilt und Claire Villars übernahm u.a. Haut-Bages-Liberal.   

ÄLTESTER HAUT-BAGES-LIBERAL

In meinem Portal www.bxtotal.com findet man 39 Jahrgänge von diesem Weingut. Der älteste ist der Jahrgang 1928!
Ich brachte diese Flasche im Jahr 2013 aus meinem Keller mit für einen Lunch auf Haut-Bages-Libéral. Die Besitzerin Claire Villars (Bild oben) hatte uns eingeladen. Natürlich verkosteten wir erst eine kleine Vertikale und auch das Fassmuster vom neuen Jahrgang. Zum Lunch standen ein paar gut gefüllte Karaffen mit reifen Jahrgängen bereit.  

Die Flasche wie einen grossen Schwund auf und das Füllniveau lag noch knapp bei «very low shoulder». Die Degustationsnotiz dazu; braune Farbe, ziegelrote Reflexe mit  bernsteingrünem Schimmer im Innern. Das Bouquet; getrocknete Steinpilze, Pilznoten, Worchesthiresauce, Aceto Modena, Bratenjus, ranziges Nussöl, Verdelho-Madeira, es ist immer noch etwas Süsse im Innern. Die Nase ist o.k. Im Gaumen ist der Wein dann fast ziemlich gross, kompakt, süss, geschmeidig, Ratafianoten, Fernet Branca, viel stützende Säure und zeigt auch die typischen 1928er Tannine. 17/20 vorbei

Die leere Flasche liess ich damals als Andenken bei Claire zurück.

Als ich mit ihr wegen der hier beschriebenen Vertikale telefonierte, kamen wir auf diesen 1928er zu sprechen …
«Du weisst schon, dass ich wegen dieser Flasche wieder das Etikett auswechselte? Ich hatte schon längere Zeit Pläne für eine neues Label. Aber ich konnte mich für keine Muster-Vorlage entscheiden. Als ich den 1928er sah, entschied ich mich, auf dieser uralten Variante aufzubauen!»  

GROSSER PAUILLAC FÜR 50 FRANKEN

Ganz viele neuere Jahrgänge von Haut-Bages-Liberal sind im Markt noch für rund 50 Franken oder gar darunter zu haben. Damit gehört er zu den besten Grand-Cru Werten des Médoc. Und natürlich auch von Pauillac.

2018 Château Haut-Bages-Libéral: Sehr dunkles Granat mit violetten Reflexen. Das Bouquet zeigt blaubeerige, aber auch florale Noten mit mittlerem Druck. Scheint also im Moment eher zurückhaltend zu sein. Fein geschichtet und schon nobel im Ansatz. Im zweiten Ansatz legt er dann doch etwas zu und zeigt Pfefferkörnern und Nuancen von Cassis. Im Gaumen mittelgewichtig, wunderschön integrierte Tannine stützten den eleganten Fluss, harmonisches Finale mit feinfleischiger Kontur. Wirkt momentan etwas introvertiert. Trotz mildem Finale hält die Aromatik an. Setzt insgesamt mehr auf Eleganz wie auf Arroganz und man könnte ihm auch etwas Saint-Julien-Affinitäten andichten. Somit ist/wäre er für bolidige Blindproben völlig ungeeignet. 18/20 warten   

Der grosse Bericht zu diesem Tasting von 1982 bis 2018 und wie der 2000er wird ...  www.bxtotal.com 

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JUBILÄUMSWEIN MIT HEISSLUFTBALLON

​​​​​​​Hätten Sie es bemerkt? Man muss zwei Mal hinschauen bis man es sieht. Da ziert doch tatsächlich ein Heissluftballon das sonst ewig-klassische Etikett von 2018er Château Lafite Rothschild. 
Oben rechts vom Gebäude, links vom Baum. Wer noch genauer hinschaut sieht sogar die Initialien "CL" auf dem Ballon. 

Oben auf der Flasche sind ebenfalls die Initialen CL aufgeprägt. Auch dieses Rätsel ist nicht einfach zu entziffern. Mein Freund Bärti rätselte mit der Abkürzung für «Champions League». Eine naheliegendere Antwort kam rechts von mir mit «Château Lafite». Die richtige Antwort stammt aus dem Römischen C für Hundert und L für Fünfzig. Lafite feiert nämlich mit diesem Wein das hundertfünfzigjährige Bestehen im Besitz der Rothschild Familie. 

Und wie ich an den Inhalt dieser aktuell rund 850 Franken kostenden Flasche gelangte? Tjark Witzgall war an meine Vertikal-Verkostung von Château Haut-Bages-Liberal eingeladen. Er «musste» grad für Mövenpick den 2018er Lafite-Rothschild degustieren und diese honorable Musterflasche war ihm - direkt vom Château - zugesandt worden. Nach dem Motto: «to double the happyness you have to share» nahm er die Bouteille im Handgepäck mit ...

2018 Château Lafite-Rothschild: Sattes Granat mit violetten Reflexen. Subtiles, engmaschiges Bouquet, zum einen florale Cabernetnoten, zum anderen eine schon fast verschwenderisch anmutende, nuancierte Frucht in Form von Brombeeren und Cassis. Über das vielschichtige, parfümiert anmutende Nasenbild vermittelt in seiner berauschenden Süsse einen Hauch von Vanillin, Edelhölzer, caramelisierte Kirmesmandeln und Kokos. Der Gaumen ist royal und dieser noch viel zu junge Lafite trinkt sich in der aktuellen Primärphase schon fast hemmungslos. Vorallem auch, weil seine Gerbstoffe sich wie Seide anfühlen. Ein Mustermass an Royalität, Finessen und sehr zukunftsträchtigen Versprechungen. Noch nie hatte ich einen so zärtlichen und zugleich doch riesengrossen Lafite als Jugendsünde im Gabriel-Gold-Glas. 20/20 warten

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2001-BORDEAUX-GENUSS VOM MEDOC-NORDEN
 
Die Appellationen Saint Julien, Pauillac und Saint Estèphe liegen nördlich der Stadt Bordeaux. Sie bilden – zusammen mit der weitverzweigen Weinbaugemeinde Margaux – das Epizentrum der begehrtesten Grand Crus vom Médoc.

Der Name Médoc ist aus dem lateinischen «media Acqua» entstanden. «Zwischen den Wassern» also. Damit ist zum einen der atlantische Ocean gemeint. Zum anderen die beiden Flüsse Dordogne und Garonne. Diese treffen in der Region Margaux aufeinander und vereinen sich zur mächtigen, durch die Gezeiten stets trüben, Gironde. 

Zwischen diesen Wasservorkommen liegt das Medoc, welches vom evaporisierten Wasserdunst profitiert. Denn - die Wälder halten die kalten Atlantikwinde auf und die im Osten aufgehende Sonne löst kleine Wasser-teilchen auf und so entsteht über den nördlich der Stadt Bordeaux gelegenen Weinbaudörfern ein einzigartiges Mikroklima, welches die Reifung vom Cabernet Sauvignon ermöglicht. Für einen grossen Cabernet Sauvignon braucht es das richtige Terroir. Und Terroir ist Klima, sowie Bodenbeschaffenheit in erster Linie.      

Die Bodenbeschaffenheit ist der Schlüssel zur Wahl der anzupflanzenden Rebsorte. Faustregel: Je mehr Steine, desto mehr Cabernet Sauvignon. Je mehr Sand und Lehm, desto mehr Merlot. Im Mittelfeld dieses Erdgemisches liegt die Basis für den Cabernet Franc oder Petit Verdot. So einfach ist das!

Die besten Lagen liegen praktisch direkt an der Gironde. Mit der Ausnahme von Mouton und Lafite. Die weniger privilegierten Cru-Lagen befinden sich weiter weg von der Gironde gegen den Médoc-Rücken. Genauer; vorwiegend linkerhand der Route Nationale 215 welche von der Stadt Bordeaux bis zum nördlichsten Zipfel des Médocs, zur Pointe de Grave führt. Dort gibt es übrigens einen Fährbetrieb mit welchem man nach Royan übersetzen könnte. 

Doch wir setzen nicht über, sondern wir bleiben, wie schon im Titel und in der Einleitung angekündigt in den Appellationen Saint Julien, Pauillac und Saint Estèphe. 

JETZT IN WUNDERSCHÖNER GENUSSREIFE

Welches ist die effektive Genussreife? Mit der zunehmenden Bewertungsinflation der professionellen Weinjournalisten (und mittlerweile auch Hobbyweinfreaks) scheint die Messung der einzelnen Weine zunehmend digitaler geworden zu sein. Wer im Markt was gelten, oder zumindest auf sich aufmerksam machen will, hat seinen eigenen Blog in den sozialen Medien. Dort wird gepostet was das Zeug hält. Immer getreu nach dem Vorbild Robert Parkers wird mit dem «präzisen» 100-Punktesystem hantiert. Er werden beispiels-weise die persönlich festgestellten 93/100 ins Internet-Nirwana herausposaunt. Danach folgt meist ein informationsluftleerer Raum und ein Foto mit sich und der Flasche. Oder nur die Flasche mit dem dazu passenden oder halt nicht ganz so passenden Weinglas. 

So scheint die Bewertung in den publizierten Informationen wesentlich wichtiger zu sein als eine mögliche Definition der Genussreife. Vielleicht ist dies deshalb so, weil genau da hier der Teufel im Detail steckt. Der Begriff «Genussreife» ist einerseits ziemlich dehnbar, andererseits variabel und drittens definiert er sich aus den ganz persönlichen, egoistischen Vorlieben. 
Hier hat sich das Genussfeld in den letzten Jahren deutlich nach vorne verschoben. Immer mehr Weinliebhaber entkorken ihre Weine in der Fruchtphase. In dieser Evolutionsepoche sind die Weine zwar nicht effektiv reif. Die Grundaromen sind aber stärker als die noch verlangenden Tannine und beim Trinken geht so richtig die Post ab. Der Gaumen liefert zwei Drittel des Erlebnisses, die Nase nur rund einen Drittel, weil das Bouquet sich noch nicht entwickeln konnte.  

Kenner warten! Die effektive Genussphase ist dann da, wenn sich ein grosser Rotwein zwischen letzter Frucht- und erster Terroir-phase befindet. Erst dann reflektiert er seine Herkunft und seinen Grundcharakter. In diesem Zustand mildert er die Gaumenarroganz ab und die nasalen Eindrücke nehmen stetig zu. 

Je besser der Jahrgang, respektive der zu geniessende Wein balanciert ist, desto länger würde die Genussphase anhalten. Diesen Effekt mute ich ganz vielen Bordeaux 2001 zu.  Wie diese soeben gemachte «Studie» aufzeigte. 

GENUSSNACHMITTAG IN NOTTWIL

Von der Terrasse des Gastgebers aus, hat man einen wunderschönen Panoramablick über den Sempachersee. 

Wir trafen um 14 Uhr ein und es standen drei verschiedene «Weinbatterien» zur Auswahl auf den Tischen. Eine gemischte Palette, je ein Bordeaux-Quintett der Jahrgänge 2001 und 2003. Da ich fokussierte Themen liebe, schlug ich vor den Jahrgang 2001 auszuwählen. Bärti schwärmte eher für den Bordeaux 2003. Also liessen wir ein Frankenstück entscheiden. Bei Zahl 2001, bei Kopf 2003. Bärti warf die Münze in die Luft und am Boden gewann ich den Jahrgangsentscheid. Die Zahl lag oben!

Also entkorkten wir zusammen die Flaschen und entschieden uns danach für die mögliche Reihenfolge. So etwa nach dem Motto; «von mild nach kräftig». Das war ein guter Entscheid. So genossen wir während dem Kartenspiel die süffigeren Varianten und bekamen dann zum Nachtessen den noch etwas verlangenden Montrose ins Gabriel-Glas. 


2001 Château Ducru-Beaucaillou, Saint Julien: Marktwert; rund 150 Franken. Reifendes, leicht mattes Granat. Elegantes, vielschichtiges Bouquet, Zedernduft, rotes Pflaumenmus, Grafit (Bleistiftmine), heller Tabak und Bastholz. In seiner nasalen Aromengrundform erinnert er ganz deutlich an frühere, reife, recht grosse Ducru-Jahrgänge. Der Gaumenfluss ist weich, fast milchig, anschmiegsam und harmonisch balanciert. Er zeigt eine feinwürzige, minim unterreife Cabernetkontur. Dabei klingt er lange aus. Ein milder Saint-Julien-Grande mit Anmut und Schönheit! 18/20 trinken 








ZWEI MAL ENTKORKT 

Erwartungsvoll schnupperten wir am Cos 2001. Die Erwartung wurde aber spontan gedämpft, weil der Wein leider oberfies korkte. Glücklicherweise war sofort Ersatz da!

Der Gastgeber Christian Merz grabschte sich den Cos d’Estournel. Natürlich erst nach dem zweiten, wesentlich «unkorkigeren» Eindruck. 

Meine Wertung lag im Nasenbereich um einen Punkt höher als im Gaumen.  Wie der 18-Punktewein schmeckte findet man wie immer auf www.bxtotal.com 




MEHR WERT ALS ER KOSTET

Auf ihn mit Gebrüll! Der Weinhändler www.raritaetenwein.ch bietet diesen grossen, zwanzigjährigen Montrose für 110 Franken kann. Als ich auf die Webseite klickte waren es noch 84 Flaschen. Dies wird sich, nach diesem Artikel schnell ändern. Vergleichbar grosse Montrose-Jahrgänge kosten im Markt alle über 200 Franken! Nebenbei; der damalige Mövenpick-Einkaufspreis lag bei 29 Euros!

2001 Château Montrose, Saint Estèphe: Marktwert; siehe Einleitung! Sehr dunkles Weinrot mit satter Mitte. Barockes, tiefes Bouquet mit Pumpernickel Brot, Teer, Karbonileum, Backpflaumen, Edelhölzern, schwarzen Oliven und Périgord Trüffeln. Legt an der Luft stetig zu. Er liefert nasal so eine Art Prototyp von grossem Saint-Estèphe-Terroir. Im Gaumen schier mächtig, fleischig, immer noch eine umfassende Adstringenz abliefernd. Dies jedoch jetzt mit langsam angerundeten Tanninen. Hier vermischt sich Aristokratie und Kraft. Einmal mehr beweist dieser fantastische Château Montrose seine dokumentarische Langlebigkeit. 19/20 trinken


Der grosse Bericht zum 2001 Bordeaux-Quintett (Ducru, Pichon-Baron, Lynch-Bages, Cos d'Estournel und Montrose) findet man auf www.bxtotal.com

Welcher ist der beste? Sind alle schon genussreif? Was soll man noch kaufen? ...






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DER INITIANT VOM PARIS TASTING IST TOT

Ein grosser Weinkenner und feiner Mister ist nicht mehr unter uns. Steven Spurrier ist in seinem Zuhause in England verstorben.
Ich traf ihn bei verschiedenen Gelegenheiten. Am mittlerweile auch fast legendären BERLIN TASTING moderierte er mit mir diesen internationalen Event. An ein paar gemeinsame Essen in diversen Bordeaux-Château kann ich mich erinnern. Und vor allem an unser London Diner.

Bei meinen Mövenpick Anfängen durfte ich nämlich seinen helvetischen Zweig von der Academie du Vin leiten.
Im Jahr 1995 bekamen wir ein Problem mit der Académie du Vin. Aus strategischen Gründen galt es, diese und die «Entrepôt de Vins et Spiritueux» mit der «Caves Mövenpick» zu fusionieren. Die Firma Académie du Vin konnte nicht integriert werden, denn diese war nicht ganz firmeneigen. Mit den 20 % Anteilen, welche dem initialen Gründer, Steven Spurrier, gehörten war dies ein Ding der Fusionsunmöglichkeit. Zudem zeigte der Verwaltungsrat weit weniger Spass an diesem Wein-Vehikel als unser Team.

Der Gabriel wurde nach London geschickt, um sich mit Steven Spurrier zu treffen und nach einer Lösung zu suchen. Im Kopf hatte ich wenige Ideen, wie das funktionieren könnte, aber ein beträchtliches Budget im Sack.

Als Best-Case-Szenario liess ich von unserem Hausanwalt zwei Verträge vorfertigen. Einen mit einem noch einzusetzenden Betrag für die 20 % Anteile. Ein weiterer Vertrag war für das Very-Best-Case-Szenario angedacht. Dies mit der illusorischen Vorstellung, dass wir die Aktien kostenlos zurück erobern könnten.

Um ein wohlwollendes Ambiente zu schaffen, reservierte ich in einem der damals besten Restaurants in London einen Tisch. Die Speisen waren da weit weniger salzig als die Preise.

Steven Spurrier sass schon dort und hatte sich einen Sherry geordert. Wir begrüssten uns und ich bestellte aus solidarischen Gründen ebenfalls einen Sherry. Gleich von Beginn weg spürte ich, dass wir das Heu auf der gleichen Bühne haben. Ich schlug vor, dass er die Weine ordern solle und Mövenpick bezahlen würde. Bescheiden in seiner Art, wollte er eher auf Alternativen zugreifen. Galant lenkte ich ihn bei der nun gemeinsamen Evaluation auf den Wunsch, möglichst terroirbetonte Weine zu geniessen. Da gibt es ja im ganz Geheimen auch eine Faustregel: «Mehr Terroir – desto teurer.» Der Genuss derselben Weine ergab eine gute Gesprächsstimmung zwischen uns.

Irgendwann musste ich das Thema geschickt Richtung Académie du Vin Schweiz lenken. Ich erklärte ihm ganz ehrlich die schwierigen Fusionsabsichten aufgrund seiner 20 % Anteile. Ebenfalls ganz ehrlich berichtete ich ihm, dass die ADV Schweiz seit ihrer Gründung nie einen Profit gemacht hätte. Da seien wir mit seiner Organisation nicht unähnlich, meinte Steven. Auch er hätte nie Kapital daraus schlagen können. Obwohl ihm ja mit dem legendären Paris-Tasting ein gewaltiger Paukenschlag gelungen sei.
Mittlerweile waren wir schon bei der dritten Flasche Wein angelangt und es zeichnete sich eine sehr freundschaftliche Lösung ab.
Als er zur Toilette ging, holte ich die beiden Aktienabtretungsvarianten aus meiner Jacke. Den mit der möglichen Einmalzahlung steckte ich in die linke, die entschädigungsfreie Variante in meine rechte Tasche.

Als Steven zurückkam, wiederholte ich noch einmal kurz mein Anliegen und das Ziel, dass wir jetzt gleich eine Endlösung zu den von ihm verbleibenden 20 % der Aktien der Académie du Vin anstreben möchten. Also schlug ich vor: «Ich übernehme diesen wunderbaren Tisch mit der Erkenntnis, dass ich einen neuen Freund in London habe. Und Du unterschreibst eine Vereinbarung, bei der Du Deinen nicht rentierenden Anteil kostenlos abtrittst!»

Er war einverstanden und nickte. So griff ich in die rechte Jackentasche und Steven Spurrier unterzeichnete den dazu nötigen Vertrag.
Wir blieben Freunde und führten danach noch ein paar gemeinsame Tastings durch. Eines davon war das gigantische Berlin-Tasting. Analog zum Paris-Tasting. Mit Bordeaux, Super-Toskanern und Chile-Icon-Weinen.

Übrigens: Der Handgriff in die rechte Jackentasche war für mich reine Routine. Ich bin Linkshänder!



P.S. Steven Spurrier war ein Gabriel-Glas-Fan. Man sieht ihn auf dem Foto im Napa Valley mit der Glas-Import-Chefin Tempe Reichardt.


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ST. LAURENT-WUNDER AUS TATTENDORF

Das Epizentrum von fantastischen St. Laurents liegt in der Thermenregion. Andernorts gibt es auch sehr gute Weine aus dieser Rebsorte. Aber in der Langzeitmessung hat wohl keine andere Weinregion in der Welt eine reelle Chance da mitzuhalten.

Ich erinnere noch gut, wie ich ausflippte als ich den 1997 St. Laurent von Reinisch nach der Flaschenabfüllung auf dem Weingut probierte. Der war so unverschämt gut, dass ich mir ein paar Flaschen erwarb.

Heute habe ich wieder mal erst in das entsprechende Flaschenregal und dann zum sofort Korkenzieher gegriffen. Wow! Immer noch tiefdunkel, praktisch kein Reifeschimmer. Die Nase eine Aromenbombe von Pflaumen, Mokka, Lakritze, dunklen Edelhölzern du zerdrückten Szechuan-Pfefferkörnern. Im Gaumen merkt man in Spurenelementen, dass dieser Wein nicht «unholzig» auf die Welt kam. Aber genau dieser Umstand hat ihm wohl zu einem so unglaublich langen Leben verholfen. Schon fast ein Monument. Vor allem ein Reinisch-Wein, der das oft unterschätze Alterungspotential von diesen genialen Weinen (auch beim Pinot) dokumentiert. Bravo! 19/20 

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DIE FÜNFTE LIGA VON PAUILLAC
 
Das Titelbild ist für einmal nicht besonders repräsentativ. In erster Linie ist das Bild nicht vollständig. Und zweitens; wir haben andere Weine getrunken …

Oder halt schon auch ein paar dieser Weine, aber mit anderen Jahrgängen. Was aber mit dem Titelbild sicherlich dokumentiert wird?
Es handelt sich um die beliebtesten und somit auch in der Regel besten Weine der «fünften Liga» der Appellation Pauillac.
Damit ist die Kategorie der «Cinquième Grand Crus Classés» gemeint. Also Weingüter, welche im berühmten und – mit wenigen Ausnahmen – festgemeisselten Klassement vom Jahr 1855 als «fünfte Gewächse» prämiert, respektive deklariert wurden.
Ein paar Weine fehlten auf dem Bild. Es sind – zumindest aus meiner Sicht – Weingüter aus Pauillac, welche es aus qualitativen Gründen nicht in meinen privaten Keller schafften. Es sind dies Croizet-Bages, Lynch-Moussas und Grand-Puy-Ducasse. Diese letzteren drei sind angenehme Weine, stagnieren aber seit Jahrzehnten in deren Qualität. Sie sind in meinen persönlichen Kauf-Selektionskriterien schlichtweg unten durchgerutscht.

Dafür sind andere Weine dieser Kategorie reichlich in meiner Inventur vorhanden. Im Lead liegt Lynch-Bages, gefolgt von Grand-Puy-Lacoste. Der «G-P-L» ist ein Gabriel-Must, weil es einer der Lieblingsweine von meiner Karin ist. Natürlich darf der Pontet-Canet auch nicht fehlen. Hier bevorzuge ich das Mittelstück. Also die Jahrgänge von 1995 bis 2009. Viel Freude bereitet mir auch nicht selten den Clerc-Milon. Hier ist der 1990er einer meiner Lieblinge.

Auch vom d’Armailhac gibt es noch ein paar kleine Restbestände. Es sind Überbleibsel meiner Mouton-Verkostungen, welche jeweils im Old Swiss House in Luzern stattfanden. Die Qualitäten sind leider nicht immer identisch mit den Jahrgangsvorgaben.
Haut-Batailley war immer ein korrekter Pauillac mit einem artisanalen Geschmack. So wie früher halt. Der Batailley ist ein sehr guter  «Preis-Leistungs-Pauillac». Den horte ich nicht, sondern bestelle ihn gerne mal im Restaurant. Vom Haut-Bages-Libéral sind noch ein paar reife Flaschen da welche auf einen baldigen Einsatz warten.

Gerne eingekauft hatte ich «meine Entdeckung» den Pédesclaux 2009. Das war der erste, wirklich gute Jahrgang von diesem zu lange vernachlässigten Weingut.

Nachfolgend ein paar Reminiszenzen von unserer Probe rund um die Pauillac-Cinquèmes ...

START MIT JAHRGANG 1961

Orange Wine? Von der Farbe her hätte man es vermuten können. Dies lethargisch anmutende Weingut dümpelt seit Jahren im Markt dahin. Die Preise liegen um 50 Franken oder deutlich darunter. Je nach Jahrgang. Der Zweitwein wird unter verschiedenen Namen lanciert.  

1961 Château Croizet-Bages: Füllniveau; obere Schulter. Fast kein Rot mehr in der Farbe zu sehen, eher Orange – vor allem am Rand. Torfiges Bouquet, Tomatenmark, Rosinen, altes Leder, ergänzt mit uraltem Pferdesattel und getrocknetem Pferdemist. Im zweiten Ansatz strahlt er eine trockene Süsse aus, Thymian, dezent ätherisch. Im Gaumen schlank, asketisch, mehr Muskeln wie Fleisch im Finale sind Kapseltöne zu vermelden. Insgesamt vermittelt dieser 60jährige Wein eine mässige Trinkfreude. 15/20 vorbei  


SEIT 1970 IM BARON BESITZ

Baron Philippe de Rothschild erwarb dieses fünftklassierte Gewächs im Jahr 1970. Den ersten Namen verlieh ihm der damalige Besitzer Jean-Baptiste Clerc. Kurz vor seinem Tod veräusserte er sein Weingut 1863 an den Notar Jacques Mondon.

Dieser liess seinen Wein umtaufen in Clerc-Milon Mondon. Nach Mondons Tod im Jahr 1897 führte seine Witwe das Weingut weiter. Danach erbte die Tochter Germaine (verheiratete Vialard) dieses sich im Weiler Milon befindliche Château. Das Weingut war ziemlich heruntergewirtschaftet und die Weine wurden von 1947 bis 1969 exklusiv über das Weinhandelhaus Dourthe verkauft.

1970 erwarb Baron Philippe de Rothschild Clerc-Milon Mondon und liess ab dem Jahrgang 1970 das «Mondon» weg und so bekam «Clerc-Milon» wieder seinen historischen Namen zurück. Interessant ist die damalige Kaufsumme, welche eine Million Francs betrug. Umgerechnet sind dies heute rund 1.5 Millionen Euro. Guter Deal!

1990 Château Clerc-Milon: Deutlich gereiftes Rot mit ziegelroten Reflexen am aufhellenden Rand. Süsses, rosiniges Bouquet, Malznoten, Dörrfeigen, Backpflaumen, Caramel und minime Honignoten. All diese süssen Eindrücke stammen wohl von einer überreifen Merlot-Charge. Nicht üblich, aber ziemlich berauschend. Im zweiten Ansatz; Zedernduft und heller Tabak. Im Gaumen gibt er sich hoch reif, gut balanciert und mit viel Charme. Er zeigt auf, dass er auf dem obersten Genuss-Peak ist. Würde man ihn blind erkennen? Als Jahrgang vielleicht schon, aber nicht als Pauillac, oder gar als Clerc-Milon. Gäbe es diese Kategorie, dann würde man ihn als «erotischen Bordeaux» bezeichnen. Und weil es diese Kategorie offiziell nicht gibt, muss man ihm halt sonst ein passendes Attribut zuteilen, damit er für Leser einfach zu erklären ist. Also; «Leider geil!». Seit ein paar Jahren bevorzuge ich ihn dem Mouton gegenüber. Nicht weil er zwingend besser ist, sondern wesentlich zuverlässiger. Denn vom Mouton aus gleichem Hause findet man leider ganz viele Flaschenvarianten in allen Facetten. Die Wertung für diesen fantastischen, enorm süffigen Clerc-Milon: 19/20 austrinken   

DEN LES FORTS GIBT ES SEIT 1966 BEI LATOUR

Der damalige Direktor Jean Paul Gardère initiierte den Les Forts de Latour als Zweitwein im Jahr 1966. Heute ist es ein eigenständiger Cru mit Grand-Cru Qualität. Aber kein Cinquième. Aber wir machten da sehr gerne eine Ausnahme!

2000 Les Forts de Latour: Unglaublich tiefe Farbe, fast Schwarz in der Mitte. Intensives und gleichzeitig vielgeschichtetes Bouquet, Edelhölzer, Kaffee, Pumpernickel Brot, Brazil-Tabak und Périgord Trüffel. Im zweiten Ansatz dunkle Schokolade, Minze und würzige Küchenkräuter. Royaler Gaumenauftritt, feine Tannine, anhaltendes Finale. Dieser geniale Les Forts de Latour zeigt deutlich auf, dass er eigentlich ein eigenständiger Cru ist. Zwei Stunden dekantieren. 19/20 beginnen


DAS ORIGINAL-KLASSEMENT 1855

Das Originalklassement, welches im Rahmen der Pariser Weltausstellung evaluiert wurde, war gleichzeitig auch wertend. Will heissen, die Weingüter wurden nicht alphabethisch eingeordnet, sondern nach deren Handelswerten aufgelistet. Je bessere Preise ein Wein im erzielte, desto weiter oben stand er auf der Klassements-Liste.

Bei der damaligen Rangierung wurden die Handelspreise der letzten hundert Jahre mit einbezogen.

Somit führte der «Canet von der Familie Pontet» die Fünftenliste an. Croizet-Bages bildete das Schlusslicht. Ist irgendwie heute immer noch so …

Wer genauer hinschaut, entdeckt, dass im Jahr 1855 nur zehn Pauillac-Weingüter als Cinquièmes deklariert wurden. Heute sind es deren elf.  

Auf der Ur-Liste fehlt Château Haut-Batailley. Der Grund, das Weingut wurde nach 1855 aus erblichen Gründen aus dem Besitz von Château Batailley gesplittet. Weil, die Böden bereits als fünftes Gewächs eingestuft wurden, durfte das «neue Weingut», Château Haut-Batailley, ebenfalls mit demselben Adelstitel vermarktet werden.





LYNCH-BASCHI MAGNUM

Unter Weinfreunden wir Sebastian Schwander auch der «Lynch Baschi» genannt. Dahinter versteckt sich seine offenkundige Begeisterung für den Lynch-Bages. Dies, nebst vielen kalifornischen Weinen mit welchen er grossartige Raritäten-Tastings lanciert.

1985 Château Lynch-Bages: Magnum. Das Füllniveau war untere Schulter. Dies lag aber wohl daran, dass Baschi sich zu Hause bereits einen kleinen Schluck gönnte. Mittleres, gereiftes Weinrot mit aufhellendem Rand. Offenes Bouquet, einen leicht unterreifen Cabernet anzeigend, dies in Form von minimen Spuren von Geraniol und Paprika. Man findet aber auch noch rote und blaue Fruchtresten, sowie Milchschokotöne, zerdrückten Pfefferkörnern und getrockneten Herbsttrompeten. Im Gaumen saftig, lang, irgendwie schlank. Auch findet man eine «coole Cabernetnote», sehr angenehm ausklingend. Nicht zuletzt Dank dem Grossformat bietet dieser hoch reife Pauillac immer noch einen grossen Genuss, bei entsprechendem Trinkfluss. 18/20 austrinken

Der grosse Pauillac-Cinquièmd-Bericht auf 9 Seiten mit Bewertungen und Illustrationen. www.bxtotal.com

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BORDOLIEREN MIT RENE GABRIEL #4 

Hier geht es um den 2010 Irto Cantina Kopp von der Crone Visini, Barbengo (Ticino)  Zum Film
Von diesem Wein werden im Mai 120 Flaschen an der www.weinboerse.ch versteigert!

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PRIVILEGIERTER DIENSTAG-MITTAG 

Montrachet im Gabriel-Glas bei Freunden.  

Sublime Spitzenklasse. Balance in Reinkultur.

Demut pur!










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BORDOLIEREN MIT RENE GABRIEL #3 

Hier geht es um den 1978 Château Latour, Pauillac  (Film)
 
In loser Reihenfolge berichtet der Schweizer Weinkritiker René Gabriel über seine weinigen Erlebnisse. Bordeaux steht da meist im Zentrum. Seine Eindrücke notiert er auch in seiner Websuchmaschine www.bxtotal.com mit über 62'000 Verkostungsnotizen. Ergänzt durch informative und illustrierte PDF-Storys. 

Gratisinformationen zu Weinen, Verkostungen und Weinreisen findet man auf seiner offiziellen Webseite www.weingabriel.ch
Degustiert wird immer aus dem Gabriel-Glas. www.gabriel-glas.com
Viele schöne Weinerlebnisse wünsche ich Euch und Santé!

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WELCHES IST IHR LIEBLINGSWEIN?

Sucht man im allmächtigen Internet nach «Lieblingswein», wird man sehr schnell auf kommerzielle Seiten gelockt. In meinem Versuchsfall nach diesem Begriff stand zuoberst lieblingswein.ch. Dahinter versteckt; ein Weinhändler. Gleich darunter; lieblings.weine.de. Dahinter versteckt; ebenfalls ein Weinhändler.

An dritter Stelle berichtet die deutsche Lebensmittelzeitung, dass die Weinkellerei Peter Mertes unter dem Markennamen «Lieblingswein» gleich mehrere halbtrockene Cuvées im Halbliter anbietet. Die Weine kosten einerseits nur 2.99 Euro, hätten aber – gemäss beiläufiger Info – das «Potenzial zum Favoriten- Status».

Weiter geht die Suche. Und wieder fliegt die Suchmaschine auf einen Weinhändler rein; deinlieblinigswein.de. Spannender und recht ausführlich über eine mögliche Definition berichtet silkes-weinkeller.de im Weinblatt.

Beim nächsten Versuch werde ich in meine Wohngemeinde Eschenbach gelockt. Dort berichtet die Weinhändlerin Romy Widmer über eine Verkostung, welche mit ihren Lieblingsweinen vor zwei Jahren stattfand.

PARKER’S LIEBLINGSWEIN

Auch hier bringt eine Suche nichts Konkretes. Auch mein eigener Name schiesst für eine treffende Antwort weit am Ziel vorbei.
Man könnte die Frage in den Raum stellen, ob ein Lieblingswein denn im Prinzip einfach nur ein extrem beliebter Wein ist. So nach der Kategorie «meistverkaufte Flaschen». Wenn man von einem Wein sehr viele Kartons verkauft, dann muss er doch zwangsweise ein «Everybodys-Darling» sein.

LIEBLINGSWEIN-WANDERUNG

So alle zwei Wochen wandern wir eine Runde um Eschenbach. Ein paar Freunde. Etwas frische Luft. Bewegung. Natur. Ab 17 Uhr wird gewandert. Eine gute Stunde später treffen wir uns dann bereits in einer Hütte im Schrebergarten. In meinem Weinkeller. Oder – wie diesmal im «W1». Das ist die gepflegte Motorradwerkstatt von Freund Bärti.


DIE NAPA-LEGENDE SCHLECHTHIN

Der legendäre Winzer Joe Heitz begann mit seinen ersten offiziell gefüllten Cabernets im Jahr 1966. Immer wenn er seinen Marthas Vineyard besonders gut fand, beklebte er ihn mit einem farbigen Spezialetikett. Dies war 1974 erstmals der Fall. Heute ein rarer und gesuchter Wein mit einem Marktwert von rund 2000+ Franken. Abgefüllt wurden damals 52'125 Flaschen. Wir genossen an unserem Lieblingswein-Abend die Nummer 34'391.

1974 Cabernet Sauvignon Marthas Vineyard, Heitz, Napa Valley: Die Farbe war Schwarz und Braun gleichzeitig. Das Bouquet entwickelte sich von der ersten Sekunde an in einen multiplizierenden Aromen-Wahnsinn. Viel Malz, eingedickter Birnensaft, rotes Peru Balm, Pflaumenkompott, Guinness Bier und Coulure (sehr dunkles Caramel). In den ersten Sekunden schwang eine fette Süsse oben auf. Dann drängten andere Schichten in Nasenbild; Kräuter, Minze, getrocknete Baumnussschalen, Ricola- Bonbons, blühender Kapernbusch und (daran muss man sich bei einem Marthas gewöhnen) Eucalyptus. Der Gaumen füllig, cremig, ja üppig. Ein wahrlich mundfüllendes Erlebnis, die Tannine sind reich, aber voll und der Wein fühlt sich auf einem schon lange dauernden Genusspeak an. Das bombastische nicht enden wollende Finale endet mit einer Mischung von Feigensirup und Fernet Branca. Ich habe das Privileg diesen Wein schon ein paar Mal im Glas vor mir zu haben. Und es ist jedes Mal ein ehrwürdiger Moment an dieser Napa Legende laben zu dürfen. Da die fast leere Flasche vor mir stand, goss ich mir am Schluss noch das Depot ein. Hier verstärkten sich die Aromen nochmals zusätzlich und ich nahm Rauch, schwarzes Pfeffermehl und Trüffel wahr. Das Cabernet-Dopamin schiesst durch den ganzen Körper und vermittelt heftige Genuss-Glücksgefühle. 20/20 austrinken

LAUCHKUCHEN UND SALZBERG

Der oben abgebildete Kuchen mit Frühlings-zwiebeln, Mascarpone, Eier, Speckwürfel stammte aus meinem Ofen. Die unten beschriebene Magnum aus Bärtis Weinkeller.

2004 Salzberg, Heinrich: Magnum. Immer noch tiefe Farbe mit roten und blauen Reflexen durchzogen. Die Nase zeigt schwarze Früchte wie Cassis, Brombeeren und ist mit Eisenkraut und Lakritze gewürzt. Im Gaumen fleischig, fest, konzentriert und beeindruckend. Für mich ist das einer der grössten Austria-Rotweine in seiner Reifephase. Bravo! 19/20 trinken

I HAVE A DREAM

Hier geht es nicht um den legendären Anfangssatz von Martin Luthers Rede im Jahr 1963, sondern um eine Konversation von Christian Moueix und mir.

Als Einkäufer von Mövenpick wurde ich jedes Jahr nach der Primeurprobe ins Privathaus an der Dordogne eingeladen. Dort gabs immer feines Essen und ziemlich legendäre Weine. Das aufmerksame Personal bemerkte recht schnell, dass diese Weine in der Regel sehr gut ankamen und so flossen die reifen Pomerols manchmal buchstäblich «in Strömen».

Christian und ich waren am späteren Nachmittag wohl etwas angeheitert und da fasste ich den Mut ihm von einem besonderen Traum zu erzählen …

«Ich träumte von einem Wein der aus je einem Fass Haut-Brion, Latour, Lafite, Mouton, Margaux, Cheval-Blanc, Ausone und Pétrus bestand».    

Christian wurde nachdenklich und fragte mich höflich, wie ich mir denn so einen Wein letztendlich vorstellen würde.

So antwortete ich vorsichtig: «das ergibt wohl einen sehr grossen aber möglicherweise schwer zu definierenden Wein!».

Christian war zufrieden mit meiner Antwort und wir tranken ein weiteres Glas Rotwein.   

«Dann hatte ich nochmals einen Traum!»

«Was noch einer? Wieder mit Wein?»

«Ich habe mir erträumt, dass man einen noch nie dagewesenen Wein mit einer speziellen Assemblage kreieren würde. Den besten Cabernet Sauvignon von Château Latour. Den besten Cabernet Franc von Château Cheval Blanc und den besten Merlot von Château Pétrus!»

Christian lehnte sich zurück, dachte kurz nach und aus ihm sprudelte spontan eine mögliche Vorstellung wie der Wein schmecken könnte: «Das gibt einen Dominus!!!»

Das Foto entstand bei meinem Dominus-Besuch im Jahr 2011. Wie der Dominus 1994 schmeckte und warum er von 1983 bis 1990 mit Portraits von Christian Moueix auf der Etikette versehen war, kann man auf www.bxtotal.com nachlesen. 

WELCHES LIEBLINGS CHÂTEAU?
 
Als ich diesen Artikel schrieb, kam mir die Zeit vor meiner Tätigkeit als Wirt im Hotel Kreuz in Sempach in den Sinn. In den Jahren zwischen 1982 bis 1986 traf ich mich, jeweils mittwochs, regelmässig mit meinen lokalen Weinfreunden zu nachmittäglichen Grillpartys.

Walter war der «Pichon-Lalande». Markus der «Ducru-Beaucaillou» und ich der «Palmer».

Dies hatte zur Folge, dass diese Weine regelmässig zelebriert wurden. Nicht zuletzt deshalb, weil jeder von seinem Lieblings-Château einen ansehnlichen Bestand im Keller pflegte, welcher an diesen Treffen in wohl erträglichem Masse redimensioniert wurden.

WEIN FÜR DIE EINSAME INSEL?

Ei wie lustig! Fast an jedem Interview wurde mir diese monotone Frage immer wieder gestellt. Begonnen hat dieser Fragezyklus wohl damals, als man vom Mövenpick-Gründer Ueli Prager eine Antwort entlocken wollte. Seine Antwort war kühn, denn er wollte nicht überheblich wirken und gleichzeitig etwas Marketing für seine Moueix-Pomerol Exklusivitäten verstecken. Also war sein einsamer Inselwein der Château Lafleur-Pétrus.

Zu Beginn von diesem stets wiederkehrenden Fragereigen antwortete ich meistens mit «Château Palmer». Lästigerweise hackten dann nicht wenige Journalisten nochmals nach und fragten nach dem möglichen Jahrgang.
Mit der Zeit wurde mir diese Bumerang-Frage zu blöde. Und ich antwortete lakonisch. «Egal was, Hauptsache eine Imperialflasche!». Beim Schreiben dieser Zeilen ist mir heute eine noch primitivere Variante in den Sinn gekommen.

Heute würde ich erwidern, dass ich tendenziell einen Rotwein auf die einsame Insel mitnehmen würde. Und ganz sicher keinen Weisswein. Dann würde ich auf das Nachhacken vom Journalisten warten, weil er dann mich fragen würde, warum es denn kein Weisswein sein sollte.

Und dann hätte ich sofort die passende Antwort parat. «Es ist die traumatische Angst, welche mich immer wieder bei dieser sehr originellen Frage nach dem einsamen Inselwein in nächtlichen Träumen verfolgt. Was mache ich, wenn es dort keinen Kühlschrank gibt?».

PINOT-LIEBHABER ANDRÉ

Er liebt Pinots in allen Facetten.

Dabei zeigt er eine nachvollziehbare Priorität für «richtige Burgunder».

André Kunz mag aber auch das Einfache: «Ich liebe es zu Hause den ganz einfachen, im Stahltank ausgebauten Wein von Denis Mercier zu geniessen. Der ist derartig gut, dass ich dabei fast ausflippe!»







TENERIFFA-FERIENWEIN

Leider war mein Pingus 1999 nicht grad die allerbeste Flasche an diesem Abend.

Aber er weckte immerhin Erinnerungen ...

Wenn wir nach Teneriffa fliegen, nehme ich meistens eine Flasche Pingus oder einen Vega-Sicilia mit.

Den Sylvester 2019 feierten wir mit dem 1999er Pingus. Der gefiel mir wesentlich besser als die mitgebrachte Flasche an unserem Lieblingswein-Abend.

Spontan schrieb ich damals meinem Freund und Pingus-Produzent Peter Sisseck eine SMS und bekam 13 Minuten später postwendend eine freudige Antwort.

MASSETO-UMWÄLZUNG

In Bärtis Weinkeller findet eine permanente «Masseto-Umwälzung» statt. Es vergeht wohl kaum einen Monat, an er nicht eine Flasche an irgendwelche Anlässe mitnimmt. Was bedingt, dass er die getrunkenen Flaschen zwangsweise durch neue, jüngere Jahrgänge ersetzen muss. Für Bordeaux Premier-Grand-Crus gibt der Hobby-Veteranentöffahrer wenig Geld aus. Für Masseto aber schon. Nicht selten bin ich von diesem Umstand glücklicher Profiteur.

An unserem Abend wurde der 2006er zelebriert. Kam gut an.






FETT UND STRUKTURIERT

Diesmal ist der Titel für eine formulierende Beschreibung nicht auf meinem Mist gewachsen. Wenn man im wine-searcher.com nach diesem Harlan 2005 sucht, dann wird er als «Bold and Structured» beschrieben.


2005 Harlan Estate, Napa Valley: Gibt es die Farbe dunkelschwarz eigentlich wirklich? Wenn es diese tatsächlich gäbe, so könnte man diese Deklaration beim Harlan 2005 bedenkenlos anwenden. Die überintensive Nase schiesst in den ersten Sekunden mit Aromen von Cassis-Brombeeren, Black Currant und schwarze Schokolade um sich. Dann folgt Lakritze, Vanillemark, Mocca und Schoko-Minznoten. Er wirkt direkt, frisch, also somit noch blutjung. So geht es im Gaumen weiter. Eine richtige Cabernet-Bombe, welche sich in den Folgejahren noch entschärfen muss. Denn die Tannine sind omnipräsent und passen jedoch absolut zu diesem sehr fleischigen, konzentrierten Kraftakt. Weniger wäre nicht das Maximum und mehr geht da auch nicht. Ein Wahnsinns Napa am Limit dessen, was man in die Flasche füllen kann. 20/20 warten 

GABRIEL’S LIEBLINGSWEINE

Es ist ein Versuch. Dies deshalb, weil die effektive Definition von Lieblingswein nicht schlusshaltig zu definieren ist. Ich kann mich hier auch nicht nur für einen einzigen Wein entscheiden. Denn – der Griff zu einem Wein, welchen man gegenüber anderen etwas bevorzugt ist, auch a.) eine Stimmungssache und b.) hängt die Selektion sicherlich auch vom begleitenden Essen ab.

Hier eine lose Aufzählung meiner aktuellen Lieblingsrotweine. Das sind Flaschen, welche in meinem Weinkeller permanent verfügbar sein müssen. Almaviva / Don Maximiano / Malbec Rutini / Vega Sicilia / Rioja Ardanza / Lynch-Bages / Grand-Puy-Lacoste / Latour / Palmer / Pinot Unique Donatsch / Pinot Felton Road / Dominus / Heitz Martha’s Vineyard.

Der grosse, illustrierte Lieblingsweinbericht auf acht PDF-Seiten www.bxtotal.com

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SO SCHMECKT EIN WIRKLICH REIFER PAUILLAC

Ein spontaner Griff in die immer noch gut gefüllte Original-Holz-Kiste und schon hielt Philippe den 1978 Château Latour in der Hand. Seit seiner Primeur-Anlieferung in diesem tiefen Luzerner Keller gelegen. Perfekt im Füllniveau. Ich durfte ihn entkorken und somit als erster meinen Rüssel ins Gabriel-Glas halten. Na gut, zuerst schaute ich mir den Wein noch an. Respektive die Farbe. Diese war gereift und nicht besonders tief. So mit aufhellenden, ziegelroten Reflexen.

Aus dem Glas duftete es derweil bereits herrlich während dieser Farbenprüfung. Kräuter, Erd-Eisenton, welke Herbstblätter, Restfrüchte; so nach Zwetschgen und roten Pflaumen. Und wieder Kräuter. Dann etwas helles Leder, Zedern, Tabak. Und … schon wieder Kräuter (wilder Rosmarin und Thymian in erster Linie. Ergänzt durch Minze). Ein milder Reigen von einem sehr ansprechenden, immer noch intakten Bouquet. Blind hätte ich wohl eher nach einen Saint Julien gesucht. Ist aber logisch. Wenn die Pauillacs aus einem mittleren Jahr stammen, dann duften diese manchmal nach der Nachbarregion.

Im Gaumen gibt er sich – durch eine lebendige, aber gut integrierte Säurestruktur – recht lange. Weil er so schlank ist, lässt er den Terroir geprägten Aromen so richtig freien Lauf. So kann man sich einen grossartigen Claret (alte Bezeichnung der Engländer für klassische Médocweine) der früheren Zeit vorstellen. Er zeigt auch auf, dass Latour auch in mittleren Jahren über ein beträchtliches Alterungspotential verfügt, ohne den Genuss für einen gewieften Reifweintrinker zu redimensionieren. Da wir ihn nicht dekantierten und er sich spontan so wunderschön präsentierte, würde ich die Karaffe beim nächsten Mal auch im Schrank belassen. Im Markt kostet dieser 43jährige Wein gleich viel wie die neuen Jahrgänge von «mittleren Jahrgängen». Zwei Flaschen habe ich noch. Wenn ich nicht hätte – ich würde einen Kauf riskieren … 18/20    

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MALBEC AM VULLY?

Besuch im Cru de l’Hôpital in Môtier am Vully. Christian Vessaz empfängt uns. Seit 20 Jahren leitet er diesen 13-Hektar-Betrieb. Er reflektiert einen Naturburschen. Und seine Weine reflektieren Dasselbe. Er will keine allgefälligen Nullachtfünfzehn Weine in die Flaschen füllen. Und so artet denn eine Weinprobe mit der aktuellen Verkaufspalette auch nicht in ein spontanes Volksfest aus. Die Weine geben sich jung oft als introvertiert und kommen entsprechend seriös, respektive verhalten ins Glas.

Dies beginnt mit dem Chasselas de Fichillien. Mit einem Verkaufspreis von CHF 18.50 zeigt er auf, dass er sich nicht nur im Preis von seinen Konkurrenten am Vully abheben will. Und wer da einen süffig-fröhlichen Aperowein erwartet, der sollte eigentlich doch eher bei den Nachbarweingütern an die Türe klopfen. Dieser Chasselas und auch die anderen, folgenden Weine sind für Kenner gedacht, welche etwas mehr erwarten. Etwas mehr Entwicklungspotential und auch mehr Kraft als Essbegleiter. So wundert es dann auch nicht, dass viele Sommeliers gerne die Weine vom Cru de l’Hôpital auf deren Weinkarte setzen. In der Referenzenliste zählen da recht viele, sehr angesehene Gastrobetriebe in der ganzen Schweiz zu Vessaz’ treuen Kunden.

In früheren Artikeln habe ich über den sagenhaften Pinot Noir de Mur 2017 (Gabriel 19/20) berichtet. Bei unserem Besuch verkosteten wir den 2018er. Der reflektiert wieder etwas mehr den grundlegenden, klassischen Vully-Charakter und ist jetzt schon eine wahre Duftorgie. Danach folgt logischerweise der 2019, der es dann gut mit einem Clos de la Roche, also einem veritablen Burgunder aufnehmen könnte.

Zum Abschluss kommt der 2018 Malbec ins Gabriel-Glas. Ein violetter Wein. Die Nase zeigt schwarze Pfefferkörner, blaue Frucht (Brombeeren), eine florale Frische, ergänzt Lakritze und feinen Kräutertönen. Im Gaumen wirkt er ziemlich satt, fleischig, fein kernig in der Mitte und endet recht lange. Ein charaktervoller unerwarteter Vully-Wein, der zu jeder angesagten Grillparty passen würde. 18/20.

Malbec? «Im Jahr 2006 habe ich mit dieser Rebsorte angefangen. Wir wollten nebst dem heimischen Pinot Noir nach Alternativen suchen. Pinot ist und soll unser Leader bleiben. Die Kundschaft verlangt aber immer mehr nach kräftigeren Weinen. Wir sind mit der Entwicklung vom Malbec sehr zufrieden. Momentan haben wir keine Konkurrenz, weil wir immer noch die einzigen Anbauer am Vully sind», sagt Vessaz. Der 44jährige Naturbursche. Er tüftelt auch an schwefelfreien Weinen herum. Was ihm sehr gut gelingt. Für Normalverbraucher möglicherweise etwas gewöhnungsbedürftig. Dies gilt auch für weitere «Experimente», welche uns zum Vorverkosten gereicht wurden.

Rund 1'300 Flaschen Malbec füllt Christian Vessaz jährlich ab und mit 44 Franken ist man bei dieser Rarität dabei. https://cru-hopital.ch

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REIFE MERLOT – AUS ALLER WELT
 
Es geht hier um die weltweite Nummer zwei unter den roten Traubensorten. Der Merlot liegt nämlich anbaumässig an zweiter Stelle hinter dem «Sieger» Cabernet Sauvignon. Rund 280'000 Hektar Merlot beträgt die gesamte Anbaufläche. Gefolgt von der Nummer Drei, dem Tempranillo.

Stammen soll der Merlot, der dort auch Merlot Noir genannt wird, aus der Bordeaux Gegend. Eine erste schriftliche Erwähnung findet sich im 14. Jahrhundert. Zu jener Zeit hiess der Merlot noch «Crabatut Noir». Damals galt er noch als Sekundärsorte.
Seit 1784 trägt er den forthin beständigen Namen Merlot und ist die meistangebaute Rebsorte im ganzen Bordelais. Es mag heute erstaunen, dass er auch im Médoc im 19. Jahrhundert prioritär verbreitet war. In seinem Werk «Ampéliographie Française» von Victor Rendu findet sich 1857 erstmals eine komplette Beschreibung dieser Rebsorte.

Im Tessin ist der Merlot erst seit 1905 präsent.

PARTNER VON VIELEN KREUZUNGEN

So beliebt wie der Merlot auch ist, man kann ihn nicht überall anbauen. Durch Kreuzungen erreicht man eine Anpassung an klimatische Verhältnisse in anderen Regionen / Ländern. So registrierte man in letzter Zeit Kreuzungen von 51 Neuzüchtungen.

Diese Klone tragen zum Teil recht eigenwillige Namen wie: Artzebat, bruni 360, Bruni 452, Karminrot, Cosmo 97, Cosmo 108, Cosmo 109, Cosmo 110, Cosmo 111, Dimitra, Ederena, Evmolpiya, Ferradou, Fertilia, Hongzhilu, Incrocio Terzi 1, Mamaia, Margot, Meichum, Meinongs N, Meiyu, Mendeleum, Mendioberena, Merlan, Merlese, Merlot Blanc, Merlot Kanthus, Merlot Khorus, Meynieu 6-8, morela, Negru de Yaloven, Nigra, Plamennyi, prodest, Proffessor Guzon, Rebo, Rigotti 81-6, Rigotti 95-5, Rigotti 125, Sennen Vesna, VRH 1-11-82, VHR !-28-82, VHR 1-34-82, XIV 11-57, Yama Merlot. Sie wurde auch für Züchtung von Unterlagen verwendet wie Millardet & Grasset 11, 12, 21, 23 und 27.


MERLOT, KUTTELN & SIDI BARRANI

Den Merlot habe ich bis hierhin ausreichend beschrieben.

Kutteln sind grundsätzlich nicht besonders mehrheitsfähig. Unter der älteren Generation ist die Akzeptanz wesentlich grösser. Zudem kann man dieses leckere Innereien-Gericht mit Fug und Recht als eigentliche Männerdomäne betrachten. Meine Kutteln (Bild oben) sind bei den Gästen immer sehr beliebt.

Unter den Schweizer Kartenspielen ist der Sidi Barrani schon fast eine Königsdisziplin. Es ist ein ziemlich komplexer Jass. Noch komplizierter wird es, wenn man ihn mit einem Doppelkart spielt. Da werden die Sechser, Siebner und Achter entfernt und jeder Teilnehmer spielt mit 12 Karten. Der Spielmacher wird durch ein ausgetüfteltes System von Anbieten evaluiert.

CALIX: WENIG BEKANNT UND RAR

Das Weingut Calix besuchte ich vor vielen Jahren. Der Besitzer, Dottore Carlo Solca führte uns persönlich durch den wenig bekannten Betrieb. Was mir auffiel, das Lager an unverkauften Weinen war riesig. Als ich den Besitzer darauf ansprach meinte er, dass seine Weine Zeit brauchen würden. «Wenn man diese zu jung trinkt, dann man versteht man den Calix nicht». Es gelang mir ein paar Flaschen irgendwo auszutreiben und ich war jetzt wirklich überrascht, wie jung sich dieser mehr als 30jährige Merlot noch zeigte.

Im Markt fand ich kein einziges Angebot. Nur in diversen Weinkarten taucht er ab und zu auf.  Zum Beispiel in einem meiner Tessiner Lieblingsrestaurants im Grotto Fossati.

 
1997 Merlot Calix, Podere Bressanella, Morbio Inferiore: Immer noch recht jugendliches Rubin. Das Bouquet duftet nach Rosenpfeffer und roten Beeren, wirkt zu Beginn sanft trocken, gibt sich immer noch aktiv. Im Gaumen merkt man, warum er immer noch so jugendlich daherkommt. Dies, weil eine gewisse Säurestruktur den Wein immer noch etwas beherrscht. Gleichzeitig verleiht dieser Effekt diesem Calix auch eine ansehnliche Länge. Zeigt mehr Kochen wie Fleisch und wirkt so asketisch. Ideal als Essbegleiter. Konnte sich lange an der Luft halten. Bravo! 18/20 trinken

EINE WUNDERSCHÖNE MAGNUM

Das war ein idealer «Kuttelwein». Tessiner Merlots sind prädestiniert für dieses Gericht.

2010 Merlot Sassi Grossi, Gialdi Mendrisio: Magnum. Helles Weinrot mit ziegelrotem Schimmer. Zeigt immer noch erstaunlich viel rotbeerige Frucht, so in Richtung Himbeeren Grenadine und roten Kirschen. Ein laktischer Touch gibt ihm einen weichen Ansatz und vermittelt Spuren von dezentem Caramel von den Barriques. Im Gaumen saftig, elegant und schon fast unverschämt süffig. Hier stimmt momentan alles und der Wein bietet einen wunderbaren Genuss. Was aber auch heisst, dass man da auf gar nichts mehr warten soll. Sassi Grossi – immer ist ein zuverlässiger, sehr guter Wert.  18/20 trinken

Die ganze Merlotausallerweltgeschichte ... www.bxtotal.com

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2011 BORDEAUX, TEN YEARS AFTER
 
In erster Linie geht es hier nicht um Musik. Obwohl die Hälfte vom Titel auf eine bekannte englische Musikgruppe hinweist. Es geht um Wein. Um roten Bordeaux vom Jahrgang 2011. Insbesondere wie sich dieser heute, nach zehn Jahren so präsentiert. Im Rahmen einer kleinen Weinwanderung verkosteten wir rund ein Dutzend Weine über alle wichtigen Appellationen verteilt. Ein paar Crus degustierte ich schon ein paar Tage zuvor. Es war - das muss man leider hier anfügen - mehr Arbeit wie Vergnügen. Und selbst angesehene Marken wurden nicht ausgetrunken. Zu viel Gerbstoff und extensive Vinifikationen vertragen sich halt leider schlecht. 

VERSTARB AM TAG VOR DER ERNTE

Mit dem Jahrgang 2011 ging auf Calon-Ségur eine Ära zu Ende, denn just am Tag vor der Ernte verstarb Denise Capbern-Gasqueton im Alter von 87 Jahren. Sie verkörperte mit ihrer rigiden, ja strengen, unbeirrbaren Art das Wesen ihres Weins. Ob sich in der harten Schale auch ein möglicherweise weicher Kern befand, konnte ich nie evaluieren. Sie war zu Mitarbeitern und Besuchern gegenüber wohl gleich streng. Meinen Namen konnte sie sich nie merken, also war ich zeitlebens für sie der «Monsieur Mövenpick».

2011 Château Calon-Ségur, Saint-Estèphe: Sattes Purpur, am Rand Rubin. Nobles Bouquet, gibt sich recht tiefgründig, feine Rauchnoten, dunkle Pflaumen, Edelhölzer. Auch im zweiten Ansatz immer noch nobel. Feiner Gaumen, fast seidige Tannine, gute Balance, Black Currant und Lakritze im mittellangen Finale. Hat mir sehr, sehr gut gefallen. Wer jetzt einen trinkreifen, recht grossen und besonders eleganten Bordeaux sucht, ist hier bestens bedient. 18/20 trinken








SINGING MOUTON?

Es ist immer wieder spannend die eigenen Eindrücke von der Fassprobe mit späteren Begegnungen zu vergleichen. Bei grossen Weinen versuche ich am Schluss immer eine Konklusion anzubringen. Im April 2012 schrieb ich: «Im Gegensatz zu Lafite und Latour weiss man hier, was man hier in etwa 12 Jahren zu erwarten hat; nämlich einen wunderschönen Singing-Mouton!»

2011 Château Mouton-Rothschild, Pauillac: 90% Cabernet Sauvignon, 7% Merlot, 3% Cabernet Franc. Kräftiges, sehr dunkles Weinrot, sattes Purpur. Intensives, komplexes Bouquet, deutliche Röstaromen, Kaffee, Cassis, Backpflaumen und Malz. Imposant im nasalen Ansatz und eine klare Cabernetsüsse ausstrahlend. Im Gaumen fleischig und stoffig zugleich. Eine erstaunliche Konzentration aufweisend. Blind hätte ich ihm ein grösseres Weinjahr attestiert. Also ein Wein, der über den Erwartungen liegt. Oder war es dann letztendlich doch eine Frage des Terroirs auf der Médocseite? Er hat sich sehr gut entwickelt und bietet jetzt und wohl noch mindestes 20 weitere Jahre eine grosse Freude. Gegenüber Fassprobe runde ich jetzt – sehr gerne – auf. Es war der teuerste Wein dieses Abends. So ab 500 Franken ist man dabei. 19/20 beginnen

MONTROSE UND SÜLZE

Vorglühen? Das nennen die Jugendlichen so, wenn man sich antrinkt, bevor man in den Ausgang geht. Das kommt billiger. Hier war es einfach so, dass Piet einen 2011er mitnahm zu unserer Januar-Jasspartie. Und genau dieser Montrose passte dann bereits für den ein Wochen später entstandenen Artikel. Und auch die hausgemachte Sülze von Rose Rast passte zum Montrose. Wenn’s passt, dann passts!

2011 Château Montrose: Das erste Mal im Glas nach der Fassprobe! Wunderschön leuchtendes Granat mit dezent lila Schimmer. Aromatischer Nasenbeginn. Will heissen; er ist im Moment zugänglich. Florale Noten, Pumpernickel, schwarze Oliven, rote Pflaumen, coole Cabernetanzeige. Vor allem – es duftet nach klassischem Bordeaux in der Nase. Im Gaumen einerseits erste Rundungen zeigend und andererseits noch fleischige Gerbstoffe aufweisend. Kein massiver Montrose, aber ein wunderschöner Vertreter eines immer mehr unterschätzten Jahrganges. Ich denke, mit etwa zwei Stunden dekantieren bringt man ihn in Form. 18/20 beginnen

GABRIEL’S MÖVENPICK TIPP

Wenn ich eine Empfehlung mache, dann kaufe ich auch für meinen Keller. Vom Domaine Andron 2011 postete ich für Mövenpick rund 30'000 Flaschen. In Europa gibt es von diesem Wein nur noch grad einen Anbieter. In Holland wären noch ein paar Flaschen für rund 30 Franken zu haben.

Nach Holland führt auch die Spur der damaligen Besitzer. Mit der Hoffnung einen grossen Wein herzstellen zu können und allenfalls auch Geld damit verdienen zu können, startete dieses kurze Projekt. Doch wenig Ertrag, externe Berater und recht viel neue Barriques machen noch keine garantierte Erfolgstory aus. Nach vier Ernten resignierte die Investorengruppe und heute gehört dieses sieben Hektar kleine Weingut im Dörfchen Saint-Seurin de Cadourne einem Chinesen.

2011 Domaine Andron, Haut-Médoc: Sehr dunkle Farbe, satt in der Mitte, gegen aussen in vollem Granat. Das Bouquet ist erstaunlich zugänglich, zeigt rote Pflaumen, fein hölzerne Töne und lädt dabei wunderschön aus. Samtene Textur im Gaumen, weich im Fluss und eine ausgeglichene Harmonie zeigend, im Finale feine Caramel-Schokospuren. Dieser Andron bereitet jetzt – zumindest im Augenblick – schon unerhört Spass. Also scheint er sich in einer soliden Genussphase zu befinden. Bei Mövenpick hatten wir den in der Subskription für 18 Franken angeboten. Damit ist / war dies ein toller Wert. 18/20 trinken

2011 Château Angélus, Saint-Emilion: Immer noch sehr dunkles, jugendliches Granat mit dezent violettem Schimmer im Innern. Ein zugeschnürtes Paket von Aromen in der Nase, schwarzbeerig, Lakritze, Black Currant und Pumpernickel Brot. Das Nasenbild ist imposant und zeigt eigentlich einen viel grösseren Jahrgang an. Im Gaumen geht es genau so weiter. Ein Kraftpaket mit einer vollbepackten Vinifikation. Hier wurde an der Grenze des Möglichen gearbeitet. Fordert dies jetzt seinen Tribut? Eigentlich schon. Vor allem, wenn man ihn jetzt schon angehen will. Wer aber wartet, kann vielleicht noch ein mittleres Angélus-Wunder erleben. Hoffentlich! 18/20 warten




MEHR SAFT WIE KRAFT

I’m loving it! Angélus und Pavie taten im Gaumen fast weh. So brutal waren die körnigen Gerbstoffe noch. Diese beiden Crus standen damals genau ein Jahr vor der mittlerweile wieder in Frage gestellten Ernennung zum Premier «A».  

Der Château Figeac ist noch nach gewohnter Manier entstanden. Mit begleitender, aber nicht eingreifender Vinifikation. Die genaue Assemblage konnte ich weder auf der offiziellen Webseite www.chateau-figeac.com evaluieren, noch im Netz. Es dürfte sich um einen «Drittel-Blend» von Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon handeln.  

Gemessen daran, dass Figeac in letzter Zeit sehr viel teurer geworden ist, wäre der aktuelle Marktpreis von ca. 130 Franken eigentlich ein sehr guter Genusswert.

2011 Château Figeac, Saint-Emilion: Mitteldunkles Weinrot, minimster Reifeschimmer. Wunderbarer Reigen von würzigen Früchten und Gewürzen. Nach dem ein paar schier bockigen Saint-Emilions war er nasal grad eine Erholung. Auch wenn die Cabernettöne zu Beginn halt etwas grünwürzig daherkommen. Der Makel wir durch eine nonchalante, feine Süsse ausgeglichen. Im Gaumen charmant, saftig balanciert und mit einem bereits angedeuteten Trinkfluss ausgestattet. Es muss nicht alles immer überreif sein. Und es darf auch mal etwas reserviert, respektive floral sein. Der Spass macht es aus und das Bekenntnis den Jahrgang einfach so wie er letztendlich ist vom Rebberg bis in die Flasche zu begleiten. Luft tut ihm gut. Für mich war dies der fraglos schönste Saint-Emilion an diesem Abend. Auch noch nach dem dritten Glas. 18/20 trinken

DER TEUERSTE BORDEAUX 2011

Wie schon so oft liefern sich die beiden Pomerols Le Pin und Pétrus im Markt ein Kopf an Kopf Rennen. Beide liegen deutlich über 2000 Franken bei der Normalflasche.
So richtig teuer wird es dann, wenn man sich eine Imperiale vom Château Pétrus 2011 in den Keller legen möchte. Der Tessiner Weinhändler TopWines Switzerland SA bietet eine Sechsliterflasche zu CHF 70’359 an. Plus Zoll, Transport und Mehrwertsteuer. Santé!
















KIRSCHTORTE UND SAUTERNES?

Die Meinungen, ob diese zwei Kontrahenten zusammen passen würden gingen in der Vordiskussionen reichlich auseinander. Letztendlich gilt auch da immer wieder der Spruch; «erlaubt ist, was gefällt». Diese Flasche sponsorte der Château Besitzer, der zufällig auch grad am Kellertisch sass.

2011 Château Lafaurie-Peyraguey, Sauternes: Leuchtendes Goldgelb. Intensives Bouquet nach Akazienhonig, Orangenzesten, Mirabellen und einem Hauch von Quitte. Einerseits üppig, andererseits auch sehr facettenreich. Im Gaumen cremig, füllig und deutlich den Reichtum dieses grossen Jahrganges anzeigend. Momentan scheint er sich wieder etwas zurückzuziehen, um dann in ein paar Jahren wieder richtig loszulegen. Grosser Sauternes! 19/20 beginnen

Bordeaux 2011 auf 10 PDF-Seiten mit vielen Fotos und Hintergrundinformationen: www.bxtotal.com

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POMEROL-QUARANTÄNE-TASTING

Es ist Januar im neuen Weinjahr 2021. Draussen wütet der Corona-Sturm nach wie vor. Er schleudert nicht nur mit Viren um sich, sondern fördert auch eine partielle Einsamkeit. Weinreisen habe ich schon lange storniert. Veranstaltungen hatte ich letztes Jahr noch mutig verschoben. Jetzt nehme ich diese alternativlos vom Netz und zahle bereits errichtete Teilnahmegebühren wacker zurück. 

Irgendwie habe ich die Hoffnung auf eine baldige Normalität so langsam, aber sicher aufgegeben. Aufgeben müssen!
Die behördlichen Einschränkungen gehen aber glücklicherweise nicht so weit, dass der Weingenuss als Solches verboten wurde. Lediglich die empfohlene Personenanzahl wurde redimensioniert. 

Im Jahr 2020 publizierte ich auf meinem Webportal www.bxtotal.com 56 PDF-Artikel mit einem Umfang von 244 A4-Seiten. Also war dies fast ein Weinbuch für sich. 

Diese informativen Lieferungen werden wohl heuer wesentlich spärlicher ausfallen. Das liegt leider in der Natur dieser üblen Sache. 
Trotzdem gibt es ein paar geplante, private Treffen mit ein paar Weinfreunden. Darüber werde ich weiterhin berichten. 
Am 6. Januar hatte ich beschlossen keinen Dreikönigskuchen zu kaufen, sondern am Abend einen Pomerol zu entkorken. Es war eine sehr gut erhaltene Flasche vom 1979 Château Latour à Pomerol. Um diese Flasche zu selektionieren, surfte ich in meinem Weininventar nach einer passenden Beute zum Abendessen (Poulet Involtini). Beim Scrollen bliebt ich in der Excel-Datei in der Region Pomerol hängen. 

Aufgrund meines Jobs als Einkaufschef bei Mövenpick war die Appellation Pomerol immer schon weit oben auf der Prioritäten- Einkaufsliste. Schon seit mehr als fünfzig Jahren besteht seitens Mövenpick eine sehr enge Zusammenarbeit mit dem Hause Moueix (Trotanoy, Hosanna, La Fleur-Pétrus etc.). Viele dieser Top-Pomerols darf Mövenpick bis heute exklusiv in der Schweiz anbieten. Um die Kunden für diese Weine zu begeistern brauchte ich nie viel zusätzliche Energie, denn ich war vor, während und auch heute noch ein Kunde und Geniesser dieser «burgundischen Bordeaux» aus dem Libournais.

Einen Tag später legte ich am Nachmittag ein Kaninchenragout in eine Schmorpfanne. Mit allerhand Gemüsen, kleinen Kartoffeln und frischen Kräutern. Etwas Weisswein, Demi-Glace und Olivenöl gehörten natürlich auch noch dazu. Logischerweise kam dabei eine Vision auf, dass dazu ein passender Rotwein ins Gabriel-Gold-Glas gehörte. Nach einer Weile fasste ich einen Entschluss, welcher fortan als Fundus für diesen Artikel dienen sollte. 

Genauso wie man sich jeweils anfangs Jahr gute Fortsätze fasst, entschloss ich mich nämlich dazu, in den nächsten Wochen immer wieder in die Pomerol-Ecke im Weinkeller zu schleichen und die genossenen Erlebnisse an dieser Stelle kund zu tun. 
Ergänzt mit ein paar Pomerol-Begegnungen der letzten Monate. Mit Informationen rund um Pomerol. Und ein paar Reminiszenzen aus früheren Weinzeiten.

So gesehen handelt es sich hier natürlich um kein «Tasting» im eigentlichen Sinne, wie dies im Titelbild versprochen wird. Sondern eine Art «kleiner Wein-Marathon», verteilt über viele, genüssliche Tage.   

Hier ein kleiner Auszug. Die Story mit 19-PDF-Seiten findet man wie immer auf www.bxtotal.com
  

MEIN ÄLTESTER POMEROL

Meine Erlebnisse mit «anderen Bordeaux-Weinen» gehen bis 1784 zurück.

Doch aus dem Libournais hatte ich bisher nur weit «jüngere Weine» getrunken.

1900 Château Pétrus: Château-Füllung, Georges Gurchy. Getrunken 1998 im Hotel Königshof in München. Links im Glas war der Mouton-Rothschild des gleichen Jahrganges! Da soll noch einer behaupten, dass Weine, die fast ausschliesslich aus Merlot-Trauben stammen, nur ein mittelfristiges Alterungs-potential besitzen: Die Farbe ist völlig intakt; zeigt Granatschimmer und ist mit einem 70er Jahrgang durchaus vergleichbar. Offenes, zuerst konzentriert schlankes Bouquet, dann weiter öffnend mit immer mehr Duftfacetten; ein Spiel von roten Beeren, Melisse, Minze und Eisenkraut. Nach drei, vier Minuten klingt die Frucht etwas ab und vermischt sich mit intensiven Terroirnoten von hellem Leder und dominikanischen Tabak. Im Gaumen wirkt die Frucht derart primär, dass eine dropsartige Note auf dem konzentrierten Zungenextrakt entsteht. Gerbstoffresten stützen den wuchtigen Körper und katapultieren den schier unergründlichen Aromenreichtum weit ins gebündelte Finale. Ein sensationelles Weinerlebnis, welches auch noch beim Entkorken nach einem weiteren Jahrzehnt wohl in ähnlicher Form stattgefunden hätte. Jahrhundertwein! 20/20 austrinken






NEU KONSTITUIERTER CRU
  
Christian Moueix hat seinen La Fleur-Pétrus in der letzten Dekade ziemlich umgekrempelt. Dieses Weingut besteht neu auf drei Blöcken. Aus dem alten Teil. Aus dem Zukauf von Château Guillot und aus dem ehemaligen Certan-Marzelle. Die grosse Geschichte mit einer Vertikale von 1950 bis heute dazu liefert bxtotal.com / 2015. 

1971 Château La Fleur-Pétrus: Mittleres Weinrot mit aufhellendem, orange-braunem Rand. Der erste Eindruck ist zwar ein paar Sekunden lang beerig-süss, aber auch modrig zugleich. Ein Wechselbad der Gefühle; kandierter Honig, Wildleder, Kräuter, aber auch Töne, welche auf einen «alten Barriquepark» hinweisen. Ich kenne solche Mufftöne und weiss, dass diese mit längerem Luftzutritt abklingen. Abklingen können. Dies ist dann auch der Grund weshalb früher viel mehr dekantiert wurde als heute. In der Fachsprache heisst dieser Akt «dem Wein Luft geben». Wenn ein partieller Mief mitschwingt, dann nenne ich diesen Vorgang «Entstinken». Wichtig ist, dass man in einem solchen Moment nicht gleich auf Korken tendiert und den Wein enttäuscht wegschüttet. Ich liess das Glas einfachmal in Ruhe stehen und näherte mich ihm erst nach einer guten Viertelstunde wieder. Jetzt überwogen die Kräuter in Form von Tannenbart, getrocknetem Salbei und frisch gebrochenen Rosmarinnadeln. Im Untergrund kam eine defensive, rotbeerige Süsse auf, welche so in Richtung Preiselbeeren und Waldhimbeeren deutete. Bis zu diesem ersten Schluck waren also bereits rund 20 Minuten vergangen. Geduld bringt Rosen. Zumindest Moschusrosen in diesem Falle. Der Gaumen gefällt von Beginn weg, saftig, lang, balanciert. Hier gibt sich die generelle Süsse präsenter, zeigt Malz, dunkles Caramel, Kandis. Gegen das Finale schmeckt es nach feuchten Edelhölzern und nach Pflaumensaft. Auch hier sind vielschichtige Kräuternoten ein ständiger Begleiter. Der Wein klingt erhaben und recht lange nach. Wer’s nicht weiss: 1971 war nur im Pomerol wirklich gross. Und das zeigt dieser klassische La Fleur-Pétrus wunderbar. Wieder einmal mehr muss ich hier bekennen, wie sehr ich gereifte Pomerols aus dieser Zeit liebe. Auch wenn die heutigen Weine aus dieser Region – und von diesem Château – logischerweise viel perfekter vinifiziert daherkommen. 19/20 austrinken

DER BESTE 1978ER VOM LIBOURNAIS? 

Mein verstorbener Patrick Bopp mochte ihn. Als ich diesen La Croix einmal bei mir zu Hause servierte, flippte er fast aus. 

Zu einem Kartenspiel-Abend mit André Kunz und Baschi Schwander kredenzte ich meine letzte Flasche von diesem tollen Pomerol. Als wir ihn tranken, prosteten wir dem Patrick zu. 
Hab’s gut im Weinhimmel, lieber Freund! 

1978 Château La Croix: Zeigt keine besonders tiefe Farbe, so ein mittleres Granat. Nur am Rand sind ziegelrote Reflexe zu erkennen. Also gibt er sich jünger als er ist. Die Nase ist cool. Will heissen; er dokumentiert das nicht ganz ausgereifte Jahr 1978 in Form von Blättern, grünem Paprika, roten Pflaumen, etwas Kampfer und frischen Ledernoten. Doch grün ist er nicht, sondern faszinierend mit seinem tieferdigen Schichten. Irgendwie gibt er sich minzig mit Untertönten von Kochschokolade und Kümmelnoten. Dann wird er süsser und zeigt reife Datteln, Malz und kalter Darjeeling Tee. Mit jedem neuen Kontakt setzt er mit feinen besonders würzigen Aromen nach. Im Gaumen gibt er sich durch seine mittlere Konzentration elegant, saftig, lang und gut balanciert. Die feine Säure stützt den jetzt möglicherweise fragil werdenden Körperbau. Das Finale schlank, dafür aromatisch. Ein einzigartiger, ganz besonderer Wein aus dem sehr schwierigen Jahr 1978. Für mich ist er besser als Cheval, Ausone und Pétrus in diesem Jahr. Das will a.) was heissen und b.), dass der immer noch wenig bekannte La Croix nicht selten für eine veritable Überraschung gut ist. 18/20 austrinken

POMEROL FÜR DIE BOLOGNAISE

Aus für den Certan-Marzelle! 1998 erwarb Christian Moeuix – zusammen mit dem ehemaligen Certan-Guiraud die Parzellen von Certan-Marzelle. Er verpasste ihm ein neues Etikett und lancierte ihn als 100%igen Merlot. Mit mehr oder weniger Erfolg. I
m Rahmen der «Flurbereinigung» von Château La Fleur-Pétrus wurde das Projekt nach dem Jahrgang 2011 eingestampft. Nun ist er neu als fix integrierter Bestandteil in der Assemblage von Château La Fleur-Pétrus zu finden.   

Auf unserem Bild links wird eine ziemlich mässige Flasche vom Jahrgang 1971 durch Karin in einer Bolognaise-Sauce «veredelt».  


Auf dem Bild links ist auch noch der 1971 L'Eglise Clinet. Der ist auf www.bxtotal.com beschreiben. 1990 Gazin würde ich gerne noch kaufen.  Bitte um Angebote ...

1990 Château Gazin: Mittleres, etwas matt daherkommendes Purpur, satte Mitte. Geniales Bouquet, immer noch florale Noten, minim primäre Züge, Kokos, Vanillin und immer noch viel Cassis und sogar Heidelbeeren. Also noch unglaublich fruchtig für einen 30jährigen Pomerol. Im Gaumen delikat, saftig, tänzerisch und auch hier wieder mit und glaublich jugendlichen Aromen-Reflexen aufwartend. Was erwartet man von einem ganz grossen Wein? Finesse und Power! Dieser Gazin hat das. Heute noch und wird es wohl noch ganz lange mit sich tragen. Ein emotioneller Schluck eine fast perfekten Pomerols. Wenn ich wählen könnte zwischen dem 1989er und 1990er, würde ich momentan gerne den Letzteren wählen. 19/20 trinken  

ISLAY WHISKY MIT PÉTRUS-FINISH
 
Schon zwei Mal durfte ich auf Islay bei der Bruichladdich Distillerie zwecks eines Besuches an die Türe klopfen. Freunde von mir kaufen da regelmässig ganze Fässer, um diese dort reifen zu lassen.

Die sich heute im Besitz von Rémy Cointreau befindliche, wiederbelebte Distillerie verfügt über eines der grössten Whiskyangebote der Welt. Der Reigen ist so gross, dass zuweilen auch eine gewisse «Verzettelungsgefahr» besteht.  

Der CEO Simon Coughlin gilt als innovativer Vermarkter. So findet man denn (falls noch erhältlich) einen Octomore 04.2 auf dem Markt, welcher in Fässern von Château Pétrus ausgebaut wurde. Die Fassstrenge beträgt 61 Volumenprozente. Das schlanke 70cl-Flacon ist für 595 Franken tarifiert. 

ALLES SCHÖPPLI ODER WAS?

«Schöppli», sagen wir Schweizer zu den kleinen 3.75-Deziliterflaschen. Eigentlich ist das ja eine «halbe Normalflasche». Der Begriff Schoppen geht aber ziemlich weit …  

Ein Schoppen kommt von «Schöpfen». Es ist / war ursprünglich ein Gefäss für Flüssigkeiten. 

Der französische Schoppen (la chopine, chaupine, chopaine) entsprach 476,073 Milliliter (= 1⁄72 Kubik-Königsfuss), sonst meist 1⁄100 bis 1⁄120 normale Kubikfuss. Somit entsprach die damalige Schoppen-Menge zwischen einem Viertel- und einem halben Liter.
 
Im deutschsprachigen Raum umfasste der Schoppen im 19. Jahrhundert in Baden und der Schweiz 0,375 Liter. In Württemberg 0,459 Liter und in der Pfalz 0,564 Liter. Vor der von Napoleon veranlassten, im Frühjahr 1812 durchgeführten Vereinheitlichung der Masse in den Staaten des Rheinbunds, entsprach der Schoppen 0,7 Liter. In der Stadt Rastatt hatte der Schoppen im Jahr 1615 noch
2,3 Liter (!), was damals eines der grössten
Weinmasse in Deutschland war. 

Als die nichtmetrischen Masse im Süden von Deutschland 1872 von den metrischen abgelöst wurden, galt bis 1884 der Schoppen als offizielle Bezeichnung für 0,5 Liter. In der Schweiz war der Schoppen (0,375 l) bis 1877 amtlich. Heute ist die gleiche Menge eine EU-Norm für «halbe Normalflaschen».   

Die Verkostungsnotizen zu diesen drei halben Flaschen findet man auf www.bxtotal.com 

MERLOT IS BOORING

Michael Broadbent war der bekannteste und einflussreichste Weinautor der Nachkriegszeit vor Robert Parker. Der gebürtige Engländer kam im Jahr 1927 auf die Welt und verstarb im März 2020 im Alter von 93 Jahren. Zunächst war Broadbent Weinhändler und publizierte nebenbei seine Weinnotizen in Buchform. Von 1952 bis 2004 sind 133 Editionen erschienen. Sein grosses Buch «Weinnotizen», welches auch auf Deutsch im Hallwag-Verlag erschien habe ich buchstäblich verschlungen. Es war lange Zeit das einzige tiefgründige Nach-schlagewerk für grosse Bordeauxweine. 

Seine Ausbildung schloss er 1960 mit dem Titel Master of Wine ab. Von 1966 bis 1995 war der Senior Director vom Auktionshaus Christie’s in London. Regelmässig publizierte er Artikel im Vinum und im Decanter. 

Ich begegnete diesem weinigen, feinen Weinmann der noblen englischen Art mehrere Male. Einmal, als es um die Begutachtung der legendären Thomas-Jefferson-Flaschen in Zürich ging. Dann am Wochenendevent «Rund um den Wein» am Vierwaldstättersee und 1998 war er auch mit von der Partie in München, als Hardy Rodenstock eine Woche lang 125 Jahrgänge von Château d’Yquem entkorken liess. 

Er machte keinen Hehl daraus, dass er die «Clarets», also die Weine mit vorwiegendem Cabernet-Anteil lieber mochte. Damit sind die Crus vom «linken Ufer» gemeint. Also von Graves bis Saint-Estèphe. Besonders von ihm geliebt wurde Château Lafite. Hier vergab er, für manchmal recht schwache Jahrgänge, oft mehr Sterne als mit persönlich lieb war. 

Mit den merlotlastigen Weinen aus Libournais konnte er es nicht so richtig. So schrieb er einmal das berühmt gewordene Zitat: «Merlot is booring». (Merlot ist langweilig).    

HUNDERTPROZENT MERLOT

So viele «reinrassige» Merlots gibt es in Pomerol nur wenige. Wenn man an die ganz grossen heranpirschen will (Le Pin & Pétrus) dann muss man zuerst im Lotto gewinnen, wenn man sich eine Flasche leisten will. Hier ist eine echte Alternative unterwegs. 
 
2011 Château La Fleur de Gay: Unglaublich dichte und noch absolut jugendliche Farbe; Purpur mit violettem Einschlag. Von der ersten Sekunde an zeigt dieser fast überfruchtige Wein Beeren in jeglicher vorm. Vor allem Himbeeren und Waldhimbeeren, auch Cassis und Holunder. Sehr präzise ausgerichtet und immer noch mit unglaublich viel Primär-Aromen unterwegs. Im Gaumen stoffig, konzentriert und noch wenig gereift. Da die Gerbstoffe aber fast seidig-fein sind, bereitet er wohl heute grad mal eine erste Genussfreude. Vor fünf Jahren bockte er nämlich noch. Als Fassprobe taxierte ich ihn mit 19-Punkten und dieses hohe Niveau dokumentiert er heute garantiert. 19/20 beginnen

P.S. Der La Fleur-de-Gay ist ein relativ junger Pomerol. Er entstand aus einer Parzellen-Separation aus La Croix-de-Gay im Jahr 1982. Bis heute befinden sich beide Crus im Besitz der Nachfolger der Familie Lebreton, welche im Jahr 1477 im Dorf Pomerol ankamen. Handel mit Wein wurde seit 1772 betrieben. 

19 Seiten, voll mit Pomerol bepackt: www.bxtotal.com

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UNDERSTANDING POMEROL?

Pomerol kann vieles, aber nicht alles sein. Grundsätzlich «regiert» die Traubensorte Merlot in dieser Appellation. Wenige Weingüter setzen zu 100% auf diese Rebsorte. Die bekanntesten sind Le Pin und Pétrus.  

Der Merlot Noir, oder auch nur Merlot genannt, hat in den letzten Jahren markant an Anbaufläche zugenommen. Hinter dem Cabernet Sauvignon ist der Merlot die weltweite Nummer Zwei mit einer Anbaufläche von geschätzten 280'000 Hektar.

Der Merlot verleiht einem Wein Fülle, ein Synonym von Süsse und gibt sich charmanter in den Gerbstoffen wie der Cabernet.
Doch Cabernet spielt aber auch in Pomerol eine Rolle. Zum Einsatz kommt in der Regel der Cabernet Franc, welcher nach dem Merlot austreibt, blüht und geerntet wird. Er kommt vor allem auf kiesigen Böden zum Einsatz. Spitzenreiter ist hier Château Lafleur mit einem Anteil von etwa 50%.

Die meisten Weingüter weisen im Blend etwa 80% Merlot und 20% Cabernet Franc auf.

Im Grundbuch von 1741 erscheint der Weingutsname Fazilleau und der Besitzer ist die Familie Libourne Léglise.

Um die Wende der 19. Jahrhunderts wechselte das Anwesen zu einem Anwalt mit dem Familiennamen Isambert.

EVANGILE HIESS FRÜHER FAZILLEAU

1862 erwarb Paul Chaperon das Weingut, welches jetzt den Namen L’Evangile trug.
Die Nachkommen, die Familie Ducasse, blieben Besitzer bis im Jahr die Domaines Barons de Rothschild (Lafite-Zweig) das Weingut im Jahr 1990 erwarben und einen neuen, ziemlich auffälligen Keller bauten.

1998 Château L’Evangile: Marktwert knapp unter 300 Franken. Mitteldunkles Weinrot, innen mit Purpur-Reflexen, am Rand mit minimen Reifetönen. Zaghaftes Bouquet, geht primär in die Tiefe und liefert ordentlich Cabernet-Franc-Würze, sanft tintig im Ansatz Lakritze, Nelkenköpfe, getrocknetes Rosenholz. Spannend ist es vor allem diesen beruhigenden Pomerol zu Verfolgen. Im Gaumen sehr stoffig und im Extrakt auf eine konzentrierte Fleischration aufweisend. Ausgeglichene Adstringenz, nachhaltiger Druck im Finale. Hier vereinen sich Power und Finesse. Ein grosser, langlebiger Evangile-Klassiker. Wenn er seinen noch etwas gerbig-sandigen Fluss mit weiterer Flaschenreife verfeinern kann, dann kommt er auf Zielkurs. Momentan gibt er sich – auch nach längerem Dekantieren – introvertiert und hat Mühe aus sich herauszukommen. 19/20 beginnen

Ein toller Werin und doch der schwächste an diesem Abend. Wie Trotanoy und Eglise-Clinet schmeckten? Besser!

www.bxtotal.com weiss es!

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CHÂTEAU MARGAUX & BURGUNDER PFANNE 

Besuch von Jürg Richter. Er versteht sich mit Münzen und mit Wein. Und deshalb hat er diese innigen Vorlieben zum erfolgreichen Geschäftsmodul gemacht. 

Wir hatten was zu besprechen. Wegen der Weinbörse. Jürg hat dieses Jahr den Lead von diesem beliebten Auktionshaus übernommen. Ich halte mich in Zukunft da etwas zurück. Ausser hinter den Kulissen. Oder wenn ich an den Life-Versteigerungen den Hammer in der linken Hand halte. 

Und weil Besprechungen nicht ewig dauern können, kam um die Mittagszeit die Frage auf, ob nicht allenfalls ein Champagner oder ein Weisswein eine gute Idee wäre. Dies – um die Zeit zwischen Ende der Sitzung und Beginn des Mittagessens wesentlich angenehmer zu überbrücken. Die Wahl fiel auf einen Chardonnay aus der Steiermark.  

Dieser fror nämlich schon längere Zeit in unserem grossen Weinkühlschrank und wir mussten ihn einfach vor dieser Kälte erlösen. 
Es war eine gute Wahl! Der 2018 Chardonnay Alte Reben von Erwin Sabathi aus Leutschach zeigt auf, dass das «weisse Burgund» in letzter Zeit wieder ein paar spannende Schritte näher an die Steiermark heranwagte. 

Die allerbesten Chardonnays aus dieser südlichen Austria-Region sind weniger gelb wie früher und haben das «milchige» in der Nase sukzessive abschütteln können. 

Diese «Alten Reben» sind präzise, direkt, intensiv und schlichtweg grossartig. Zusammengefasst; ein burgundischer Chardonnay, der seine Herkunft trotzdem nicht leugnet und trotzdem Weltklasse reflektiert. Spass und Grösse zugleich! (19/20). 

BURGUNDER GESCHNETZELTES

Dieses fantastische Gericht gehört zu meinen Favoriten aus Karins Küche. Geschnetzeltes Rindfleisch, Zwiebeln, Silberzwiebeln, Speck, Champignons, Demi-Glace und Sauerrahm. So in etwa das Rezept. 

Zubereitet wurde dieses Gericht am Vorabend. Karin fragte nach rotem Kochwein. Natürlich könnte man das Originalrezept möglicherweise mit einem Chambertin ablöschen. Doch den trinke ich lieber separat. Im Keller hatte ich noch Resten von der letzten Tessiner-Merlot-Probe. Passte perfekt.  


Zur nachfolgenden Notiz vom Château Margaux 1928 gibt es noch eine alte Geschichte. Wir waren bei Rita und Lucien nach Ste. Maxime eingeladen. Als ich den die Koffer im Flughafen Nizza vom Rollband nahm, zog er eine nasse, rote Schlaufe auf dem Boden. Mein halbes Fläschchen im Innern war zerbrochen. Alle Wäsche mit tiefroter Farbe beeinträchtigt. Glücklicherweise durfte Karin die Waschmaschine benutzen.

Und ich fing einen ZS* ein.                     *Zusammenschiss.                     

1928 Château Margaux: Jürg Richter brachte ein halbes Fläschchen zum Lunch nach Eschenbach mit. Geniale Farbe. Immer noch dunkel, mit wenig Reifetönen. Die Nase trocken, barock, in die Tiefe gehend, Rauch und getrocknetes Rosenholz. Die Süsse dokumentiert eine Mischung aus Ratafia und Baumnusslikör. Im zweiten Ansatz vermischen sich Kräutertöne mit dem stetig an Intensität zulegenden Nasenbild. Im Gaumen gibt er sich von immer noch fester Statur, maskulin und deutlich die massiven Gerbstoffe vom Jahrgang 1928 dokumentierend. Auch wenn diese mittlerweile etwas angerundet sind. Ein schier noch brachialer Margaux mit mehr Kraft wie Saft. Vermittelt auch die These, dass halbe Flaschen nicht zwingend schneller reifen als normale Flaschen. Als ich am Schluss am leeren Glas schnupperte duftete es nach kaltem Arabica-Kaffee, Lorbeer, Madras-Curry und Dörrfeigen. 19/20 austrinken

Plötzlich stand eine halbe Flasche vom Château Ricaud auf dem Tisch. Diesen Haut-Loupiac (diese Bezeichnung gibt es heute nicht mehr) kenne ich gut. Vor ein paar Jahren nahm ich aus meinem Keller eine Flasche 1937 und 1945 mit und wir tranken diese mit ein paar Freunden auf dem Weingut in Bordeaux. 
Der 1937er Ricaud ist ein reifer, mildsüsser Nektar mit einem Duft von Mandellikör, Orangenlikör und frischen Aprikosen. Botryris zeigt er keine an, dies machte aber das Bouquet allenfalls gar noch cremiger und komplexer. Im Gaumen weich, saftig, angenehm süss und wunderschön balanciert. Gibt solide 18-Punkte her im Glas.

Wie der Château Margaux 1985 schmeckte? www.bxtotal.com weiss es ...



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PROFILBILD GEWECHSELT?

Der erste Teil vom Namen «Facebook» kommt von Gesicht. Einem Account kann man mit einem guten Profilbild eine markante Note verleihen. Neuerdings hat sich leider die Mode etabliert, dass man eigentlich gar keine persönlichen, lustigen oder informativen Posts mehr für seine Freunde macht, sondern nur noch – in regelmässigen Abständen – sein eigenes Profilbild erneuert.

Machart: Schnelles Selfie – klick – und online.

Mich nervt diese Taktik. Es gibt Schöneres im Leben als sein Ebenbild im Spiegel oder im Facebook zu sehen. Wenn nur Egoismus dahinterstecken würde, dann hätte ich noch ein gewisses Verständnis. Doch nicht selten vermittelt diese Eigenschaft eine Affinität zur eitlen Selbstdarstellung. Oder zu Narzissmus. Hang zu einem Borderlinesyndrom. Möglicherweise auch zu einer beginnenden oder bereits fortgeschrittenen Profilierungsneurose.

Die Publikation solcher Profilbildtiraden ist weniger angesagt wie ein möglicher Gang zum beratenden und helfenden Therapeuten.
Diese Spezies erkennt man auch daran, dass diese beim Selfie nicht in die Kamera schauen, sondern auf den Handy-Bildschirm. Dies, weil sie sehen wollen, wie sie grad so im Moment «rüberkommen».    
 
Was man in dieser Sache auch unbedingt wissen muss: Auf alten Fotos sieht man immer besser aus!

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POMEROL: SCHÖPPLI & JAHRGANG 2004
 
Das ist eine kleinere Geschichte innerhalb einer ganz grossen Geschichte. Denn – momentan schreibe ich grad an einer ziemlich grossen Pomerol-Story für mein Webportal bxtotal.com. Die wird mich wohl den ganzen Januar beanspruchen. Und wie das so ich mit «grossen Geschichten» ist; auch diese bestehen aus mehreren Einzel-teilen. Ein ebensolches, unvergessliches «Weinteil» ist dieser Bericht von einem männerlastigen Freitagabend, mitten in dieser leidigen Pandemie-Zeit.    

SCHÖPPLI = HALBE FLASCHE

Je älter man wird, desto mehr sollte man sich überlegen, ein paar halbe Flaschen für den späteren Genuss zu erwerben. Das habe ich in letzter Zeit leider vernachlässigt.
Da meine Karin tendenziell «weissweinlastig» ist und ich lieber Rotweine trinke, wird eine Flasche Rotwein am Abend immer mehr grenzwertiger. Meist trinkt sie dann zum Essen ein Glas von mir. Dann geht’s wieder auf!
Sonst habe ich angefangen, «meinen Rotwein» schon am späteren Nachmittag zu entkorken und ihn über mehrere Stunden zu begleiten. Das verlängert den Genuss. Was übrigbleibt  kommt recht früh in den Kühlschrank. Einfach Stoppel drauf und am anderen Tag wieder rechtzeitig temperieren. Ich bin absolut kein Fan von «Abpumpen» oder «Vergasen».

P.S. Die abgebildeten «Schöppli» waren alle noch gut zu trinken. Mehr aber dann doch nicht.

POMEROL JAHRGANG 2004

2004 ist ein klassisches Weinjahr. Bei mir heisst das so viel, dass alle Bordeaux’ – egal ob vom linken oder vom rechten Ufer – so herrlich nach Bordeaux schmecken. Sie reifen recht langsam.

Im Markt ist die preisliche Performance nicht gerade «hektisch». So kann man noch recht viele dieser, tollen Weine zu fairen Preisen nachkaufen. Allerdings werden sich da leider nur ganz wenige Crus für eine etwaige
Auktions-Karriere eignen.

Die vier Pomerols om Jahrgang servierte ich blind. Ich wollte aber die Gäste nicht unbedingt rätseln lassen, sondern eher beobachten, wie diese auf den ums Mehrfache teurere Pétrus reagierten. Und wenn man unangemeldet diese legendäre Ikone serviert ist Verblüffung garantiert!   


2004 Château La Conseillante: Dunkles Purpur mit lila Schimmer. Dunkelbeeriges Bouquet, Brombeeren, Maulbeeren, Cassis, schwarze Schokolade und Lakritze. Strahlt eine verführerische, sanft milchige Süsse aus. Von sanftem Druck und elegant ausladend. Hoch aromatischer Gaumen, vermittelt eine kühle, aber doch reife Fruchtnote, fleischiges Extrakt, im Finale wieder eher Cassis, vermischt mit herrlichem Kokoston. Ein nobler und gleichzeitig kräftiger La Conseillante mit langsamer Reifeentwicklung. Er hat sich gegenüber früheren, eher knappen Eindrücken gemausert und ist jetzt auf dem erwartetem Strategie-Kurs. 18/20 trinken

P.S. Dieser Wein gefiehl Daniel Milli (Bild) besonders gut.


SCHON LANGE AUF DER WISH-LIST

Thomas Schmid hegte schon lange den Wunsch einmal in seinem Leben einen Château Pétrus trinken zu dürfen. Dieses Vorhaben stand weit oben auf seiner To-Do-Liste. Ich servierte die Weine blind, um seine Emotionen zu prüfen. Übung gelungen!

2004 Château Pétrus: Sattes Purpur. Gegen aussen zeigt er eine minimen Reifeschimmer. Innen wirkt er fast noch Rubin-Granat. Ich habe bewusst zuerst den La Conseillante, dann den Clinet und dann den Hosanna verkostet, damit ich eine mögliche Steigerung wahrnehmen konnte. Und diese traf dann auch effektiv ein. Das Bouquet ist komplex, die Schichten legen sich nach und nach frei. Er wirkt frisch, verspielt, zeigt kandierte Früchte, helle Schokolade und eine sublime Fülle. Diese legt mit der Luft langsam, aber doch stetig zu. Man nimmt dunkles Malz wahr, dunkles Caramel, dann Nougat. Dieses Nougat deutet an, dass er an Süsse zulegt. Im Gaumen schwankt er im satten Extrakt zwischen roten und blauen Beeren. Auch hier wirkt er immer noch frisch und zeigt seine Jugendlichkeit an. Er ist präzise und viel fordernder als seine drei Konkurrenten in dieser 2004er-Pomerol-Serie. Irgendwann wird er all diesen Weinen irgendwann locker überlegen sein. Momentan muss man noch «im Kaffeesatz» lesen, um ihn voll loben zu können. 19/20 warten

Auf www.bxtotal.com findet man den grossen PDF-Bericht.

RUSTIKALES MENU MIT FINESSEN

Wein braucht Speisenbegleitung. Wenn Männer am Tisch sitzen, darf es schon mal deftiger sein. So sah das Menu an unserem Pomerol-Abend aus. Sülze mit Gänseleber, (Foto links) Trüffelsalami und Trüffelperlen. Unten: Wagyu-Pot-au-feu / Lammragout «Marokko» / Kartoffeltätschli und geschmorte Kalbsbäggli.




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TESSINER MERLOT IM JANUAR SCHNEE

Wer an das Tessin denkt, der denkt schnell an lauschig-warme Sommernächte … Ein Granittisch im Freien. An einen Osso Bucco mit Risotto auf dem Teller und an einen dunklen Merlot im Glas. Nicht im legendären Boccalino. Das war vorgestern. Heute ist es ein richtiges Weinglas. Bei uns war es logischerweise ein Gabriel-Glas. Auch mit Tessiner Merlot. Aber mit Schnee. Viel Schnee. Und auch mit viel Merlot …

Für die Deutschschweizer gibt es praktisch keine Affinität zum Tessiner Winter. Dorthin geht man eigentlich nur, wenn es dort warm ist. Tessin ist der Lieferant für viel Sonne, vermischt mit ein Bisschen «Italianita». 

Aber auch dort herrscht manchmal der Winter. Und der Schnee kann auch durchaus die Reben zudecken. Das ist gut. Denn – Schnee beschützt vor Forstschäden. Das Titelbild (oben) habe ich übrigens auf der Webseite von der Cantina Barbengo geklaut. 

In Eschenbach war es der erste richtige Schnee im Neuen Jahr. An diesem Donnerstagmorgen Mitte Januar 2021 regnete es zwar noch. Aber ab 11 Uhr bekam Frau Holle Oberhand über die Wetterlage. Als unsere Gruppe von unserer traditionellen Weinwanderung vom Dorf ins Moos losmarschierte, lagen bereits gute zehn Zentimeter Pulverschnee über dem Boden.  

Das war die Woche vor den verschärften Corona-Bestimmungen. Also lag unsere weinige Sechsergruppe im legalen Bereich. 
Guido und Bärti heizten am Nachmittag die Mooshütte ein. Bevor die anderen Teilnehmer anrauschten, bereitete ich noch einen frischen «Härdöpfustock» (Kartoffelstock) vor. Das Fleisch für die Hauptspeise (geschmorte Bäggli) wurde verdankenswerter Weise vom Old-Swiss-House-Wirt Philippe Buholzer gesponsort. Am Tag zuvor erwarb ich beim örtlichen Weinhändler noch eine selbst importierte Barbera-Salami. André Kunz ging auf den Markt und kaufte spezielles Brot und reifen Käse. 

Vor dem Wandern prüfte und degustierte die kleine Gruppe der Schreiberlinge die zur Verfügung gestellte, reife Merlot-Batterie. 
Da waren auch ein paar Risikoflaschen dabei. Zusammengefasst war aber «alles gut». Auch einfache, eigentlich als überreif vermutete Weine überraschten. Was auch gut nachvollziehbar ist; die Eigencharakteristik der Jahrgänge, der Regionen und die Handschrift der Produzenten. 

Tessiner Merlot bietet frühen und recht langen Genuss. Er liefert oft weit mehr, als er fordert. Dies zuweilen auf sehr hohem Niveau.     

AUSTRALIEN STATT TESSIN

Eric und Fabienne Klausener prägten mehr als drei Jahrzehnte lang die Tessiner Weinszene.

Eigentlich war es vorgesehen, dass Sohn Silvain von Australien in die Schweiz zurück kehren sollte, um den elterlichen Betrieb in Purasca zu übernehmen. 

Doch Sohn Silvain zog es leider zurück nach Australien. So beendeten die Klauseners ihre Winzerkarriere mit dem Wein «Grand Finale 2017» und verkauften die Rebberge. 



Im Frühling 2016 organsierte ich im Bären in Birmensdorf an einem Frühlings-Sonntag einen grossen Klausener-Lunch. Den grossen Bericht findet man auf bxtotal.com 

1988 Merlot Gran Riserva, Klausener Purasca: Deutlich aufhellendes Weinrot, transparenter Rand, wenig Reifetöne. Intensives, leicht erdiges Bouquet, grüne Nussschalen, Kräuter, Ratafia, Teer und eine gewisse Tiefe anzeigend. Nasal immer noch beeindruckend. Im Gaumen fleischig, gerbig und somit charaktervoll. Zeigt immer noch restliche Gerbstoffe und könnte – mit Dekantieren – sogar noch etwas zulegen. Toll gereifter Gran Riserva. 18/20 austrinken

FOKUS AUF DAS CASTELLO 

Grosse Rochade. Die Zanini Weingüter werden neu durch Coop produziert und vertrieben.

Der Zanini Sohn – ebenfalls Luigi – konzentriert sich neu voll auf das Castello Luigi, welches in vollständigem Familienbesitz blieb.  

1997 Castello Luigi, Besazio: Noch dunkles Granatrot, feiner, ziegelroter Rand. Gereiftes, dezent erdiges Bouquet dominikanischer Tabak, Korinthen, Teer und Lakritze. Im Gaumen stoffig, wirkt etwas trocken vom Extrakt her und rauht somit etwas auf. Gegen das Finale wird er immer attraktiver und zeigt eine wunderschöne Red-Currantnote und Preiselbeeren im Finale. Noch gut erhalten, jedoch am Genusszenit. 18/20 austrinken

1998 Castello Luigi, Besazio: Die Farbe wirkt um Nuancen heller als der 97er. Rubinrote Reflexe und gegen aussen dem Alter entsprechende Reifetöne. Traumhaftes, beeriges Bouquet; Holunder, Cassis und Waldhimbeeren. Es sind noch erstaunlich intensive Fruchtpräsenz da. Im zweiten Ansatz helle Brutkruste. Saftiger, eleganter Gaumen, schmeichelnde Tannine, wunderschön balanciert und intensiv nachklingend. Ein genialer, grosser Castello Luigi welcher aufzeigt, dass er zu Sonderklasse gehört und auch anspruchsvoll reifen kann. 19/20 trinken

Der grosse Tessiner-Merlot-Bericht: www.bxtotal.com 

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PUBLIZIERTE VERKOSTUNGEN IM JAHR 2020!

In diesem Jahr habe ich 56 PDF-Artikel mit insgesamt  244 Seiten Weingeschichten, Weininfos, Verkostungsnotizen und Bewertungen auf www.bxtotal.com publiziert.

DEZEMBER-MISSION IN ESCHENBACH! Speck, Salami, Ochsenschwanzsuppe, Schweinekotelette und Käse von Maitre Anthony. Und; 15 Jahrgänge Château La Mission Haut-Brion von 1966 bis 2004 ...

ÖNOLOGISCHER AUFTRAGSMORD IN ZÜRICH! 1982 Mouton, 1983 Margaux, 1989 Haut-Brion, 1990 Montrose, 1982 Latour, 1961 Latour, 2000 Lafleur & 2000 Cheval Blanc. Ein Lunch der Superlative ...

NAPA & BORDEAUX, JAHRGANG 1990! Ein wunderschöner, gereifter Jahrgang auf beiden Seiten. Ein ausgeglichenes Genusstreffen mit ganz bekannten Cabernets und Bordeaux Crus. Gewonnen haben beide Regionen ...

1998ER BORDEAUX IM TESSIN!
Ein Weinlunch der Superlative im Ristorante Ciani in Lugano. Pétrus als Tagessieger - mit ganz starker Konkurrenz. Mit am Tisch beide Zaninis ...

ZITTERPARTIE UM MAGNUMFLASCHEN!
Sechzehn tolle Magnumflaschen auf dem Sempacherof-Genusstisch. Honivogl, Saint-Julien, Latour, Pingus, Grange, Marthas, Saturio ...

CHÂTEAU COS D'ESTOURNEL IM RESTAURANT REUSSBAD!
Zwölf Jahrgänge von diesem Türmchen-Saint-Estèphe fast in der Reihe 1990 und 2000 bis 2010. Offeriert von Jörg Studach ...

DURCHZOGENE KALIFORNIENPARADE! Heitz, Spottwoode, Abreu, Harlan, Grace Family & Co. Ein bunter Abend mit Bestätigungen und Enttäuschungen. Un einem ganz alten Sauternes ...

CHATEAUNEUF UND GABRIEL BOEUF!
Rayas, Beaucastel, Cuvée Céléstines, Da Capo. Ein ganzer Reigen der besten Weinen aus Châteauneuf von ganz grossen, reifen Jahrgängen ...

EINMALIGE VERTIKALE CHÂTEAU LAFLEUR! Er ist der heimliche Star unter den Pomerols. Leider rar und teuer. Ausser jeder Freund bringt eine Flasche mit. Plus d'Yquem 1928, 1929. Plus uralte Ports  ...

IRTO, SCALA & BALIN - DAS TOP TRIO DER CANTINA BARBENGO! Die neuesten Jahrgänge von Anna Barbara Kopp von der Crone und Paolo Visini sind im Handel. Wir haben diese getestet und auch eine ganz besondere Magnum ...

RUND HUNDERT JAHRE ALTE SAUTERNES! Jürg Richter öffnete 24 Weine aus Sauternes in der Bandbreite von 1899 bis 1921. Wenig Ausfälle und viele Überraschungen ...

HONIVOGL AUS DER WACHAU UND HOSANNA AUS POMEROL! Ein genüsslicher Sonntag mit guten Freunden und sechs tollen Weinen. Das Fünfgang-Menu wies ein paar spannende Trüffelakzente auf ...

TRINKT MAN DIE BESTEN WALLISER WEINE ZU JUNG? Jung trinken oder reifen lassen? Es ist eine Frage des Geschmacks. Aber, das Potential wird eindeutig unterschätzt. Wie der Bericht von André Kunz beweist ...

JUBILÄUMS-EVENT: ZEHN JAHRE GABRIEL-GLAS! Rund 70 Gäste, Wachauer Smaragde, rote Bordeauxweine. Alle 10 Jahre alt. Genau so wie das Gabriel Glas ...

ALLE BORDEAUX-PREMIER-GRAND-CRUS AN EINEM ABEND! Anstatt einer Bordeauxreise traf sich die Gruppe im Gabriel Keller zu einem ganz besonderen Stelldichein ...

DER BURGENLÄNDISCHE PRAITENBRUNN TRITT GEGEN SASSICAIA UND ORNELLAIA AN! Und schneidet dabei ganz gut ab. Die Geschichte einer Sonntagsprobe in Andau mit Erich Scheiblhofer ...

CHATEAU L'EGLISE-CLINET VON 1982 BIS 2018!
Im Gedenken an den verstobenen Weingutsbesitzer Denis Durantou. Ein erinnerungswürdiger Sonntagmittag im Balm Meggen ...

MOUTON-MOOS-MONTAG!
Neun Jahrgänge Mouton; 1959, 1961, 1982, 1986, 1988, 1990, 2000, 2005 und 2008. Eine Weinprobe, welche keinen Rappen kostet. Wie das geht?

ZWEITWEINE MIT DURCHZOGENER BILANZ! Was sind die Kriterien für einen Deuxième Vins und wie enstehen diese im Rebberg und im Keller? Sieger war der 1996 Les Forts de Latour ...

BORDEAUX 1950 & HIRTZBERGER 1950! Eine verspätete Geburtstagsfeier mit Bordeauxweinen vom Jahrgang 1950 bei Franz Hirtzberger in der Wachau. Ducru war der beste ...

GROSSE WEINE VON LACULES!
Der griechische Wein wird mehr besungen wie gelobt! Hier finden Sie die wunderbare Geschichte eines jungen Weingutes mit Zukunftspotential ...

BORDEAUX 1920 - VOR 100 JAHREN! Ein Rückblick auf das Weltgeschehen und auf die Bordeaux-Weine vom Jahrgang 1920. Mit dem Château Lafauriey-Peyraguey im Glas ...

2012 BORDEAUX UND PIRATEN! Zwanzig Weine auf dem Prüfstand. 16 Bordeaux und vier Piraten (Bonnes Mares, Almaviva, Barbaresco, La Turque. Die besten Weine: Lafleur, Mission, Ausone und Ducru ...

FINESSEN CABERNET SAUVIGNON AUS CHINA! Gesprochen wurde schon lange darüber. Jetzt ist ein ganz grosser Cabernet von Changyu Moser (19/20) im Markt erhältlich ...

SPRUDELND DURCH DEN MONTAGABEND! Und immer wieder etwas Champagner zwischen den Rotweinen. Montag ist aller Genuss Anfang. Schöne Bordeauxweine und zwei heisse Châteauneuf ...

SAUVIGNON BLANC VOM KAP IM DUTZEND! In der Region Südafrika werden grossartige Sauvingon Blanc produziert. Mit 12% Weltanbauanteil gehören diese zu den attraktivsten Anbietern mit günstigen Preisen sind ...

2009 BORDEAUX VOM DER LINKEN UFER IM ESCHENBACHER MOOS! Pape, Lafite, Lynch, Cos, Phélan, Meyney und Poyferre. Alle vom Giga-Jahrgang Und zum Abrunden; hausgemachte Kutteln ...

CHATEAU PAPE-CLEMENT TROTZT DER SOMMERHITZE! Es war ein heisser Sommerabend. Mineralwasser war gefragt. Die Weine aber auch, als der grösste Durst gelöscht war. Der schönste Wein; 1996 ...

BRUNELLO UND SIDI BARRANI! Sechs Mal Brunello di Montalcino vom grossen Jahrgang 2007. Einmal gibt es sogar 20/20 vom sonst eher brunellunfreundlichen Gabriel ...

GROSSE WEINE VOM KLEINEN CHÂTEAU! 
Mit dem Inital 2018 katapultieren sich die Simonets aus Motier (Vully) an die Schweizer Rotweinspitze. 19/20 für 60% Diolinoir und 40% Merlot ...  

FASSPROBEN VON BORDEAUX 2019!  Home-Office statt Château. André Kunz hat die Fassproben vom tollen Jahrgang 2019 in der Schweiz verkostet. Kaufen, weil a.) sehr gut und b.) günstig wie noch nie ...

1994 DOMINUS FÜR DOMINIC! Ein Spitzenwein aus Kalifornien für einen Spitzenkoch aus Buonas. Viele Weine vom Jahrgang 1994 - den ganzen Abend lang ...

ZWANZIG MAGNUM UNTER DER BURG! Ein anspruchsvolles Volksfest mit Eineinhalbliterflaschen vom Feinsten. Von 1929 Pontet Canet bis zu einem 1982er-Trio mit Lynch-Bages, Pichon-Lalande und Mouton ...

HILL OF GRACE VON HENSCHKE - EINE VERTIKALE VON 1973 BIS 2006! Er ist der heimliche Konkurrent vom Grange. Ist aber ein 100% Shiraz und ein reiner Lagenwein. Und rar und teuer. Was noch? ...

DAS ALLERBESTE VON PEBY FAUGERES! Ein Senkrechtstarter aus Saint Emilion. Merlot mit absolutem Weltklasseformat. Zwei Mal 20 Punkte. Jahränge 2009 bis zum Fassmuster 2019 ...

BORDEAUXWEINE IM ALARMGESICHTERTEN GABRIEL-KELLER! Ein weiniger Abend mit Freunden mit dem Jahrgang 1960 als roten Faden. Höhepunkt; 2009 Gazin und viele andere toll Bordeaux ...

COS UND ASPIK! Sieben Jahrgänge von Château Cos d'Estournel (1983 bis 2003). Sieben gute Freunde. Und ein hausgemachter Aspik., den man unter dem Namen Sülze besser kennt ...

CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE UND KUTTELN!
Mit von der Partie: Ein bombastischer 2000 Beaucastel. Ein intellektueller 2005 Henri Bonnneau Réserve des Célestines. Und ein grosser Topf mit Kutteln à gogo ...

POMEROL UND KOTELETTEN!
Was für ein Fest! Pomerol 2005. Nearly ready. Certan de May, Gazin, La Croix, Clinet und Lafleur. Ein Genussbericht auf drei Seiten ...

CHÂTEAU LASCOMBES 1982 & CHÀTEAU LASCOMBES 2010! Beide nebeneinander im Gabriel-Glas. Ein analytischer Versuch Parallelen wie auch Differenzen zu finden ...

ITALIENISCHE ROTWEINE MIT FREUNDEN! Jeder brachte eine Flasche mit. Da kam so Allerlei zusammen. Der Wein des Abends: 2006 Sassicaia umgarnt von einer wunderbaren  hausgemachten Lasagne ...

JASSEN MIT BORDEAUXWEINEN! Acht Stunden lang Kartenspielen mit einem währschaften Nachtessen dazwischen. Für einmal keine Degustationsbericht, sondern ein Genussprotokoll ...  

MARGAUX-WEINE IM ESCHENBACHER MOOS!
Wenn Freunde sich treffen und jeder eine Flasche mitnimmt, kann das ein sehr schöner Abend werden. Von Rauzan-Ségla, Giscours, Prieuré-Lichine & Co ...

THE DEBATE AUS NAPA VALLEY! Der Produktionsstart erfolgte im Jahr 2011. Ohne eigene Trauben, ohne eigene Winery, aber mit einer Vision. Hier sind die Verkostungsnotizen und Bewertungen des allerersten Jahrganges ...

SATURIO AUF SENSATIONSKURS! Südlich von Wien, in Guntramsdorf bekommen die Weltklasse-Merlots Konkurrenz. Der neue Jahrgang 2018 schmeckt fast ein Bisschen nach La Conseillante ...

ARACHON, VON EVOLUTION ZUR REVOLUTION! Ein österreichischer Premiumwein aus dem Burgenland erfindet sich neu mit dem sensationellen Jahrgang 2017 ...

BORDEAUX 2017! Just abgefüllt und schon degustiert. André Kunz hat mehr als 50 Weine verkostet und bewertet. Weissweine, Rotweine, Süssweine ...

MALANSER CHAMBERTIN?
Auch mit seiner zweiten Edition vom Pinot Noir Privée schafft es der Bündner Winzer Martin Donatsch nach den Burgunder-Grand-Cru-Sternen zu greiffen ...

MASSETO, EGLISE-CLINET, MOUTON-ROTHSCHILD, PINGUS! Vier Spitzenweine, die gar nichts gemeinsam haben. Obwohl alle vom Jahrgang 2010 sind. Eine Analyse des sich näherkommens ...

CHATEAU HAUT-BRION IN MEGGEN!
Mit einer ganz besonderen Flasche aus dem Privatkeller war man zum Menupreis dabei. Die Vertikale lässt sich sehen. Haut-Brion von 1926 bis 2000. Und fast alles in Bestform ...

HÄNDE WEG VON TEUREN WEISSEN BORDEAUX! Warum günstige Weissweine aus Bordeaux in der Regel zuverlässiger sind und mehr Freude bereiten. Und warum man von teuren Weissen aus dieser Region die Finger lassen sollte ...

GMS-DEFILEE DER SONDERKLASSE! Ein ganz lieber Weinfreund, Gerhard Müller-Schwefe, feierte seinen 70igsten Geburtstag zwei Tage lang mit ganz besonderen Flaschen ...

FINALES MOUTON-FINALE! Das grosse Schlussbouquet eines langjährigen, traditionellen Anlasses im Old Swiss House in Luzern. Der Jahrgang 1900 als unerwartete Sensation ...

POMEROL-SEDUCTION - 10 WEINGÜTER AUF EINMAL! Beauregard, Clinet, Clos du Clocher, La Conseilante, Nenin, Gazin, La Pointe, Mazeyres, Rouget, Vieux Maillet - alle diese Weine gabs im Sempacherhof im Januar ...

40 JÄHRIGER POMEROL

1979 Château Latour à Pomerol: Die Farbe ist nicht besonderlich tief, zeigt aber noch viel Rot und erstaunlich wenig Reifetöne. Die Nase duftet irgendwie nach einem Blend von einem Corton und Beaune. Will heissen; eher nach einem grossen Burgunder wie nach einem Pomerol. Aber so was gibt es recht oft! Da ist immer noch viel beerige Frucht und Hagebuttengelée. Nasal ist der Reigen ein Wechselbild von frischem Hirschleder, hellen Cigarren und getrockneten Waldchampignons. Im Gaumen wirkt er fein stoffig. Allenfalls etwas mürbe vom Fluss her. Er bereitet aber immer noch eine unerwartet grosse Freude. Ich erinnere mich an eine Vinum-Degustation vor rund 35 Jahren. Da schlug dieser Latour à Pomerol sogar Pétrus und andere grosse Pomerol-Konkurrenten. Eigentlich entkorkte ich den Wein nur, weil ich demnächst einen Hasenragout im Römertopf avisiere. Dieser bleibt im Gabriel-Glas und wird mir heute Abend eine grosse Pomerol-Freude bereiten. Und ruiniert werde ich bei diesem Vorhaben auch nicht. Der Inventarpreis liegt / lag nämlich bei 35 Franken. 18/20

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Liebe Weinfreunde

Das wird kein Zuckerschlecken. Kein Tanninjumpen. Kein Säuretanz! Oder halt nur ein kleiner Abriss dessen, was in früheren Weinjahren passierte. Die ehemalige Hochkonjunktur befindet sich in einer erzwungenen Flaute.

Wenn die Motivation im Keller ist, dann gehe ich halt selber auch dorthin. Und da hole ich mir schöne Flaschen, um die vinöse Einsamkeit zu Verdrängen.

Einen grossen Wein zu trinken macht nur so richtig Freude, wenn man diese Bouteille mit Freunden teilen kann. Deshalb lasse ich meine allerbesten Flaschen halt für eine Weile schlummern.

Corona hat uns weiterhin fest im Griff. Natürlich in erster Linie was Weinreisen oder Weinverkostungen oder sonstige Weinevents betrifft.

Momentan stehe ich zu dieser Situation «Gewehr bei Fuss». Will heissen;

- Es werden keine neuen Events mehr aufgeschaltet.
- Was abgesagt werden muss, wird ohne Verschiebungsdatum anulliert.
- Einbezahlte Beträge werden sofort zurückbezahlt.

Euch wünsche ich allen (trotzdem) ganz viele, schöne Weinerlebnisse ...

Alles Gute aus Eschenbach!

René / René Gabriel