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WAS SO WEINIGES IM JAHR 2020 PASSIERTE ...

SASSICAIA SUPERSTAR?

Wer Sassicaia vorbehaltslos liebt ist entweder zuweilen aromenblind oder ein Etikettentrinker. Nicht selten erhebt er den Anspruch in Blindproben bei den teuersten Loosern zu sein.

Die Geschichte um diesen gefragten Toskaner mit der blauen Kapsel und dem goldenen Stern auf azzurblauem Hintergrund ist so durchzogen wie eine önologische Speckschwarte.
Der 1985er ist eine Legende, welche zu 50 % garantiert korkt. Der 2006 ist mein persönlicher Favorit. Und den 2016 wollen alle haben, weil 100 Punkte.

Gestern entdeckte ich beim Inventarisieren einen einsamen 1995er. Gute Idee! Dachte ich. Was ich ignorierte, obwohl ich es eigentlich hätte wissen müssen; ich habe / hatte ihn zu wenig lange dekantiert.

Also begann er etwas verdeckt, respektive zurückhaltend, respektive minim schwierig. Und er war - weil direkt aus dem Keller - etwas zu kalt. Noch ein weiteres Handicap. Also schob ich das Nachtessen nach hinten und gönnte ihm die Zeit welche er brauchte.


Die Luft tat ihm gut und er zeigte sich als artisanaler Klassiker. Die Frucht war fast weg, die Kräuter nahmen anstelle Platz. Er vermittelte auch erdige Schokotöne, welchen man auch eine Schwarztrüffel-Affinität zumuten könnte.
Zweifellos - er legte zu und war dann fast sehr gross. Aber nur von seiner Körperform und seinem Charakter. Rein önologisch hätte man das schon gewisse Dinge kritisieren können ...

Um ihn in dieser Form vorbehaltslos lieben zu können, muss man (wie Gabriel) etwas tolerant sein. Oder halt ein Etikettentrinker. Dank diesen lebt Sassicaia besonders in den nicht seltenen, schwierigeren Jahren schon ganz lange ...

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LIEGT MEURSAULT AUCH IN LEUTSCHACH?

Bei unserer weinigen Reise durch ganz Österreich durfte die Schweizer Truppe auch in Leutschach Halt machen. Der Winzer Erwin Sabathi zeigte uns stolz seine aktuelle Palette. Die Dinger pfeifen so richtig. Für mich ist der Sauvignon Blanc immer noch die Königstraube in der Steiermark. Sabathi schafft es aber, dass der Chardonnay in letzter Zeit stetig aufgeholt hat.

Ein Beweis für diese Theorie liefert der 2018 Chardonnay Alte Reben Ried Pössnitzberg. Dies ist der beste Chardonnay, welchen ich je aus Austria verkostet habe. Er verdient 19 Punkte. Damit will ich andere Chardonnay-Produzenten keineswegs schmälern. Wenn ich Attribute aufstelle, dann ziehe ich immer alle Faktoren mit in meine Aussagen hinein. Der erwähnte Wein ist bezüglich Intensität, Typizität und Potential einzigartig. Dass er dann auch noch fast wie ein gigagrosser Meursault-Charmes duftet und schmeckt mag (k)ein weiterer Zufall sein …  

Bild: Rundherum die Schweizer Weintruppe. Hinten am Tischkopf; Erwin Sabathi.   

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PATRIOTISMUS

Bei einem Besuch im Weingut Tesch in Neckenmarkt probierten wir schon frühmorgens die ganze Palette durch. Am Schluss stellte uns Hans Tesch den 2015 Patriot auf den Tisch.

Nach ein paar Sekunden Nasenkontakt zückte ich verzückt ein Blatt Papier und schrieb es voll. Eigentlich musste ich selber gar nicht schreiben – es «schrieb von selbst» mit mir. So aus der Erinnerung notierte ich zu diesem sehr dunkelroten Blaufränkisch: Mineralische Nase, dunkle Schokonoten, reife Pflaumen, Kaffee, schwarze Pfefferkörner, Teer und Mahagoni. Im Gaumen zeigt er Muskeln, aber auch eine verschwenderische Ration Fleisch, gibt sich barock, ernsthaft und ist derart maskulin, dass sein Körper zum hünenhaften neigt.  

Der Patriot stammt aus sehr alten Reben (40 bis 60 Jahre alt). Der relativ lange Ausbau in 225-Liter Eichenfässern macht ihn zum modernen Wein-Fels in der Blaufränkisch Brandung.

P.S. Was ich selten mache; ich fragte nach einer zweiten Flasche. Die tranken wir dann genüsslich am folgenden Sonntag bei Roman Jäger in Weissenkirchen. Notizen machte ich mir keine, weil ich mich ja an das voll beschriebene Blatt meines Winzerbesuches erinnerte. Jetzt ist eine Woche vergangen und ich finde einfach meinen Zettel nicht mehr. Aber an den genialen Wein kann ich mich noch bestens erinnern. Und das wird wohl noch lange so bleiben. 19/20!  

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KOLLWENTZ MIT JAHRZEHNTE-GARANTIE

Was Kollwentz kann, können nur wenige Austria Winzer. Auf so hohem Niveau seit Jahrzehnten abliefern. Jetzt habe ich grad die aktuelle Palette durch degustiert. Auch dies zeichnet einen Winzer aus. Bei Kollwentz merkt man fast nicht, ob es sich um einen grossen oder eventuell um einen etwas schwierigeren Jahrgang handelt.
Wir standen zuerst im Keller und durften alle Chardonnay 2019 ab Fass durchkosten. Das wird ein Spass auf ganz grossem Niveau.

Danach waren die aktuell bereits gefüllten Rotweine im Glas. Auch hier ist die Latte hoch gelegt. Mein Favorit von Qualität-Preis und Leistung: 2016 Blaufränkisch Ried Setz. Meine Bestellung ist bereits unterwegs …  

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LETZTER WILLE – KNOLL MARILLE

Vor ein paar Jahren schrieb ich, dass ich gerne in meinem Sterbebett als letzten Schluck einen 1937 Château d’Yquem trinken möchte. Mittlerweile ist genau diese allerletzte Flasche einer Raritätenverkostung zum Opfer gefallen. Also muss ich mich hinsichtlich des «letzten Tropfens vor dem Ableben» zwanghaft neu orientieren.

Ein paar Monate war ich jetzt grad ohne Knoll Marillenschnaps. Wie habe ich diesen Brand vermisst. Nicht dass ich ihn täglich trinke, aber so zwischendurch einen kleinen Schluck in einem Espresso macht da jeden Kaffee noch etwas besser. Oder als Sonntagsmittagsbelohnung nach einem vorzüglichen Mahl eignet er sich ebenso hervorragend. Bei unserem Besuch in der Wachau wurde dieses Manko jetzt endlich wieder ausgeglichen. Ein paar von diesen kleinen Flaschen liegen wieder jederzeit bereit für alle Fälle. Und auch für den letzten Fall.

Das ist dann wohl viel gescheiter wie Süsswein. Nicht auszudenken, wenn ich in meiner letzten Phase zuckerkank wäre. Dann wäre dieses Unterfangen der Gesundheit möglicherweise sehr abträglich.

Also habe ich mein Testament von Yquem-Sauternes auf Wachauer Marillenbrand von Knoll abgeändert. Der hat immer Saison und er desinfiziert sogar noch …    

#humoristwennmantrotzdemlacht

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SATURIO AUF SENSATIONSKURS

Die Erfolgsgeschichte geht weiter. Saturio heisst der wohl beste Merlot aus Österreich. Momentan wird die fünfte Edition (Jahrgang 2018) auf den Markt gebracht. Dank perfekten Wetterbedingungen wurden davon erstmals mehr als tausend Flaschen gefüllt. Die Vision von Andreas Nikolai geht auf.

Saturio ist zwar irgendwie schon ein «Geschenk der Natur», aber auch hier gilt das Motto «ohne Fleiss keinen Preis». Handarbeit prägt diesen genialen Merlot vom Rebberg bis in die Holzkiste. Wer den Anspruch erhebt alle grössten Weine dieser Welt schon einmal im Glas gehabt zu haben, der hat mit dem Saturio jetzt ein neues Must!  

2018 Saturio Ried Bügeln, Garagenwinzer Nikolai, Thermenregion: Preis ab 128 Euro. Produktion; 1100 Flaschen, plus ein paar Grossflaschen. 100 % Merlot. Ausgebaut in drei Taransaud und zwei Seguin-Moreau Barriquen. Violett-Rubin mit lila Rand. Spontanes, delikates Bouquet. Dies startet mit roten Kirschen (Weichseln) und leitet über bis hin zu Schwarzkirsche. Nach ein paar Sekunden treten Himbeeren und Walderdbeeren ins Nasenbild. Dies in frischer bis hin zu schier berauschend konfierter Form. Es handelt sich da um einen faszinierenden, schier parfümiert wirkenden Fruchtreigen. Minime Kräutertöne und ein floraler Schimmer frischen das Ganze noch mehr auf. Nach ein paar Minuten zeigen sich Edelhölzer, zartes Vanillin und helles Caramel. Im Gaumen ist er, gleich von der ersten Sekunde weg, eine der elegantesten Varianten alles bisherigen Saturio’s. (Erster Jahrgang 2014). So mutet denn diese Guntramsdorfer-Rarität eher mittelgewichtig an. Das Extrakt und die Tannine zeigen eine hohe Reife an und bilden so eine feine, royale Adstringenz. Die Säure ist bereits perfekt integriert und produziert eine wunderschöne Länge im gebündelten Fluss. Man kann sich daran nicht satt trinken. Diesmal kommt er gefährlich «pomerolig» rüber und man könnte ihm durchaus eine nicht unbescheidene La Conseillante-Affinität andichten. Das Potential ist mit 20jähriger Garantie ausgestattet. Dieser fantastische Saturio ist die zärtlichste Versuchung, seitdem es Merlot gibt! 19/20 beginnen

Bezugsquellen: für EU: https://garagenwinzer.at/
In der Schweiz gibt’s ein paar Flaschen bei www.gerstl.ch


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ARACHON: VON EVOLUTION ZU REVOLUTION

Das Wort «Evolution» ist mit dem Jahrgang 2017 auf dem Etikett verschwunden. Ersetzt wurde es durch den schlichten Schriftzug «Burgenland». Dieser neueste Jahrgang ist derartig sensationell, dass die honorigen Namensgeber (Szemes, Pichler, Tement) auch «Revolution» hätten aufprägen können.

Den Arachon gibt es mittlerweile schon mehr wie 20 Jahre. Der Erstlingsjahrgang 1996 war zwar sehr gut, wurde in der Szene – trotz pompöser Ansagen – zaghaft aufgenommen. Im Prinzip zeigte diese ehrgeizige Idee, dass man im Burgenland Qualität multiplizieren kann. So zusagen das «Mondavi-Prinzip». Der Arachon fand in der Folge viele Fans. Doch die Vision konnte (noch) nie so richtig erfüllt werden. Zugegeben, das Produkt litt nicht nur unter Jahrgangsschwankungen, sondern unterlag auch veritablen Vinifikations-Achterbahnen. Dabei gebe ich gerne zu, dass mich nicht wenige ältere Jahrgänge nach ein paar Jahren Flaschenreife oft positiv überraschten.

Der 2017 Arachon ist derartig sensationell, dass es sich für Austria-Rotweinfreaks, Gastronomen und Händler wieder lohnt auf die neue Zugskomposition aufzuspringen. Dabei ist dieser «neue Arachon» ein noch deutlicheres Blaufränkisch-Zugeständnis als je zuvor. 85 % befinden sich im perfekten Blend, welcher mit Zweigelt, Cabernet Sauvignon und Merlot ergänzt wird. Erstmals wurden auch Trauben von Schieferböden aus Höhenlagen der Region Neckenmarkt selektioniert. Diese liefern diese unglaubliche Primärfrucht. Das Fundament besteht wie bisher aus dichten, schweren Lehmböden. Der Weinmacher ist Oscar Szemes. Er hat sich mit diesem sagenhaften Wein ein mittelgrosses Denkmal gesetzt.    

2017 Arachon T•FX•T, Burgenland: Sehr dunkles Violett, rubiner Rand, in der Mitte fast Schwarz. Intensiver, geradliniger Bouquetbeginn. Brombeeren, Cassis und Lakritze quengeln im ersten Nasenansatz nach vorne. Der zweite Bouquet-Eindruck zeigt Vanillemark, Pumpernickel, Mocca, schwarze Pfefferkörner und dunkle Pralinen. Die feine Süsse versprüht eine Prise Erotik. Im Gaumen dicht und fein gleichzeitig elegant. Die Gerbstoffe sind seidig, der Körper lang und ist jetzt schon mit viel Charme unterwegs. Das Finale gebündelt lang und wieder ein Reigen von schwarzen Beeren und Black-Currant. Hier wird ein neues Kapitel vom Arachon geschrieben. Dieses wunderschöne Exemplar gehört fraglos zur Austria-Rotwein-Elite. Obwohl der Wein ein versprechendes Potential aufweist, vermittelt er ein nahezu hemmungsloses Verkostungserlebnis. 19/20 beginnen   http://www.arachon.com/

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BORDEAUX 2017

Kaum abgefüllt - schon degustiert! André Kunz hat mehr als 50 Bordeauxweine vom Jahrgang 2017 verkostet und bewertet. Alle Farbfacetten, also weiss, rot und süss. Sehr gute Weine, welche sich sehr gut für den Genuss, aber nicht für sehr lange Lagerung oder für Spekulation eignen. Die Preise sind leider nicht besonders attkartiv. Da der Primeurhandel eher schwach war, ist es anzunehmen, dass da und dort gewisse Aktionen auftauchen werden. Einem Wein hat André Kunz 19/20 Punkte verliehen. Welcher das ist erfährt man auf www.bxtotal.com

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KRIEG-SAUTERNES

Kaum vorstellbar unter welchen Bedingungen die Winzer ihre Weine mitten im Krieg herstellten. Flaschen gab es nur noch eine Sorte. Keine grünen und auch keine durchsichtigen. Praktisch nur noch bläulich-grüne. Aus zusammengeschmolzenen Restposten.
Und mitten in diesen schwierigen Bedingungen ist im sonst als sehr bescheiden gehandelten Jahrgang 1943 ein kleines Sauterneswunder entstanden. Dieser Rieussec ist fast schwarz. Der Wein ist nicht besonderlich süss, aber extrem aromatisch mit rauchigen Korinthenspuren und kaltem Darjeeling. Ein unerwartetes Konzentrat. Ein Wein der zwar glücklich, aber gleichzeitig auch nachdenklich macht. 18/20

P.S. Auf dem Bild kann man im Hintergrund den nicht ganz unbekannten Sponsor erkennen.
www.sauternes.ch   

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MALANSER CHAMBERTIN?


Die Versteigerung vom ersten Jahrgang 2013 mutierte zur schweizerischen Sensation. Ehrgeizige Bieter legten für eine einzige Flasche von diesem sagenhaften Pinot Noir bis zu 1000 Franken hin …

Auch der 2015er dürfte zur «Crème de la Crème» in der Schweizer Rotweinszene mutieren. Denn – es sind ganz grosse Wertungen der einflussreichsten Journalisten zu erwarten. Die Produktion; zwei Pièçen. Abgefüllt wurden total 585 Normalflaschen. 120 Bouteillen davon dürfen wir exklusiv an der Weinbörse-Auktion im Mai 2020 in Bad Ragaz anbieten. Es gelangen keine weiteren Flaschen in den Verkauf. Schliesslich heisst «Privée» ja auch privat!





2015 Pinot Noir Privée, Donatsch: Aufhellendes Rubin, feiner Rand aussen. Umwerfend süsses, reifbeeriges Bouquet, welches im zweiten Ansatz anfänglich Waldhimbeerduft versprüht und dann kandierte Fruchtkomponenten widergibt. Bereits das Nasenbild ist ausufernd und berauschend. Nach und nach treten Kirschen, Cassis und Maulbeeren in den gigantischen Fruchtreigen. Im Gaumen geht diese Pinot-Drogen-Aromatik nahtlos weiter. Der Körper ist einerseits kompakt, tanzt aber gleichzeitig förmlich über die Zunge. Die Aromatik bleibt auch hier mittig im rotbeerigen Bereich und polarisiert mit der feinen, bereits integrierten Säure mit roten Johannisbeeren und Himbeergelee. Die Intensität ist zwar verlangend, aber auch hier schafft es dieser Wein mit Grazie und Balance zu überzeugen. Nebst der primär verschwenderischen Frucht findet man hier deutlich Anzeichen von floralen Zügen und Würze. Dies in Form von Zedern und weiteren Edelhölzern, sowie einem ersten Schimmer von hellem Tabak. Das Finale ist erhaben und zeigt zarte Spuren von Nusspralinen, Kokos und Vanille. Dieser Bündner Weltklasse-Pinot steht nicht nur mit einem Bein im Burgund, sondern mit beiden Füssen mitten im Chambertin. Das Potential ist gewaltig und trotzdem wird dieser Ikonen-Donatsch immer eine Jugendsünde wert sein. «Enjoyment by excitement!».  20/20 (René Gabriel)

Infos zur Versteigerung: www.weinboerse.ch

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In meiner Hauszeitung gefunden. Wusste ich auch nicht ...
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HETEROGENES SPITZEN-WEIN-QUARTETT
 
Heterogenität bezeichnet die Uneinheit-lichkeit der Elemente einer Menge oder deren Bestandteile. Der Begriff kommt in allen Natur- und Geisteswissenschaften vor. Als heterogen wird das übergeordnete System bezeichnet, nicht seine einzelnen Bestandteile. Im Gegensatz zu Heterogenität steht Homogenität.

Glauben Sie mir jetzt aber bitte nicht, dass ich so clever bin und diese Beschreibung der Heterogenität selbst hinschrieb. Einmal mehr ist mir an dieser Stelle das allwissende Wikipedia zu Hilfe gekommen.
Im Fall dieses, als Titelbild benutzen Weinquartetts, steht das heterogene dafür da, dass diese vier Flaschen, zumindest auf den ersten Blick, praktisch nichts miteinander zu tun haben. Und das kann man auch durchaus so im Raum stehen lassen.

Kein Etikett gleich dem andern. Es sind schon auffällige Labels, aber ganz unterschiedliche.

Der Wein ganz links im Bild ist ein 100prozentiger Merlot. (Masseto). Der Pomerol setzt auch auf einen Blend, in welchem man schon ganz viel Merlot findet. Der wichtigere Part in der Assemblage ist der Cabernet Franc. (L’Eglise-Clinet). Ganz viel Cabernet ist im nächsten Bordeaux drin. Ergänzt durch einen minimen Anteil von Cabernet Franc. Der in New York lebende Künstler Jeff Koons durfte sogar noch ein «Bildli» malen, damit die Flasche besonders hübsch aussieht. (Mouton-Rothschild). Dagegen kommt der Spanier rechts im Bild dann schon ziemlich brav rüber. Ein Schriftzug mit sechs Buchstaben, ein Jahrgang und ein kleiner blauer Punkt. Simpel, aber effizient. (Pingus).

Ein Italiener aus der Maremma (Masseto). Ein Pomerol der vom rechten Garonne-Ufer stammt (L’Eglise-Clinet), ein Pauillac links von der Gironde (Mouton-Rothschild) und Spanier aus ein Ribera del Duero (Pingus).
Da gibt es keinen gemeinsamen Nenner!

Aber – irgendwie findet man dann doch gewisse Parallelen. Man muss nur etwas studieren und vor allem genauer hinsehen.
Alle Weine sind vom grossen, versprechenden Jahrgang 2010. Und der war in all den genannten Gebieten grossartig bis sensationell.
Hinter jeder dieser Flaschen steht ein nicht unbescheidener Marktwert. Und dieser beträgt bei jedem Exemplar mehrere hundert Franken.
Was man möglicherweise nicht so genau sieht, alle Flaschen sind leer. Also hat «Mann» diese getrunken.
Mit «Mann» sind Mannen gemeint. Der Bärti, der Adi, der Christoph und der René.
Wir treffen uns gelegentlich zum Jassen. Mal in der Innerschweiz, mal in der Nähe von Zofingen. Da nimmt jeder jeweils eine schöne Flasche zum Lunch mit. In der Regel bleiben wir bei der Selektion «für unsere Verhältnisse» relativ normal. Diesmal ist es sich so leider nicht ausgegangen. Und das kam so …

Mein Freund Bärti rief mich an und fragte, was ich da so an Wein mitnehmen würde. «Weiss nicht» antwortete ich und fragte zurück, «was liegt auf der anderen Seite an?»

Seine darauffolgende Antwort legte die Messlatte unwiderruflich fest: «Die rauschen mit einem Eglise-Clinet und mit einem Pingus an. Bei vom Jahrgang 2010.». Dann ergänzte er noch beipflichtend; «Ich komme mit einem Masseto 2010».
Ich ging mein Excel-Weininventar durch und legte den Filter mit «2010» rein. Also musste ich nach etwas suchen, was zwar nicht reinpasste, aber auch relativ gut zum vorgelegten Budget harmonisierte.

Und schwupp, musste ich einen Château Mouton-Rothschild 2010 ausbuchen.

Der Bericht und die Verkostungsnotizen aller Weine: www.bxtotal.com

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NICHTS FÜR ETIKETTENTRINKER

Früher waren es die Sammler, welche Flaschen von Mouton-Rothschild erwarben und dann erhofften, dass sich der Wert, wegen den schönen Etiketten steigern würde.

Meist lümmelten die Flaschen dann zur Ansicht im Keller rum und nicht wenige davon waren nach ein paar Jahrzehnten nur noch zum Anschauen schön, weil der Inhalt über dem Zenit war.

Der Mouton 2000 hat keine Etikette, sondern eine Prägung und trotzdem steigt sein Wert in den letzten Jahren stetig. Momentan liegt der Preis schon fast bei 2000 Franken im Handel. Plus Verpackung, Transport und Mehrwertsteuer.


Wir haben ihn in einem hier nicht genannten Restaurant für 1000 Franken entdeckt. Inkl. Transport und Mehrwertsteuer. Und erst noch charmant von Tina serviert.

Zugegeben der Wein ist sensationell. (20/20). Was mir an der Story nicht so ganz gefällt, ist die Grösse und das Gewicht der neuen Mouton-Flaschen seit genau diesem Jahrgang. Das Understatement der normalen Bordeauxflasche hat auf massigen Exhibitionismus gewechselt. Das hat ein so grosser Wein eigentlich gar nicht nötig ...

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KÄGI’S ZWEIHUNDERTFRANKENWEINGRENZE

Richard Kägi ist der René Gabriel der Foodszene. So mal hier einfach platziert mein simpler Vergleich, um ihn mit einem Satz zu beschreiben. Dabei muss ich zugeben, dass wir uns noch nie auf Augenhöhe begegnet sind. Schade. Das müssen wir ändern. Noch in diesem Jahr …

Es ist praktisch gleich alt. Nur ein minimes Jahr jünger. Während ich mich stufenweise aus dem Weinzirkus zurück ziehe, ist Kägi allgegenwärtig und unermüdlich. Seine foodigen Posts sind nicht nur Appettitanreger, sondern auch nachmachsüchtigmachend. Bei seiner «Lasagne vegetariana» würde ich mich jederzeit auf einen fleischlosen Tag freuen.

Wer bereit ist, für Lebensmittel weniger auszugeben, der bekommt die grössere Auswahl. Dieses Motto gilt für Kägi nicht. Er macht zwar mit einfachen Dingen ein bestmögliches Gericht, geizt aber nicht bei der Selektion der Zutaten. Darf er auch nicht, denn bei Globus ist Lebenmittelramsch tabu.    

Doch nun zum kürzlichen Interview im Vinum. Da stellt ein Journalist dem Kägi ganze 25 Fragen. Die Antworten kommen nach dem P-P-P-Prinzip. Präzis. Prägnant. Persönlich. Dabei hat man beim Lesen das spontane Gefühl, dass Kägi’s Antworten ein klares Motto deklarieren. «Am besten sagt man die Wahrheit. Dann weiss man nach ein paar Jahren noch, was man damals gesagt hat».
Zwei der Antworten lassen mich sutzen. Da wird nach dem besten Wein seines Lebens gefragt und wo er den getrunken habe. Kägi antwortet: «Hermitage La Chapelle 1961. Zuhause. Alleine». Das ist auch meiner Legendenlieblinge. Nur so zum Gwunder gehe ich schnell auf den winesearcher.com und schaue, was man da noch im Markt so finden könnte. So um 10'000 Franken kostet ein Flacon von dieser Ikone. Leider mit wenig Garantie, dass man da noch eine echte Flasche bekommt. Der war früher billiger, viel billiger. Denn …

Bei der fünften Frage fragt der weinige Journi den foodigen Kägi: «Welcher Wein ist für Sie preislich eine Sünde wert?». Die Antwort folgt unwiderruflich und deklariert einen diskussionswürdigen Ausspruch: «Mehr als 200 Stutz ist kein Wein der Welt wert».
Ich lese diese Aussage und mache mir dazu ein paar Gedanken. Verwerfe diese aber gleich wieder. In den folgenden Tagen kreist dieses Thema aber immer wieder vor meinem geistigen Anlitz. Macht Selbstlimitierung in diesem Sinne einen Sinn? Der italienische Winzer Silvio Jerman kreierte einst einen Chardonnay mit dem Titel «Where dreams have no end». Der kostet zwar nur etwa 50 Franken, deutet aber darauf hin, dass Weinträume unendlich sein können.

Muss man, wenn man von einer Weineinkauf-Obergrenze von 200 Franken spricht, auch annehmen, dass Kägi denselben Betrag für ein Menu bei einem Spitzenkoch nicht auszugeben bereit ist? Nach dem Berechnungsmotto: Kein Spitzenwein – kein Spitzenkoch! Verzicht gleichzeitig auf Mouton-Rothschild, Andreas Caminada, Masseto, Peter Knogl, Opus One, Franck Giovannini und Egon Müller?
Wie schaut es denn in dieser Sache bei mir aus? Wenn ich Wein mit Essen vergleiche und mir dabei die ganz persönliche Budgetfrage stelle? Im direkten Vergleich mit Kägi! Ich brauche keine Spitzenköche um glücklich zu sein. Denn ich hasse grosse, unübersichtliche und zeitraubende Menuabfolgen bei denen man sich einen Tag später nicht mehr erinnern kann, was man da überhaupt durcheinander gegessen und auf den stets farblich und in der Grösse ändernden Tellern vorfand. Zudem ist bei Spitzenköchen der Wein meist sinnlos überteuert. Immer mit der begleitenden Begründung, dass man an einem sündhaftteuren Menu in der Gastronomie heutzutage nichts mehr verdienen kann.

Im Kopf versuche ich mich zu erinnern, was ich in den letzten Wochen so im Gabriel-Glas hatte. Es gelingt mir unglaublich viel der entkorkten Flaschen zu evaluieren und zu rekonstruieren. Ich bringe all diese Erlebnisse auf ein Blatt Papier und schreibe die ungefähren, aktuellen Marktpreise dahinter. So gesehen haben Kägi und ich das Heu absolut auf dersleben Bühne. Ich liege sogar noch 20 Franken darunter. Also bei nur 180 Franken pro Flasche. Im Schnitt …  

Mehr über den spannenden Food-Scouter: www.richardkaegi.ch

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GÖTTLICHES HAHNENWASSER

Wasser ist Bestandteil aller Körperzellen und ist nötig für den Stoffwechsel. Wasser regelt die Körpertemperatur, nicht nur wenn wir im Sommer schwitzen. Trinken wir zu wenig, schadet das unseren Organen – und zwar allen. Ausserdem brauchen wir ausreichend Flüssigkeit für Gehirn, Schleimhäute, Verdauung und Nieren.

Das weiss Wikipedia. Und eigentlich wissen wir das ja alle auch. Nur nicht im Detail und auch nicht im Gesamten. Also trinken wir Wasser, weil man das muss und weil wir uns es so gewohnt sind.
In den letzten Monaten bin ich zu Hause komplett auf Hahnenwasser geswitcht. Zwar wollten mir ein paar freundliche Berater eine nichtganzbillige Wasseraufbereitungsanlage verkaufen. Ich war sogar kurz davor, mir so ein Ding anzuschaffen.

Im Internet habe ich mich dann erkundigt, woher eigentlich das Trinkwasser von Eschenbach stammt. Die gefundene Info: «Von Eschenbach ausgehend verläuft über Ballwil nach Hochdorf im Untergrund eine eiszeitlich angelegte Felsrinne. Dieser alte Felstrog wurde durch einen Schotterkomplex aufgefüllt und mit einer Moränendecke wieder überdeckt. Der darin zirkulierende Grundwasserstrom beginnt nördlich von Ballwil und teilt sich dann in zwei Arme: der eine fliesst südwärts gegen Eschenbach, der andere nordwestwärts gegen Hochdorf». Weiter wird bezüglich der Qualität wie folgt informiert: «Die Qualität unseres Wassers entspricht den strengen chemischen und mikrobiologischen Anforderungen des Lebensmittelgesetzes. Regelmässige, eigene Kontrollen, sowie durch das kantonale Laboratorium garantieren eine einwandfreie Qualität des Trinkwassers».

Also trinke ich das «Südwasser», direkt aus dem häuslichen Wasserhahn. Es schmeckt göttlich und ist sehr erschwinglich. 1000 Liter kosten mich CHF 1.30. Also kostet mich der abgebildete Liter. 0.13 Rappen. Nichts gegen ebenbürtiges, weit transportiertes und in PET-Flaschen abgefülltes Mineralwasser. Das schaut in den Regalen, dank anmächeliger Werbung, immer wunderschön aus.  Auf dem Müll ergeben diese geschrumpelten PET’s aber leider ein durchwegs hässliches Bild. Und wecken, wenn man nicht ganz skrupellos ist, auch gewisse Schuldgefühle.

Göttliches Hahnenwasser! Nutzen wir es, solange es dies in dieser Qualität mit Gratis-Hauslieferung noch gibt …

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CHÂTEAU HAUT-BRION
 
Manchmal reicht der Name von einem Château als Titel völlig aus. Besonders wenn es sich um einen der allerbesten Bordeaux-weine überhaupt handelt. Und wie immer braucht es für eine gute Geschichte; a.) Wein, b.) Freunde, c.) einen Austragungsort, d.) viele Gläser und e.) ein feines Menu dazu.

Insgesamt kamen so 17 Jahrgänge von 1926 bis 2000 zusammen. Der ganze Bericht. Ein paar Eindrücke unten ...

OBERDEKANTIERER

André Kunz, der Organisator betätigte sich selbst als «Oberdekantierer». Was sich so leicht anhört, ist sehr konzentrierte Arbeit. Besonders, wenn alte Flaschen im Spiel sind ...
HAUT-BRION-GENUSS MACHT ALT  

Zumindest beweist diese These die Historie.

Ein ehemaliger Besitzer von Château Haut-Brion, Jean de Pontac, heiratete zwei Mal und zeugte 15 Kinder.

Er starb im Jahr 1589 und wurde 101 Jahre alt!

1929 Château Haut-Brion: Sehr dunkles Weinrot, zart oranger Rand, in der Mitte satt. Traumhaftes Bouquet, sehr vielschichtig, Rosinenduft, Kruste von Sauerteigbrot, Schokodrink, irgendwie erinnert er auch einen Château Rayas mit seinem kräutrigen Terroirduft. Im zweiten Ansatz; Kandis und reifer, gigantischer Port. Im Gaumen süss und delikat, er tanzt richtig gehend über die Zunge. Die Resttannine sind hoch fein und liefern eine royale Adstringenz und stützen so diesen hoch klassischen, perfekt gereiften Haut Brion. Er ist monomental ohne Arroganz zu sein. Zeigt Power und Finesse und erinnert im Finale geschmacklich an einen hoch reifen Sauternes, ohne dabei parallel die Süsse zu applizieren. Ein Pessac-Reigen der alle Weinsterne tanzen lässt. Das gigantische Universum der Pessac-Galaxien. 20/20 trinken  
UNITED FLAVOURS OF HAUT-BRION

Aus lauter Vorfreude habe ich mich am Vortag an den Computer gesetzt und mir überlegt, was ich da so alles an Haut-Brion-Aromen antreffen werde. Nach langen Überlegungen und emsiger Arbeit ist diese Power-Point-Collage (Bild oben) entstanden. Natürlich besteht ein ganz grosser, reifer Bordeaux aus mindestens 1001 Aromen. Hier folgend trotzdem ein Versuch den wichtigsten Aromen-Kategorien auf die Schliche zu kommen.  

Cassis: Aus dem Französischen stammend, ist im Schweizer Sprachgebrauch recht üblich. In Deutschland und Österreich wird dafür aber der eigentlich richtige deutschsprachige Begriff verwendet. Bei dieser kleinbeerigen Frucht handelt es sich um die schwarze Johannisbeere. (Ribes nigrum). Auf der Collage ist Cassis für weitere, mögliche schwarze Beeren abgebildet. Manchmal kommt er im Gaumen von Cabernet-Blends auch als Black-Currant-Pastillen in einer leicht süsslicheren Form vor.


Kirschen: In ganz grossen Jahrgängen schmeckt der Haut-Brion in der ersten Jugend nach schwarzen Kirschen. Ist der Vegetationsverlauf kühl so kann die Fruchtaromatik auf rotkirschige Tendenzen switchen. In miserablen Jahren gar auf Weichseln. Dies kam aber in den letzten Dekaden nie mehr vor.

Korinthen: Heute werden rosinierte Trauben bei der Entrappung durch das Tri-Optikverfahren ausgesondert. Früher vergärten diese Kümmerlinge mit. Daraus entstand in der vollen Reife die Geschmacksaffinität zu getrockneten Trauben. Ein Effekt, welcher in den Bordeauxweinen der heutigen Zeit praktisch eliminiert wird.  

Birnel: Früher nannte man dieses Produkt «Birnenhonig». Heute wird Birnel als eingedickter Birnensaft deklariert. Oder im Welschen als «Vin cuit». Wegen seinem Ruf als besonders gesundes Lebensmittel wird Birnel seit 1952 als Solidaritätsprodukt vom Bund verbilligt und durch die «Winterhilfe» verkauft. Im Birnel finden sich ähnliche Aromen wie in flüssigem Malz. Auch dieses Element findet man im Haut Brion reichlich in hellen bis dunklen Formen.   

Kräuter: Diese habe ich in frischer wie auch getrockneter Form abgebildet. Alles ist bei einem Pessac möglich und nix is fix. In «coolen» Jahren kann man in einem Haut-Brion gar einen Touch von Eucalyptus finden. So erinnert der 1986er zuweilen an einen Cabernet Sauvignon aus Napa mit minimer Chile-Affinität. Minze kann ein stetiger Begleiter sein. Und Küchenkräuter aller Art. Manchmal mutiert ein Haut-Brion gar in einen veritablen Appenzeller-Kräuterlikör, wie beispielsweise beim Jahrgang 1934.

Tabak: Auch hier gibt es Jahrgangsnuancen. Havanna Cigarren ist so das mittlere Grundaroma, welches man in fast allen Jahrgängen nach ein paar Dekaden Reife antreffen wird. Für mich ähnelt der Haut-Brion am ehesten einer Cohiba. Geht ein Jahrgang besonders in die Tiefe, so findet man Brazil-Tabak. Bei leichteren Variationen duftet es aus dem Glas herrlich nach dominikanischen Cigarren.  

Trüffel: Hier fokussiert sich dieser Pessac-Premier auf den «Tuber melasponum», also auf den Perigord Trüffel. Die tiefgründigen Trüffelaromen sind eine der bestmöglichsten Formen der Terroir Expression. Dieser Duft entsteht oft erst nach 40 bis 50 Jahren im Wein. Formen von getrockneten Pilzen aller Art findet man praktisch in allen gereiften Rotweinen. Formel: Je mehr Trüffel – desto teurer ist der Wein.
 
Teer: Dieses Aroma kennen wir am gebräuchlichsten als Asphalt, Pech, Karbonileum oder Bitumen. Irgendwie zeigt diese Definition die Tiefe eines Weines an. Aber auch die mineralischen Konturen. Die flüchtigen Anteile erinnern so an Benzin, Kerosin oder auch Heizöl.

Jod: Gilt als essentieller Mineralstoff. Nicht wenige Lebensmittel werden aus gesundheitlichen Gründen «jodisiert». So zum Beispiel das gebräuchliche Tafelsalz. Unter anderem wird dieses Produkt aus Meeresalgen gewonnen aber auch aus salzhaltigen Steinen (auf dem Collage-Bild ganz unten in der Mitte). Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO verfügt einer von drei Bürgern über unzureichenden Jodhaushalt im Körper. Wer also viel Haut-Brion trinkt, kann hier vorbeugen …

Rauch: Damit meine ich nicht der Qualm, welcher beim Abbrennen von Brennstoffen entsteht, sondern der kalte Rauch in verminderter, abgeschwächter Form. Die Aromen von Rauch ordnet man in der Weinbranche alten Reben, wie auch tiefgründigen Terroirs zu. Meist sind diese Duftsymptome beim Cabernet Sauvignon aber auch bei Weinen aus Syrah zu finden.    

Zedernholz: Holz spielt bei einem Wein eine grosse Rolle. Der Rebstock ist aus Holz. Der Wein wird oft in grossen Cuviers aus Holz vergoren. Dann wird der Bordeaux – wie alle grossen Rotweine dieser Welt – in Holzfässern (Barriques) bis zur Flaschenabfüllung gelagert. Grosse Weine duften in der Folge nach noblen Edelhölzern. Nicht selten nach Zedernholz. Vor allem die Weine aus Saint Julien dem Graves-Gebiet. Das Zedernholz findet man auf meinem Installationsbild übrigens als Hintergrund.     

GROSSE WEINE SIND MESSBAR

In den letzten 30 Jahren sind Bewertungen und Beschriebe von Weinjournalisten im Markt immer einflussreicher geworden.
Also kann man – im Prinzip – kleinere Weine von grossen Gewächsen optisch durch Punktedifferenzen unterscheiden.

Doch es gibt auch noch eine andere Methode.

Bei Messungen verschiedener Weine im Massenspektrometer wurden festgestellt, dass einfachere Weine über wesentlich weniger Moleküle verfügen, als hoch klassierte Weine.

IMMER TEURERE LEGENDE

1989 Château Haut-Brion: Sattes, dunkles Weinrot, wenig gereift (kürzlich hatte ich andere Flaschen welche reifer wirkten). Ein Wahnsinns-Aromen-Reigen schon im ersten Nasenansatz. Pflaumen, dunkle Rosinen, Pflaumenkompott, Cigarren, Eucalyptus, Melissentouch, Kamille. Einerseits wirkt er nasal noch jung, andererseits hat man das Gefühl, dass er schon mehr als nur Alles in der Nase zeigt. Das Bouquet ist gigantisch über die ganze Zeit, wirkt pfeffrig, würzig, malzig und extrem tiefgründig. Im Gaumen saftig, minim und laktisch. Da liegt alles immer noch im extrem schwarzbeerigen Bereich. Zeigt noch viel Gerbstoffe, diese verlangend und fein gleichzeitig. Daraus resultiert einer fast schizophrene Tannin-Situation. Druckvoller, katapultartiger Nachhall. Was heiss da Nachhall? Er ist wie eine TGV-Aromen-Lokomotive unterwegs. Dies war eine perfekte und somit auch dramatische Flasche! Fünzig Jahre Genussgarantie! Die Marktpreise? Knapp unter 2000 Franken. Tendenz leider immer noch steigend. 20/20 trinken

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HÄNDE WEG VON TEUREN BORDEAUX WEISSWEINEN

Bei einer Raritätenprobe standen kürzlich die teuersten Weissweine vom Bordelais, namentlich aus der Region Pessac-Léognan, auf dem Trapez. So zwischen 600 bis 1200 Franken das 75cl-Flacon. Und es kam wie es kommen musste, denn – irgendwie hatte ich den zu erwartenden, eher bescheidenen Genuss schon vorsehbar im Hinterkopf gespeichert. In der Runde setzte Ernüchterung ein. Was im Glas so wunderbar Weiss, gelblich und Grün strahlte, war nasal eher fruchtlos und im Gaumen spannungslos.

Was erwartet man von einem teuren Weisswein? Dass er allenfalls lagerfähig ist und dabei möglicherweise an Aromen zulegt und in der Folge seine Mineralität zeigt. Genau das letztere ist das Problem. Und – dass wissen auch jene Weinfreaks, welche schlecht rechnen können. Eine mangelnde Mineralität kann man leider nicht mit einem hohen Preisniveau ausgleichen. Die teuersten Weissweine vom Bordelais sind aktuell der La Mission und Haut-Brion. Sämtliche Preise der neueren Editionen liegen da über 500 Franken. In den letzten 20 Jahren haben sich deren Preise vervielfacht. Auf meine Frage hin, warum das so sei, meinte der Direktor: «Wir haben so wenig davon».

Verkaufbar sind diese – trotz hohem Preis sowieso. Denn, wer als Négociant die Rotweine dieser Dillon-Besitztümer erwerben will, muss auch «etwas» Weissen kaufen. Die Roten verkaufen sich dann relativ easy. Aber der Markt reagiert immer zäher auf die beiden exklusiven «Blancs». Wie sagte der bekannte Weinkritiker Hugh Johnson unter anderem einst: «Weinkenner sind intelligent!»
Anders die Begründung einer anderen Château-Besitzerin als sich der Preis des Weissen von einem Jahr auf das andere verdoppelte: «Les blancs suivent les rouges». So eine dumme Formel, welche leider seit Jahrzehnt praktiziert wird. Wenn die Roten aufschlagen, dann werden die Weissen auch teurer. Dabei sind gerade die eher schwierigen Rotweinjahre in der Regel ganz hervorragende Weissweinjahrgänge.

Bisher hatte ich dieses leidige Thema etwas unter den Teppich gekehrt. Aber als öffentlich schreibender Weinliebhaber gilt ja auch die Informationspflicht. Was ich zu diesem Thema «intern» praktizierte? Seit Jahren reduzierte ich meinen damalig hoffnungsvollen Bordeaux-Weissweinbestand. Ein paar Kisten gingen auf die Auktion. Mit Events konnte ich das Inventar wunderschön redimensionieren. Gut – nicht alles ist schlecht. Aber leider waren sehr viele Weine als Primeur vielversprechend und später lasch, manchmal sogar schon nach wenigen Jahren komplett oxydiert. UTA!!! Untypischer Alterston. Beschwichtigenderweise melde ich hier, dass es schon ein paar löbliche Ausnahmen gibt (Vor allem Domaine de Chevalier). Aber leider sind solche Exzeptionen – nach ein paar Jahren Flaschenreife – extrem rar.

Andere, europäische Weinregionen sind zwar in den letzten zwar auch mit deren Spitzenweinen teurer geworden. Andererseits haben diese auch eine entsprechende Qualitätsperformance hingelegt. Also geht dort die Genussrechnung wesentlich besser auf.
Heisst aber nicht, dass ich auf gar keinen Fall mehr weisse Bordeaux trinken werde. Die paar Flaschen, welche ich noch im Keller habe, sind löbliche gut selektionierte Ausnahmen. Wenn ich einen bekannten weissen Bordeaux trinke, dann tendenziell innerhalb der ersten drei bis fünf Jahren. Was hier allerdings noch anzumerken ist; Ganz viele, meist unbekannte Winzer im Bordelais machen tolle Weissweine. Meist kommen die aus dem Entre-deux-Mers. Die kosten zwar oft nur 10 Franken – sind dafür aber fruchtig, zuverlässig und bereiten enorm Spass.

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ABNEHMEN MIT ROTWEIN

Ein Glas ist so effektiv wie eine Stunde Sport (laut Studie), aus einem Artikel von Anna-Lena Koopmann ...
ANNA-LENA KOOPMANN

Alkohol hat viele Kalorien und hemmt die Fettverbrennung, soviel ist bekannt. Doch ein Gläschen Rotwein in Ehren muss zukünftig niemand mehr verwehren… Denn neben seinen vielen positiven Eigenschaften, wie zum Beispiel den Blutzuckerspiegel zu senken, haben Forscher nun noch einen weiteren genialen Effekt festgestellt: Ein Glas Rotwein kann eine Stunde im Fitnessstudio ersetzen!
Darum hilft Rotwein beim Abnehmen.

Es klingt zu verlockend, doch Rotwein kann aus wissenschaftlicher Sicht tatsächlich ein Ersatz für körperliche Betätigung sein. Kanadische Forscher der University of Alberta haben in dem roten, gegärten Traubensaft sogenannte Resveratrol-Verbindungen nachgewiesen. Diese Substanz aktiviert nicht nur einen Schutzmechanismus in den Zellen, sie stärkt und verbessert zudem auch die körperliche Verfassung, die Funktionen des Herzens und die Muskelstärke – auf genau die gleiche Art und Weise, wie Sport es tut. Ein Glas Rotwein entspricht hier laut Wissenschaftlern einer Stunde Fitness. Dieses Wissen begeistert natürlich jeden Weinliebhaber, sei aber besonders für die Menschen wichtig, die sich aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen nicht körperlich bewegen können.

Abnehmen mit Rotwein? Resveratrol macht schlank!

Auch eine Studie der Washington State University hat erwiesen, dass das Resveratrol im Rotwein beim Abnehmen hilft. Es wandelt das vorhandene Fettgewebe im Körper offenbar so um, dass es danach leichter abgebaut werden kann. Außerdem soll ein Glas Rotwein am Abend jede Form von Heißhungerattacken verhindern. Na dann zum Wohl und auf die Gesundheit!


P.S. Auf dem Bild ist übrigens die Gabriel-Glas-Karaffe «Decanter Alpha» zu sehen!

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GMS-DEFILEE DER SONDERKLASSE
 
GMS? Dafür gibt es viele Definitionen und so geizt denn das Netz nicht mit möglichen Erklärungen …

GMS gibt es in Wettingen. Als Gesellschaft für militärische Studienreisen.
GMS heisst eine Bauprojektfirma am Zürcher Flughafen.
GMS steht für Gesellschaft für Musikautomaten in Seewen.  
GMS gibt es als Gesellschaft der Minderheiten in der ganzen Schweiz.  
GMS führt auf den Hersteller von englischen Rennmotorrädern zurück: Geoff Monty Special
GMS ist ein Paket von Anwendungen für Android: Google Mobile Services.
GMS verwendet man für ein binäres Dateiformat; Gesture and Motion Signal.
GMS ein Winkelmass beruht auf den Elementen: Grad Minuten Sekunden.
GMS nennt sich eine Musikgruppe aus Barcelona: Growling Mad Scientists.
GMS steht als englischen Begriff für Riesenmärkte: General Merchandise Store.
GMS ist auch ein Werk von Immanuel Kant. Die Grundlegung der Sitten.
GMS ist ausserdem die Abkürzung für Grossmotorgüterschiff auf Binnengewässern.  
GMS ein russisches Museumsreservat Gossudarstwenny Musei Sapowednik.
GMS heisst in unserem Fall aber: Gerhard Müller-Schwefe (Bild oben). Dahinter verbirgt sich ein besonders liebenswürdiger Weinkenner, dem es eine riesengrosse Freude bereitete, seine besten Flaschen aus seinem beachtlichen Keller mit seinen besten Freunden zu teilen.

Anlässlich seines 70igsten Geburtstages hat er seine Weinfreunde eingeladen und mit ihnen zwei Tage lang auf der Burg Staufeneck (Salach / D) tolle, wirklich tolle Weine aus seinem unerschöpflichen Keller zelebriert. Nachfolgend ein paar Auszüge davon. Der ganze Bericht, wie immer auf www.bxtotal.com


MONTRACHET-BILD FÜR GÖTTER

Bevor wir diese Flaschen bestaunen und fotografieren durften, wurden wir beim Verkosten im Dunkeln gelassen. Will heissen, diese raren und extrem teuren Montrachets der Domaine de la Romanée-Conti wurden uns blind serviert. Ich hielt meine Nase ins Glas Nummer eins und schrieb auf meinen Zettel spontan: «DRC». Damit lag ich zwar richtig. Doch bei den anderen vier Weinen verliess mich der Entdeckungsmut und ich war in der Folge hin und her gerissen. Die Jahrgänge unterschieden sich a.) gewaltig voneinander und b.) entwickelten sich unglaublich an der Luft. Der Perfekteste war für mich der Jahrgang 2007 (20/20). Gefolgt von 1987 und 1991 (19/20). Dem 2001er fehlte es ein bisschen an Spannung (17/20). Ganz spannend war der 2002er. Der begann bescheiden und blühte dann so richtig auf. Am Ende lag auch er bei 19/20. In allen fünf Flaschen waren Aromen wie Butter, Butterblumen, Kamille, Mirabellen und Honig vorzufinden. Werten ist schwierig, möglicherweise auch nicht fair. Das Privileg solche mondial schwer auffindbare, allesamt gereifte Raritäten im Glas vor sich zu haben ist unbeschreiblich.

Dazu servierte die Staufeneck-Crew eine Komposition mit dem Namen «Jakobsmuschel trifft Kaviar». Vor lauter Montrachet-Benommenheit vergass ich ein Foto von diesem Gericht zu machen.
     
Als ich beim Schreiben diese Montrachet-Parade noch einmal in meinem Kopf Revue passieren liess, erinnerte ich mich an einen Passus aus einem bekannten Lied von Katja Ebstein: «Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen können sie geschehn. Wunder gibt es immer wieder, wenn sie dir begegnen, musst du sie auch sehn».

ANDRÉS ERSTER ROMANÉE-CONTI

Für www.bxtotal.com schreibt André Kunz eifrig seine Notizen nieder. Mehr als 100‘000 Weine sind schon über seine verwöhnte, aber auch tolerante Zunge geflossen. Ein einziger Wein aus der grossen Welt hat ihm noch in seinem Genussrepertoire gefehlt: DRC-Romanée-Conti. GMS füllte diese Lücke …






2001 Romanée-Conti, Domaine de la Romanée-Conti: Aufhellendes, fein rostig gefärbtes Rubin. Die Nase zart und fein, vielschichtig mit intensiven Rebholznoten, Pflaumenhaut, Kräutern, Zedern, hellem Tabak und Nelkenköpfen. Das nasale Wunder: Er wurde mit Luftzutritt immer fruchtiger und legte rote Beeren in jeglicher Form frei. Im Gaumen saftig, balanciert, tänzerisch, mit einer atemberaubenden Grandezza ausgestattet. Dies war der sinnlichste, erotischste Wein. Einer der Ehrfurcht zollt und untertänigste Demut abverlangt. 19/20 trinken
WAS IST HIER FALSCH?

Zwei Bündner Winzer machten mit ihren Chardonnays den Auftakt. Auf dem Bild oben hat sich ein optischer Fehler eingeschlichen. Peter Wegelin (links) hält den Unique von Donatsch in der Hand. Thomas Donatsch (rechts) hält die Magnum Chardonnay von Wegelin in die Kamera.

PASST FISCH ZU ROTWEIN?

Als toleranter Weintrinker könnte man jetzt sagen «Jein». Oder: «Erlaubt ist, was gefällt».
Und weil es keine Regel ohne Ausnahme gibt, kann man diese Frage in den Gerichten von Rolf Straubinger vorbehaltslos mit Ja beantworten. Also schafft dieser, mit Auszeichnungen hoch dekorierte Küchenstar immer wieder den Quantensprung. Auf dem Bild schaffte der Steinbutt mit Spitzkraut, Kümmelbutter und Kartoffelcroutons die schwierige Gourmet-Wein-Brücke. Das Geheimnis: Fisch- und Weinsymbiose lag wohl am unterlegten Kalbsjus …

1947 Château La Mission Haut-Brion: Farblich kann man ihn als Schwarz-Braun bezeichnen. Während sich der Rand orange aufhellt, bleibt er im Innern schier undurchdringlich. Ich erwartete einen portigen 1947er, bevor ich ihn zur Nase führte. Doch diese Flasche war ein wahres Wunder und eigentlich das Gegenteil, was man diesem heissen Jahrgang alles so andichtet. Viel Malz, unglaubliche Süsse, Dörrfeigen, dunkle Rosinen, fein jodig mit viel Kräuternoten. Im zweiten Ansatz dann Cerealien, insbesondere gerösteter Sesam. Im Gaumen füllig, schmeidig, komplex und sensationell balanciert. Das war die beste Flasche 1947er Mission meines Lebens und die hat mich vor Emotionen schier umgehauen. 20/20 trinken

Draussen war zufällig grad Vollmond. Dies hat mich spontan inspiriert mit dem gewaltigen 1947er La Mission etwas Fotokunst zu inszenieren. Also hielt ich das Gabriel-Gold-Glas gegen den kristalligen Saal-Leuchter. 

1929 Château Haut-Brion: Braun mit Bernsteinschimmer am Rand. Das Bouquet beginnt mit einem Eindruck, welcher an Kräuterlikör erinnert, dies vermischt sich mit erdiger Süsse und verleiht diesem Wein so eine intensive Terroirexpression. Im Gaumen gibt er sich fleischig, im Fluss sandig, zeigt dabei auch noch eine gewisse Adstringenz. So dokumentiert er deutlich den gigantischen Jahrhundertjahrgang 1929 auf eine tragisch grosse Weise. Ein unvergessliches Erlebnis ohne Ablaufdatum. 20/20 trinken

P.S. Das war die Flasche links im Bild.
KLEINES LATOUR-PROTOKOLL

Die 1959er Magnum war gigantisch, frisch und erhaben (20/20). Leider mussten wir die Magnum 1964 für tot erklären. Ziemlich gross und klassisch zeigte sich der Jahrgang 1970, ebenfalls in der Magnum (19/20). Gigantisch, delikat und berauschend der 1982er (20/20).    Und, weil direkt mit dem 1982er vergleichbar, fehlte dem wunderschönen 1983er ein «Mü» für die volle Bewertung. Deshalb: 19/20.



Danke Gerhard!

Es war grossartig und unvergesslich!









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«Früher war die Zukunft besser!»

Karl Valentin








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FINALES MOUTON-ROTHSCHILD-FINALE
 
Es ist hoffentlich nicht so, dass ich nie mehr eine Flasche Mouton-Rothschild anrühren werde. Aber mit den traditionellen, 13 Jahre lang durchgeführten Mouton-Abenden, im Luzerner Old Swiss House, ist jetzt Schluss. Gefeiert haben wir dieses finale Finish mit grossen Mouton-Jahrgängen und einer spannenden 1995er-Pauillac-Blindprobe.

So ganz grundlos ist dieser Entscheid des Aufhörens nicht gefallen. Einerseits versuche ich, angesichts meiner sich androhenden Pensionierung, meine Engagements etwas zu reduzieren. Es gäbe da auch noch das Motto: «Aufhören, wenn es am Schönsten ist.» Doch auch das ist nicht der elementarste Grund, dass diese erfolgreiche Serie nun ein Ende fand.
Wie jeder Weinfreund welcher sich mit Bordeaux anfrisst, hatte auch ich mein sauer verdientes Geld in grösseren Käufen von etwas teureren Bordeaux-Flaschen angelegt. Die schönsten und präsentierbarsten Flaschen dieser Region? Mouton-Rothschild. Die jährlich wechselnden Künstleretiketten eignen sich hervorragend zu Ausstellungszwecken im Keller. Damit schafft man sich bei einer Gästevisite Ehrfurcht und Anerkennung. Zudem erhofft man sich im Hinterkopf auch eine schöne Wert-Performance.

Und genau da lag der Hase im Pfeffer. Denn – viele Freaks tranken diese Moutons gar nie. Sie wurden nur angeschaut. Dann merkten immer mehr Sammler, dass viele Jahrgänge sich nicht besonders gut im Glas machten. Denn – wie viele andere Bordeaux Güter machte auch der Wein von Baron qualitativ nicht immer eine besonders gute Falle.

Die Folge? Die Auktionsmärkte wurden regelrecht überschwemmt von Mouton-Rothschild. Unglaublich viele Weinkenner trennten sich massenweise von diesen langjährig gepflegten Schätzen. Noch vor Jahren waren die Auktionskataloge voll von Mouton-Rothschild. Was dazu führte, dass die Preise für die Verkäufer wenig attraktiv waren.

Nachfolgend ein paar Geschichten von diesem Abend: Der Bericht, wie immer auf www.bxtotal.com

Um 16.30 begannen wir zu Entkapseln, zu Entkorken und zu Dekantieren. Mit «wir» meine ich den Hausherrn Philippe Buholzer und meine Wenigkeit. Nach getaner Arbeit schritten wir zum Voraperitif und genossen ein Bier hinter dem Tresen im Restaurant.
120 JAHRE ALTER MOUTON

Es war eigentlich mehr ein Gag, denn die Flasche wies einen beträchtlichen Schwund auf. Füllniveau; untere Schulter. So gesehen, kann man dieses unerwartete Erlebnis als Wunder deklarieren. Im Markt wird aktuell eine einzige Flasche angeboten. Preis ca. CHF 9'500. (Royal Wine Merchants, New York).










1900 Château Mouton-Rothschild: Mitteldunkles, deutlich gereiftes Weinrot, innen noch minimste rote Reflexe zeigend, aussen doch deutlich bräunlich. Unglaublich, süsses Bouquet, es duftet nach Nusspralinen, nach Sandelholz und nach altem grossem Rioja. Irgendwo findet man gar noch Maulbeerennuancen und zartes Caramel, fein kräutrig, parfümiert, absolut delikat, ja parfümiert in der Nase. Bereits nasal ein 120jähriges Weinwunder. Im Gaumen fein, zart, noch intakt und schier cremig in der hoch feinen Textur, Leder und dominikanischer Tabak im erhabenen, traumhaft süssen Finale. Das war eine legendäre, sagenhafte, unvergessliche Flasche. 20/20 austrinken

TRAUERUMZUG

Den Rothschild-Familien gelang es stets, die Reichtümer zu vermehren. Doch auch deren Mitgliedern wurden verständlicherweise nicht vom Ableben verschont.

Ein Mann stand weinend auf dem Gehsteig, als ein langer Trauerzug an ihm vorbeizog.
Ein Passant fragte den schluchzenden Mann, wer da gestorben sei: «Ein Rothschild», antwortete der Mann, über dessen Gesicht die Tränen kullerten. Der Passant bohrte weiter und fragte: «Waren Sie denn mit ihm verwandt, dass Sie so traurig sind?». Mit dem Taschentuch trocknete der Mann seine Tränen und antwortete enttäuscht: «Eben nicht!».

BLINDPROBE: PAUILLAC-PREMIERS

Ein Bisschen Spass muss auch sein. Wer misst sich nicht schon gerne als Weinkenner? So schenkten wir die drei Pauillac-Premiers, welche in der vierten Serie gegeneinander antreten mussten, verdeckt ein. Philippe wählte die Reihenfolge. Also lag auch der Gabriel im Dunklen. Was ich in solchen Fällen mache, immer sorgfältig Degustieren und möglichst wenig raten. Es nützt mir nichts, wenn ich die Reihenfolge rausfinde, aber nicht weiss wie die Weine letztendlich wirklich schmeckten.

SECHS LITER TISCHWEIN

Und dies aus einer einzigen Flasche. Imperiale heissen diese grossen Dinger und darin haben acht normale Flaschen Wein Platz.

Am Weihnachtsabend waren wir spontan bei Freunden eingeladen. Ich nahm eine Doppelmagnum 2004 Cos d’Estournel als Mitbringsel mit. Und dieser schmeckte so gut, dass ich mich spontan entschloss, als Tischwein für den Mouton-Anlass eine Imperiale zu entkorken. War offensichtlich ein sehr guter Entscheid. Denn die Grossflasche reichte nur ganz knapp bis zum Schluss.

2004 Château Cos d'Estournel, Saint Estèphe: Imperialflasche. Extrem dunkle Farbe, viel schwarz und wenig Rot. Die Nase dunkelröstig, viel Mocca, Pumpernickelbrot, Lakritze und schwarze Beeren. Im zweiten Ansatz zeigt sich ein feiner Rauchton welcher die Tiefe anzeigt. Im Gaumen ist er mit seinen wunderschönen Tanninen erstaunlich fein unterwegs. Viel Aromatik bei mittlerem Körper. Genau so sind die meist unterschätzen, besten Weine vom Jahrgang 2004. Aber Vorsicht; die Weine schmecken ganz deutlich nach Bordeaux!!! 18/20 trinken










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«Was zuerst bei einer Abmagerungskur abnimmt, ist die gute Laune»

Liebe Weinfreundinnen, liebe Weinfreunde

Der Spruch ist gut. Aber leider ist er nicht von mir, sondern von Gerd Fröbe. Gewicht verlieren ist so einer der vielen guten Vorsätze zum Neuen Jahr. Nach dem Motto «verschiebe nie auf Morgen, was Du in den kommenden Wochen kannst besorgen» habe ich mir diesen Vorsatz schon im November zur Brust genommen. Zugegeben, nicht ganz freiwillig. Beim Arzt durfte ich bei einer Routinekonsultation unter anderem auch auf die Waage stehen. Mit gutem Gefühl. Denn – bei mir ist jedes Gramm nicht nur Quantität, sondern auch Qualität. Mit ganz viel Liebe über Jahre genüsslich einverleibt oder aussen sorgfältig angereichert.
Der beratende Medizinmann sah dies aber ein bisschen anders und riet mir dringend, meine Bruttoregistertonnen besser in den Griff zu kriegen. Und flugs wollte er mich auch grad noch zu einer Ernährungsberaterin schicken. Da sagte ich ihm ganz spontan, dass ich so was nicht brauche, weil ich schliesslich Koch sei. Höflich verabschiedete ich mich von ihm und als ich schon fast draussen war, rief er mir noch nach: «Wir sehen uns wieder, in einem Monat!». Aha – Vertrauen ist gut, aber Kontrolle noch besser!
In der Folge stellte ich meine Ess- und Trinkgewohnheiten um. Es fanden – oh Wunder! – plötzlich weinlose Tage statt. Manchmal liess ich einfach eine Mahlzeit aus. Verzichtete gänzlich auf Pasta und Brot. Reduzierte gewisse Rationen. Ass Früchte zur Kompensation. Und – es funktionierte. Bisher habe ich 10 Kilogramm Körpergewicht verloren. Wo genau die hin sind weiss ich nicht. Aber sie sind definitiv weg. Keine Radikalkur und auch keine Tortur. Uhu wäre schön! Doch dazu müsste ich nochmals 11 % Reduktion erzwingen. Uhu? Unter hundert. Mal schauen, was mir das Jahr 2020 so gewichtsmässig bringt …
 
Von ein paar Freunden und Bekannten musste ich mich leider im 2019 verabschieden. Am meisten schmerzte der plötzliche Tod von Patrick Bopp. Er war nicht nur einer der besten Weinfreunde, sondern mein ganz persönlicher Sommelier von vielen Raritätenproben und «Entkorker» und «Dekantierer» unzähliger raren und tollen Flaschen. Was wir beide auf den langen Fahrten zu den Degustationen und während der vielen Events erlebten ist unbeschreiblich und unvergesslich.
Geschäftsmässig war 2019 ein gigantisches Jahr. Das Gabriel-Glas hat Hochkonjunktur. Rekordumsätze im Hauptgeschäft in Hallein (A) wie auch in der Schweiz. Weltweit haben wir den Umsatz in den letzten drei Jahren verdoppelt und sind jetzt in 34 Ländern vertreten. Letztes Jahr habe ich unter anderem Präsentationen in Tokio, Melbourne, China und Napa Valley gemacht. Den tollen Erfolg habe ich aber den Teams in Austria und der Schweiz zu verdanken. Zum 10jährigen Jubiläum kommen in diesem Frühjahr ein paar, spannende neue Ergänzungsprodukte auf den Markt.

Die Weinbörse hat mit zwei gigantischen Auktionen ebenfalls das beste Jahr hinter sich. Hier sind wir jetzt an den Vorbereitungen der grossen Frühlingsauktion (WB 102) in Bad Ragaz. Carlo Haueter nimmt gerne Eure Listen und Offerten entgegen: wb@weinauktion.ch. Wir organisieren auch Importe- und Transporte aus dem Ausland.  

Als One-Man-Show dirigiere ich die Weingabriel GmbH. Geführte Reisen mache ich nur noch nach Bordeaux. Und diese sind leider – auf weite Sicht – ausgebucht. Hier habe ich ein paar ganz tolle Events für 2020 und 2021 ganz neu aufgeschaltet. Für 28 Franken gibt es ein Kuttelessen in Goldau. Sobald halt grosse Weine im Spiel sind, kostet es logischerweise «etwas» mehr. Nebst den klassischen Wine & Dine versuche ich da auch neue Wege zu gehen. Dies in Form von einem «Doppelmagnum-Gourmet-Rodeo» oder einem «Big-Bottle-Jazz-Gig». Die Seite dazu www.weingabriel.ch. Solange die Weinfreunde an meinen Tastings Spass haben, mache ich noch weiter. Tolle Weine hat es nämlich (noch) genügend im alarmgesicherten Keller.  
    
Die Nichtselbstverständlichkeit soll in diesem neuen Jahr uns das Bewusstsein stets fördern. Euch allen wünsche ich einen ganz guten Start, gute Freunde, viel Erfolg und schöne Erlebnisse …  

René / René Gabriel

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Bei meinen Genüssen halte ich mich immer an einen Slogan von Oscar Wilde: : «Ich bin ein einfacher Mensch. Ich habe mich stets mit dem Besten zufriedengegeben!»





DAS NESPRESSO WUNDER

Am 3. Januar dieses Jahres postete ich ein Foto mit ein paar Nespresso-Kapseln und schrieb dazu: «Vorsatz 2020 – nie wieder im Leben». Die Reaktionen kamen postwendend. Mehr als hundert Likes und 87 Kommentare. Die Antworten waren fair, aufmunternd, kritisch, konstruktiv, nie unter der Gürtelline. Das ist für Facebook schon fast eine Rarität. Die «Kapseltrinker» hielten sich in der Regel eher bedeckt. Eine Bekannte fragte nach dem «Warum» meines Vorsatzes. Ein guter Freund provozierte mit dem Spruch: «Vorsatz Nr. 2: Keine eigene Facebook Posts rechtfertigen ...». Es ist eine verkehrte Welt geworden. Früher musste man sich rechtfertigen warum man etwas macht oder etwas gemacht hatte. Und heute muss man sogar das Gegenteil erklären!

WIE VIEL GRAMM KAFFEE?

Auf dem Foto sieht man mich mit meinem Morgenkaffee. Es ist eine Bodum-Glas-Tasse. Darin bleibt jedes Heissgetränk über längere Zeit heiss. Mein persönlicher Zehnuhr-Blend besteht aus einer Ration Kaffee und einer Ration Espresso. Es ist frisch gemahlener Kaffee aus der Jura Impressa. Insgesamt ca. 160 ml. Kaffee. Ohne Zucker. Mit einem Schuss Milch. Das Ausgangsmaterial; Eldorado-Mischung von der Luzerner Kaffeerösterei Rast. 100 % Arabica-Hochlandanbau. Die dafür benötigte Menge: zwei Portionen à 11 Gramm. Also 22 Gramm total.

Wir hatten im Wirtefachkurs gelernt, dass es für einen sehr guten Kaffee mindestens 10 Gramm Bohnen braucht. Welche Menge es letztendlich ideal ist, darüber scheiden sich die Kaffeegeister. Der Maschinenhersteller Jura empfiehlt mindestens 8 Gramm und rechnet vor, dass es sich dabei um rund 70 einzelne Bohnen handelt. Coffecircle.ch geht da etwas weiter und meint, dass ein guter Kaffee gut 12 Gramm benötigen würde.

MANN RECHNE!

Kommen wir mal zu den Kosten: Für ein Kilo Kaffee bezahle ich 16 Franken. Meine 22 Gramm für den Morgenkaffee kosten mich also 35 Rappen. Eine Nespressokapsel würde mich heute im Schnitt etwa 55 Rappen kosten. Doch jetzt kommt das Nespresso-Wunder erst so richtig zum Tragen. Nicht nur vom Preis her, sondern auch von der Quantität. Will ich nämlich mit der gleichen Menge (22 Gramm Kaffee) arbeiten, so bräuchte – je nach Typus – etwa vier Nespresso-Kapseln! Was man nämlich vergeblich im Internet-Shop sucht, sind die Mengenangaben in den Kapseln. Die Füllmengen schwanken im äusserst knappen Bereich von 4,8 bis 6 Gramm. Also verspricht Nespresso mit der Hälfte der allgemein empfohlenen Menge eine optimale Kaffeequalität abliefern zu können. Rechnet man jetzt den Kilopreis um, nimmt dabei eine durchschnittliche Nespresso-Kaffee-Kapselmenge von 5.4 Gramm und einen durchschnittlichen Kapselpreis von 55 Rappen, so landen wir bei über 100 Franken für meinen absolut vergleichbaren Sechzehn-Franken-Kilo-Kaffee.

UMWELTBILANZ?
 

«Aluminiumkapseln sind recyclebar und somit nachhaltig». Dies will mit ein weiterer Facebook-Poster weissmachen. Heute stehen 100'000 Sammelstellen in 44 Ländern für gebrauchte Nespresso Kapseln zu Verfügung. Es gibt auch in 18 Ländern einen Service mit der Adresse recycling@home. Das ist sehr vorbildlich von Nestlé. Meine erste Frage ist, wie konsequent dann die Anwender auch effektiv Reziklieren? Es ist leider zu vermuten, dass nicht wenige, gebrauchte Kapseln im normalen Abfall landen. Und da stelle ich mir dann schon die Greta-Frage: «Wie ist denn die generelle Umweltbilanz im Verhältnis zum ganz normalen Kaffeesatz, welchen ich allenfalls, zur sinnvollen Weiterverwendung, auf dem Kompost entsorgen könnte?»    
   
Mittlerweile habe ich fast alle Kapseln selbst durchgetestet. Die Farben sind aussen zwar sehr variabel – innen sind die geschmacklichen Differenzen marginal. (Vanille, Cocos und Haselnuss-Varianten ausgeschlossen). Der proklamierte «Lungo» für die grössere Menge (Kaffee Crème) funktioniert praktisch nie. Der Kaffee wird bitter, verliert an Aromen, wird wässrig und es fehlt an Fülle. An dieser Stelle gebe ich aber gerne zu, dass sehr viele Nespresso-Kapseln immerhin einen recht guten Espresso abliefern.   
     
FEDERER ODER CLOONEY?

Der Schweizer Tennisspieler wirbt indirekt für frisch gemahlenen Bohnenkaffee, indem er sich für den Kaffeemaschinenhersteller Jura posieren lässt. George Clooney war bis in die 90er-Jahre der Marketing-Verdingbube bei Nestlé. Er warf jeweils die Frage in den Raum: «What else?»

Wer meinen kleinen Kaffeebericht aufmerksam gelesen hat, wird nachvollziehen können, dass es viele, attraktivere Alternativen zu Nespresso gibt.

Auf einer Pressekonferenz wurde George Clooney einst gefragt, warum er keine Tattoos auf seiner Körperhaut trage. Seine Antwort war genial: «Einen Ferrari tapeziert man ja schliesslich auch nicht mit Aufklebern!»    
 
Da ich nach dem Warum für meinen «Niemehr-Nespresso-Entscheid» gefragt wurde, erlaube ich mir an dieser Stelle ebenfalls ein zusammenfassendes Statement: «Ein wirklich guter Kaffee braucht einiges, aber ganz sicherlich keine Kapsel».
   
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POMEROL RODEO MIT POMEROL SEDUCTION
 
Rodeo stammt vom Wort rodear ab und bedeutet so viel wie umrunden. So gesehen, war dieser besonders weinige Januar-Montagabend im Gasthaus Sempacherhof eine ziemlich «runde Sache».

Pomerol Séduction ist ein Club von zehn verschiedenen Pomerol Weingüter, welche ihre Weine im Rahmen von Verkostungen und Events vorstellen.

Die honorigen Mitglieder dieser Vereinigung:
-    Château Beauregard
-    Château Clinet
-    Clos du Clocher
-    Château La Conseillante
-    Château Nenin
-    Château Gazin
-    Château La Pointe
-    Château Mazeyres
-    Château Rouget
-    Château Vieux Maillet

All diese Weine mit den Jahrgängen von 2005 bis 2015 gab es an diesem Januar-Event im Gasthaus Sempacherhof (Kanton Luzern) zu verkosten und geniessen. Vom Gast Château Beauregard wurden gleich drei Jahrgänge in die Gabriel-Gläser serviert, nämlich 2014, 2000 und 1998.  Aus Bordeaux angereist, einer der Vertreter von Pomerol-Séduction; Vincent Priou. Er ist seit 1991 Direktor vom der 18 Hektar grossen Château Beauregard.  

Die Verkostungsnotizen, das Menu und Geschichten: www.bxtotal.com

BESONDERE IMPERIALFLASCHE
Normalerweise zelebriert der Beauregard-Direktor Vincent Priou Grossformate nur bei Einladungen auf dem Weingut.

Für diesen gelungenen Pomerol-Abend machte er eine löbliche Ausnahme und sponsorte diese rare, sechslitrige 2000er-Imperialflasche.

2000 Château Beauregard: Imperial. Unglaublich sattes Purpur. In der kompakten rot- bis blaubeerigen Frucht findet man einen ersten, würzigen Terroirschimmer. Dies in der Form von Tabak und Hirschleder. Im Gaumen satt, feinfleischig, gut stützende Säure mit gebündeltem Langem Finale. 18/20 trinken 

MEGA-POMEROL-VALUE

2012 Clos du Clocher: Extrem dunkle Farbe, Violett-Schwarz. Das Nasenbild duftet nach dunkler Schokolade und nach Kokos, also könnte man einfach auch Bounty hinschreiben, schön füllig und weit ausladend. Im zweiten Ansatz findet man Red Currant-Pastillen und schwarze Johannisbeeren und wieder viel Schokolade – jetzt in Pralinenform. Im Gaumen füllig, mit weicher, samtener Textur, gebündeltes, reiches und aromatisches Finale. Ein ganz toller Pomerolwert. Da bekommt man mehr Wein, als man aktuell dafür bezahlen muss. Im Moment gibt es da mehrere Schweizer Anbieter um rund 50 Franken. Konklusion: Kaufen!!! 19/20 trinken   

FLEISSIGES HANDGEKRITZEL

Eigentlich wäre es einfacher, gleich mit dem Laptop anzutraben. Dann müsste man sich die Arbeit nur einmal machen. Andererseits bereitet es viel Spass, die Weine beim Schreiben nochmals Revue passieren zu lassen.

SPITZENWEIN DES ABENDS

So muss ganz grosser Pomerol! Bereits bei der Primeurprobe im Jahr 2010 flippte ich völlig aus.

Einen so guten Gazin hatte ich bisher in meinem Leben noch nie degustiert. Gemäss meiner Webseite www.bxtotal.com sind es immerhin 53 Jahrgänge.

Auch bei unserem Pomerol-Séduction-Abend lag er für mich fraglos an der Spitze.



2009 Château Gazin: Gesamtproduktion; 66'500 Flaschen. Assemblage; 90 % Merlot, 7 % Cabernet Sauvignon, 3 % Cabernet Franc. Violett-Schwarz. Verrücktes Bouquet mit unglaublich vielen Facetten. Im ersten Ansatz frisch, minzig und floral gleichzeitig. Im zweiten Ansatz kommt die Fruchtwucht in schwarzbeeriger Form; Holunder, Cassis und Heidelbeeren, ergänzt mit Lakritze. Im Gaumen stoffig und fleischig gleichzeitig, umfassende, noch verlangende Adstringenz dramatisches Finale. 20/20 beginnen

BIER VOR WEIN, IST AUCH SEHR FEIN

Zwei alte Freunde unter sich. Einst arbeiteten sie zusammen in der Direktionsetage von Caves Mövenpick.

Felix Meier ist heute der Direktor der Brauerei Müller. Dieses süffige Bier gibt es auch im Sempacherhof. Prost!



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NA

DANN


PROST!!!

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