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Was im Jahr 2018 alles so weiniges passierte...

CHÂTEAU FIGEAC 1998 (20/20)

Wer Gabriel liest, der weiss, dass ich ein ganz grosser Fan von diesem Wein bin. In letzter Zeit bin ich mit diesem Wein etwas restriktiv umgegangen, weil der Keller-Bestand doch in einem bedrohlichen Ausmass schrumpfte. Und trotzdem habe ich ihn jetzt wieder Mal entkorkt. An einem Mittag mit Freunden im Sempacherhof. Aber auch nur, weil ich am Morgen bei einem Händler für ordentlichen Nachschub gesorgt hatte. Dieser Figeac ist einer der grössten Weine aus Saint-Emilion der letzten 20 Jahre! Und – er macht wieder mal seinem ewigen Kontrahenten Cheval-Blanc riesengrosse Konkurrenz. Momentan scheint er in seiner ersten, richtigen Reife zu sein und liefert unglaublich viel warmen, tiefgründigen Cabernet ab. Vom Cabernet Sauvignon hat er die Frische und die dunklen Beeren. Vom Cabernet Franc den Tabak, das Leder und das buttrig-caramelige Malz. Der Merlot motzt das Ganze noch in seiner Körperform auf und liefert die Geschmeidigkeit und die Fülle. In Saint Emilion sind rund 80 % Merlot angepflanzt. Bei den grössten Weinen aus dieser Region (Ausone, Cheval, Pavie, Angélus und eben auch Figeac) ist der Merlot jeweils in der Minderheit vertreten. Also bestätigt die Ausnahme wieder Mal die Regel.

Aktuell muss man für eine Flasche so um 200 Franken hinlegen. Dafür bekommt man eine noch 20 Jahre andauernde Jahrhundertweingarantie. Der 2015er kostet gleich viel. Der ist dann auch genauso riesengross. Um das gleiche wie beim 1998er Figeac zu erleben, muss man hier aber noch 20 Jahre warten. Also werde ich die nächsten 20 Jahre noch 1998er trinken und dann auf den 2015er wechseln. Wenn ich dann noch da bin…      

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1945 CHÂTEAU CANON (MAGNUM)

Dieses Saint-Emilion-Weingut hat eine bewegte Vergangenheit. Die abgelieferten Weinqualitäten gleichen einer önologischen Achterbahn. Der neue Besitzer (Wertheimer-Gruppe, auch Besitzer von Rauzan-Ségla) versucht seit langem das Steuer herumzureissen. So langsam wird Canon mit den letzten Jahren wieder einem Premier-Grand-Cru gerecht. Es gibt da ein paar alte Canons (1964 & 1964) welche mit 18-Punkten die möglichen Spitzenqualitäten markierten. Leider sind jedoch viele an sich grosse Jahrgänge über Jahrzehnte sehr enttäuschend. Jetzt durfte ich bei einer Magnum 1945 mit dabei am Tisch sein. Der Wein wurde spontan aus dem Keller geholt und war recht kühl. Eigentlich schade. Doch wir hatten viel Zeit und so legte dieser historische Tropfen bei jedem neuen Kontakt kräftig zu. Die Farbe extrem dunkel und mit einer grossartigen Sättigung ausgestattet. Die Nase intensiv kräutrig, ja fast minzig. Von der Frucht her konnte man möglicherweise noch letzte Cassisresten finden, ergänzt durch Schalen von getrockneten Alpenheidelbeeren. Im dritten Anlauf zeigt sich die weitgefächerte Mineralik, ein markanter Erd-Eisenton, Bakelit, salzige Konturen und helle, just geriebene Pfefferkörner. In seiner vollsten Nasenphase kam auch frischer Rosmarin zum Tragen und der Fruchtdruck schien sich schier aufzubäumen. Im Gaumen absolut grossartig. Er hat alles was ein riesengrosser, hoch reifer Bordeaux braucht. Die Adstringenz ist immer noch dokumentarisch, jedoch mit Tanninen aufwartend, welche zum Rest des sehr fleischigen Körpers genial passen. Das Finale ist mit einem enormen Aromendruck ausgestattet, Ein bewegendes Altweinerlebnis, welches – aufgrund meiner bisherigen meist enttäuschenden Begegnungen zu diesem Château – völlig unerwartet war. Das ist der beste Canon – den ich je in meinem Leben trinken durfte. By very far! 20/20.  Danke Paolo!

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BORDEAUX 2015 IM TIEFDRUCK


Und wie ich mich auf diesen Event freute! Bisher konnte ich leider nur ganz wenige Flaschen-Erfahrungen mit diesem grossen Jahrgang sammeln…

Zwar degustierte ich den Bordeaux 2015 vollumfänglich «en Primeur». Also als Fassverkostungen im Frühjahr 2016. Wie immer während fast zwei Wochen. In Form von rund tausend Fassproben. Als Fazit lobte ich dieses «Millesime» als «sehr gross».
Die bestbenotete Ausbeute: 7 Rotweine und 3 Sauternes mit der Traumwertung von 20/20.      
Doch das reicht halt dann nicht ganz für einen Jahrhundertjahrgang wie beispielsweise 2009 oder 2010. Die meisten Qualitätsparallelen erinnerten mich an den Bordeaux 2005.

An einem Bordeaux-Parcours in Luzern degustierte ich ein paar Wochen zuvor den 2015er Cambon-La-Pelouse bei Mövenpick. Kostenpunkt: wenig mehr wie 20 Franken. Spasspotential: riesig. Und ich konstatierte bei meinem allerersten Eindruck von einem fertig gefüllten Wein dieses Jahrganges, dass «diese Bordeaux wohl in deren Fruchtphase schon unglaublich viel Spass bereiten, bei angenehmen, angerundeten Tanninen».

Ein paar Tage vor der nachfolgenden beschriebenen Verkostung, befand ich mich mit einer Gruppe von Freunden im Bordelais. Bei einem Diner auf Château Lagrange fragte ich den Direktor Matthieu Bordes, ob wir nicht   als «Absacker» vor der Fahrt nach Bordeaux noch den 2015er verkosten dürften. Flugs begab er sich in den Keller und entkorkte gleich zwei Flaschen von diesem noch (zu) jungen Saint-Julien. Doch der Spassfaktor war da so riesengross, dass die Bouteillen schnell leergetrunken waren. Also bestätigte sich meine generelle «Frühspass-Theorie» zum Jahrgang 2015.

Es gab ähnliche Vergleichsfälle – wenn auch in leicht veränderter Form – wie beim 2009, 2008, 2005 oder 2001. Letztere reiften, ohne sich massiv zu verschliessen. Und ich denke, dies wird auch beim Bordeaux 2015 so sein.

Auf nach Bern! Genauer nach Belp. Dort erhielt ich schon ein paar Monate zuvor eine Einladung für diesen Juni-Samstagabend. Thema: «Bordeaux 2015». Im Vorfeld war eine Blindprobe geplant. Aufgrund einer nicht ganz so guten Erfahrung, welche ich mit einer Blindprobe von reifen Weinen in Österreich machte, riet ich von diesem Unterfangen ab. Man beschränkt sich bei verdeckten Verkostungen zu sehr darauf welcher Wein es sein könnte. Die wirklich wichtige, persönliche Analyse geht dabei komplett unter. Wichtig ist doch, ob man den Wein noch nachkaufen soll, wann die schönste Genussphase sein wird. Im schlimmsten Fall, ob man den Wein wieder schnell verkaufen soll, weil man enttäuscht ist.

Letzteres war glücklicherweise bei keinem Wein der Fall. Aber für mich blieben dann schon ein paar Fragezeichen und ich überlegte mir die Tage danach, was denn der Grund sein konnte, dass sich fast alle Weine eher introvertiert zeigten. Eigentlich hatte ich ja das pure Gegenteil erwartet. Auf alle Fälle hatte ich da so meine liebe Mühe, die Weine zu verkosten. Der Nasenansatz war defensiv, die Frucht meist verhalten. Im Gaumen stockten die Tannine und zeigten eine verlangende Adstringenz. Ist also der Bordeaux 2015 nicht der erwartende Frühzünder? Soll man diese in Ruhe lassen und auf die mögliche effektive Genussreife in zehn oder noch mehr Jahren warten. Gestaltet sich eine mögliche Jugendsünde durch aktuelles Spontan-Entkorken gar zu einem möglichen Genuss-Reduktions-Verbrechen?

Die Antwort ist nein! Und genau ab diesem Punkt wird meine lange Einleitung so ziemlich erklärungsbedürftig. Was war passiert?

Hier darf ich voraussetzen, dass die Weine zwar zuvor entkorkt wurden. Das macht aber rein gar nichts, weil sich im Flaschenhalt lediglich ein einziger Quadratzentimeter Luft befindet. Dieser bewirkt – gegenüber der restlichen Masse – praktisch keine grosse Veränderung. Im Gegenteil. Wenn, man den Korken einer Flasche rechtzeitig rauszieht, ergibt sich daraus ein «wake-up-call». Der Wein erwacht und stellt ich auf mehr Luft ein und explodiert dann förmlich im Glas. Die Temperatur der Weine war perfekt und lag im Keller so bei rund 16 Grad. Passt.

Als wir eintrafen begann es just zu tröpfeln. Später regnete es mal kurz sehr heftig und man hörte es Donnern aus der Ferne. Also herrschte eine Tiefdrucksituation. Auf der Suche nach der defensiven Haltung der verkosteten Weine, erinnerte ich mich ein paar Tage später an Christian Moueix. Er besitzt in Pomerol mehrere bekannte Weingüter und auch ein gleichnamiges Handelshaus in Libourne. Auf die doch zu dominanten Tannine der Fassmuster angesprochen berichtete er mir einmal, dass die gleichen Weine gestern viel offener gewesen seien. Heute sei eine Tiefdrucksituation und dies würde die Gerbstoffe komprimieren und härter erscheinen lassen. Zudem würden die Weine in dieser Phase auch merklich mit deren Aromen geizen. Das wars! Endlich hatte ich eine Erklärung, weshalb ich das Verkosten dieser Weine nicht als Spass, sondern als veritable Arbeit taxierte.

Der beste Wein des Abends: Château Figeac. Die grösste Überraschung: Cantemerle (um CHF 30 im Markt!!!)      Bericht 

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2015 Figeac, Saint-Emilion: Tiefes Purpur, satt in der Mitte, Granatschimmer am Rand. Subtiles Bouquet, wirkt in sich gekehrt und braucht etwas Luft. Geniale schwarze Beeren, Lakritze, Caramel, Lakritze, dunkle Ledernoten. Erst nach etwa 10 Minuten fängt er an zu kommunizieren. Im Gaumen zeigt er dann seine volle Grösse; erschlagend, mundfüllend, fleischig mit sattem Extrakt. Nach und nach gibt er beim Schlürfen seine Aromen frei. Dabei weist er noch eine verlangende Adstringenz auf und zeigt seine Muskeln. Ein Wein mit einem Potential für  viele Jahrzehnte. Eine geballte Ladung aus einem attraktiven, zukunftsorientierten Blend aus 43 % (!) Cabernet Sauvignon, 29 % Merlot und 28 % Cabernet Franc. 20/20 2026 – 2060

P.S. Sein Preis hat sich seit dem Primeurverkauf mehr als verdoppelt!!!

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PÉBY 2009 – AUF FAUGÈRES IM 2018

Er war exakt das Gegenteil von allen Weinen, welche wir auf unserer viertätigen Bordeauxreise degustieren, respektive geniessen durften. Oder halt auch der einsame Überflieger. Mann weiss ja, dass die Bordeaux 2009 sämtliche Rahmen sprengen. Dieser Péby bewegt sich nicht nur am Limit. Er bildet das Limit. Die Grenze, wo Wein aus Bordeaux eine Patenschaft mit anderen Weltklasse-Bulldozern eingeht. Am Ende des Weines in die Drogenabteilung wechselnd. Und genau hier setzt seine Faszination an. Ich weiss noch genau, als ich diesem Wein schier ratlos bei der Primeurverkostung im Jahr 2010 gegenübersass. Die erschlagende Summe an Aromen welche richtiggehend im Glas gefangen waren. Die maximierende Süsse eines schieren Saint-Emilion-Amarones. Dann dieser überdimensionierte Gaumenfluss! Gaumenfluss? Man musste förmlich Speichel im Mund bilden, damit sich dieses Merlot-Ungetüm überhaupt in irgendeine Richtung bewegte. Ich schlussfolgerte: «Die Juroren der Klassiker werden ihn verdammen – die Modernisten hoch loben». Mit der Bewertung von nur 18/20 strafte ich ihn damals tüchtig ab. Bei jedem neuen Kontakt stufte ich ihn vom Text und von den Punkten her ein Bisschen auf. Jetzt sassen 17 Personen am Tisch und schlürften an dieser sagenhaften Magnum vom Péby 2009. Der Gastgeber war der Péby-Besitzer Silvio Denz höchst persönlich. Und ich lernte, dass sich solch sympathische Monster mit der Alterung verschlanken. Im Gegensatz zu mir. Er schlendert in Richtung Legende und ich muss hier meine Vermutung von 2014, dass er sich wohl eines Tages als 20-Punktewein deklariert heute kundtun. Das nennt man dann positiver Irrtum! Aber es gibt da auch eine Entschuldigung für meine Fehleinschätzung. Ein solcher Wein, wie der Péby 2009 ist mir noch nie bei einer Primeurverkostung ins Glas gekommen. Bei ihm bin ich in die Merlot-Degustationslehre für Grenzfälle gegangen…

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HARMONIEDUO: 1964 HAUT-BAILLY & GABRIEL-GLAS

Wer auf Château Haut-Bailly zur Weinverkostung geladen wird, der bekommt diesen grossen Pessac-Léognan ins Gabriel-Gold-Glas. An einem Diner auf dem Weingut nahm ich aber nicht mein Glas mit, sondern eine Magnum vom 1964 Château Haut-Bailly aus meinem Keller. Trotz Flugzeugimport brillierte dieser Wein als krönenden Abschluss eines wunderbaren Diners. Von aufhellendem Orange-Braun mit letzten roten Reflexen. Die Nase ausladend süss, mit Caramel, Butter und Mandeltönen, ergänzt von feinwürzigen Kräutern und dominikanischem Tabak. Im Gaumen eher leicht dafür aber sehr bekömmlich. Ein absolut charmantes Altweinerlebnis mit ausreichend Emotionen. 18/20  

Bild: Direktorin Veronique Sanders (mit Magnum 1964) und René Gabriel (mit Gabriel-Glas)     

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SELBSTTEST

Zur regelmässigen Selbstkontrolle besitze ich einen Lion Alcolmeter. Der zeigt mir meine Eskapaden an und deklariert mich in unregelmässigen Abständen als Gelegenheitsalkoholiker im unteren Bereich.

Am Freitag bin ich bin mit dem Zug nach Zug gefahren. Habe mit Freunden Karten gespielt. Zwischen 17 Uhr bis 22 Uhr zu viert sechs Flaschen Wein getrunken. Und liess mich vom Taxiferdi nach Hause fahren.
War auch gut so, denn in der Schweiz liegt die Fahrgrenze bei 0.5 Promille.  Ich war knapp darüber....




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BORDEAUX 2000, VON 28'164 BIS 28'385


Weinigwarmer Frühlingsabend im Restaurant Brandenberg im Zug. Die Weinkarte ist und bleibt eine Sensation. Da man mich am Tisch allgemein für einen Weinkenner hält, muss ich meinen Kopf auch für die Rotweinselektion hinhalten. Bevor ich die rote Linie definiere, schaue ich nochmals am Tisch in die Runde. Alles gestandene Männer. Bordeauxliebhaber. Besonders trinkfest. So konstatiere ich die Situation. Aus diesem Grund entscheide ich mich, angesichts der zahlreichen 2000er Bordeaux, für eine «Horizontale à Discrétion». Es verbleiben uns noch mehrere Stunden, das Nachtessen ist in späterer Reichweite, und so vermute ich, dass wir – mit vereinten Kräften und einem angemessenen Budget – ein paar dieser wunderbaren Bouteillen schaffen.
Der Abend wird reuelos wunderbar. Dies deshalb, weil hier alle Weine gleich viel  oder weniger kosten wie im Weinhandel.

Ein Beispiel: Ich zeige mit meinem rechten Zeigefinger auf die Nummer 28'338. Damit fällt die Wahl auf den 2000er Château Ducru-Beaucaillou. Laut wineseacher liegt der aktuell günstigste Anbieter dieses grandiosen Weines bei CHF 182 (Vino Antica, Ost Flandern). Da kämen noch Transport, Zoll und Mehrwertsteuer dazu. Da trinke ich doch lieber den genau gleichen Wein zum genau gleichen Preis im Restaurant Brandenberg im Zug. Von der charmanten Barbara serviert. Aus dem Gabriel-Glas!      www.brandenberg.ch

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MAGNA AUS DEM FARNSBURG-KELLER

Manchmal muss man halt dem Titel einer Story eine ausgenreibende Dimension verleihen, damit der Leser überhaupt bereit ist, sich auf den nachfolgenden Text zu stürzen…

Das obige Bild mit den vielen Magnumflaschen müsste eigentlich alleine schon ein triftiger Grund sein, sich im Geschriebenen zu vertiefen. Jedenfalls für Altweinfetischisten. Doch dies ist in der heutigen, schnellen, jungen, unruhigen Weinwelt leider nicht mehr so ganz selbstverständlich.

Wir sprechen in diesem speziellen Fall von einer gigantischen Jahrgangsbreite von ganz genau 70 Jahren! Der älteste Wein dieses Abends; 1908 Château Guiraud aus Sauternes. Der jüngste; 1978 Cabernet Sauvignon Cask 23 von Stags Leap aus Kalifornien. Beide Trophäen habe ich mit der Maximalpunktezahl 20/20 deklariert. Somit reihen sich diese beiden Weltklasseweine in die Top-Liga der Jahrhundertweine ein.
Magna? Es heisst doch Magnum! Und damit ist eine kleine Grossflasche von 1.5 Liter Inhalt gemeint. Der Begriff stammt – je nach Interpretationsweise – aus dem Englischen oder aus dem Lateinischen. Während die Engländer damit eine gewisse Übergrösse damit meinen, so geht die lateinische Bezeichnung von einem substantiven Neutrum aus. Das verwendete Wort dafür ist «magnus» und geht dann auch wieder in Richtung gross.

Der Duden lieferte mir aber dann doch eine gewisse Verblüffung beim Recherchieren. Also ich nach der Mehrzahl von Magnum suchte, lieferte mir das stetig erneuerte Nachfolgewerk von Konrad Duden gleich zwei Möglichkeiten. Plural seien Magna oder Magnums möglich, meint da die Instanz für alle Fragen zur deutschen Sprache und Rechtschreibung. Aufgrund dieser Erkenntnis
wollte ich im Netz spezifisch nach «Magna» suchen. Dabei gelangte auf verschiedene gleichnamige Firmen, entfernte mich aber dabei immer mehr vom Wein.
Also ist mein gewählter Titel «Magnaflaschen in der Farnsburg» per Definition zwar richtig, sieht aber irgendwie doof aus. Aber zumindest erreiche ich damit (hoffentlich) eine gewisse Aufmerksamkeit und kann die Neugier der geneigten Leser damit wecken. Ich bin mir sicher, dass bei einer Strassenumfrage nach der Mehrzahl der Befragten fast zu 100 % auf «Magnums» tippen würde.

Der grosse Bericht: www.bxtotal.com

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UNARTIGE PIRATENFRECHHEIT

Als das Geheimnis des letzten Rotweines an der Richter-Magnumprobe gelüftet wurde, erinnerte ich mich spontan an das Paris-Tasting. Da bekamen die Bordeaux’ von den Napaweinen gewaltig eins auf den Deckel! Er war de facto der beste Wein des Abends für mich. Aber wohl nur, weil er a.) der jüngste war und b.) der 1978er Mission in der Magnum nicht auch anwesend war.  

1978 Cabernet Sauvignon Cask 23, Stags Leap Cellars: Magnum. Extrem dunkle Farbe, schier schwarz in der Mitte. Wahnsinnig intensives rotpflaumiges Bouquet, zeigt viel Sandelholzsüsse, welche zu Beginn partiell fast auch etwas an der marmeladigen Grenze liegt. Im zweiten Ansatz werden die Pflaumentöne dunkler. Diese werden ergänzt durch dunkle Schokolade, Minze, Cassis und Leder, er gibt sich permanent tiefgründiger bei jedem neuen Kontakt. Im Gaumen enorm fleischig und stoffig zugleich, feine Rauchnoten, Lakritze und Black-Currant im massiv druckvollen Finale. Nach so vielen abgeklärten zum Teil überreifen Vorgängern, schoss er wie ein Katapult aus dem Gabriel-Glas. Er wurde blind serviert und ich notierte mir beim Verkosten zwei Dinge: Out of Space! Out of Bordeaux! 20/20 trinken

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Ein kleiner Ausschnitt aus den vier Sauternes-Magnums bei Jürg Richter

1908 Château Guiraud Crème te tête, Sauternes:
Magnum. Die Farbe ist braun und schwarz! Das verrückte Nasenbild liefert Sauternesdramaturgie pur. Birnel, Pedro-Ximenez, zerdrückte Szechuanpfefferkörner, Dörrbirnen, Rauch und Darjeeling. Die Süsse ist überkomplex, überschwänglich und doch nicht so erschlagend, weil eine gut stützende Säure aus dem Untergrund irgendwie diesen genialen Wein von unten kräutrig auffrischt. Im Gaumen jenseits von Sauternes und voll in Richtung Trockenbeerenauslese wandernd. Ein ausserirdischer Sauternes welcher den Betrachter in einen transzendentalen Zustand versetzt. Diese unglaubliche Magnum stammte direkt vom Weingut und wurde vom Gastgeber vor rund 15 Jahren dort gekauft. 20/20 trinken  


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MONTROSE 2010 – EINE ZWISCHENBILANZ

Die Fassprobe ist eine Vermutung. Die Genussphase liefert dann (hoffentlich) die Bestätigung. Dazwischen liegt die Reduktionsphase. Und die variiert je nach Jahrgangskonstellation. Je mehr Tannin und Säure mit im Spiel sind, desto unnahbarer gibt sich der Wein in der Dauer seiner Flaschenreifung. Als ich anfangs April 2011 diesen Blend aus 53 % Cabernet Sauvignon, 37 % Merlot, 9 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot auf dem Weingut verkostete, wurde mir schnell klar, dass dies zwar ein fraglos grosser Montrose wird. Aber – ich notierte mir auch, dass wohl er seiner hohen Bewertung (19/20) erst in etwa 20 Jahren gerecht wird. Es wäre aber nicht seriös, einen Jahrgang einfach so lange degustationslos liegen zu lassen, bis er dann eventuell in seine Reife kommt. Zudem ist die Neugier bekannterweise ein guter Informant. Also habe ich heute den noch viel zu jungen Château Montrose 2010 entkorkt und über acht Stunden lang pedantisch verfolgt. Und es kam wie es vermutungsweise auch kommen musste. Die Nase führte auf eine falsche Fährte, denn hier zeigten sich bereits erstaunlich viele Aromen. Dunkle Beeren, Rauch, Teer, Edelhölzer (vor allem Mahagoni), schwarze Oliven und Baumnussschalen. Im Gaumen blockte er ab. Die Adstringenz ist massiv, verlangend und er birgt Tannine für Übermorgen in sich. Hier hilft selbst langes Dekantieren (noch) nichts. Nur warten. Und nochmals warten! Wie lange wohl? Meiner Ansicht ist das einer der lagerfähigsten Montrose seiner Geschichte. Und vielleicht wird er eines Tages gar das Punktemaximum erlangen. Dann bin ich entweder im Altersheim oder im Grand-Cru-Himmel. Also überlasse ich dieses Feld den jüngeren Weinfreaks und tröste mich mit reiferen Jahrgängen dieses ikonenhaften Saint-Estèphe’s. Ohne jeglichen Groll. Man kann schliesslich von einem Montrose nicht verlangen, dass er gleichzeitig zu den lagerfähigsten Crus gehört und dann in jeder Phase grossen Spass bereitet. 19/20. Geschätzte Genussreife; von 2030 bis 2100

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BORDEAUX 2017 ALS FASSVERKOSTUNG:

SEHR GUTE WEINE UND BESSERE PREISE


Die zwei wichtigsten Komponenten, welche ausschlaggebend waren, dass im 2017 ein guter Wein produziert werden konnte, sind auf der einen Seite das Terroir und anderseits der Weinmacher. Beim Terroir waren es vor allem der Frost im Frühling und der Regen Anfang September, welche die Qualität beeinflusst haben.

Vom Frost waren vor allem die kühleren Terroirs betroffen, er hat hauptsächlich die Menge reduziert und einige Châteaux (z.B. Angludet, La Pointe, Fieuzal) hatten einen vollständigen Ausfall zu beklagen. Die Qualität hat der Frost nur wenig negativ beeinflusst, da praktisch alle gut geführten Weingüter die Nachtriebe für den Grand Vin nicht verwendet haben. Es gibt sogar ein paar wenige Weingüter, bei denen es einen positiven Einfluss auf die Qualität hatte, weil einfachere Lagen keinen Ertrag erbrachten und der Wein nur aus Trauben von den besten Lagen produziert wurde

Der grosse Verkostungsbericht von André Kunz, jetzt exklusiv: www.bxtotal.com


In der 65'000 Verkostungsnotizen umfassenden Suchmaschine bxtotal.com sind alle Bordeaux 2017 schon online!!!






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SÜSSER

KRACHER

UND

ROTER PAPE





Wer als Weinfreak das Wort «Kracher hört, der denkt wohl spontan an «süss». Wer Pape-Clément liest, denkt automatisch an «rot». Doch den Kracher gäbe es auch trocken und perlig. Den Pape auch in Weiss und Rosé. Doch das sind Nebendarsteller. An unseren zwei Tagen rund um Kracher und Pape ging es ums Eingemachte, also um die Hauptdarsteller.

Dabei hatte Kracher die Chance sich von seiner schönsten Zuckerseite zu zeigen. Denn Gerhard Kracher durfte die präsentierten Weine aus seinem tiefen Keller selber selektionieren. Der Pape-Clément trat mit 82 Jahren Jahrgangtiefe an. Nämlich von 1928 bis 2010. Und da wurden die Episoden von «guten Zeiten – schlechten Zeiten» deutlich sichtbar.     

Blättern wir das Rad um mehr als ein gutes Jahr zurück. Bei einer Weinprobe in Illmitz fragte ich meinen Freund Gerhard Kracher nach seinem Lieblingswein. Die Antwort kam postwendend, innerhalb einer Sekunde: «Das ist ganz klar der Pape Clément!». Das passte für mich.
Denn – ich wollte immer schon eine Raritätenprobe mit Freunden im Burgenland organisieren. In meinem Keller hatten sich recht viele Jahrgänge von diesem «dritten Pessac» angesammelt. Spontan antwortete ich dem Gerhard: «Dann lade ich Dich zu einer grossen Vertikale am Neusiedlersee ein, wenn Du ein paar Deiner besten Weine dazu stellst!» Nach ein paar weiteren Sekunden war der Handschlagdeal perfekt. Der Rest geht unter das Motto «gesagt – getan».

Stellvertretend für einen der vielen Jahrgänge zwischen 1928 bis 2010...

2006 Château Pape-Clément, Pessac-Léognan: Sattes, dunkles Purpur, extrem satt in der Mitte. Der Cabernet ist sehr intensiv in der Nase, wirkt – trotz seiner generellen Verschlossenheit – schier parfümiert, die Aromatik ist schlank und vermittelt schwarzbeerige Eindrücke bis hin zu Schoko-Minztönen, darunter Rauch und Korinthen, die Tabakkonturen zeichnen sich bereits ab und werden irgendwann eine dominante Rolle bei diesem genialen Pape spielen. Im Gaumen ist dieser Wein gigantisch und erschlagend. Während andere 2006er viel mehr Potential aufwarten und somit eine dokumentarische Unnahbarkeit vermitteln, spürt man hier einen dramatischen Beginn einer Pape-Legende. Die erste Genussreife ist zwar noch ein paar Jahre entfernt, doch ich glaube, dass dieser Magrez-Best-Cru zu den absolut gigantischsten, versprechendsten, lagerfähigsten Weinen der neuen Pape-Zeit gehören wird. Kaufen, warten, ausflippen. In ein paar Jahren 20/20? Momentanwertung: 19/20 beginnen

Dern 13-Seiten-PDFBericht finden Sie auf  www.bxtotal.com 

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ZWEI MAL 20-PUNKTE

Einmal verkostete ich diesen grossen Kracherwein schon im Februar und notierte mir die magische ahlenkombination 20/20 ins Tagebuch.  Jetzt verkostete / trank ich ihn nochmals in aller Ruhe an einer Raritätenprobe mit Kracher und Pape und taxierte ihn wieder mit 20/20.

Mit Yvonne und Gerhard...

2015 Trockenbeerenauslese Zwischen den Seen Nr. 9 Welschriesling Weingut Kracher: Zeigt einen noch sehr jugendlichen Farbtouch; leuchtendes helles Gelb mit sanft güldenen Reflexen. Die Nase dokumentiert die sich anbahnende die Sensation von der allerersten Sekunde an. Der Ausdruck der Botrytis ist absolute Weltklasse, Tausende von quirligen Botrytismolekülen schweben im superparfümierten, kolportierenden Nasenbild, Passionsfrucht, kandierter Pfirsich, helle Aprikosen, Paraffin und Nagellack (letzteres wieder die gigantische Botrytisbasis dokumentierend). Der Gaumen ist eine irrsinnige Orgie von einem über den ganzen Mund verteilten, facettenreichem, frischen und besonders feinen Säurespiel. Hier bahnt sich eine veritable Kracher-Sensation an. Dies ist fast schon ein Überwein. Ein solider, beruhigender Wert der seine Grösse nicht mit seiner Bombenaromatik dokumentiert, sondern mit einer schier defensiv anmutenden Klasse. 100 Jahre Garantie? Ich kann es nur vermuten, werde es aber nie wissen. Egal ob hier warten, beginnen oder trinken. Einmal im Leben muss man als Süssweinfreund ein solches Monument im Glas gehabt haben. Am besten in einem besonders ruhigen Moment. Alleine! 20/20 warten    

www.kracher.at Preis: 42 € / 0,375 lt.

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DEFTIGES VERGNÜGEN 


Nutzniesser dieses herrlichen Schweingerichtes waren die drei für eine Weinprobe nach Österreich Auto angereisten Männer namens Patrick, Peter und René.

Bevor wir die Weine am ersten Austragungsort deponierten, gönnten wir uns einen unleichten, aber dafür genialen Frühlingslunch im «Das Fritz» in Weiden. 





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VERDEKANTIERTE WEINE




Wörter welche mit «ver» anfangen, verheissen in der Regel nicht viel Gutes.
So kann man sich, bei der Suche nach einem Ziel «verfahren». Sich bei einem Vortrag «verheddern». Man kann auch ein zartes Steak richtiggehend «verbraten».  

Neu kommt jetzt zu diesen bereits bekannten Ver-Wörtern noch ein neuer Begriff: Verdekantieren! Fundquote im allwissenden Google: Null!!! Also habe ich mit diesem Titel und der komisch anmutenden Wortkreation einen veritablen Primeur in der sich stets wandelnden Grammatik geschaffen.

Bevor es zum Eingemachten kommt, hier noch ein Bisschen Werbung in eigener Sache. Auf dem Titelbild sehen Sie den Decanter Alpha. Bei Gabriel-Glas zu haben. Bei der Herstellung war mir wichtig, dass er gut in der Hand liegt. Dass man damit easy einschenken kann. Auch über höhere Stuhllehnen. Dass er nicht nachtropft, Dank Nano-Beschichtung.  
Und – man kann den Wein am Tisch sogar nachschenken, ohne dass man dazu extra aufzustehen muss.

Mit dem besonders formschönen Alpha-Decanter fällt das Weinzelebrieren also extrem leicht. Aber Vorschicht – auch mit ihm kann man den Wein Verdekantieren!
Es vergeht kaum eine Woche, bei welcher ich nicht gefragt werde ob man den Wein X dekantieren wollte. Und – wenn ja – wie lange.
Zusammenfassend hier ein universeller und meist funktionierender Gabriel Tipp.
Immer etwa eine Stunde zuvor die Flasche öffnen, einen kleinen Schluck probieren. Dann aufgrund der gemachten Erfahrung selber entscheiden ob ja oder nein.

Wichtig dabei scheint es mir, dass man leider von Flasche zu Flasche unterscheiden muss. Damit meine ich, dass ein 1998 Château Ducru-Beaucaillou nach ein paar Jahren zu einer individuellen Sache wird.
Jeder Keller hat eine andere Temperaturkurve. So kann es sein, dass genau dieser Ducru beispielsweise in einem Keller lagerte, welcher permanent mit 15 Grad klimatisiert war. Ein anderer Besitzer einer solchen Flasche hütet seine Weinschätze in einem Naturkeller.
Der ist halt im Sommer etwas wärmer als die ideale Lagertemperatur und dafür im Winter wesentlich kälter. Auch gut. Und kein Problem. Nur unterschieden sich diese beiden Flaschen vom 1998er Château Ducru-Beaucaillou möglicherweise nach 20 Jahren ziemlich stark in deren Trinkreife. Und so macht es in solchen Fällen keinen Sinn, wenn ich da – auf Anfrage hin – versuchsweise digitale Dekantiervorgaben mache.

DER VERDEKANTIER-ABEND

Irgendwie muss ich ja auf die Idee gekommen sein eine neue Wortschöpfung zu generieren.
Das Wort sprang wie eine zündende Idee in meinem Kopf am Tag danach.

Die Einladung stand schon ein paar Wochen zuvor. Es trafen sich alles gestandene Männer, welche sich schon aus früheren Treffen kannten. Es war ein lockerer Abend, mit vielen lukullischen Genüssen und einem generösen Wohlfühlklima. Das will ich hier unbedingt anmerken. Nur etwas störte mich halt das Verdekantieren…

Als ich als erster Gast eintraf, standen fünf nummerierte, unterschiedlich geformte Karaffen auf dem Gabentisch. Daneben standen die dazu passenden Flaschen. In einem genüsslichen Spiel konnte man in der späteren Rotweinfolge dann herausfinden, welcher Wein mit welcher Nummer zelebriert wurde.

Da freute ich mich richtiggehend, denn das dürfte ein leichtes Spiel werden, dachte ich mir zumindest zu diesem Zeitpunkt. Doch erst folgten noch Champagner, weisse Burgunder, und Sauternes, weil a.) Gänseleber und b.) Jakobsmuscheln.

Endlich war es soweit. Der erste Rotwein wurde eingeschenkt. Nasal wirkt er etwas in sich gekehrt. Im Gaumen zeigte er harte, noch unentwickelte Tannine. Ich tendierte auf den jüngsten Wein, den 2006er Château Angludet. So richtig Spass machte er aber dann doch nicht, was nicht schlimm war, denn es war weitaus der günstigste Wein des Abends.

Die Karaffe Nummer Zwei wurde darauf eingeschenkt. Flüchtige Säure! Damit meine ich einen Hauch von einem minimen Essigbefall. Und nasal trocken war das Ding, trotz rosinigen Spuren. Im Gaumen wirkte der Alkohol fast penetrant und die Struktur hatte sich durch den langen Luftkontakt richtiggehend auseinanderdividiert. Eigentlich kannte ich ja alle präsentierten Weine aus dem Effeff. Trotzdem hatte ich keine Chance beim Rätseln. Es war der 1990 Château Léoville Poyferré. Gemäss der Gastgeberschaft sei dies beim Dekantieren der Wein des Abends gewesen. Meine Betonung liegt auf gewesen.

Nummer Drei. Massive Farbe. Genialer Tiefgang und schwarze Grundaromen. Im Gaumen erstens; Tannin. Zweitens; Tannine. Und drittens; noch mehr Tannine. Die geschätzte Einschenk-Temperatur von etwa 24 Grad hatten aus diesem jetzt beginnend trinkreifen Wein in ein völlig unnahbares Gerbstoffmonster verwandelt. Normalerweise würde ich bei einem 1996 Château Latour schon in den ersten Sekunden sofort um ein zweites Glas kämpfen. Das war infolge Verdekantierens an diesem Abend ganz und gar nicht der Fall.

Beim vierten Akt kam der 1990 Château Montrose ins Gabriel-Gold-Glas. Doch auch das noble Trinkgefäss konnte ihn nicht mehr retten. Die Aromen waren verpufft, die Kräuter vertrocknet, der Alkohol dominant. Dieses Negativ-Erlebnis lag weit entfernt von meinen genialen Erinnerungserwartungen an diesen sonst zuverlässigen 20-Punktewein.

Dann folgte noch ein 2000er Calon-Ségur. Er zeigte einen minim feucht-kellrigen Schimmer. Der kommt aber nur zum Vorschein, wenn man ihn lange dekantiert. Respektive halt Verdekantiert.      

Was ist das Fazit? Leider hat die Kombination von zu viel Wärme und zu langem Luftkontakt diesen an sich ganz tollen Weinen geschadet.
Durch das Verdekantieren, minderte sich der mögliche Genuss massiv. Die Authentizität der Weine verlor sich in der Karaffe.   

Es ergibt sich daraus eine Faustregel, dass man reife Weine überhaupt nicht, oder nur kurz zuvor dekantiert. Dies, um lediglich das Depot vom Wein zu trennen. Die berauschenden Aromen explodieren dann – just eingeschenkt – richtiggehend. Nicht in der Karaffe, sondern direkt unter der Nase des Geniessers.

Dann generell lieber zu kühl einschenken. Durch die sanfte Erwärmung gibt der Wein nach und nach immer wieder neue Aromen frei. Er gibt sich so weit weniger alkoholisch.
Im Gaumen wirkt der Wein kompakter und süffiger. Wie vorhandenen Tannine verbinden oder integrieren sich deutlich besser mit dem Weinfett im Körper des Weines.

Und trotzdem war es ein wunderschöner Abend. Und ich habe dabei etwas gelernt: Mann kann Weine auch Verdekantieren!

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Saturio! Merken Sie sich diesen Namen. Das ist ein 100%-Merlot aus Guntramsdorf, südlich von Wien. Es gibt sehr wenig davon und er wird für Furore sorgen...


GIGA-BONSAI-MERLOT

Der Titel wirkt in sich schier schizophren. Giga steht nämlich für «etwas Grosses» und Bonsai für «etwas Kleines». Doch passen die gewählten beiden Wortgegensätze genau aus diesem Grund hervorragend. Denn –  dieser Geschichte, geht es um einen grossen Merlot in ganz kleiner Menge.

Als wir mit Freunden eine Woche in den Weinbergen rund um Wien unterwegs waren, planten wir dann doch einen Abstecher nach Guntramsdorf, grad so als letztes Weingut, bevor wir uns in Schwechart wieder in den Flieger setzten.
Brigitte und Andreas Nikolai stellten uns ihr noch blutjunges Merlotprjekt vor. Was mit den drei Erstlingsjahrgängen 2014, 2015 und 2016 eingeschenkt wird ist richtig guter, genialer Merlot!

Es sind keine banalen Merlotkopien welche unerreichbare Vorbilder reflektieren, sondern Merlots, welche schon bald von Austria-Weinfreaks gesucht und gehätschelt werden. Und in den Kellern gut positionierte Plätze neben grossen Pomerols und den Maremma Top-Merlots bekommen. Der Saturio ist kein Bluff – sondern ein schwer beeindruckendes Merlot-Debut der absoluten Spitzenklasse.   

2015 Saturio, Garagenwinzer Nikolai, Guntramsdorf: Produktion 399 Flaschen, plus wenige Grossflaschen. Sehr dunkles Granat mit violettem Schimmer im Inneren. Der erste Kontakt beginnt mit einem WOW! Verrücktes Bouquet, voll bespickt mit reifen Früchten; Cassis, Brombeeren und Himbeeren. Es sind aber auch Cakesfrüchte da, Ingwer, Kokos und zarte Frischkräuternuancen. Im Untergrund ist er unterlegt mit dunklen Edelhölzern. Extrem beeindruckend und bereits nasal kolossal intensive Aromen abliefernd. Dies alles ohne bombig oder alkoholisch zu erscheinen. Der Gaumen ist einerseits sehr konzentriert, andererseits seidig und wohl balanciert. Der Zungenfluss zeigt stoffige Konturen, das Finale ist ein schier überbordernder Cassisreigen. Eine legale Genussdroge. Das ist mondiale Merlot-Champions-League! Ein neuer, extrem rarer, fraglos imposanter Wein mit Kultpotential. Man könnte ihn in grosse Welt-Merlot-Blindproben reinstellen. Aber zum Degustieren ist dieser Garagenwein viel zu schade. Das ist eher ein Wein, den man seinen Freunden blind einschenkt und sich dann vom völlig augenreibenden Gast für seine Entdeckungstrophäe auf die Schulter klopfen lässt. Glück dem der diesen «Vivaldi unter den Merlots» im Keller hat. 19/20 trinken – 2030 

Der ganze Bericht: www.bxtotal.com
Die Saturio-Preise:  2014; 95 €, 2015 & 2016; 118 Euro. 
Und da gibt es diesen sagenhaften Merlot: nikolai@garagenwinzer.at

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BORDEAUX 1998 IM VIERZÄHNI

Frage: Was hat die Vinothek 14 in Goldau mit dem roten Bordeaux’ 1998 gemeinsam? Richtige Antwort: Beide werden heuer genau zwanzig Jahre alt!

Grund zum Feiern! Mit einem feinen Essen und tollen Weinen aus Bordeaux. Alle vom Jahrgang 1998. Das war ein sehr guter bis grossartiger Jahrgang. Und genau zwischen eben «sehr gut» und «grossartig» liegen denn auch dessen Qualitäten. Zwar hatte das Médoc bei der Ernte gegenüber dem Libournais das Nachsehen. Während die Winzer aus Pomerol und Saint Emilion ihre Trauben bei prächtigem Herbstwetter ernteten, mussten die Erntehelfer im Médoc und Graves ab und zu die Pelerinen überziehen. Vor allem regnete es kurz vor der Ernte. Die Folge; die Trauben sogen das Regenwasser in sich auf und die Konzentration «verdünnte» sich. Das Erntegut blieb aber intakt und gesund. So sind denn die Bordeaux’ vom linken Ufer vielleicht tendenziell etwas leichter, aber trotzdem sehr aromatisch.
Und genau das ist es auch, was Gabriel ganz besonders mag. Und was in solchen Fällen auch nur der Bordeaux kann:
Viel Geschmack abliefern, bei elegantem Körperbau. Die maximale Bekömmlichkeit – ohne Narkotisierung. Vor allem jene Weinfreaks, welche die heutigen, tendenziell höheren Alkoholgehalte gegenüber «der guten alten Zeit» bemängeln, sind mit den Cabernet-lastigen Bordeauxweinen vom Jahrgang 1998 sehr gut aufgehoben. Und diese befinden sich heute fast alle in einer fraglos wunderschönen Genussphase.

Und weil genau die Weine aus Saint Estèphe, aus Pauillac, aus Saint Julien, aus Margaux und aus Pessac-Léognan nicht «parkerisiert» wurden, findet man heute immer noch da und dort ein spannendes Angebot. Und auch auf Aktionen sind die 1998er, weil im Interesse hintern den 1995ern, 1996er und 2000ern liegend, spannende Angebote.

Anders die Weine aus dem Libournais. Hier geht die Fülle und der Power in die Maximalgrösse. In Pomerol gilt 1998 als Jahrhundertjahrgang. Da sind die Markt-Offerten spärlicher. Und auch die Saint Emilions sind heute viel teurer als früher.

Hier die Wertungen des ausgebuchten Abends.

1998 Château d'Aurilhac, Haut Médoc (16/20)
1998 Château Sociando-Mallet, Haut-Médoc (18/20)
1998 Château Belgrave, Haut-Médoc (17/20)
1998 Château Béauséjour-Bécot, Saint Emilion (18/20)
1998 Château Figeac, Saint Emilion (20/20)
1998 Château Cheval-Blanc, Saint Emilion (20/20)
1998 Château Pape-Clément, Pessac-Léognan (19/20)
1998 Château La Mission-Haut-Brion, Pessac-Léognan (20/20)
1998 Château Haut-Brion, Pessac-Léognan (20/20
1998 Château Léoville-Poyferré, Saint Julien (18/20)
1998 Château Palmer, Margaux (19/20)
1998 Château Mouton-Rothschild, Pauillac (20/20
1998 Château La Grave-Trigant-de-Boisset, Pomerol (18/20)
1998 Château Rouget, Pomerol (19/20)
1998 Château Lafleur, Pomerol (19/20)
 
Der Gbriel-Degustationsbericht auf sechs weinigen Seiten:  www.bxtotal.com

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EINE GABRIEL-ERFINDUNG

Ein halber gekochter Kohlrabi, innern ausgehölt, mit vorgekochten rahmigen Trüffelnüdeli gefüllt. Unten auf dem Teller Kürbiskernöl, oben garniert mit Belper Knolle oder sogar Trüffeln.









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2009 PICHON-BARON

Heute Morgen wurde eine etwas grössere Ladung von diesem Wein bei mir angeliefert. Mit einer «etwas grösseren Lieferung» meine ich mehr wie ein Dutzend Flaschen. Auch mehr wie ein paar Kisten und auch «etwas mehr wie 100 Flaschen». Momentan bunkere ich bei mir im Keller die letzten grösseren Mengen von den spannendsten 2009er Bordeaux. Jetzt kommen nämlich die ersten Crus in eine beginnende, mögliche Genussphase. Und wenn wie vermutet unglaublich viele Bord...eaux-Freaks in den nächsten Monaten und Jahren merken, wie «gigamässig» diese übergrossen Weine sind, dann wird der Run und die daraus folgende Preissteigerung auf die Restmengen garantiert sein. Für mich ist der Jahrgang 2009 in einem Atemzug mit 1928, 1945 und 1961 zu nennen. Alle anderen Superjahrgänge sind möglicherweise auch ganz gross, aber am 2009er haftet der Nimbus einer kommenden Legende. Das kann man einerseits nachlesen, man spürt dies aber auch, wenn man zum Beispiel einen der allerbesten Weine dieses Jahrganges im Glas hat.

Eigentlich sollte man im kalten Keller ja einen kühlen Kopf bewahren. Aber wenn man so viele Kisten von der Palette in die Metallgestelle räumen muss/darf, dann gerät man leicht ins Schwitzen. Und plötzlich wird die Neugier, die Ungeduld sowie ein mögliches Suchtpotential halt stärker als jegliche Vernunft. Also Schraubenzieher in die linke Hand, am Seitenrand der Kiste oben einstechen, Deckel anheben und Flasche im Affekt rausziehen. Mit zittriger Hand nach dem Korkenzieher greifen und dann ungeduldig den Korken rausploppen.

Der erste Eindruck war schon erschlagend, doch vielleicht – aufgrund der massiven Konzentration dieses Pauillac’s – noch etwas trocken und hölzern. Also bremste mich dieser Pichon-Baron in den ersten Minuten richtig aus. Das ist aber eine gute Situation und zeigt das massive Potential auf. Ein 2009er der jetzt gleich schon zu 100% loslegt, macht misstrauisch. Logischerweise veränderte sich die Farbe nachfolgend in keiner Weise, sie blieb extrem dunkel und ging so in Richtung Violett-Schwarz mit einem minimen rubinem Schimmer am Rand. Im ersten Bouquet liegen die Fruchtbeeren fast nur im schwarzen Bereich und sind unterlegt von Brazil-Babak, Zedernöl und dunklen Edelhölzern. Das Ganze wirkt kompakt und komplex gleichzeitig. Im Gaumen ist der Wein von massiver Konzentration und trotzdem schafft es dieser Pauillac-Gigant jetzt schon einen gewissen Charme vorzutäuschen, das Finale ist mit Rauch, Lakritze und Brombeeren bespickt.

Ein riesiger Zweitdrittel-Cabernetblend welcher mit 37 % Merlot ergänzt wird. Man könnte ihm – von der Klasse her – eine gewisse «Internationalität» vorwerfen. Aber da ist er unter den allerbesten 2009er im Médoc sicher nicht der Einzige. Das gehört ganz einfach zu diesem Legendenjahrgang. 19/20 beginnen – 2045

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KRACHER SÜSSWEIN WELTKLASSE

Die allerbesten Süssweine kommen möglicherweise von überall her. Ist man bei den besten Süssweinwinzern der Welt, so kriegt man monotone Weltklasse ins Glas. Damit will ich diese Weine nicht schmälern, aber Riesling von Spätlese bis Eiswein ist nun halt mal einfach Riesling. Und beim Sauternes liegt lediglich mit viel Sémillon was drin. Das ist auch beim Furmint in Tokaj so. Ende der Fahnenstange. Auf höchstem Niveau – zugegeben.

Wenn man sich be...i Gerhard Kracher an den Tisch setzt, dann kriegt man die Weltklasse in derartig breiten Facetten, dass man sich anschnallen muss. Von der Zubereitungsart «zwischen den Seen» (klassisch) bis «nouvelle vague» (in Holz ausgebaut). Und mit Rebsorten welche die Diversifikation so richtig herauskitzeln mit einer Spannweite eines Jumbo-Jets.

Beim Jahrgang 2015 dokumentieren sich die «United Colours of Kracher» in einer besonders eleganten Weise. Hier zeigt sich, dass ganz grosse Süssweine wohl reich und konzentriert sein können, aber auch nicht gleich satt machen müssen. Das ist das Wichtigste bei allen Süssweinlegenden; «die Lust auf das dritte Glas». Das ist bei Kracher 2015 genauso!!! Meine beiden Lieblinge; der blaue Zweigelt und der Muskat Ottonel. Die aktuell grösste Trockenbeerenauslese bei Kracher: 2015 Welschriesling Nr. 9, zwischen den Seen. Der ist absolute Weltklasse – auch nur mit einer Rebsorte zugegeben: 20/20!!!

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6000 GABRIEL-PUNKTE AUF EINER PALETTE

Milchbüchleinrechnung. Eine Kiste hat 12 Flaschen. Eine Palette 25 Kisten. Gibt 300 Flaschen x 20 Gabriel-Punkte = 6000!
Das Leben ist schon kompliziert genug...


2009 Ducru-Beaucaillou: 85 % Cabernet Sauvignon, 15 % Merlot. Extrem dunkles Purpur mit lila und violetten Reflexen. Für einen Ducru ist das Bouquet ziemlich wuchtig, was aber nicht heissen soll, dass hier viel Druck herrscht, aber bereits als Fassmuster duftet es hier nach schwarzen Kirschen, Brombeergelee, Trüffeln, Zedern und Black Currant, noble Süsse und alles sehr edel im Ansatz. Perfekter, feinseidiger Gaumen, aussen mit viel Schmelz, innen mit einer delikat-pfeffrigen Rasse, viel Lakritze und Zechuanpfeffer im dicken, fetten Extrakt, im Finale wird dann alles "schwarz" von der Aromatik her. Ein volles Tanninpaket, aber das verdaut er irgendwie durch seinen noch nie so hoch ausgefallenen Alkoholgehalt. Es sind zwar "nur" 13.5 % - aber so etwas gab es in der Geschichte dieses Weingutes noch nie. Und auch an eine solche Ernte von dieser Qualität kann sich selbst der Kellermeister René Lucceau nicht erinnern. Und er ist immerhin schon 31 Jahre auf Ducru. Eine Beaucaillou-Legende! (20/20). 12: Sattes, dunkles Weinrot, immer noch mit lila Schimmer. Das Bouquet war erst noch etwas verhalten, doch dann ging es los. So dramatisch, wie sich noch selten ein junger Ducru sich zeigte, ein Aromenrad von Pflaumen, Assamtee, Vanillemark, dunkle Edelhölzer, alles verpackt in einer berauschenden Cabernetsüsse. Im Gaumen aussen mit dem Jahrgangs-typischem Weinfett ummantelt, das unterstreicht die perfekte Harmonie. Im Finale gebündelt und extrem lang. Das ist der fetteste Durcu, der mir je auf den Gaumen kam. Kostet heute um die 300 Franken. Man kann auch für andere Bordeaux’ bedeutend mehr zahlen. Aber dieser hier macht fraglos die maximale Punktezahl. (20/20). 13: Mitteldunkel, etwas heller als direkt vergleichbare Weine des Jahrganges, viel Granat, zart lila am Rand. Die Nase ist ganz typisch Ducru, reife Pflaumen, Zedernholz, feine Pfeffernoten und Edelhölzer, dahinter füllig durch eine Nuance von Milchkaffee. Ein Bouquet mit royaler Konversation, subtil, gebildet, nachhaltig. Im Gaumen findet man eine Harmonie sondergleichen, alles ist am richtigen Ort, die Gerbstoffe von delikater Reife und Perfektion. Eine Traumtänzerin, hier kommt man nie auf die Idee, dass man von einem überladenen Jahrgang sprechen darf. Ist dies der mögliche «best Ducru ever»? Es ist zu vermuten! 20/20

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BLAUFRÄNKISCH «MODERN ART»

Blaufränkisch ist nicht gleich Blaufränkisch! Es kommt a.) in erster Linie auf die Herkunft an. Und b.) wie er gemacht wird…

Fangen wir mal mit a.) an. Der Blaufränkisch ist vor allem in Österreich bekannt. Namentlich im Burgenland, wo fast 95 % der gesamten Austria-Anbaufläche steht. Seine Herkunft wird im 18. Jahrhundert der Untersteiermark zugewiesen. Das ist das heutige Slowenien. In früheren Lengenburg und heutigen in Lemberg pri Šmarju (Lemberg bei St. Marein) soll sein Ursprung sein. Ist der Blaufränkisch erst einmal in die Flasche gefüllt, kommt sein Grundcharakter recht unterschiedlich zu Geltung. So ist dieser in nördlichen Burgenland weicher und meist fruchtiger. Je südlicher seine Herkunft stammt, desto männlicher wird er und zeigt im Südburgenland nicht selten sehnige bis muskulöse Strukturen. Dabei gibt er sich tiefer und mineralischer. Dies sind die abweichenden Grundlagen vom Blaufränkisch, welche auf Geographie, Geologie und Klima basieren. Das andere «Basis» ist die Machart. Will heissen; auch der Vinifikationsstil des Winzers prägt den geschmacklichen wie auch den stilistischen Ausdruck eines Weines.

Der Andauer Winzer Erich Scheiblhofer ist bekannt dafür, dass seine Weine am Limit vinifiziert sind. Er hat schier weltmeisterlich gelernt die Grenzen auszuloten. Wenn Scheiblhofer zu seiner Barriquen-bestellung ansetzt, dann zittern in Frankreich die Eichenwälder. Ebenfalls in Amerika. Und auch anderswo. Die Scheiblhofer-Weine sind konzentriert und füllig zugleich, die Rösttöne verstecken sich dabei beim Grundgeschmack selten, geben seinen Weinen aber auch eine zusätzliche Dimension, welche von seinem immer grösser werdenden Fanclub mit massiven Wiederholungskäufen belohnt werden.

VERTIKALE BLAUFRÄNKISCH JOIS

Wie schon erwähnt war Mövenpick einer der ersten grösseren Scheiblhofer-Exportkunden. Bei einem Besuch stellte mir Erich seinen ersten Blaufränkisch Jois vom Jahrgang 2007 auf den Tisch. Ich verkostete den Wein und war spontan begeistert. Da er noch keinen einzigen Kunden für seinen ganzen neuen Wein hatte, durfte ich die Einkaufstranche selber bestimmen. Und ich kaufte mehr wie die Hälfte der gesamten Ernte. Ein paar Wochen später hagelte es in Österreich Auszeichnungen und hohe Wertungen genau für diesen Wein. Die Nachfrage war gewaltig. Doch da war der Wein bereits in der Schweiz. Wie heisst es so schön? Nicht die Grossen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen!

Bei unserem Februarbesuch (2018) durfte ich eine Vertikale von den letzten Jahrgängen verkosten. Da bleibt sich der Scheiblhofer seinem Vinifikationsstil treu. Doch der Joiser-Blaufränkisch ist ein guter Sparringpartner und setzt sich mit seinem eigenen Power erfolgreich durch. Dies zeigt sich vor allem darin, dass dieser Blaufränkisch wunderschön seine Jahrgangstypizität reflektiert. 

2016 Blaufränkisch Jois, Scheiblhofer:  Aktuell im Verkauf. Preis um 21 Euro. Sehr dunkles Granat mit lila Schimmer. Das Nasenbild ist absolut präzis und klar ausgerichtet. In seinem kühlen Beginn finden sich Brombeeren, Cassis und Lakritze, alles liegt im sehr vielschichtigen, fast parfümierten Bereich. Im zweiten Schimmer findet sich eine minim salzige Mineralik. Der Gaumen zeigt enorm feine, ausgereifte, feminin anmutende Tannine, tolle Balance. Dieser filigrane Blaufränkisch hat bereits in seiner ersten Jugend seine Harmonie gefunden. Irgendwie könnte man ihn – trotz der gewohnten Scheiblhofer Machart – das Attribut «klassisch» verleihen. 18/20 2020 – 2034

Die ganze Geschichte und eine BF-Jois-Vertikale von 2011 bis 2016.  www.bxtotal.com

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ALKOHOL = PROMILLE

Das weiss jeder Dottel. Das ist die negative Seite des reichlichen Intussierens. So wirkt denn der Begriff «Volumenprozente» wie ein rotes Tuch beim Weingenuss. Auch beim Weisswein.

Zurück aus Österreich wundere ich mich, dass die Winzer den Alkoholgenuss freiwillig auf den Preislisten deklarieren. Noch mehr wundere ich mich, dass dieser Gehalt oft mindestens gleich gross wie der Jahrgang, Name und der Preis des Weines geschrieben wird. Noch mehr wundere ich mich, dass der Winzer bei jedem Wein gleich nach dem Einschenken die Alkoholwerte wie ein Gebet predigen. Der Alkohol hat im Wein eine bestimmte Aufgabe und er ist einhergehend. Wichtig ist, dass er integriert ist und sich nicht verräterisch zeigt.

Durch die Alterung der Reben, durch die Ertragsbeschränkung, durch Bioeinflüsse, durch die Klimaerwärmung und durch die strenge Selektion im Keller sind die Weine tendenziell in den letzten Jahren alkoholischer geworden. Gleichzeitig gibt es eine unglaubliche grössere Vielzahl von sensationellen und megaguten Weinen. Mit tendenziell etwas höheren Alkoholwerten…

Die Wachauer verdecken ihre Alkoholwerte elegant in deren Kategorien Steinfeder, Federspiel und Smaragd. Vielleicht müsste man eine Alkoholdeklaration dieser Art auch im übrigen Teil von Österreich erfinden. So im Sinne von Economy, Business und First-Class.

Der Château Cheval Blanc 1948 (20/20 Gabriel) wies übrigens 15.3 Volumenprozente auf. Her damit!!!

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SO GEHT CABERNET-FRANC

In Österreich sind 14 Rebsorten für den Anbau von Rotweinen zugelassen. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf den Zweigelt. Der Cabernet Franc ist dabei fraglos eine Nische. Sein Koeffizient liegt bei etwa 0.2 %, mit einer Anbaufläche um 75 Hektar.  

Wir verkosten die aktuelle Palette und beginnen mit den ersten, abgefüllten 2017er Weissweinen. Der Hauptwein ist der Zweigelt.
Und dies scheint in Zukunft auch so zu bleiben. «Never change a winning wine». Beim Cabernet Franc bleibe ich irgendwie hängen. Was ich im Glas habe, wirkt für mich wie ein kleines Weinwunder. Ich verkoste den Wein gegen aussen andächtig, flippe aber innerlich aus. In der Hoffnung, dass dies keine Eintagsfliege ist, frage ich nach einem älteren Jahrgang. Spontan wird der 2011er entkorkt. Auch dieser ist sensationell und er zeigt auf, dass die Salzl-Cabernet-Francs bei der Reifung in eine optimale Richtung marschieren. Beim Cabernet Franc will ich in der Nase Malz und Kräuter und im Gaumen fülligen Charme. Und genau das trifft zu.  

2015 Cabernet Franc Weingut Salzl, Illmitz: Preis um 30 Euro. Sattes Granat Purpur, sehr dicht in der Mitte. Geniales Bouquet, gleich zu Beginn weg. Beginnt mit roten Kirschen, reifen Pflaumen, Cassis und ganz feinen Zimtspuren, die delikaten Holznoten erinnern an Zedern. Dann legt er an Süsse zu, zeigt Kokosnuancen und mitteldunkles Malz, sowie einen Hauch von Caramel. Im zweiten Ansatz kommt ein wunderbarer Reigen von mannigfaltigen Kräutern zum Vorschein. Ein faszinierendes, sehr vielschichtiges und auch mit Luftzutritt wandelbares Bouquet. Auf jeden Fall ist das Nasenbild dokumentarisch als typischen und auch grossen Cabernet Franc erkennbar! Der Gaumen ist ebenfalls füllig, zeigt extrem viel Charme und der Wein rollt in einer veloursartigen Textur über die Zunge, die Tannine sind vollständig reif und strahlen eine berauschende Süsse aus, das Finale ist gebündelt und hallt extrem lange würzig und dunkelbeerig nach. Ein royaler Austria-Cabernet-Franc mit langem Leben und gleichzeitigem Frühcharme. Im internationalen Vergleich Weltklasse – in Österreich eine Klasse für sich! 19/20 trinken – 2033                                                              www.salzl.at

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WELTKLASSE ANSCHLUSS!!!

Wir waren die erste Gruppe, welche den Almaviva 2015 direkt auf dem Weingut in Puente Alto (Chile) verkosten durften. Vor uns war noch der amerikanische Wein-kritiker James Suckling da. Und er taxierte diesen Wein mit 100 Punkten.

2015 Almaviva: 69 % Cabernet Sauvignon, 24 % Carmenère, 5 % Cabernet Franc, 2 % Petit Verdot. Violett-Schwarz. Absolut verrücktes Bouquet. Alles und noch vielmehr! Schwarze Beeren (Cassis, Brombeeren), Lakritze, Black Currant, schwarze Schokolade, Vanillemark, Kaffee, vermischt mit sehr dunklen Edelhölzern. Rauchnuancen zeigen seine extreme Tiefgründigkeit an. Im zweiten Ansatz berauscht ein enorm vielschichtiges Kräuterspiel mit Nuancen von frisch geknacktem Rosmarin, zerriebenen Zitronenthymian, wilder Minze und feinem Eucalyptustouch den faszinierten Betrachter dieses magisch anmutenden Bouquets. Der Gaumen ist voll, komplex, die sind Tannine absolut perfekt eingebettet in der eleganten und doch verlangenden Adstringenz. Die reife Fruchtpräsentation schwankt zwischen blauen und schwarzen Beeren. Ein emotionell bewegender Almaviva. Der beste in seiner Geschichte und ein möglicher Meilenstein in der noch jungen, chilenischen Weltklasse-Geschichte. Seine mögliche Genussreife beinhaltet einen Vorteilsjoker gegenüber anderen grossen Super-Premiumweinen. Während andere sich in deren Jugend zwar extrem versprechend, aber wenig genussvoll zeigen, ist dies in diesem Fall eine fast hemmungslos anmutende Degustations-erfahrung. 20/20 bald – 2035

P.S. Das Titelfoto habe ich in meinem Keller gemacht. Es ist eine Sechsliter-Imperialflasche. Und sie hat noch einen Bruder. Dann habe ich mir auch ein paar Magnums gepostet. Recht viele Normalflaschen. Und – sogar ein paar «Schöppli», wie wir Schweizer den halben Flaschen zu sagen pflegen. Also habe ich nicht nur geschrieben, sondern auch selbst wacker gekauft. Wann kriegt man denn schon einen von Gabriel so hoch bewerteten Weltklasse-wein zu einem derartig günstigen Preis?

 Die ganze Story mit einem aktuellen Überblick zur chilenischen Icon-Szene. www.bxtotal.com



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LYNCH-BAGES 2009

Heute war ich den ganzen Tag im Keller. Da habe ich eine Tonne Lynch-Bages 2009 gemauert.

Den lasse ich jetzt in Ruhe und werde davon einen grossen Teil in etwa fünf Jahren mit einem tollen Gewinn verkaufen.  Momentan findet man noch ein paar Angebote ab 150 Franken. Das wird sich bald ändern. Denn dieser Lynch-Gigant (momentan 19/20 - mit Potential für 20/20) wird bald sehr rar werden. Und dann geht es ihm mindestens wie dem ebenso genialen 2000er den man unter 250 Franken nicht mehr findet. Auch mit steigender Tendenz.
Und wenn der Preis nicht steigt, dann trinke ich ihn halt selber...

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JANUAR-MOUTON-TRADITION


10 Jahrgänge vom Pauillac-Premier-Grand-Cru Château Mouton-Rothschild. Dieses Defilee bildete das Herzstück dieses jährlich wiederkehrenden Events im Old-Swiss-House in Luzern.

Vom Titelbild zum Titel! Fangen wir hinten an. Das Wort Tradition wird definiert aus dem Italienischen «tradere». Man hat in der früheren Folge sogar ein deutsches Wort daraus kreiert. Dieses würde «Tradierung» heissen. Ist aber heute praktisch gänzlich unbekannt. Man versteht darunter die Weitergabe von Gepflogenheiten insbesondere von Bräuchen. Tradition, so Wikipedia, geschehe innerhalb einer Gruppe oder gar zwischen Generationen. In unserem Fall ist dies aber noch lange keine übergreifende Generation, aber immerhin eine Gruppe, welche sich jeweils in schier ähnlicher Form konstituiert. Also können wir hier durchaus von einer Sippschaft von Wieder-holungstätern sprechen.

Der Mittelteil des Titels wird vom Lockvogel dieses Events bestritten. Château Mouton-Rothschild ist zwar nicht in aller Leute Munde, aber halt doch in sehr vielen Weinkellern visuell vorhanden. Kaum ein prädestinierter Bordeauxfreak kann es sich offensichtlich leisten, keine dieser mit Künstleretiketten bestückten Flaschen in seiner Schatzkammer zu exhibitionieren. Und genau da besteht eigentlich das generelle Mouton-Problem. Dieser im Jahr 1973 nachträglich nach oben justierte, damalige Deuxième wird meist mehr gesammelt wie genossen. So kann man das «Sammeln» auch mit «Vergammeln» deklarieren.

Und ganz viele Moutonflaschen wurden auch als vermeintliche Kapitalanlage in den Keller gelegt. Und genau dieses Unterfangen ist dann leider nur selten aufgegangen. Ausser vielleicht in den ganz grossen Jahrgängen.
Aus verlorener Lust tauchen dann später viele Flaschen oder gar Kisten bei Weinauktionen in seitenlangen Mehrfachangeboten in den illustren Katalogen auf.

In den letzten Monaten haben Moutonflaschen aller Jahrgänge doch endlich langsam das Interesse möglicher Käufer erweckt, die Preise ziehen langsam an. Also zeichnet sich eine Veränderung der jahrzehntelangen Lethargie ab. Die verauktionierten «Künstlerflaschen» verlassen aber in der Regel Europa…

1937 Château Mouton d'Armailhacq, Pauillac
1966 Château Mouton-Baron, Pauillac
1971 Château Mouton-Baron, Pauillac
1982 Château Mouton-Baronne, Pauillac (M)

1990 Cabernet Sauvignon Reserve, Robert Mondavi USA
1990 Cabernet Sauvignon Howell Mountain, La Jota
1990 Château Mouton Rothschild, Pauillac
1990 Château Haut-Batailley, Pauillac
1990 La Jota Howell Mountain, Napa Valley

1981 Château Mouton-Rothschild, Pauillac
1983 Château Mouton-Rothschild, Pauillac
1985 Château Mouton-Rothschild, Pauillac
1987 Château Mouton-Rothschild, Pauillac
1989 Château Mouton-Rothschild, Pauillac

1991 Château Mouton-Rothschild, Pauillac
1993 Château Mouton-Rothschild, Pauillac
1995 Château Mouton-Rothschild, Pauillac
1997 Château Mouton-Rothschild, Pauillac
1999 Château Mouton-Rothschild, Pauillac

Tischwein: 1994 Château Lynch-Bages, Magnum

Das waren die Weine dieses Januar-Abends. Alle Gabriel-Notizen auf sieben Seiten: www.bxtotal.com


1937 MOUTON D'ARMAILHACQ

Füllniveau perfekt. Erster Eindruck, direkt nach dem Entkorken. Deutlich aufhellend, schier in Roséfarben drehend, aber intakt und leuchtend. Moosig-süssliches Bouquet, helle, feuchte Baumrinde, dominikanischer Tabak, zarte Minze- und Kampfernoten, und gar noch rote Johannisbeerenresten, vielschichtig, delikat, aber logischerweise auch fragil. Aber wie auch in der Farbe schon festgestellt, sehr intakt in der Nase. Und das immerhin nach 80 Jahren! Schlanker Gaumen, gut stützende Säure, sanft dominierende Säure, auch hier immer noch dezent rotbeerige Spuren zeigend, Schokospuren, zarte Muskeln im Körper, endet minim kapselig im Finish. Dieser Pauillac-Greis war der allererste Rotwein dieser Probe und er kam bei den erstaunten Gästen sehr gut an. Er wusste mit seiner Vitalität durchaus noch zu verblüffen. Verkostet an der Mouton-Probe im Olds-Swiss-House in Luzern. 17/20 vorbei


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STELLDICHEIN MIT PALMERWEIN

Grosse Weine – grossartige Stimmung! Der traditionelle Januar-Montagabend im Gasthaus Sempacherhof war mit 80 Gästen bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Auf dem Bild die Gastgeber Riccarda und Hanspeter Müller mit James Sichel (Bordeauxhändler und Mitbesitzer von Château Angludet und Palmer)

Die Weine
2000 Château d’Angludet, Margaux  / 2005 Château d’Angludet, Margaux
2006 Alter Ego de Palmer, Margaux / 2012 Alter Ego de Palmer, Margaux
2006 Château Palmer, Margaux / 2011 Château Palmer, Margaux
2001 Château Palmer, Margaux / 1985 Château Palmer, Margaux


Der Erlebnisbericht auf fünf Seiten: www.bxtotal.com

2006: VIVE LA DIFFERENCE

Der Alter Ego 2006 wurde im zweiten Flight serviert. Der Palmer 2006 folgte darauf in der nächsten Serie. Während dem Kommentieren bat ich die Gäste sich die beiden 2006er genau zu merken, um allfällige Unterschiede zu erkennen. Ich degustierte den «Mini-Palmer» und den «Maxi-Palmer» im direkten Vergleich.
Der Alter Ego vermittelt bereits jetzt schon viel von dem in der Nase was der Palmer später abliefern wird. Im Gaumen fehlt dem Alter Ego der initiale Power und die Konzentration des Grand Vins. Dieses Manko wird momentan durch einen hemmungslosen Margaux-Genuss kompensiert.

2006 Alter Ego de Palmer: Erstaunlich dunkles Granat. Die Nase scheint mehr würzig wie fruchtig im ersten Moment, dunkles Holz, Mokka, gibt sich recht tiefgründig. Der Gaumen beginnt fleischig, die Tannine sind präsent aber gerundet, das Extrakt stoffig, das Finale aromatisch mit mittlerem Power. Ready to enjoy. 18/20 trinken

2006 Palmer: Sehr dunkles Purpur mit letztem Lilaschimmer, satte Mitte. Das Bouquet ist zwar verschlossen vermittelt trotzdem unheimlich viele Facetten, floraler Touch, Holunder, Lakritze und gar feine Trüffelnoten, welche aus dem Untergrund aufsteigen. Der Gaumen ist konzentriert, satt im Stoff, im Extrakt liegen unendlich viele neue Aromen verborgen, geht in die Tiefe und zeigt ein Potential für mindestens 40 Jahre. Ein Klassiker der neuen, moderneren Palmerzeit. Schier schon monumental. Der Petit-Verdot wurde deklassiert. Also ist der Blend: 56 % Cabernet Sauvignon, 44 % Merlot. Hat seit den ersten Eindrücken zugelegt. 19/20 2025 – 2050

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WENN EIN NEUES JAHR BEGINNT

SO IST DAS ALTE SCHON VERRINNT

DIE PERLEN FUNKELN QUIRLIG IM GLAS

DER MAGEN STELLT DERWEIL AUF VOLLGAS

ER MUSS NOCH VIEL VON 2017 VERDAUEN

WILL AUF DIE KOMMENDE DIÄT VERTRAUEN

ER HOFFT AUF MASSIVE KALORIENREDUKTION

MIT BEGLEITENDER MAGEN-ARBEITS-REDUKTION

DOCH LEIDER KANN ER DAS NICHT SELBST VERWALTEN

UND SO BLEIBT SCHON WIEDER ALLES BEIM ALTEN

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